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ROAD TO RECOVERY | Therapien und Heilmethoden bei Schizophrenie:
14. Psychosoziale Interventionen
(G) = Gesamtsymptome, (+) = positive, (-) = negative, (k) = kognitive Symptome, (a) = allgemeine Symptome (Depressionen, Ängste), (F) = Funktionsfähigkeit, (LQ) = Lebensqualität
Psychosoziale Interventionen - Effektstärke
| Symptome /Effektstärke | (G) | (+) | (-) | (k) | (a) | F | LQ |
| Kognitive Rehabilitation | ✓ | ✓ | ✓ | klein-mittel | ✓ | mittel | ✓ |
| Soziales Kompetenztraining | ✓ | mittel | ✓ | klein-mittel | mittel-groß | klein-mittel | |
| Familienprogramme/Psychoedukation | ✓ | klein | klein | klein | mittel | mittel-groß | |
| Kognitive Verhaltenstherapie | klein-mittel | klein-mittel | mittel | klein-mittel | klein | klein-mittel | klein |
| Metakognitives Training | ✓ | mittel | klein | ✓ | ✓ | mittel | ✓ |
| Kombinierte Interventionen | mittel-groß | klein-mittel | klein-mittel | mittel-groß | ✓ | mittel-groß | groß |
I. Die Körper-Ebene
Unser physischer Körper ist die materielle Ebene des Menschen. Er besitzt eine anatomische Gestalt, die aus Zellen zusammengesetzt ist und durch eine Vielzahl von biochemischen Stoffwechselprozessen gesteuert wird. Körper und Geist sind mit einander verbunden.
Therapien und Heilmethoden:
1. Arbeit und Beschäftigung
2. Sport
3. Ernährung und Nahrungsergänzung
4. Naturheilkunde
5. Orthomolekulare Medizin
6. Konventionelle Medizin
A. Antipsychotika
B. Antidepressiva
II. Die Energie-Ebene
Auf der 2. Ebene befindet sich der Energiekörper. Er wird vor allem durch unsere Nerven und Energieleitbahnen, den Meridianen gebildet. Die Meridiane sind Energieverbindungen zu unseren Organen, Körperfunktionen und zur Psyche. Auch unser Antrieb und unsere Energie wird dieser Ebene zugeordnet. Die Therapien der Energie-Ebene haben direkten Einfluss auf die Symptome von Psychosen, Schizophrenie und Depression.
Therapien und Heilmethoden:
7. Berührung und Massage
8. Atemtherapie
9. Yoga
10. Akupunktur
11. Qi Gong
12. Tai Chi
13. Naturerleben
III. Die Mental-Ebene
Der Mentalkörper ist eine Struktur, in die alle Lernerfahrungen im Leben eingehen. Zu diesem Feld gehören Gedanken, Gefühle, Erinnerungen und Glaubenssätze. Hier handelt es sich um eine bewusste und unbewusste Ebene, in der u.a. auch das Gedächtnis gespeichert ist.
Therapien und Heilmethoden:
14. Psychosoziale Interventionen
15. Psychotherapien
16. Positive Psychologie
17. Positives Denken
18. Positive Affirmationen
19. Homöopathie
IV. Die intuitive Ebene
Die intuitive Ebene ist der Bereich des Träumens, der Intuition, der Kunst und Kreativität. Es sind Erfahrungen, die mit veränderten Bewusstseinszuständen jenseits des gewöhnlichen „normalen“ Wachbewusstseins einhergehen, insbesondere Zustände wie Trance, Ekstase, spirituelle Erlebnisse und Grenzerfahrungen. Auf dieser Ebene wirkt der Einfluss von Lernerfahrungen aus dem Familiensystem und von traumatischen Ereignissen.
Therapien und Heilmethoden:
20. Maltherapie
21. Musiktherapie
22. Tanztherapie
23. Theatertherapie
24. Systemische Therapie
V. Die Geist-Ebene
Die 5. Ebene beschreibt den geistigen Aspekt eines Menschen. Es ist das Feld von innewohnender Weisheit und Zufriedenheit, des natürlichen Mitgefühls und Liebe zu uns und anderen. Da dieses Feld alles durchdringt, ist es die Ebene, die letztendlich zur Heilung führen kann, vorausgesetzt, wir kümmern uns um die Harmonisierung der anderen Ebenen. Um Erfahrungen auf der fünften Ebene machen zu können, braucht es Zeit und Raum – für das Alleinsein und die Meditation.
Therapien und Heilmethoden:
III. Die Mental-Ebene
Der Mentalkörper ist eine Struktur, in die alle Lernerfahrungen im Leben eingehen. Zu diesem Feld gehören Gedanken, Gefühle, Erinnerungen und Glaubenssätze. Hier handelt es sich um eine bewusste und unbewusste Ebene, in dem u.a. auch das Gedächtnis gespeichert ist.
14. Psychosoziale Interventionen
15. Psychotherapien
16. Positive Psychologie
17. Positives Denken
18. Positive Affirmationen
19. Homöopathie
Zitat„Nur weil niemand sonst dich heilen oder deine innere Arbeit für dich erledigen kann, heißt das nicht, dass du es allein tun kannst, solltest oder musst.“ – Lisa Olivera (Psychotherapeutin)
| Kurzfassung |

| Psychosen und Schizophrenie sind schwere psychische Erkrankungen, die häufig durch kognitive Beeinträchtigungen, schlechte Alltagsfunktionen, starke (Eigen-) Stigmatisierung sowie eine geringe Lebensteilnahme mit geminderter Lebensqualität gekennzeichnet sind.
Psychosoziale Interventionen sind Maßnahmen, die die psychische Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden verbessern, indem sie psychologische und soziale Aspekte berücksichtigen. Ziel ist es, Betroffene und ihre Familien zu befähigen, die Erkrankung besser zu verstehen und die Herausforderungen zu meistern, die ein Leben mit Schizophrenie mit sich bringt.
Sie zielen dabei nicht nur auf Symptomlinderung ab, sondern unterstützen Betroffene dabei, wieder mehr Eigenständigkeit und Lebensqualität in ihrem Leben und sozialen Umfeld zu erlangen. Dazu braucht es die Funktionsfähigkeit im Alltag, die Entwicklung individueller Strategien um belastende Erfahrungen zu verarbeiten, die Lebensqualität zu verbessern aber auch Frühwarnzeichen zu erkennen um Rückfälle zu verhindern.
"Um eine vollständige Genesung von Schizophrenie zu erreichen, ist es unerlässlich, psychosoziale Interventionen ... anzuwenden. Studien haben gezeigt, dass psychosoziale Interventionen die Funktionsbereiche der Patienten verbessern und ihre Lebensqualität erheblich steigern." (6)
Psychosoziale Interventionen lassen sich in 5 Bereiche gliedern:
- Entwicklung von Fähigkeiten
- Familienprogramme
- Psychotherapien
- Gemeindenahe Psychiatrie
- Gruppentherapie
Die meisten Interventionen zeigten eine gute Wirksamkeit hinsichtlich der der Verbesserung der psychosozialen Funktionsfähigkeit. Die meisten Menschen erhalten jedoch trotz der Empfehlungen nationaler und internationaler Leitlinien lediglich eine medikamentöse Behandlung. Eine Forschungsarbeit stellt fest:
"Die Genesung bei Schizophrenie ist ein Prozess. Da sie eng mit der Fähigkeit des Patienten zur Ausführung psychosozialer Funktionen und zur sozialen Wiedereingliederung verknüpft ist, gewinnen psychosoziale Interventionen zunehmend an Bedeutung. Selbst wenn eine vollständige Genesung nicht erreicht werden kann, sollten verschiedene psychosoziale Interventionen angewendet werden, um funktionelle Beeinträchtigungen zu minimieren. Die Behandlungsleitlinien für Schizophrenie empfehlen psychosoziale Interventionen in allen Behandlungsphasen."(6)
Genesung von Schizophrenie
Früher bestand das Hauptziel der Behandlung darin, eine Remission der Symptome zu erreichen. Remission bedeutet, dass die Kernsymptome der Schizophrenie nur noch leicht ausgeprägt sind und das Verhalten des Patienten nicht beeinträchtigen. Eine Remission der Symptome allein reicht jedoch für die Genesung von Schizophrenie nicht aus.
Zur Genesung sollte auch die Fähigkeit gehören, einer produktiven Tätigkeit nachzugehen, die Fähigkeit, grundlegende tägliche Bedürfnisse wie Selbstpflege, Ernährung und Finanzen zu bewerkstelligen sowie die Teilnahme an angenehmen Aktivitäten, eine gute familiäre Beziehung und mindestens eine Freundschaft mit regelmäßigem Treffen.
"Die Ansicht, dass auch die Verbesserung anderer Funktionsbereiche ein grundlegender Bestandteil der Genesung ist, hat sich weit verbreitet. Im Gegensatz zur traditionellen Sichtweise betonen neuere Studien, dass Verbesserungen in Bereichen wie Selbstständigkeit im Alltag, soziale Funktionsfähigkeit, Erwerbstätigkeit, Bildung und zwischenmenschliche Beziehungen wesentlich für die Genesung sind, anstatt diese allein auf eine Verringerung der Symptomstärke zurückzuführen ... Ein zufriedenstellendes Alltagsleben und normale Funktionsfähigkeit sind zu wesentlichen Elementen der Genesung geworden."(6)
Entscheidend für die Genesung ist, wie gut Betroffene funktionieren und sich sozial reintegrieren können. "Aufgrund der erheblichen Einschränkungen antipsychotischer Medikamente ist es daher notwendig, psychosoziale Interventionen in die Behandlung einzubeziehen. " (6)
Klinische Genesung und soziale Funktionsfähigkeit sind zwei unverzichtbare Dimensionen der Genesung. Die Priorisierung der funktionellen Genesung ist für Betroffene unerlässlich, um ihren Lebensstandard wiederzuerlangen.
"Durch kontinuierliche Interventionen erscheint es sinnvoll, Genesung als Prozess und nicht als Ergebnis zu begreifen. Obwohl Schizophrenie lange als unheilbar galt, geht man heute davon aus, dass fast die Hälfte der Patienten genesen kann." (6)
Zu den wirksamsten psychosozialen Interventionen gehören:
1. Entwicklung von Fähigkeiten
Kognitive Rehabilitation: Nutzt kognitive Praktiken und Lehrstrategien, um kognitive Beeinträchtigungen (z. B. Gedächtnis, Aufmerksamkeit, exekutive Funktionen) gezielt zu behandeln.
Soziales Kompetenztraining: Zielt darauf ab, die sozialen Fertigkeiten der Betroffenen zu verbessern, um zwischenmenschliche Beziehungen zu erleichtern und die Integration in den Alltag und Beruf zu fördern.
2. Familienprogramme
Psychoedukation: Psychoedukation informiert Patienten und ihre Familien über die Erkrankung, Behandlungsmöglichkeiten, Frühwarnzeichen eines Rückfalls und Bewältigungsstrategien.
Familientherapie/-interventionen: Unterstützt Familienangehörige im Umgang mit der Erkrankung, verbessert die Kommunikation innerhalb der Familie und reduziert Stress, was das Rückfallrisiko senken kann.
3. Psychotherapien
Kognitive Verhaltenstherapie: Kognitive Verhaltenstherapie ist eine Gesprächstherapie, die dabei hilft, Strategien zu entwickeln und Belastungen zu bewältigen indem sie sich auf die Zusammenhänge zwischen Gedanken, Emotionen und Verhaltensweisen konzentriert.
4. Gemeindenahe Psychiatrie
Unterstützte Beschäftigung: Unterstützt Einzelpersonen bei der Suche und dem Erhalt einer wettbewerbsfähigen Beschäftigung in inklusiven Arbeitsumgebungen. Sie erhöht die Quoten dauerhafter Beschäftigung und verbessert die arbeitsbezogenen Ergebnisse.
5. Gruppentherapie
Gruppentherapie ist ein umfassender Ansatz, der von einem spezialisierten Team umgesetzt wird und Peer-Unterstützung integriert.
Rangfolge bei der Wirksamkeit
Eine Übersichtsarbeit lieferte einen Überblick über verschiedene Behandlungsansätze und konzentrierte sich dabei auf diejenigen, deren Wirksamkeit durchgängig belegt ist und gab eine Rangfolge vor: (4)
"Im Hinblick auf die Personalisierung und Optimierung der Behandlungsmöglichkeiten, die Verbesserung der Genesungschancen und die Beschleunigung des Genesungsprozesses stellt die Ermittlung der jeweils am besten geeigneten Intervention für jeden Einzelnen ... für die spezifische Phase der Krankheit und des Genesungsprozesses tatsächlich den optimalen Ansatz dar." (4)
Gesamtsymptome
Kombinierte Interventionen und Sozialkompetenztraining zeigten die besten Ergebnisse für die Gesamt- und negativen Symptome.
Positive Symptome
Die Kognitive Verhaltenstherapie mit metakognitivem Training sowie kombinierte Interventionen zeigten bei psychotischen Symptomen die besten Ergebnisse. Die Kognitive Verhaltenstherapie wurde mit über 30 Studien am häufigsten untersucht und hatte in Bezug auf positive und negative Symptome (Besserung um 30%), die Rückfallquote und die Funktionsfähigkeit die besten Ergebnisse. Kognitive Verhaltenstherapie bei Psychosen kann für die meisten Patienten nützlich sein, wie auch die kombinierte Interventionen, zur Verbesserung positiver Symptome beitragen kann, die trotz medikamentöser Behandlung fortbestehen.
Negative Symptome
In Bezug auf die Entwicklung von sozialen Fähigkeiten zeigte das soziales Kompetenztraining und die Kognitive Verhaltenstherapie die besten Ergebnisse bei negativen Symptomen (Besserung um 30%) und der Funktionsfähigkeit.
Kognitiven Leistungsfähigkeit
Kognitive Rehabilitation und kombinierte Interventionen sind besonders wirksam bei der Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit: Sie könnten für die überwiegende Mehrheit der Patienten nützlich sein, insbesondere für diejenigen, die eine kognitive Beeinträchtigung aufweisen. Es zeigten sich Besserungen um 25%. (7) (8)
Funktionsfähigkeit
Kognitive Rehabilitation und Soziales Kompetenztraining zeigten die besten Ergebnisse mit Besserungen von 25% der Funktionsfähigkeit und können mit den meisten anderen Interventionen kombiniert werden, um diese weiter zu verbessern.
Schließlich kann unterstützte Beschäftigung für Personen mit weniger schweren Symptomen und geringeren klinischen Beeinträchtigungen oder für Personen, die bereits grundlegende Fähigkeiten und Fertigkeiten wiedererlangt haben, von Nutzen sein.
Lebensqualität
Kombinierte Interventionen und Familienprogramme sind besonders wirksam bei der Verbesserung der Lebensqualität. Wichtig ist auch, darauf hinzuweisen, dass die Kombination verschiedener Interventionen oft Synergieeffekte hervorruft. Daher stellt die Integration von Interventionen oft eine effektive Strategie dar die Lebensqualität am besten zu verbessern.
Rückfallvermeidung
Ein Rückfall hat schwere Auswirkungen für Patienten und Familien. Er ist oft mit Arbeitslosigkeit und Produktivitätsverlust verbunden, Beziehungen sind häufig gefährdet und es besteht die Gefahr eines Suizids. Eine erfolgreiche Behandlung von Schizophrenie erfordert eine Behandlung mit (möglichst gesunden) Wirkstoffen und Therapien. Menschen, die beides nutzen, haben ein geringeres Risiko, einen Rückfall zu erleiden.
Es heißt Antipsychotika seien wirksam zur Vorbeugung von Rückfällen, jedoch erleiden 35 % der schizophren Erkrankten trotz medikamentöser Behandlung einen Rückfall, 24 % der Patienten innerhalb eines Jahres. Zudem führen sie mittelfristig zu einer starken Abhängigkeit, das Risiko zur Chronifizierung von Psychosen und Schizophrenie steigt mit erheblichen Nebenwirkungen und typischen Folgeerkrankungen für über 50% der Betroffenen.
Für Menschen mit Schizophrenie wurden verschiedene psychosoziale und psychologische Interventionen entwickelt, die eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung psychotischer Episoden spielen, die Symptome senken, die Funktionsfähigkeit und die Lebensqualität verbessern. Drei Übersichtsarbeiten wurden im Folgenden ausgewertet, davon umfasste eine Metaanalyse 1246 Studien mit 84.925 Teilnehmern. Die besten Möglichkeiten einen Rückfall vorzubeugen sind im Folgenden aufgelistet. Das Risiko von 35% mit der Standardbehandlung mit Psychopharmaka wird dabei gesenkt auf:
- 15 % mit Rückfallprävention
- 16 % mit familiären Interventionen
- 20 % mit kognitiver Verhaltenstherapie
- 23 % mit Familienpsychoedukation
- 25 % mit Patientenpsychoedukation
- 25 % mit kombinierte Interventionen
Alle psychosozialen Interventionen im ÜberblickAbkürzungen: (G) = Gesamtsymptome, (+) = positive Symptome, (-) = negative Symptome, (k) = kognitive Symptome, (F) = Funktionsfähigkeit, (LQ) = Lebensqualität
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Standartbehandlung | Rückfallrate 35%
Bei der Standardbehandlung erhalten die Patienten die übliche psychiatrische Versorgung. Dies umfasst in der Regel eine
- regelmäßige psychiatrische Konsultationen
- antipsychotische Medikation
- ambulante und gemeindenahe Nachsorge sowie
- Zugang zu gemeindenahen Rehabilitationsaktivitäten wie Tageszentren und Anlaufstellen.
1. Entwicklung von Fähigkeiten
1. Programme zur Rückfallvorbeugung | Rückfall gesenkt auf 15%
Programme zur Rückfallvorbeugung sind Schulungen zum Erkennen früher Symptome eines Rückfalls, eine Symptomüberwachung sowie ein Krisenplan für den Fall, dass die Symptome einen bestimmten Schwellenwert überschreiten. Sie kombinieren Strategien wie Stressmanagement, Bewegung und soziale Kontakte mit professionellen Ansätzen wie Psychoedukation, Achtsamkeitstraining und Strukturierung des Alltags, oft eingebettet in eine ganzheitliche Therapie, um Betroffene zu befähigen, ihre Krankheit besser zu verstehen und Rückfälle frühzeitig zu erkennen und zu bewältigen.
2. Psychoedukation | Rückfall gesenkt auf 25% | Besserung: (G) (F)
Unter Psychoedukation versteht man die Schulung in Fachgebieten, die folgende Themen behandelt: Symptome einer Psychose, Modelle einer Psychose, Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten, Psychotherapie bei Psychosen, Frühsymptome eines Rückfalls und Rückfallvorbeugung.
Ergebnis: Verglichen mit der Standardbehandlung war Psychoedukation mit einer größeren Auswirkung auf die globale Funktion verbunden. Nach 9–18 Monaten war das Rückfallrisiko bei Psychoedukation geringer als bei der Standardbehandlung. Darüber hinaus kann Psychoedukation dazu beitragen, dass sich Patienten aktiver, energiegeladener und handlungsorientierter fühlen.
3. Kognitive Rehabilitation | Rückfallrisiko wird gesenkt | Besserung: (G) (+) (-) (F) um 25%
Kognitive Rehabilitation ist ein Programm regelmäßiger Aktivitäten zur Erhaltung oder Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten. Patienten erhalten ein Gedächtnis- und Aufmerksamkeitstraining, ein Training des Sprachausdrucks und der Logik, Koordination sowie eine kognitive Rehabilitation. Das Programm zum kognitiven Training zielt darauf ab, die exekutiven Funktionen der Patienten durch wiederholtes Üben mit verschiedenen Computerprogrammen zu verbessern. Dieses Programm konzentriert sich insbesondere auf Wahrnehmung und Aufmerksamkeit.
Ergebnis: Das Arbeitsgedächtnis und Funktionsfähigkeit wurde im Vergleich zur üblichen Behandlung in Studien um 25% verbessert (7) (8) , Gesamt-, Positiv- und Negativsymptome wurden um 10% verbessert sowie die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls. Dank dieser Methoden können Verbalisierung, die Aufteilung der Aufgabe in kleine Teile, Selbstüberwachung, Organisation und Planung erlernt werden. Der größte Effekt zeigt sich in der allgemeinen Kognition, dem verbalen Lernen, dem Arbeitsgedächtnis, der Aufmerksamkeit und der Verarbeitungsgeschwindigkeit.
Studien
Eine Metaanalyse mit 73 Studien und 4594 Teilnehmern zeigte, dass kognitive Rehabilitation kleine bis moderate Verbesserungen in allen untersuchten kognitiven Bereichen und der Funktionsfähigkeit bewirkte. Kognitive Rehabilitation mit einer Diskussionsgruppe zur Anwendung erworbener kognitiver Fähigkeiten im Alltag zeigten größere Effekte auf die allgemeine Kognition und das verbale Gedächtnis. Kognitive Rehabilitation mit Strategiecoaching erzielten größere Effekte auf das Gedächtnis. (10)
1. In einer Studie wurden 84 Patienten mit chronischer Schizophrenie rekrutiert. Zusätzlich zur Standardbehandlung wurden die Patienten randomisiert entweder der neuropsychologischen Rehabilitationsgruppe (REHACOP) oder einer Kontrollgruppe zugeteilt.
Die REHACOP-Gruppe zeigte nach drei Monaten signifikant größere Verbesserungen in den Bereichen Neurokognition, der Gesamt-, Positiv- und Negativsymptome um 10% im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die REHACOP-Gruppe verbesserte zudem die Funktionalität um 25%. Insbesondere zeigten die Patienten signifikante Verbesserungen in den Bereichen berufliche Wiedereingliederung, Familienkontakt und soziale Kompetenz.
"Zusammenfassend lässt sich sagen, dass neuropsychologische Rehabilitation zur Reduktion von Negativsymptomen und funktionellen Beeinträchtigungen bei Schizophrenie beitragen kann. Diese Ergebnisse sprechen für die Integration neuropsychologischer Rehabilitation in Standardbehandlungsprogramme für Patienten mit Schizophrenie." (7)
2. In einer verblindeten, randomisierten kontrollierten Studie mit 112 Erwachsenen mit Schizophrenie wurde der Therapieerfolg bei kognitive Rehabilitation im Vergleich zu einer Kontrollintervention zur Vermittlung von Computerkenntnissen untersucht.
Hinsichtlich der kognitiven Ergebnisse zeigten Patienten mit Schizophrenie im Frühstadium und im frühen chronischen Stadium tendenziell eine stärkere Verbesserung der Arbeitsgedächtnises um 25% bzw. 18% nach kognitiver Rehabilitation im Vergleich zu 6% bei Patienten im späten chronischen Stadium gegenüber der Kontrollgruppe. (8)
4. Selbstmanagement | Rückfallrisiko wird gesenkt | Besserung: (G) (-) (F)
Beim Selbstmanagement werden persönliche Ziele gesetzt und Fähigkeiten entwickelt, die zum Erreichen benötigt werden. Das kann in einer Gruppe oder im Rahmen der Peer-to-Peer-Unterstützung geübt werden. Es kann gelernt werden, mit Symptomen umzugehen, sich den Dingen zu stellen, die Probleme bereiten, und Entscheidungen zu treffen, um das Leben zu verbessern. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, besteht darin, Sport zu treiben und sich gut zu ernähren. Andere Methoden umfassen Schreiben, Meditieren, Sprechen und Geselligkeit.
Ergebnis: Selbstmanagement reduziert sowohl die negativen wie auch die Gesamtsymptome und war mit einer Verringerung des Rückfallrisikos verbunden.

5. Soziales Kompetenztraining | Rückfallrisiko wird gesenkt | Besserung: (G) (+) (-) (F) (LQ)
Soziales Kompetenztraining dient der Verbesserung der zwischenmenschlichen Beziehungen, der Kommunikation und der Fähigkeiten zum selbstständigen Leben. Es umfasst Symptommanagement und Rückfallvorbeugung, einschließlich Rollenspiel und Problemlösung.
Die Therapeuten werden angewiesen, geeignete Interaktionsstile und Verhaltensweisen zu entwickeln und den Betroffenen beizubringen, wie sie diese Fähigkeiten durch Wiederholung und Ermutigung effektiv einsetzen können.
Virtuelle Realität: Jüngste Studien deuten darauf hin, dass VR-basiertes soziales Kompetenztraining die Motivation steigern und die Kommunikation sowie die Durchsetzungsfähigkeit effektiver verbessern kann als traditionelles Rollenspiel.
Ergebnis: Das Training sozialer Kompetenzen verbesserte die Gesamtfunktion und die Kernsymptome der Erkrankung.
"Studien belegen, dass psychotische Symptome und Rückfallquoten bei Schizophreniepatienten, die eine psychosoziale Therapie erhalten haben, niedriger sind und sich die Kommunikationsfähigkeit sowie die Lebensqualität verbessern ... Es ist der Standardbehandlung sowohl bei positiven als auch negativen Symptomen überlegen " (6)
Studien
Eine Übersichtsarbeit identifizierte 27 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 1437 Teilnehmenden. Eingeschlossen wurden Studien, die soziales Kompetenztraining mit aktiven Kontrollgruppen, Standardbehandlung und Wartelistenkontrollen verglichen.
Schlussfolgerung: Die Studien deuten darauf hin, dass soziales Kompetenztraining eine wirksame Intervention bei Negativsymptomen von Psychosen darstellt. (11)
1. Eine randomisierte kontrollierte Studie untersuchte die Wirksamkeit eines 24-sitzigen Trainings sozialer Fähigkeiten abzielte.

78 stabile ambulante Patienten mit psychotischen Störungen wurden randomisiert einer von vier Behandlungsbedingungen zugeteilt:
(1) Trainings sozialer kognitiver Fähigkeiten,
(2) computergestützte neurokognitive Rehabilitation,
(3) Standardtraining zum Umgang mit der Erkrankung oder
(4) eine Hybridbehandlung, die Elemente vom Training sozialer kognitiver Fähigkeiten und neurokognitiver Rehabilitation kombinierte.
Das Training sozialer kognitiver Fähigkeiten zeigte im Vergleich zu den Kontrollgruppen im Bereich der emotionalen Verarbeitung größere Verbesserungen im Zeitverlauf, einschließlich Verbesserungen in der Wahrnehmung von Gesichtsausdrücken und im Emotionsmanagement.
"Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine gezielte sozialkognitive Intervention zu Verbesserungen der sozialen Kognition bei ambulanten Patienten mit Psychose führte." (14)
2. Familienprogramme
1. Familieninterventionen | Rückfall gesenkt auf 16% | Besserung: (G) (+) (-) (Ä) (D) (LQ)

Zu Familieninterventionen gehören der Aufbau einer Allianz mit Angehörigen, die sich um die Person mit Schizophrenie kümmern, Verbesserung der familiären Atmosphäre, die Verbesserung der Fähigkeit von Angehörigen, Probleme zu wahrzunehmen und zu lösen, angemessene Erwartungen an die Leistung des Patienten und die Erzielung wünschenswerter Veränderungen im Verhalten der Angehörigen.
Ergebnis: Bei der Nachbeobachtungszeit von bis zu 24 Monaten wurden bei familiären Interventionen deutlich geringere Rückfallraten beobachtet als bei der üblichen Behandlung. Familieninterventionen waren auch mit einer Verbesserung der Grunderkrankung und negativen Symptomen verbunden.
"Familienprogramme bieten positive Effekte sowohl für die Familie als auch für den Patienten, indem sie Familien befähigen, ihre Probleme effektiver zu lösen, ihr Selbstvertrauen zu stärken, mehr Verständnis für den Patienten zu entwickeln, Gefühle von Anspannung und Wut abzubauen und ihre Stressbewältigungsfähigkeit zu verbessern." (6)
Spezielle familienorientierte Psychoedukationsprogramme haben mittlere bis große Effektstärken bei der Verbesserung der Lebensqualität gezeigt. Nach einer 6-monatigen Behandlung wurden mit verschiedenen Familienprogrammen Verbesserungen des psychischen Gesundheitszustands und des Selbstwertgefühl beobachtet. Die positiven Symptome verbesserten sich um 35%, negative Symptome um 15%, Depressionen um 50% und Ängste um 20% gegenüber der Kontrollgruppe. Die Funktionsfähigkeit verbesserte sich ebenfalls.
Studien
Eine Studie untersuchte, ob ein 6-monatiges Programm familienorientierter Therapie im Vergleich zu Familienpsychoedukation wirksam war, um die Schwere positiver und negativer psychotischer Symptome zu verringern und die Funktionsfähigkeit von Personen mit hohem Psychose-Risiko zu verbessern.
129 Jugendliche und junge Erwachsene (bis 22 Jahre) mit positiven psychotischen Symptomen, kurzen und zeitweiligen Psychosen wurden 18 Sitzungen familienorientierter Therapie über 6 Monate oder 3 Sitzungen Familienpsychoedukation zugewiesen. Die familienorientierte Therapie umfasste Psychoedukation über frühe Anzeichen von Psychosen, Stressmanagement, Kommunikationstraining und Training von Problemlösungsfähigkeiten, während Familienpsychoedukation sich auf die Symptomprävention konzentrierte.

Ergebnisse: Teilnehmer an familienorientierter Therapie (FFT-CHR) zeigten nach 6 Monaten größere Verbesserungen um 35% bei der Abschwächung positiver Symptome als Teilnehmer an Familienpsychoedukation (EC) mit 15%.
In der vorliegenden Studie zeigten die Teilnehmer beider psychosozialer Behandlungen im Verlauf von 6 Monaten auch signifikante Verbesserungen der negativen Symptome. Ein weiteres Ergebnis war, dass sich bei beiden Teilnehmergruppen ihre sozialen und Rollenfunktionen verbesserten.
Die Studie komm zu dem Schluss: "Interventionen, die sich auf die Verbesserung der familiären Beziehungen konzentrieren, können bei Personen mit hohem Psychoserisiko prophylaktisch wirksam sein." (15)
Psychotische Symptome und Depressionen
3. Eine Studie untersuchte die Wirkung der systemische Therapie bei Schülern mit Hochrisiko für Psychosen auf die Verringerung der Symptome und die Verbesserung der psychosozialen Funktion. (11)
Nach einer 6-monatigen Behandlung wurden in der Gruppe mit systemischer Therapie signifikante Verbesserungen bei positiven Symptomen, psychischer Störung und Selbstwertgefühl beobachtet. In der Kontrollgruppe waren diese Verbesserungen nicht signifikant. Die positiven Symptome verbesserten sich um 35%, die negativen Symptome um 15% und Depressionen um 50% gegenüber der Kontrollgruppe. Die Funktionsfähigkeit (GAF) verbesserte sich ebenfalls.
Ergebnisse der Studie:
"Die Ergebnisse zeigten, dass eine systemische Intervention für Universitätsstudenten mit Hochrisiko für Psychosen kurzfristig einen positiven Effekt auf Symptome und Selbstwertgefühl sowie psychische Störung haben kann." (16)
Ängste

4. Angststörungen stehen bei Personen mit Hochrisiko für Psychosen mit einem höheren Krankheitsschweregrad in Zusammenhang. Eine Studie untersuchte, ob Angststörungen bei Hochrisiko für Psychosen durch Familientherapie wirksam Angstzustände reduziert werden können.
129 Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip 18 Sitzungen familienfokussierte Therapie oder drei Sitzungen einem erweiterten Pflegeprotokoll mit psychoedukativen Behandlung (EC) mit drei Sitzungen zugewiesen.
Die selbstberichteten Angstsymptome der Personen vom Zeitpunkt vor der Behandlung bis zum 12-Monats-Follow-up in familienfokussierte Therapie nahmen um 20% stärker ab als in EC mit 5%.
Schlussfolgerungen der Studie:
"Personen mit Angstsymptomen im CHR profitieren von familiären Interventionen, da sich ihre Angst verringert und die Kommunikation in der Familie verbessert." (17)
2. Familienpsychoedukation | Rückfall gesenkt auf 23%
Ähnlich wie bei der Psychoedukation für Patienten werden in der Regel folgende Bereiche abgedeckt: Symptome der Schizophrenie, pharmakologische und psychosoziale Behandlungen sowie Rückfallprophylaxe, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Rolle der Familie liegt.
3. Psychotherapien
1. Kognitive Verhaltenstherapie | Rückfall auf 20% gesenkt | Besserung: (G) (+) (-) (k) (F) (LQ)
Die kognitive Verhaltenstherapie bei Psychosen basiert in der Regel auf einer individuellen Behandlung und der Festlegung gemeinsamer Ziele mit dem Patienten. Zur Therapie gehören die Entwicklung von Bewältigungsstrategien, sowie die Veränderung wahnhafter Überzeugungen und Halluzinationen (Stimmenhören) sowie dysfunktionaler Verhaltensweisen. Positive Ansichten über sich selbst werden gestärkt, einschließlich der Neubewertung negativer Glaubenssätze.
Ergebnis: Kognitive Verhaltenstherapie verbesserte die negativen Symptome um 30%, die allgemeine Funktionsfähigkeit um 40%, die soziale und berufliche Funktion nach 12 Monaten im Vergleich zur Standardbehandlung.
Studien
1. Eine Studie untersuchte, ob Negativsymptome und der Funktionsfähigkeit sich mit kognitive Verhaltenstherapie besserten und durch den Gruppeneffekt auf negative Leistungseinstellungen vermittelt wurden.
Die Ergebnisse legen nahe, dass kognitiv-verhaltenstherapeutische Interventionen, die auf dysfunktionale Einstellungen abzielen, zu einer Verbesserung der Negativsymptome um 15% nach 6 Monaten (30% nach 12 Monaten) und der Funktionsfähigkeit um 40% bei Schizophrenie führen können. (9)
4. Gemeindenahe Psychiatrie
1. Fallmanagement | Rückfall gesenkt | Besserung: (G) (-) (F) (LQ)
Betroffenen wird ein Case Manager zugeordnet, der ihn regelmäßig (z. B. einmal pro Woche) kontaktiert und ihn bei besonders akuten Bedarfen intensiver betreuen kann.
Ergebnis: Es hat sich gezeigt, dass es im Vergleich zum Standardansatz Vorteile hinsichtlich Erwerbstätigkeit, Wohnsituation und weniger und kürzere Klinikaufenthalte bietet. Studien haben gezeigt, dass Fallmanagement auch die Funktionalität der Patienten verbessert und ihre Lebensqualität erhöht. Es hat sich auch bei der Linderung negativer Symptome als wirksam erwiesen. (6)
2. Gemeindepsychiatrische Dienste | Rückfall gesenkt | Besserung: (G) (F) (LQ)
Teams gemeindepsychiatrische Dienste besuchen die Patienten zu Hause, bieten klinische Untersuchungen und Kriseninterventionen sowie psychosoziale und funktionelle Unterstützung an. Dies kann als eine aktivere Form des Fallmanagements angesehen werden, da es ganzheitlicher ist und in koordinierte Dienste integriert ist, die das Wohlbefinden des Patienten steigern.
Ergebnis: Die Patienten, denen eine Gemeinschaftsbehandlung zugewiesen wurde, war die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie unabhängig lebten, erwerbstätig waren und weniger wahrscheinlich obdachlos waren. Ein Rückfall ist signifikant geringer als bei der üblichen Behandlung. Eine Studie zeigte, dass Gemeindepsychiatrische Dienste zu einer verbesserten Funktionalität, einem besseren Einsicht sowie die Belastung von Angehörigen und die Symptome der Schizophrenie reduzierten.
3. (Berufliche) Rehabilitation | Rückfall gesenkt | Besserung: (G) (k) (F) (LQ)
Umfasst in der Regel ein berufsvorbereitendes Tagesprogramm, Freizeit- und soziale Aktivitäten, Wohnen in einer Wohnung und Übergangsbeschäftigungen mit dem Ziel, die Fähigkeit des Patienten zu verbessern, unabhängig in der Gemeinschaft zu funktionieren und arbeiten zu können. Unterstützte Beschäftigung war durchweg mit einer verbesserten beruflichen Leistungsfähigkeit im Vergleich zur üblichen Behandlung verbunden.
Ergebnis: "Die Ausübung einer erfüllenden Tätigkeit trägt zur sozialen Integration bei und verbessert Funktionsfähigkeit und Selbstwertgefühl. Einige Studien berichten, dass berufliche Rehabilitation die Symptome von Patienten reduziert und ihre kognitiven Funktionen sowie ihre Lebensqualität verbessert. Eine weitere Studie zur beruflichen Rehabilitation zeigte, dass neben der Steigerung der sozialen Funktionsfähigkeit von Schizophreniepatienten auch die Dauer von Krankenhausaufenthalten verkürzt und das Risiko einer erneuten Einweisung reduziert wurde." (6)
4. Kombinierte Interventionen | Rückfall gesenkt auf 25% | Besserung: (G) (-) (D) (F) (LQ)
Interventionen, die explizit als Kombination verschiedener Behandlungen definiert wurden, zum Beispiel individuelle kognitive Verhaltenstherapie plus Familienintervention plus soziales Kompetenztraining.
Ergebnis: Diese Behandlungen umfassten Kombinationen aus Familieninterventionen, Psychotherapie, Beschäftigungs- oder Bildungsunterstützung und Fallmanagement. Die Interventionen verbesserten die Gesamtfunktion nach bis zu zweijähriger Behandlung deutlich. Teilnehmer an Frühinterventionsprogrammen waren auch eher berufstätig oder in der Schule.
Metaanalysen multidisziplinärer Interventionen bei Schizophrenie berichten über mittlere bis große positive Effekte bei verschiedenen klinischen und funktionellen Ergebnissen. Interventionen, die mehrere Ansätze integrieren, zeigen tendenziell die größten Auswirkungen auf die subjektive Lebensqualität.
Studien
Die innovative Psychotherapie MOSAIC kombiniert kognitive Verhaltenstherapie mit einem achtmonatigen Gruppentraining zur Förderung sozialer Kompetenzen und Kognition, um Negativsymptome, soziale Kognition und soziale Funktionsfähigkeit zu verbessern.
Sechzig Patienten mit psychotischen Störungen nahmen an einer randomisierten, kontrollierten Pilotstudie teil, in der MOSAIC mit SUPPORT (unterstützende Gespräche und angenehme Gruppenaktivitäten gleicher Dauer und Häufigkeit) verglichen wurde.

Die mittleren PANSS- Negativwerte sanken um 25% unter MOSAIC und um 20% unter SUPPORT. Die soziale Funktionfähigkeit verbesserte sich um 15% und Depressionen um 35%. Darüber hinaus wurde in beiden Gruppen ein signifikanter Dosis-Wirkungs-Zusammenhang mit der Therapietreue beobachtet.
5. Gruppentherapie
1. Selbsthilfegruppen | Rückfall gesenkt | Besserung: (G) (+) (-) (D) (Ä) (F) (LQ)
Selbsthilfegruppen bringen Menschen mit den gleichen Herausforderungen zusammen. Sie geben das Gefühl, nicht allein zu sein. Sie sprechen über die Probleme, mit denen Betroffene konfrontiert sind, und teilen ihre Erfolge. Es können Freundschaften geschlossen werden und Tipps zur Behandlung ausgetauscht werden.
Selbsthilfegruppen zielen darauf ab, eine sichere und unterstützende Atmosphäre zu schaffen, in der Themen von emotionaler Bedeutung für die Betroffenen angesprochen werden können. Wobei der Schwerpunkt auf zwischenmenschlicher Wärme und Empathie liegt.
Betroffene können die Geschichte ihres Lebens beschreiben, so dass ihnen geholfen werden kann starke und unerträgliche Auswirkungen der Erkrankung zu verstehen und verarbeiten zu können.
Ergebnis: Selbsthilfegruppen zielten darauf ab, die Funktions- und Bewältigungsfähigkeiten zu verbessern. Die Schwere von psychotischen Symptomen, Depressionen und Angstzuständen nahm ab. Auch negative Symptome verbesserten sich und positive Eigenschaften wie Humor und Einsicht nahmen zu.
Die Förderung sozialer Interaktion durch Gruppentherapie kann Einweisungsraten reduzieren, die Realitätsprüfung verbessern und das Selbstwertgefühl stärken. In einer Studie, in der Patienten die therapeutischen Effekte kommentierten, wurde hervorgehoben, dass die Vermittlung von Hoffnung wesentlich war. (6)
2. Peer-to-Peer- Beratung | Besserung: (G) (LQ)
Peer-to-Peer- Beratung ist die Unterstützung von jemandem, der ebenfalls an Schizophrenie leidet. Sie können Ratschläge geben und ihre Geschichten teilen. Ziel ist es, durch ähnliche Erfahrungen Kontakte zu knüpfen.
Zu den Vorteilen dieser Art der Therapie gehören:
- Verbessertes Selbstwertgefühl
- Breiteres Verständnis der Probleme
- Weniger Symptome
- Mehr Lebensqualität
6. Übersicht
Abkürzungen: (G) = Gesamtsymptome, (+) = positive Symptome, (-) = negative Symptome, (k) = kognitive Symptome, (F) = Funktionsfähigkeit, (LQ) = Lebensqualität
| Programm | Besserung Symptome | Rückfall mit Antipsychotika: 35% |
| ENTWICKLUNG VON FÄHIGKEITEN | ||
| 1. Rückfallprävention | (G) (F) | Rückfall gesenkt auf 15% |
| 2. Psychoedukation | (G) (F) | Rückfall gesenkt auf 25% |
| 3. Kognitive Rehabilitation | (G) (+) (-) (k) (F) um 25% | Rückfall wird gesenkt |
| 4. Selbstmanagement | (G) (-) (F) | Rückfall wird gesenkt |
| 5. Soziales Kompetenztraining | (G) (+) (-) (F) (LQ) | Rückfall wird gesenkt |
| FAMILIENPROGRAMME | ||
| 6. Familiäre Interventionen | (G) (+) (-) (Ä) (D) (LQ) | Rückfall gesenkt auf 16% |
| 7. Familienpsychoedukation | Rückfall gesenkt auf 23% | |
| PSYCHOTHERAPIEN | ||
| 8. Kognitive Verhaltenstherapie | (G) (+) (-) (k) (F) (LQ) | Rückfall gesenkt auf 20% |
| GEMEINDENAHE PSYCHIATRIE | ||
| 9. Fallmanagement | (G) (-) (F) (LQ) | Rückfall wird gesenkt |
| 10. Gemeindepsychiatrische Dienste | (G) (F) (LQ) | Rückfall wird gesenkt |
| 11. (berufliche) Rehabilitation | (G) (k) (F) (LQ) | Rückfall wird gesenkt |
| 12. Kombinierte Interventionen | (G) (-) (D) (F) (LQ) | Rückfall gesenkt auf 25% |
| GRUPPENTHERAPIE | ||
| 13. Selbsthilfegruppen | (G) (+) (-) (D) (Ä) (F) (LQ) | Rückfall wird gesenkt |
| 14. Peer-to-Peer- Beratung | (G) (LQ) | Rückfall wird gesenkt |
7. Rangfolge der Wirksamkeit
Eine Übersichtsarbeit lieferte einen Überblick über verschiedene Behandlungsansätze und konzentrierte sich dabei auf diejenigen, deren Wirksamkeit durchgängig belegt ist und gab eine Rangfolge vor: (4)
"Im Hinblick auf die Personalisierung und Optimierung der Behandlungsmöglichkeiten, die Verbesserung der Genesungschancen und die Beschleunigung des Genesungsprozesses stellt die Ermittlung der jeweils am besten geeigneten Intervention für jeden Einzelnen ... für die spezifische Phase der Krankheit und des Genesungsprozesses tatsächlich den optimalen Ansatz dar." (4)
| Symptome /Effektstärke | (G) | (+) | (-) | (k) | (a) | F | LQ |
| Kognitive Rehabilitation | ✓ | ✓ | ✓ | klein-mittel | ✓ | mittel | ✓ |
| Soziales Kompetenztraining | ✓ | mittel | ✓ | klein-mittel | mittel-groß | klein-mittel | |
| Familienprogramme/Psychoedukation | ✓ | klein | klein | klein | mittel | mittel-groß | |
| Kognitive Verhaltenstherapie | klein-mittel | klein-mittel | mittel | klein-mittel | klein | klein-mittel | klein |
| Metakognitives Training | ✓ | mittel | klein | ✓ | ✓ | mittel | ✓ |
| Kombinierte Interventionen | mittel-groß | klein-mittel | klein-mittel | mittel-groß | ✓ | mittel-groß | groß |
Gesamtsymptome
Kombinierte Interventionen und Sozialkompetenztraining zeigten die besten Ergebnisse für die Gesamt- und negativen Symptome.
Positive Symptome
Die Kognitive Verhaltenstherapie mit metakognitivem Training sowie kombinierte Interventionen zeigten bei psychotischen Symptomen die besten Ergebnisse. Die Kognitive Verhaltenstherapie wurde mit über 30 Studien am häufigsten untersucht und hatte in Bezug auf positive und negative Symptome (Besserung um 30%), die Rückfallquote und die Funktionsfähigkeit die besten Ergebnisse. Kognitive Verhaltenstherapie bei Psychosen kann für die meisten Patienten nützlich sein, wie auch die kombinierte Interventionen, zur Verbesserung positiver Symptome beitragen kann, die trotz medikamentöser Behandlung fortbestehen.
Negative Symptome
In Bezug auf die Entwicklung von sozialen Fähigkeiten zeigte das soziales Kompetenztraining und die Kognitive Verhaltenstherapie die besten Ergebnisse bei negativen Symptomen (Besserung um 30%) und der Funktionsfähigkeit.
Kognitiven Leistungsfähigkeit
Kognitive Rehabilitation und kombinierte Interventionen sind besonders wirksam bei der Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit: Sie könnten für die überwiegende Mehrheit der Patienten nützlich sein, insbesondere für diejenigen, die eine kognitive Beeinträchtigung aufweisen. Es zeigten sich Besserungen um 25%. (7) (8)
Funktionsfähigkeit
Kognitive Rehabilitation und Soziales Kompetenztraining zeigten die besten Ergebnisse mit Besserungen von 25% der Funktionsfähigkeit und können mit den meisten anderen Interventionen kombiniert werden, um diese weiter zu verbessern.
Schließlich kann unterstützte Beschäftigung für Personen mit weniger schweren Symptomen und geringeren klinischen Beeinträchtigungen oder für Personen, die bereits grundlegende Fähigkeiten und Fertigkeiten wiedererlangt haben, von Nutzen sein.
Lebensqualität
Kombinierte Interventionen und Familienprogramme sind besonders wirksam bei der Verbesserung der Lebensqualität. Wichtig ist auch, darauf hinzuweisen, dass die Kombination verschiedener Interventionen oft Synergieeffekte hervorruft. Daher stellt die Integration von Interventionen oft eine effektive Strategie dar die Lebensqualität am besten zu verbessern.
Studien und Quellen
(1) Psychosocial and psychological interventions for relapse prevention in schizophrenia: a systematic review and network meta-analysis. Irene Bighelli, Alessandro Rodolico, Helena García-Mieres, Gabi Pitschel-Walz, Wulf-Peter Hansen, Johannes Schneider-Thoma, 2021
(2) Psychosocial Interventions for Adults With Schizophrenia: An Overview and Update of Systematic Reviews. Marian S. McDonagh, Pharm.D., Tracy Dana, M.L.S., Sarah L. Kopelovich, Ph.D., Maria Monroe-DeVita, Ph.D., Ian Blazina, M.P.H., Christina Bougatsos, M.P.H., Sara Grusing, B.A., Shelley S. Selph, 2021
(3) Efficacy and acceptability of psychosocial interventions in schizophrenia: systematic overview and quality appraisal of the meta-analytic evidence. Marco Solmi, Giovanni Croatto, Giada Piva , Stella Rosson , Paolo Fusar-Poli , Jose M Rubio , Andre F Carvalho, Eduard Vieta, Celso Arango, Nicole R DeTore , Elizabeth S Eberlin , Kim T Mueser, Christoph U Correll, 2022
(4) Evidence-based psychosocial interventions in schizophrenia: a critical review. Stefano Barlati a,b, Gabriele Nibbio a, Antonio Vita, 2024
(5) Psychosocial intervention for schizophrenia. Xiaoying Sun,Suping Yue,Mingjun Duan,Dezhong Yao &Cheng Luo, 2022
(6) Psychosocial Approaches in Schizophrenia. Ulaş Korkmaz and Cicek Hocaoglu, 2024
(7) Improvements in Negative Symptoms and Functional Outcome After a New Generation Cognitive Remediation Program: A Randomized Controlled Trial
Pedro Sánchez 1,2, Javier Peña 3, Eneritz Bengoetxea 3, Natalia Ojeda 3,*, Edorta Elizagárate 1,2,4, Jesus Ezcurra 1, Miguel Gutiérrez, 2013
(8) Cognitive remediation for adults with schizophrenia: Does age matter? Silvia Corbera a,c,e, Bruce E Wexler c, Ania Poltorak d,f, Warren R Thime a, Matthew M Kurtz, 2018
(9) Improvement in Negative Symptoms and Functioning in Cognitive-Behavioral Social Skills Training for Schizophrenia: Mediation by Defeatist Performance Attitudes and Asocial Beliefs. Eric Granholm 1,2,✉, Jason Holden 1, Matthew Worley, 2017
(10) A Meta-analysis of Cognitive Remediation for Schizophrenia: Efficacy and the Role of Participant and Treatment Factors. Julia A Lejeune 1 2, Andrew Northrop 1, Matthew M Kurtz, 2021
(11) A Meta-Analysis of Social Skills Training and Related Interventions for Psychosis. David T Turner 1, Edel McGlanaghy 2, Pim Cuijpers 1, Mark van der Gaag 3, Eirini Karyotaki 1, Angus MacBeth, 2018
(14) Efficacy and specificity of Social Cognitive Skills Training for outpatients with psychotic disorders. William P Horan a,b,*, Robert S Kern a,b, Cory Tripp a, Gerhard Hellemann b, Jonathan K Wynn a,b, Morris Bell c, Stephen R Marder a,b, Michael F Green, 2014
(15) Family-Focused Treatment for Adolescents and Young Adults at High Risk for Psychosis: Results of a Randomized Trial. David J Miklowitz et all. , 2015
(16) Family communication and the efficacy of family focused therapy in individuals at clinical high risk for psychosis with comorbid anxiety.
Arianna C O’Brien Cannon et all, 2023
(17) Systemic Therapy for Youth at Clinical High Risk for Psychosis: A Pilot Study. Jingyu Shi, Lu Wang , Yuhong Yao, Chenyu Zhan, Na Su, Xudong Zhao, 2017
(18) Combining cognitive behavioral therapy and group training for social skills and cognition to improve negative symptoms in patients with psychotic disorders: a randomized controlled pilot trial. Klaus Hesse aKathrin N. Eckstein a bJanina Richter aMark-Christian Eberle a Benjamin Kreifelts a, ina Hawlik a
, Peter Martus c, Michael Erb d, Stefan Klingberg, 2025