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ERNÄHRUNG UND NAHRUNGSERGÄNZUNG |
Die Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren bei Psychosen und Schizophrenie
| Besserung in 4 - 16 Wochen | (G) | (+) | (-) | (k) | (D) | (Ä) | (ST) | (SCH) |
| Omega-3-Fettsäuren | 20% | 10% | 25% | 20% | 20% | 20% | 20% | 10% |
| Effektstärke | mittel | klein | mittel | klein | mittel | mittel | mittel | klein |
(G) = Gesamtsymptome, (+) = positive, (-) = negative, (k) = kognitive Symptome, (D) = Depressionen, (Ä) = Ängst, (ST) = Stress, (SCH) = Schlaf
| Kurzfassung |
| Die Ernährung spielt eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung des Gehirns, der psychischen Gesundheit und bei psychiatrischen Störungen. Die Wichtigkeit der mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren für die körperliche Gesundheit ist gut belegt, und ihre Rolle für die psychische Gesundheit wird immer offensichtlicher. Beim Menschen ist ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren in der Ernährung mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung verschiedener psychiatrischer Störungen verbunden, darunter Schizophrenie, Depressionen und bipolare Störungen, Demenz, ADHS und Autismus.
Die Ursache von Schizophrenie ist multifaktoriell und ein abnormaler Stoffwechsel ungesättigter Fettsäuren kann einer der vielen Faktoren sein, die bei der Entwicklung dieser Erkrankung eine Rolle spielen. Das Gehirn besteht zu 60% aus Lipiden (Fettsäuren) und die normale Aufnahme von Fettsäuren und den Einbau in Nervenzellen während der Gehirnentwicklung ist bei Schizophrenie beeinträchtigt. Omega-3-Fettsäuren sind an einer Vielzahl physiologischer Funktionen beteiligt, die mit der Entstehen neuer Gehirnzellen , der Signalübertragung und Entzündungen des Nervengewebes zusammenhängen. Daher spielen sie eine grundlegende Rolle bei der Entwicklung, Funktion und Alterung des Gehirns.
Bei vielen schizophrenen Patienten wurde gezeigt, dass der Gehalt an Fettsäuren, insbesondere an Omega-3-Fettsäuren verringert ist. Hinweise hierfür liefern erste Studienergebnisse mit Betroffenen, die überwiegend Omega-6-Fettsäuren zu sich nahmen und einen erniedrigten Blutspiegel mit Omega-3-Fettsäuren hatten, als es bei Gesunden der Fall war. Ein Mangel hat zu vielen Nebenwirkungen geführt, die bei Schizophrenie beobachtet werden, wie z. B. abnormale Gehirnstruktur, Symptome, fehlerhafte Botenstoffübertragung und Nervenentzündung usw. Und es wurde ein Zusammenhang zwischen einer niedrigeren Konzentration essentieller Fettsäuren und einer größeren Schwere positive und negativer Symptome, kognitiver Beeinträchtigung, Depressionen und Ängsten sowie von Spätdyskinesie beobachtet.
Um die Wirkung von Omega-3-Fettsäuren und Nahrungsergänzungsmitteln in den verschiedenen Phasen der Schizophrenie zu untersuchen, wurden Studien an Personen mit hohem Psychoserisiko, Patienten mit ihrer ersten psychotischen Episode und Patienten mit chronischer Schizophrenie durchgeführt. (1)
Prävention bei ultrahohem Psychoserisiko
Die Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren zeigt vielversprechende Ergebnisse das Risiko bei jungen Menschen zu senken, eine Psychose zu entwickeln. Einige Autoren analysierten den Zusammenhang zwischen Stoffwechselanomalien und dem Psychoserisiko und stellten fest, dass über 90 % der Hochrisikopersonen einen erhöhten oxidativen Stress aufwiesen. Sie fanden einen relativ niedrigen Omega-3-Fettsäureindex und einen signifikanten Zusammenhang zwischen geringerer Omega-3-Fettsäureaufnahme und verstärkter Symptomatik sowie Funktionseinschränkungen.
"Dies deutet darauf hin, dass Ernährungsfaktoren und systemische Erkrankungen im Krankheitsverlauf von Psychosen eine Rolle spielen könnten. Da die Behandlung junger Menschen mit Psychoserisiko mit Antipsychotika umstritten ist, kann eine Therapie mit Omega-3-Fettsäuren und Nahrungsergänzungsmitteln, die keine klinisch relevanten Nebenwirkungen aufweisen, als mögliche Erstbehandlung für diese Patienten in Betracht gezogen werden." (1)
Fünf Studien untersuchten die Gabe von Omega 3 an Personen mit ultrahohem Psychose-Risiko. Drei Studien zeigten, dass Omega-3-Fettsäuren Entzündungsparameter und Blutwerte verbesserten und das Risiko einer Verschlechterung zu einer psychotischen Störung reduzierten. Im Gegensatz dazu zeigten zwei Studien keinen klinischen Nutzen. (1)
Mehrere Studien, darunter eine Langzeit-Follow-up-Studie, kamen zu dem Ergebnis, dass eine kurze 12-wöchige Einnahme von Omega-3-Präparaten die Rate der Entwicklung in eine voll ausgeprägte psychotische Störung bei jungen Erwachsenen mit ultrahohem Risiko im Vergleich zu einer Placebo-Gruppe signifikant reduzierte. In einer Gruppe von über 2.700 Personen war die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche im Alter von 17 Jahren mit einem höheren Omega-3-Spiegel, sieben Jahre später, im Alter von 24 Jahren, eine psychotische Störung entwickelten, um 56 % geringer. Dies deutet darauf hin, dass Omega 3 im Jugendalter möglicherweise eine präventive Wirkung haben könnte das Risiko einer Psychose im frühen Erwachsenenalter zu verringern.
Erste psychotische Episode
Bei Patienten mit einer ersten psychotischen Episode war der Gehalt an ungesättigten Fettsäuren im Hirngewebe im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen signifikant reduziert. Ein verringerter Anteil an Omega-3-Fettsäuren in den Zellmembranen korrelierte zudem mit einer schlechteren Funktionsfähigkeit vor dem Ausbruch der Psychose und könnte mit einem schwereren Krankheitsverlauf und einem geringeren Therapieerfolg in Zusammenhang stehen. Es wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen einer niedrigeren Konzentration essentieller Fettsäuren und einer größeren Schwere der Symptome und von Spätdyskinesie beobachtet.
Bezüglich der ersten Psychoseepisode und der Gabe von Omega-3-Fettsäuren wurden acht randomisierte, kontrollierte Studien durchgeführt. Die Studiendauer reichte von 26 Wochen bis zu 2 Jahren. Die Dosierung der mehrfach ungesättigten Fettsäuren lag zwischen 2,2 und 3 g/Tag. Patienten, die mit zusätzlich mit Fischöl behandelt wurden, zeigten eine signifikante Verbesserung der Gesamtsymptome um 10-20%, der positiven Symptome um 10%, der negativen Symptome um 25%, der Depressionen um 15-25% und Ängste um 20-25% und der sozialen Kognition und des Funktionsniveaus um 20% nach 8-16 Wochen gegenüber Patienten, die mit Placebo behandelt wurden.
Desweiteren wurden in Studien von Besserung bei Stress um 20% und der Schlafqualität um 10% gegenüber Placebo in 8 Wochen berichtet. (8) Einige Studien weisen zudem auf einen geringeren Bedarf an hochdosierten Antipsychotika und weniger Nebenwirkungen durch die zusätzliche Einnahme von Omega-3-Fettsäuren hin. (1)
Supplementierung von Omega 3 und Vitamin D
Bei gleichzeitiger Supplementierung von Omega 3 und Vitamin D zeigte sich ein Reduktion von Depressionen sogar um 35%, Angstzuständen und Stress um 30% und der Verbesserung der Schlafqualität um 25%. (8)
Chronische Schizophrenie
Vier Studien zeigten einen positiven Effekt von Omega-3-Fettsäuren auf die Symptombereiche der Schizophrenie. Die Studiendauer betrug 8 bis 16 Wochen. EPA erwies sich als Placebo und DHA überlegen in der Reduktion psychotischer, depressiver und Angstsymptome bei Schizophrenie. Eine dieser Studien zeigte, dass Omega-3-Fettsäuren zur Reduktion von aggressivem Verhalten beitragen können. Eine Studie zeigte, dass Omega-3-Fettsäuren positive Auswirkungen auf die kognitive Funktion von Patienten mit metabolischem Syndrom haben.
Sicherheit
Omega-3-Fettsäuren gelten als sicher und gut verträglich und weisen nur minimale Nebenwirkungen auf, was sie zu einer attraktiven Option für frühzeitige Interventionsstrategien macht, bei denen typische Antipsychotika ein deutlicheres Nebenwirkungsprofil aufweisen.
Mögliche Wirkmechanismen
Die positiven Effekte werden auf die Rolle der Omega-3-Fettsäuren bei der Gehirnfunktion zurückgeführt, indem sie Neuroinflammationen reduzieren, Gehirnzellen vor oxidativem Stress schützen und eine gesunde Neurotransmission unterstützen.
Zusammenfassung
Eine umfassende Analyse ergab einen kleinen-mittleren Effekt von Omega 3 bei der Gesamtsymptomatik, wobei mehr Potenzial für negative Symptome und die allgemeine Funktionsfähigkeit als für positive Symptome festgestellt wurde. Zu den weiteren Ergebnissen gehören Verbesserungen der Funktionsfähigkeit mit mittleren Effektstärken.
Einige Erkenntnisse lassen darauf schließen, dass höhere Dosen (z. B. >2200 mg/Tag) und eine längere Behandlungsdauer (z. B. <15 Wochen) in mancher Hinsicht zu besseren Ergebnissen führen könnten, und niedrige Ausgangswerte auf ein besseres Ansprechen schließen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Omega-3-Fettsäuren eine wertvolle Zusatztherapie darstellen könnten, insbesondere wenn sie früh im Krankheitsverlauf begonnen werden, um gezielt Symptome wie Negativsymptome zu behandeln und die allgemeine Funktionsfähigkeit zu verbessern. Bein schwerer, chronischer Schizophrenie sind die Ergebnisse weniger eindeutig.
Die Ergebnisse stärken die Hoffnung, künftig mit Omega-3 den Ausbruch einer Psychose entgegenwirken zu können und bei bestimmten Risikogruppen diese auch längerfristig verzögern und möglicherweise sogar verhindern zu können. |
1. Wirkungsweise
Es gibt viele Ähnlichkeiten zwischen psychotischen Symptomen und abnormaler Neurotransmissionsaktivität, die durch einen Mangel an Omega-3-Fettsäuren und eine Schizophrenie-Erkrankung verursacht werden.
Es hat sich gezeigt, dass eine Intervention mit Omega 3 eine positive Wirkung auf Schizophrenie hat, indem sie die Produktion von entzündlichen Stoffe unterdrückt, Anfälligkeit neuronaler Membranen für oxidativen Stress verringert und die Membran schützt. Die wohltuende Wirkung einer Omega-3 Gabe kann durch die Auffüllung des Omega-3-Gehalts in der Gehirnmembran erfolgen.
Historische Entwicklung von Omega-3 zu Omega-6
Auch Omega-6-Fettsäuren sind wichtig, nur hat sich das gesunde Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 von 1:1 in der Entwicklung des Menschen vor einigen tausend Jahren zu 1:25 stark verschlechtert.
Omega-6-Fettsäuren steckt in zahlreichen Lebensmitteln, besonders in pflanzlichen Ölen wie Sonnenblumenkernöl, aber auch in Geflügel, Butter, Käse und Eiern.
Omega-6-Fettsäuren verstärken im Allgemeinen Entzündungen. Belastungen durch oxidativen Stress, Entzündungen und abnormale Reaktion des Immunsystems sind ursächliche Faktoren für Psychosen und Schizophrenie.
Omega-3-Fettsäuren befinden sich unter anderem in Walnüssen, Leinsamen und verschiedenen Fischarten wie Lachs oder Makrele.
Omega-3-Fettsäuren können 1. vor oxidativem Stress schützen, 2. Entzündungsvorgänge zum Abklingen bringen und 3. die Immunabwehr stärken.
Vorläuferphase (Prodromalphase) der Schizophrenie
Die Schizophrenie beginnt in 75 % der Fälle mit einer etwa fünf Jahre dauernden Vorläuferphase (Prodromalphase). Daran schließt sich eine etwa ein Jahr dauernde Phase mit zunehmenden Positivsymptomen an, bis zum ersten Mal eine akute psychotische Episode beginnt. Diese Zeitspanne wird als der Frühverlauf oder Prodromalphase der Schizophrenie bezeichnet. Die Prodromalphase ist in der Regel von zwei Symptomkomplexen gekennzeichnet: Depressivität und Negativsymptome.
Der Ausbruch einer ausgewachsenen schizophrenen Erkrankung erfolgt typischerweise im späten Jugend- oder frühen Erwachsenenalter, während der Reifung des Gehirns, wo es auch zu einer Dysregulation von Fettsäuren in diesem frühen Stadium kommt. Es ist von entscheidender Bedeutung, das eine bewusste Omega 3 Ernährung, vor den mit dem Mangel verbundenen neurobiologischen Veränderungen durchgeführt werden, da diese irreversibel sind.
Eine Übersichtsarbeit mehrerer hochwertiger Studien deutet darauf hin, dass Omega-3-Fettsäuren besonders wirkungsvoll sind, wenn sich eine schizophrene Episode ankündigt oder die Schizophrenie erstmalig auftritt: Die Symptome konnten abgeschwächt werden. Bei Personen, die dauerhaft an Schizophrenie erkrankt sind, zeichnet sich hingegen ein uneinheitliches Bild ab: Nur wenige Patienten profitierten von der Einnahme von Omega-3-Fettsäuren.
3. Studien
Um die Wirkung von Omega-3-Fettsäuren und Nahrungsergänzungsmitteln in den verschiedenen Phasen der Schizophrenie zu untersuchen, wurden Studien an Personen mit hohem Psychoserisiko, Patienten mit ihrer ersten psychotischen Episode und Patienten mit chronischer Schizophrenie durchgeführt.
Ultrahohes Psychose-Risiko
Die konsistentesten Belege für einen positiven Effekt finden sich in den frühen Stadien der Erkrankung (Prodromalstadium und erste Episode), wo in spezifischen Studien und Subgruppenanalysen kleine bis mittlere Effektstärken festgestellt wurden.
1. Über 3.800 Personen der Bristol-Gesundheitsstudie wurden im Alter von 17 und 24 Jahren auf psychotische Störungen , depressive Störungen und generalisierte Angststörungen untersucht.
Während es im Alter von 17 Jahren kaum Hinweise darauf gab, dass Fettsäuren mit psychischen Störungen in Zusammenhang stehen, stellten die Forscher fest, dass 24-Jährige mit psychotischen Störungen, depressiven Störungen und generalisierten Angststörungen im Vergleich höhere Werte an Omega-6-Fettsäuren als an Omega-3-Fettsäuren aufwiesen für diejenigen ohne diese Störungen. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass 24-Jährige mit psychotischer Störung einen geringeren Omega-3-Spiegel aufwiesen, die typischerweise in fettem Fisch oder Nahrungsergänzungsmitteln vorkommt, als 24-Jährige ohne psychotische Störung.
In einer Gruppe von über 2.700 Personen war die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche mit einem höheren Spiegel im Alter von 17 Jahren sieben Jahre später, im Alter von 24 Jahren, eine psychotische Störung entwickelten, um 56 % geringer. Dies deutet darauf hin, dass Omega 3 im Jugendalter möglicherweise eine präventive Wirkung haben könnte das Risiko einer Psychose im frühen Erwachsenenalter zu verringern.
„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine erhöhte Nahrungsaufnahme von Omega-3-Fettsäuren bei Jugendlichen, beispielsweise durch fetten Fisch wie Makrele, manche Menschen davor bewahren könnte, im Frühstadium eine Psychose zu entwickeln ... Die Ergebnisse könnten auch Fragen zum Zusammenhang zwischen der Entstehung psychischer Störungen und Omega-6-Fettsäuren aufwerfen, die typischerweise in Pflanzenölen vorkommen.“ sagte Professor David Cotter, leitender Autor der Studie und Professor für Molekulare Psychiatrie. (10)
2. Forschende an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Wien konnten feststellen, dass die Gabe von Fischöl-Kapseln mit mehrfach ungesättigten Omega 3-Fettsäuren das Risiko für Psychosen bei Jugendlichen über den Zeitraum eines Jahres um 22 Prozent senkt. (11)
Die Daten des Follow-Ups bei 71 PatientInnen zwischen 13 und 25 Jahren über einen Zeitraum von 7 Jahren zeigten, dass die Langzeitwirkung einen doppelten Effekt bringt. Einerseits kann das Risiko, eine Psychose zu bekommen, deutlich gesenkt werden. Andererseits lässt sich der Ausbruch der Psychose mit der Einnahme von Fischöl-Kapseln und den Omega-3-Fettsäuren verzögern.
In der Gruppe, die die hoch dosierten Omega 3-Fettsäuren in Fischöl erhielt, sank das Risiko für das Auftreten einer Psychose auf 9,8 Prozent. In der Placebogruppe lag der Wert bei 40 Prozent.
Die Ergebnisse stärken die Hoffnung, künftig mit natürlichem Fischöl den Ausbruch einer Psychose entgegenwirken zu können und bei bestimmten Risikogruppen diese auch längerfristig verzögern und möglicherweise sogar verhindern zu können.
Erste Episode einer Psychose
Eine Studie umfasst 46 Patienten mit kürzlich aufgetretener Psychose, die an einer größeren placebokontrollierten klinischen Studie teilnahmen. In dieser Studie wurde eine 16-wöchige Behandlung mit entweder Risperidon und Fischöl oder Risperidon und Olivenöl-Placebo verglichen.
Omega 3-Werte waren zu Studienbeginn signifikant mit einem besseren Gesamtwert (BPRS), der sozialen Kognition und Feindseligkeit/Unkooperativität verbunden. Patienten, die daraufhin mit zusätzlich mit Fischöl behandelt wurden, zeigten eine signifikante Verbesserung der Gesamtsymptome um 10%, der positiven Symptome um 10%, der negativen Symptome um 25%, der Depressionen und Ängste um 15% und der sozialen Kognition um 20% nach 16 Wochen gegenüber Patienten, die mit Placebo behandelt wurden.
"Diese Studie liefert neue Erkenntnisse über die unterschiedliche Rolle von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren bei neuropsychologischen Defiziten und Symptomen im Rahmen einer Psychose mit frühem Krankheitsbeginn und deren Behandlung." (2)

2. Eine placebokontrollierte Studie wurde konzipiert, um die Wirksamkeit einer 26-wöchigen Behandlung mit entweder 2,2 g/Tag Omega-3 oder einem Olivenöl-Placebo hinsichtlich des Schweregrads der Symptome bei 71 Patienten mit einer ersten Episode einer Schizophrenie zu vergleichen.
Eine 50%ige Verbesserung der Symptomstärke wurde in der Omega-3-Gruppe signifikant häufiger erreicht als in der Placebo-Gruppe (69,4 % vs. 40,0 %).
Die Omega-3-Behandlung war zudem mit einer Verbesserung der depressiven Symptome um 20% und des Funktionsniveaus um 20% verbunden.
Ergebnisse der Studie: "Die Ergebnisse legen nahe, dass eine 6-monatige Intervention mit Omega-3 (n-3-PUFA) eine wertvolle Zusatztherapie sein kann, die in der Lage ist, die Intensität der Symptome zu verringern und das Funktionsniveau bei Patienten mit einer ersten Episode einer Schizophrenie zu verbessern." (3)
3. Um die Wirksamkeit einer zusätzlichen Omega-3-Behandlung bei neu aufgetretener Psychose zu untersuchen, wurden 46 Teilnehmer mit neu aufgetretener Schizophrenie und aktuellen psychotischen Symptomen 16 Wochen lang mit Risperidon und randomisierter Gabe von Omega-3 oder einem entsprechenden Placebo behandelt.
Lorazepam war als Begleitmedikation zulässig. In der Gruppe, die kein Lorazepam erhielt, war der Behandlungseffekt auf die BPRS-Gesamtscores zugunsten von Omega-3 gegenüber Placebo signifikant um 20% verbessert. BPRS ist eine Skala zur Messung von Angst, Depression und psychotischen Symptomen. Faktorenanalysen ergaben eine deutliche Reduktion von Depression und Angst unter Omega-3, jedoch keine Veränderung unter Placebo
Die Analyse der Nebenwirkungen zeigte insgesamt weniger unerwünschte Ereignisse unter Omega-3 im Vergleich zu Placebo.
"Die größten Unterschiede zwischen den Gruppen (alle zugunsten von Omega-3) zeigten sich bei Verwirrtheit, Angst, Depression, Reizbarkeit und Müdigkeit/Erschöpfung. Diese Ergebnisse legen nahe, dass eine adjuvante Therapie mit Omega-3 eine mögliche Behandlungsoption für Depressions- und Angstsymptome bei Menschen mit einer kürzlich aufgetretenen Psychose darstellt. "(4)
Kognition
Metaanalysen berichten im Allgemeinen von einer kleinen Wirkung der Omega-3-Fettsäure-Supplementierung auf die allgemeine Kognition. Allerdings weisen einige Studien auf mittlere Vorteile in bestimmten kognitiven Bereichen oder für bestimmte Bevölkerungsgruppen hin.
1. Eine Studie umfasst 46 Patienten mit kürzlich aufgetretener Psychose, die an einer größeren placebokontrollierten klinischen Studie teilnahmen. In dieser Studie wurde eine 16-wöchige Behandlung mit entweder Risperidon und Fischöl oder Risperidon und Olivenöl-Placebo verglichen.
Omega 3-Werte waren zu Studienbeginn signifikant mit einem besserer sozialen Kognition verbunden. Patienten, die mit zusätzlich mit Fischöl behandelt wurden, zeigten eine signifikante Verbesserung der sozialen Kognition um 20% nach 16 Wochen gegenüber Patienten, die mit Placebo behandelt wurden.
"Diese Studie liefert neue Erkenntnisse über die unterschiedliche Rolle von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren bei neuropsychologischen Defiziten und Symptomen im Rahmen einer Psychose mit frühem Krankheitsbeginn und deren Behandlung." (2)
Beobachtungsstudien und einige Langzeitdaten legen nahe, dass die langfristige Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren über die Nahrung das Risiko eines kognitiven Abbaus oder einer Alzheimer-Krankheit im Laufe der Zeit um etwa 20 % senken kann, was eher auf eine präventive Rolle als auf eine therapeutische Rolle bei bereits bestehendem Abbau hinweist.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Effekt einer Supplementierung bei bereits bestehender schwerer kognitiver Beeinträchtigung gering ist, Omega-3-Fettsäuren jedoch einen gewissen präventiven oder unterstützenden Nutzen für diejenigen bieten, die sich in einem früheren Stadium kognitiver Veränderungen befinden.
Depressionen
Metaanalysen zeigen, dass die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren bei schwerer Depression die Effektstärke als moderat und klinisch bedeutsam einzustufen ist und mit den Effekten vergleichbar ist, die bei herkömmlichen Antidepressiva beobachtet werden.

1. Ziel einer 12-wöchigen Studie von 2024 war es, die klinischen Effekte einer Omega 3-Monotherapie bei 60 Patienten mit schwerer Depression zu untersuchen. (5)
Ergebnisse: Die Gruppe, die Omega 3 erhielt, wies einen um 25% niedrigere Depression (HRSD-Wert) auf als die Placebogruppe.
In Woche 12 zeigte sie im Vergleich zur Placebogruppe leicht höhere Remissionsraten (26,7 % vs. 10 %) und Ansprechraten (23,3 % vs. 6,7 %)
Schlussfolgerungen: Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Monotherapie mit Omega 3 (n -3-PUFAs) Depressionen verbessern und möglicherweise eine alternative Behandlungsoption für Patienten mit schwerer Depression darstellen könnte. (5)
Ängste
Eine Metaanalyse von 2024 weist auf eine moderate anxiolytische Wirkung einer hochdosierten (etwa 2 g/Tag) Omega-3-Supplementierung hinweisen, insbesondere bei Personen mit klinischen Angstzuständen. Insgesamt wurden 23 Studien mit 2189 Teilnehmenden eingeschlossen. Eicosapentaensäure (EPA), insbesondere in einer Konzentration von mindestens 60 % des gesamten Omega-3-Gehalts, scheint besonders wirksam bei der Reduzierung von Angstzuständen zu sein. (6)
1. In einer doppelblinden, placebokontrollierten RCT (12 Wochen) wurden ca. 2,5 g/Tag Omega-3-Fettsäuren (hauptsächlich EPA) verabreicht. Die Ergebnisse zeigten eine Reduktion der Angstsymptome um etwa 20 % im Vergleich zu Placebo sowie niedrigere Werte entzündungsfördernder Zytokine. (7)
Stress
Die Einnahme von Omega-3-Präparaten zeigt einen mittleren, positiven Effekt auf die Reduzierung von Stresssymptomen, insbesondere bei Personen mit klinischen Erkrankungen. Omega-3-Fettsäuren können durch die Dämpfung der Stressreaktion (Cortisol) und Entzündungen die Stressbewältigung unterstützen, insbesondere bei akuten Belastungen und Angstzuständen.
1. Eine Studie wurde durchgeführt, um die Wirksamkeit einer gleichzeitigen Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D auf psychische Belastungen bei 168 rauen mit Vitamin-D-Mangel zu untersuchen. (8)
Die Teilnehmerinnen wurden für acht Wochen in vier Gruppen eingeteilt: Gruppe 1 (Placebogruppe), Gruppe 2 (Omega-3-Gruppe), Gruppe 3 (Vitamin-D-Gruppe) und Gruppe 4 (Gruppe mit Omega-3+Vitamin-D ). Die Dosierung betrug täglich zwei 1000-mg-Tabletten Omega-3 und alle zwei Wochen 50.000 IE Vitamin-D-Kapseln.
Omega-3 reduzierte Depressionen um 15%, Ängste um 25%, Stress um 20% und Schlaf um 10% gegenüber Placebo. Vitamin D senkte Depressionen und Ängste um 15%, Stress und Schlaf um 10%.
Im Vergleich zu den drei anderen Gruppen zeigte sich in der Gruppe mit gleichzeitiger Supplementierung ein signifikanter Unterschied hinsichtlich der Reduktion von Depressionen um 35%, Angstzuständen und Stress um 30% und der Verbesserung der Schlafqualität um 25%.
"Die gleichzeitige Einnahme von Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren verbesserte Depressionen, Angstzustände und die Schlafqualität bei Frauen im gebärfähigen Alter mit Prädiabetes und Vitamin-D-Mangel. " (8)
Schlafstörungen
Eine Metaanalyse ergab eine signifikante, wenn auch geringe Verbesserung des subjektiven Schlafs. Dies deutet auf eine bessere wahrgenommene Schlafqualität bei ausreichender Zufuhr (etwa 600 mg DHA/Tag oder mehr) hin.
In einer oben genannten Studien besserte sich die Schlafqualität um 10%. (8)
4. Anwendung
Ob man bei einer Schizophrenie gut mit Omega-3-Fettsäuren versorgt ist, kann durch die Bestimmung des Omega-3-Index in einem Bluttest herausgefunden werden. Bei einer Blutuntersuchung wird die Menge von EPA und DHA in den roten Blutzellen gemessen und in Prozent angegeben.
Achtung: Es werden EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) als essentielle Omega-3-Fettsäuren unterschieden, die unterschiedlich starke Wirkung bei Schizophrenie haben. Eicosapentaensäure (EPA), insbesondere in einer Konzentration von mindestens 60 % des gesamten Omega-3-Gehalts, scheint besonders wirksam bei der Reduzierung von Angstzuständen zu sein. In Studien wurde folgendes Verhältnis gewählt: 740 mg EPA und 400 mg DHA täglich.
Die Dosierung der mehrfach ungesättigten Fettsäuren lag zwischen 2,2 und 3 g/Tag. Es ist darauf zu achten Präparate auszuwählen, die einen höheren Anteil an der Fettsäure EPA und DHA haben. EPA und DHA wirken stark entzündungshemmend. Omega-3-Fettsäuren immer mit einer fettreichen Mahlzeit einzunehmen, fördert die Aufnahme.
Omega-3-Fettsäuren müssen über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden, da der Körper sie nicht selbst herstellen kann:
| Quellenkategorie | Beispiele |
| Fetter Fisch | Lachs, Makrele, Sardellen, Sardinen, Hering, Forelle und Austern. |
| Pflanzlich (ALA) | Leinsamen, Chiasamen, Walnüsse, Spinat und Rosenkohl (ALA wird kaum in die vorteilhaften Formen EPA und DHA umgewandelt, daher ist als Vegetarier oder Veganer eine Nahrungsergänzung durch Algen notwendig) |
| Nahrungsergänzungsmittel | Fischöl- , Algen- oder Krillölkapseln. |
5. Einkauf
Die wichtigen Omega 3 Fettsäuren EPA und DHA sind insbesondere in Fischöl enthalten. Als Vegetarier helfen Algen, als Kapseln aus der Drogerie oder Apotheke.
Leinenöl und Nüsse enthalten die Omega 3 Fettsäure ALA, die erst in EPA und DHA umgewandelt werden muss. Dies geschieht jedoch nur zu 5%, sodass diese Lebensmittel nicht geeignet sind, da sie letztlich auch zu viel entzündungsfördernde Fettsäuren beinhalten.
Richtige Dosierung: Zu viel fettiger Fisch könnte auch negativ wirken. Eine Studie beobachtet, dass Personen mit einem mittleren Fischkonsum am meisten profitierten. Personen, die mehr als dreimal pro Woche fettigen Fisch aßen, hatten ein höheres Risiko und verschlechterte Symptome. Auch beim Fischöl waren die hohen Dosen unwirksam.
Ergänzung mit anderen Mikronährstoffen: Möglicherweise können Omega-3-Fettsäuren wirksamer in der Therapie bei Schizophrenie sein, wenn sie durch Vitamin E und Vitamin C ergänzt werden.
Studien und Quellen
(1) Nutraceuticals in Psychiatric Disorders: A Systematic Review. Paola Bozzatello 1,*, Roberta Novelli 1, Cristiana Montemagni 1, Paola Rocca 1, Silvio Bellino, 2024
(2) LONGITUDINAL INVESTIGATION OF THE RELATIONSHIP BETWEEN OMEGA-3 POLYUNSATURATED FATTY ACIDS AND NEUROPSYCHOLOGICAL FUNCTIONING IN RECENT-ONSET PSYCHOSIS: A RANDOMIZED CLINICAL TRIAL. Philip R Szeszko 1,2, Robert K McNamara 3, Juan A Gallego 4,5, Anil K Malhotra 4,5, Usha Govindarajulu 6, Bart D Peters 4, Delbert G Robinson, 2021
(3) A randomized controlled study of the efficacy of six-month supplementation with concentrated fish oil rich in omega-3 polyunsaturated fatty acids in first episode schizophrenia. Tomasz Pawełczyk 1, Marta Grancow-Grabka 2, Magdalena Kotlicka-Antczak 3, Elżbieta Trafalska 4, Agnieszka Pawełczyk, 2016
(4) A Potential Role for Adjunctive Omega-3 Polyunsaturated Fatty Acids for Depression and Anxiety Symptoms in Recent Onset Psychosis: Results from a 16 Week Randomized Placebo-Controlled Trial for Participants Concurrently Treated With Risperidone
Delbert G Robinson a,b,c, Juan A Gallego a,b,c,1, Majnu John b,c,d, Lauren A Hanna c, Jian-Ping Zhang a,b,c, Michael L Birnbaum a,b,c, Jessica Greenberg c,2, Melissa Nariane c,2, Bart Peters c,3, Robert K McNamara e, Anil K Malhotra a,b,c, Philip R Szeszko, 2020
(5) The Efficacy of Omega-3 Fatty Acids as the Monotherapy for Depression: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Pilot Study. by Suet-Kei Wu 1,2,Kai-Jie Yang 1,Wen-Chun Liu 3,Ikbal Andrian Malau 1,4,Halliru Zailani 1,2,Cheng-Ho Chang 5,Shih-Yi Huan, 2024
(6) Efficacy and safety of omega-3 fatty acids supplementation for anxiety symptoms: a systematic review and dose-response meta-analysis of randomized controlled trials. Negar Bafkar 1, Sheida Zeraattalab-Motlagh 2, Ahmad Jayedi 3, Sakineh Shab-Bida, 2024
(7) Omega-3 Supplementation Lowers Inflammation and Anxiety in Medical Students: A Randomized Controlled Trial
Janice K Kiecolt-Glaser a,b,*, Martha A Belury c, Rebecca Andridge d, William B Malarkey a,b,e, Ronald Glaser, 2012
(8) Effect of omega‐3 and vitamin D co‐supplementation on psychological distress in reproductive‐aged women with pre‐diabetes and hypovitaminosis D: A randomized controlled trial. Masoumeh Rajabi‐Naeeni 1, Mahrokh Dolatian 2,✉, Mostafa Qorbani 3,4, Amir Abbas Vaezi, 2021
(9) Vitamins, Supplements That May Help With Schizophrenia
(10) Plasma polyunsaturated fatty acids and mental disorders in adolescence and early adulthood: cross-sectional and longitudinal associations in a general population cohort. David Mongan, Colm Healy, Hannah J. Jones, Stan Zammit, Mary Cannon & David R. Cotter, 2021
(11) Longer-term outcome in the prevention of psychotic disorders by the Vienna omega-3 study. G. Paul Amminger, Miriam R. Schäfer, Monika Schlögelhofer, Claudia M. Klier & Patrick D. McGorry, 2015
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