SERIE | Heilpflanzen bei negativen Symptomen: 4. Sulforaphan
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Science -
29. April 2026 um 02:00 -
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SERIE | Heilpflanzen bei negativen Symptomen:
4. Sulforaphan
(G) = Gesamtsymptome, (+) = positive, (-) = negative, (k) = kognitive Symptome, (D) = Depressionen, (Ä) = Ängste, (ST) = Stress, (SCH) = Schlaf
(1) = Studie ohne Placeboikontrollle (3)

| Sulforaphan ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der vor allem in Kreuzblütengewächsen wie Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl und Radieschen vorkommt. Besonders hohe Konzentrationen finden sich in Brokkolisprossen, die bis zu 100-mal mehr Sulforaphan enthalten können als ausgewachsener Brokkoli. Für therapeutische Zwecke werden oft hochdosierte Extrakte in Form von Nahrungsergänzungsmitteln verwendet.
Sulforaphan ist ein starkes Antioxidans und entzündungshemmendes Mittel. Zu den wichtigsten gesundheitlichen Vorteilen gehören Antikrebseigenschaften, verbesserte Herz-Kreislauf-Gesundheit, reduzierte Entzündungen, Neuroprotektion und Unterstützung der Leberentgiftung.
Sulforaphan wird derzeit auch als potenziell unterstützende Behandlung bei Psychosen erforscht. Es wirkt dabei nicht wie ein klassisches Antipsychotikum, sondern setzt an der Gehirnchemie und an Entzündungsprozessen an. Da Psychosen zunehmend mit Entzündungen im Gehirn assoziiert werden, ist Sulforaphan aufgrund seiner starken antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften für die Psychiatrie interessant. Die Studienergebnisse zeigten eine signifikante Reduktion der Gesamtsymptome um 20% in 24 Wochen. (3)
Sulforaphan zeigte Potenzial auch als Zusatztherapie bei Schizophrenie, insbesondere zur Linderung negativer und kognitiver Symptome – wie das Arbeitsgedächtnis und die Exekutivfunktionen.
Negative Symptome
Hochdosiertes Sulforaphan zeigt vielversprechende Ergebnisse zur Linderung negativer Symptome der Schizophrenie, wie Apathie, abgestumpfte Gefühle, mangelnde Motivation und sozialer Rückzug. Es ist gut verträglich, und Studien deuten auf eine Reduktion um 15% im Vergleich zu Placebo hin. Deutliche Vorteile zeigen sich oft nach 12 bis 24 Wochen täglicher Anwendung. (2)
Positive Symptome
Aufgrund seiner schützenden Eigenschaften wird Sulforaphan hinsichtlich seiner Fähigkeit untersucht, die Übergangsrate bei Personen mit klinisch hohem Risiko für Psychosen zu senken. Sulforaphan hat Potenzial in der Psychoseprävention und konnte positive Symptome um 10% in Studien in 24 Wochen lindern. (3)
Kognitive Symptome
Sulforaphan fördert die kognitive Gesundheit durch antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen im Gehirn. Studien deuten darauf hin, dass es das Gedächtnis verbessern, neurodegenerative Prozesse hemmen und möglicherweise die Lern- und Problemlösungsfähigkeit steigern kann. In einer Studie mit Patienten im frühen Stadium bei Schizophrenie verbesserten sich spezifische Bereiche wie das räumliche Arbeitsgedächtnis, verbales Lernen und Problemlösung um ca. 20% gegenüber Placebo in 22 Wochen. (4)
Depression
Sulforaphan wird aktuell intensiv als potenzieller Wirkstoff gegen Depressionen erforscht. Eine Studie mit 66 Patienten, die nach Herzoperationen an Depressionen litten, zeigte, dass eine 6-wöchige Einnahme von Sulforaphan die depressiven Symptome im Vergleich zu Placebo signifikant um 30% senkte. (6)
In Tierversuchen konnte Sulforaphan die Ausschüttung von Stresshormonen senken und zeigte dabei Effekte, die mit klassischen Antidepressiva (wie Prozac) vergleichbar waren.
Ängste
Aktuelle klinische Studiendeuten darauf hin, dass Sulforaphan eine angstlösende Wirkung haben kann, insbesondere wenn die Angst als Begleitsymptom einer anderen Erkrankung auftritt oder im Rahmen einer allgemeinen Stimmungsverbesserung gemessen wird. In einer 12-wöchigen Doppelblind-Studie mit 144 Teilnehmern führte die tägliche Einnahme von Sulforaphan zu einer signifikanten Verringerung der negativen Stimmung um 20% (einschließlich Angst- und Spannungszuständen) im Vergleich zur Placebogruppe. (5)
In Tierstudien konnte Sulforaphan angstähnliches Verhalten, das durch chronische Schmerzen ausgelöst wurde, signifikant reduzieren. Reduziert oxidativen Stress und Neuroinflammation im Gehirn, was eng mit Angststörungen verknüpft ist
Schlaf
Aktuelle Forschungsergebnisse, darunter eine kleine randomisierte kontrollierte Studie (RCT), deuten darauf hin, dass Sulforaphan die Schlafqualität verbessern kann, indem es den Melatoninspiegel erhöht und Entzündungsmarker reduziert. (7)
Hilfe bei Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen von Antipsychotika
Zu den typischen Folgeerkrankungen von Antipsychotika gehören u.a. Gehirnschrumpfung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen, Belastung der Leber und Nieren, Bewegungsstörungen bis hin zu Krebs. Zu den wichtigsten gesundheitlichen Vorteilen von Sulforaphan gehören Antikrebseigenschaften, verbesserte Herz-Kreislauf-Gesundheit, Schutz der Gehirntzellen und Unterstützung der Leberentgiftung. |
Video: Forschungsergebnisse von Johns Hopkins Medicine deuten darauf hin, dass Sulforaphan zur Linderung der Symptome von Schizophrenie beitragen könnte.
1. Wirkungsweise

Sulforaphan wirkt als starkes Antioxidans und entzündungshemmendes Mittel, indem es vor Zellschäden schützt, die mit Schizophrenie in Verbindung stehen.
Glutathion-Boost: Diese Aktivierung erhöht den Glutathionspiegel, das wichtigste Antioxidans des Gehirns, das zur Neutralisierung reaktiver Sauerstoffspezies und Neurotoxine beiträgt.
Neuroprotektion: Sulforaphan überwindet die Blut-Hirn-Schranke und schützt das Gehirn vor Schäden durch Entzündungen und Umweltgifte.
Unterstützung der Mitochondrien: Sulforaphan trägt zur Aufrechterhaltung des Energieniveaus im Gehirn bei, indem es die Gesundheit der Mitochondrien und die ATP-Produktion unterstützt, die oft mit dem Alter abnimmt.
Entgiftung: Studien zeigen, dass Sulforaphan die Ausscheidung neurotoxischer Schadstoffe wie Benzol und Acrolein aus dem Körper erhöht.
2. Studien
1. - Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse von 2025 untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von Sulforaphan als Zusatztherapie bei Schizophrenie. (1) Es wurden 4 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit insgesamt 369 Patienten eingeschlossen.
Es wurde eine moderate Verbesserung der Negativsymptome (z. B. sozialer Rückzug, Gefühlsabflachung) nach 12 Wochen festgestellt. Die Scores für die allgemeine Psychopathologie, wie Depressionen und Ängste, verbesserten sich ebenfalls signifikant. Bemerkenswert waren Reduktionen bei metabolischen Markern wie LDL-Cholesterin, Triglyzeriden und Gesamtcholesterin. Dies könnte für Patienten relevant sein, die unter den stoffwechselbedingten Nebenwirkungen klassischer Antipsychotika leiden. Sulforaphan wurde allgemein gut vertragen.
"Die Studie liefert erste Erkenntnisse zu den potenziellen therapeutischen Wirkungen von Sulforaphan bei Schizophrenie. Sie zeigt moderate Verbesserungen der allgemeinen Psychopathologie und der Negativsymptome, begleitet von günstigen metabolischen Veränderungen und niedrigeren Abbruchraten ... Die positiven Effekte auf ... Cholesterin sind angesichts des hohen kardiometabolischen Risikos in dieser Patientengruppe bemerkenswert." (1)
2. - Eine 24-wöchige, doppelblinde, placebokontrollierte Studie wurde durchgeführt, um die Wirkung von hochdosiertem Sulforaphan (Glucoraphanin-Gehalt 30 mg/Tablette) auf die Reduktion von Negativsymptomen bei 53 mit Antipsychotika behandelten Patienten mit Schizophrenie zu untersuchen. (2)
Patienten, die mit Sulforaphan behandelt wurden, zeigten eine um 15% stärkere Reduktion der Negativsymptome als Patienten, die mit Placebo behandelt wurden.
Schlussfolgerung: "Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass eine zusätzliche hochdosierte Sulforaphan-Gabe die Negativsymptome bei Patienten mit Schizophrenie reduzieren kann."(2)
3. - Ziel einer weiteren Studie war es, die Wirksamkeit einer Kombinationstherapie mit Sulforaphan bei Patienten mit Schizophrenie und Negativsymptomen zu untersuchen. Es wurden 45 Patienten mit Schizophrenie rekrutiert, die sich in einer stabilen Phase befanden und überwiegend Negativsymptome aufwiesen. Zusätzlich zu ihrer bestehenden Therapie erhielten die Patienten über 24 Wochen täglich 90 mg Sulforaphan in Tablettenform. Die Studienergebnisse zeigten eine signifikante Reduktion der Gesamtsymptome um 20%, der Positivesymptome um 10% und Werte auf der PANSS-Negativskala um 25% in 24 Wochen allerdings ohne Placebokontrolle. (3)
Datenwerte
Schlussfolgerungen: "Unsere Studie legt nahe, dass Sulforaphan (SFN) möglicherweise als sichere Zusatztherapie zur Linderung der Negativsymptome bei Schizophrenie eingesetzt werden kann. Der mögliche Wirkmechanismus von SFN bei der Verbesserung der Negativsymptome von Schizophreniepatienten könnte in seinen entzündungshemmenden Eigenschaften ... liegen." (3)
Kognitive Symptome
1. - Eine doppelblinde, randomisierte 22-wöchige Studie mit Patienten mit einer ersten Episode einer Schizophrenie wurde durchgeführt. Die 172 Patienten wurden randomisiert drei Gruppen zugeteilt (zwei Sulforaphan-Dosierungen vs. Placebo).
"Hinsichtlich der sekundären Endpunkte verbesserte Sulforaphan die Leistung in den MATRICS-Testbereichen räumliches Arbeitsgedächtnis (um 20%), logisches Denken und Problemlösen sowie verbales Lernen (um 50%) signifikant. Sulforaphan wurde gut vertragen." (4)
2.- Auch in einer 12-wöchigen Studie zeigten ältere Erwachsene, die ein Sulforaphan-Präparat (mit 30 mg seiner Vorstufe Glucoraphanin) einnahmen, im Vergleich zu einer Placebo-Gruppe signifikante Verbesserungen der Verarbeitungsgeschwindigkeit und eine Verringerung der negativen Stimmung. (5)
Depressionen
Eine Studie untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von Sulforaphan bei der Behandlung von durch kardiologische Eingriffe ausgelöster Depression. (6) 66 Patienten mit einer aktuell bestehenden leichten bis mittelschweren Depression wurden randomisiert zwei parallelen Gruppen zugeteilt, die entweder Sulforaphan oder Placebo über sechs aufeinanderfolgende Wochen erhielten.
Die Analyse zeigte, dass die Sulforaphan-Gruppe im Studienverlauf eine stärkere Verbesserung der Depressionswerte um 30% aufwies als die Placebogruppe. Die Ansprechrate (≥ 50 % Reduktion des HAM-D-Werts) war am Studienende in der Sulforaphan-Gruppe höher (30 % vs. 6,67 %). Auch die Remissionsrate (HAM-D-Wert ≤ 7) war in der Sulforaphan-Gruppe höher; (23,33 % vs. 3,33 %).
Schlussfolgerungen: "Sulforaphan könnte depressive Symptome, die durch kardiale Eingriffe hervorgerufen werden, sicher lindern." (6)
Ängste
Eine 12-wöchige kontrollierte Studie (RCT) untersuchte, ob eine Sulforaphan die kognitive Leistungsfähigkeit und die Stimmungslage 144 gesunder älterer Erwachsener verbessert. (5) Die Teilnehmer wurden gebeten, über 12 Wochen ein Nahrungsergänzungsmittel (Sulforaphan oder Placebo) einzunehmen.
Die Sulforaphan-Gruppe zeigte im Vergleich zur Placebo-Gruppe eine verbesserte Verarbeitungsgeschwindigkeit und eine Abnahme negativer Stimmungslage (einschließlich Angst- und Spannungszuständen) um 20%.
"Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Ernährungsinterventionen mit Sulforaphan positive Auswirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit und die Stimmung bei gesunden älteren Erwachsenen haben können." (5)
Schlaf
Die Ergebnisse einer randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie mit 18 gesunden Erwachsenen, deuten darauf hin, dass Sulforaphan die Schlafqualität verbessern kann, indem es den Melatoninspiegel erhöht und Entzündungsmarker reduziert. (7)
Subjektive Berichte und Schlafmonitore wiesen auf eine bessere Erholung im Vergleich zur Placebo-Gruppe hin. Bei denjenigen, die das Präparat einnahmen, wurden signifikant höhere Melatonin-Konzentrationen im Blut festgestellt . Bei den Teilnehmern wurden niedrigere Werte von Entzündungsmarker festgestellt, der den Schlaf beeinträchtigen kann.
3. Hilfe bei Nebenwirkungen und typischen Folgeerkrankungen von Antipsychotika
Zu den typischen Folgeerkrankungen von Antipsychotika gehören u.a. Gehirnschrumpfung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen, Belastung der Leber und Nieren, Bewegungsstörungen bis hin zu Krebs.
Zu den wichtigsten gesundheitlichen Vorteilen von Sulforaphan gehören Antikrebseigenschaften, verbesserte Herz-Kreislauf-Gesundheit, Schutz der Gehirntzellen und Unterstützung der Leberentgiftung.
Einige Forschungsergebnisse deuten auch darauf hin, dass Sulforaphan die Stoffwechselgesundheit verbessern könnte, indem es den Cholesterinspiegel leicht senkt.
Studien und Quellen
(1) Efficacy and safety of sulforaphane in schizophrenia: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials
Omar Kassar 1, Mohamed Ezzat M Mansour 2, NourAllah Farag 3, Abdullah Selim 1, Yasser Kewiaa 1, Obai Yousef 4,✉, Osama Hassan, 2025
(2) Efficacy and Safety of Sulforaphane Added to Antipsychotics for the Treatment of Negative Symptoms of Schizophrenia: A Randomized Controlled Trial. Jing Huang, MD; AnMei Chen, MS; Hua Jin, MD; Fangkun Liu, MD; Gangrui Hei, MD, PhD; Ziwei Teng, MD; Jingmei Xiao, MD; Renrong Wu, MD, PhD; Jingping Zhao, MD, PhD; John M. Davis, MD; Ping Shao, MD, PhD; Robert C. Smith, MD, PhD, 2025
(3) The association of SOD and HsCRP with the efficacy of sulforaphane in schizophrenia patients with residual negative symptoms, Jianfei Zeng, Weizhi Zhang, Xiaobing Lu, Hui Zhou, Jing Huang, Zhenyu Xu, Hairong Liao, Jiaquan Liang, Meihong Liang, Chan Ye, Ting Sun, Yutong Hu, Qi She, Haixia Chen, Qian Guo, LiuJiao Yan, Renrong Wu & Zezhi Li, 2024
(4) Sulforaphane Effects on Cognition and Symptoms in First and Early Episode Schizophrenia: A Randomized Double-Blind Trial
Gangrui Hei 1,2,#, Robert C Smith 3,4,#, Ranran Li 1, Jianjun Ou 1, Xueqing Song 2, Yingjun Zheng 5, Yiqun He 6, Jen Arriaza 7, Jed W Fahey 8, Brian Cornblatt 9, Dongyu Kang 1, Ye Yang 1, Jing Huang 1, Xiaoyi Wang 1, Kristin Cadenhead 10, Mimei Zhang 12, John M Davis 11, Jingping Zhao 1, Hua Jin 1,10, Renrong Wu , 2022
(5) Effects of sulforaphane intake on processing speed and negative moods in healthy older adults: Evidence from a randomized controlled trial. Rui Nouchi 1,2,*, Qingqiang Hu 3, Yusuke Ushida 3, Hiroyuki Suganuma 3, Ryuta Kawashima 2,4, 2022
(6) Efficacy and safety of sulforaphane for treatment of mild to moderate depression in patients with history of cardiac interventions: A randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial. Fatemeh Ghazizadeh-Hashemi MD, Sayna Bagheri MD, Amir Ashraf-Ganjouei MD, Kamyar Moradi MD, Nazila Shahmansouri MD, Maryam Mehrpooya MD, Ahmad-Ali Noorbala MD, 2021
(7) Effects of glucoraphanin-rich broccoli sprout extracts on sleep quality in healthy adults: An exploratory study. Masahiro Kikuchi a b, Yudai Aoki c, Noriaki Kishimoto b d, Yumi Masuda b d, Nana Suzuki d e, Shinji Takashimizu d e, Kazutaka Yoshida c, Koichi Aizawa c, Hiroyuki Suganuma c, Yasuhiro Nishizaki, 2021

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