15.11.22

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Hallo.

Mein Mann ist mit unserer Tochter beim Arzt, wegen ihrer Verletzung vom gestrigen Sportunterricht.

Er wird nicht vor 18:30 Uhr zurück sein, da er dann M und L vom Konfirmandenunterricht abholt. Damit er nicht hin und herfahren muss, bleibt er gleich dort, wir wissen ja aus Erfahrung, dass es bei dem Arzt eh länger dauert... ich hoffe es ist nichts schlimmes.


Mein Tag bisher war erst gut, Zwischendrin sehr schlecht und dann/ jetzt ist er wieder gut. ich habe mal wieder gemerkt, wie wichtig es ist miteinander zu sprechen, sich nicht gleich etwas zu denken, sondern im Zweifel nachzufragen und selbst klar zu äußern was man meint. Sprache allein ist aber oft auch nicht so deutlich - es ist auch auf die Körpersprache zu achten, bei sich selbst genauso wie beim Gegenüber. Früher, im Psychologieunterricht, hatten wir das als großes Thema behandelt. In der Tagesklinik jetzt oft wieder: das Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun. Das ist das 4-Ohren-Prinzip und ich halte es von den verschiedenen Modellen am besten/ verständlichsten. Leider höre ich meistens auf der Beziehungsebene oder auch auf der Appellebene, beides im Überfluss nicht gut, da ich auch immer nur negativ höre.

Wir haben dann jedenfalls die Situation geklärt, was von meinem Mann ausging... nicht von mir... ich glaube ich schreibe mal wieder lauter bla, bla :thinking_face:


Ein anderes Thema muss also her:

Es hat indirekt mit dem obigen zu tun.

Ich finde es wichtig, dass man sich seiner Selbst bewusst ist. Ich meine die Unterscheidung zwischen Denken und Sein. Ich persönlich denke oft ich müsste so oder so sein, oder ich wäre gerne so oder so... doch beides hilft mir nicht weiter, ich sollte lernen mich so zu akzeptieren, so anzunehmen wie ich bin. Das fällt mir schwer, ich selbst zu sein würde bedeuten nicht zu wählen zwischen ja und nein oder so was, sondern einfach "echt" zu sein. Das bedeutet jedoch auch mich auch mit den "schlechten Seiten" meines Seins zu befassen und auch diese anzunehmen.

Ich kam zu diesen Überlegungen, weil ich einen Artikel darüber in einer Zeitschrift gelesen habe.

Würde es mir gelingen mich anzunehmen, körperlich genauso wie geistig-seelisch, dann könnte ich viel ungezwungener leben, ich wäre wahrscheinlich zufriedener, würde mir nicht so viele Vorwürfe und Gedanken machen, die negativ sind - Nein, ich denke dann könnte ich mit mir selbst glücklicher sein. Das wäre so, weil ich ja entscheiden würde so zu sein wie ich bin und nicht immer denken täte >ich müsste eigentlich.. < oder >ich sollte doch...< ich wäre einfach wie ich bin. Hahaha "einfach" hört sich gut an, aber " Sei du selbst" klingt wesentlich einfacher als es ist.


Jetzt ist es noch mehr bla,bla geworden *lach* aber ich habe mich gut abgelenkt und über etwas (für mich) interessantes nochmal nachgedacht...


LG hejemalafa

Kommentare 14

  • Meistens wird das "sei echt, sei du selbst" so aufgefasst, dass man sich nicht mehr zusammenreißt und gar nicht mehr versucht, seine Impulse zu kontrollieren.

    So habe ich das jedenfalls überwiegend beobachtet.

    Auch interessant ist der Luxus, Menschen um sich herum zu haben. Eine richtige Familie.

    Vor allem schizophrene Männer sind ja dazu verdammt, den Rest ihres Lebens in nahezu völliger sozialer Isolation zu verbringen.

    Das fällt mir nur bei dem Thema auf, soll aber jetzt nichts andeuten.

    • Hallo Alkalina

      So verstehe ich das "sei du selbst" nicht unbedingt, alles muss in einem gewissen Rahmen bleiben und man sollte bei nichts "übertreiben".

      Nur bin ich oft in der Zwickmühle zwischen ich sollte xxx und ich möchte yyy. Dann entscheide ich mich meistens für das Sollte, das macht kurzzeitig zufrieden, z.b. weil keine schlechte Meinung von mir entsteht, aber innerlich nicht, weil ich ja eigentlich ein anderes Bedürfnis hatte bzw habe.

      Ja, ich lebe in dem Luxus, eine Familie zu haben - trotz Schizophrenie. Aber worauf willst du hinaus? Du schreibst zwar du möchtest nichts andeuten... doch irgendwas musst du dir ja dabei denken, wenn du so etwas schreibst. Ich finde nicht die Verbindung zwischen beiden Themen!?

      LG hejemalafa

    • Die Verbindung war nur mein extrem starkes Gefühl völliger sozialer Isolation und ich finde es toll, dass du so ein buntes Familienleben hast. Leider habe ich das nur völlig falsch formuliert.


      Das mit dem auf-sich-selber schauen kenne ich aber sehr gut. Ab und zu helfe ich meinem Bruder, und das sind immer albtraumhafte Aktionen wo mir eigentlich die Haare zu Berge stehen. Nur kann ich mir nicht leisten, ihm die Hilfe zu versagen, weil ich dann überhaupt keine Kontakte bzw. Abwechslung habe.

    • Hallo Alkalina

      Danke für die Erklärung.

      Es tut mir leid, wenn das für dich blöd zu lesen ist... ich habe bis auf die Familie und seit fast einem Jahr eine Frau auch nahezu keine Kontakte.

      Ich habe mich vollkommen abgekoppelt, von der Außenwelt, indem ich die Kinder recht schnell nach einander bekam - da habe ich immer eine "Ausrede" gehabt ( selbst für meinen Mann) weswegen ich nicht weggehen kann. Eine Familie macht das Leben bunter, das hast du schön beschrieben, es ist aber auch nicht immer einfach mit dieser Verantwortung und den Pflichten, dennoch möchte ich sie nicht hergeben, für nichts auf der Welt.


      Das mit deinem Bruder ist schwierig. Sind die Aktionen so haarsträubend oder ist euer Kontakt so gestört? Musst du natürlich nicht beantworten. Ich habe zu meinen Brüdern gar keinen Kontakt.


      Ich wünsche dir alles Gute

      Hejemalafa

    • Der Kontakt zu meinem Bruder ist nahezu perfekt. Nur muss er unter widrigsten Umständen Geld aus dem System pressen und teils auch selber sparen wo es nur geht. Das sind dann haarsträubende und anstrengende Tage von denen ich selbst kau etwas habe, außer ein wenig Abwechslung und Gesellschaft.

      Im Grunde bin ich der Bimbo den niemand mit dem Arsch anguckt und das schürt Hass.

    • Das ist traurig.

      Deine Idee mit der Lebebshilfe wäre da besser - vielleicht kannst du telefonisch das mit dem Fahrdienst abklären?

      Lg

  • Letzteres erinnert mich an die "Sei Spontan Paradoxie", einfach glücklich zu sein.


    Das Unmögliche steckt da von Vorneheraus drin.


    Wenn ich einmal ein gutes Ratgeberbuch finde, schicke ich dir den Link.

    • Hallo Supernova

      Das ist doch von Watzlaweck (oder so ähnlich) ... Du hast Recht, jetzt wo ich drüber nachdenke, hat das beides irgendwie Ähnlichkeit.

      Ein Link wäre nett, ich lese gerne und auch gerne über diese Themen.

      Danke für deinen Kommentar

      LG hejemalafa

    • Paradoxien von Paul Watzlawick


      Tag oder Nacht gut oder schlecht, da höre ich bei dir grundsätzlich immer schon die Bewertung und die Zweiteilung, die Voraussetzung für jede Paradoxie ist.


      Das kann ich mir vorstellen, dann schlecht zu Bett zu gehen, schlecht zu schlafen und schlecht aufzuwachen, aber manchmal eben gut.


      Bei mir ist das allerdings nicht so. Ich freue mich auf die Nacht, wenn mein Unterbewusstsein seine Problemlösefähigkeiten entfalten kann.

    • Danke für deine Rückmeldung

      Supernova

      Ich bewerte leider viel zu schnell und viel zu viel.


      LG hejemalafa