SERIE | Wirkstoffe der orthomolekularen Medizin bei kognitiven Symptomen: 3. D-Alanin
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Phoenix -
16. Oktober 2025 um 08:20 -
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SERIE | Wirkstoffe der orthomolekularen Medizin bei kognitiven Symptomen:
3. D-Alanin
(+) = positive, (-) = negative, (k) = kognitive Symptome, (D) = Depressionen, (Ä) = Ängste, (ST) = Stress, (SCH) = Schlaf
| D-Alanin ist eine nicht-essentielle Aminosäure, was bedeutet, dass sie vom menschlichen Körper hergestellt werden kann. Sie stärkt das Immunsystem, reguliert den Blutzuckerspiegel und hat eine Bedeutung für den Stoffwechsel. D-Alanin ist vielversprechend als potenzielle Behandlung für Schizophrenie, da es auf den Glutamat-Rezeptor (NMDA) wirkt, ähnlich wie andere Verbindungen wie D-Serin und Glycin.
Studien deuten darauf hin, dass sich die Plasmaspiegel von D-Alanin bei Patienten im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen unterscheiden. In diesem Zusammenhang zeigten sie, dass die D-Alanin-Plasmaspiegel bei Patienten mit Psychosen von der Krankenhauseinweisung aufgrund der höheren Schwere der Symptome bis zur Entlassung signifikant anstiegen, was positiv mit klinischen Verbesserungen einherging. (2)
Man geht davon aus, dass eine Fehlregulation dieses NMDA-Rezeptor-Signalwegs an der Entstehung von Schizophrenie beteiligt ist. Eine Steigerung seiner Funktion mit D-Alanin könnte zur Korrektur beitragen. Basierend auf präklinischen Erkenntnissen wurde die Wirksamkeit von D-Alanin auch in klinischen Studien bei der Behandlung von Schizophrenie als Ergänzung getestet.
Im Gegensatz zu zahlreichen herkömmlichen antipsychotischen Therapeutika kann D-Alanin eine wünschenswerte Minderung der positiven, negativen und kognitiven Symptome der Schizophrenie hervorrufen. Selbst bei Patienten, die eine geringe Reaktion auf die Behandlung mit herkömmlichen Antipsychotika zeigen, kann eine klinische signifikante Verbesserung erreicht werden.
Kognitive Symptome
D-Alanin kann die Wahrnehmung, insbesondere die emotionale Verarbeitung, beeinflussen. Untersuchungen zeigen, dass eine einzelne Dosis D-Alanin die Geschwindigkeit der Verarbeitung negativer emotionaler Signale erhöhen und das Gedächtnis leicht beeinflussen kann. (4) Untersuchungen zeigen, dass die Darmmikrobiota eine bedeutende Quelle für D-Aminosäuren, einschließlich D-Alanin, ist, was auf eine mögliche Verbindung zwischen Darmgesundheit und Kognition über die Darm-Hirn-Achse hindeutet.
Die Behandlung mit D-Alanin führte zu einem 11%igen Rückgang der negativen Symptome, 12%igen Rückgang der positiven Symptome und einem 11%igen Rückgang der kognitiven Symptome. (3) Darüber hinaus wurden nach der Behandlung von Schizophreniepatienten mit D-Alanin keine signifikanten Nebenwirkungen festgestellt. Im Gegensatz dazu führen herkömmliche Antipsychotika üblicherweise zu Spätdyskinesie (irreversible hyperkinetische Bewegungsstörung), extrapyramidalen Symptomen und Akathesiesymptomen. |
1. Wirkungsweise
Die Aktivität von Glutamat-Rezeptoren (NMDA-Rezeptoren) ist bei Menschen mit Schizophrenie verringert. D-Alanin wirkt therapeutisch, indem es die Aktivität von NMDA-Rezeptoren verstärkt.
D-Alanin ist, ähnlich wie andere Verbindungen wie D-Serin und Glycin, ein weiterer Agonist der NMDA-Glycin-Stelle, der positive Auswirkungen auf Schizophrenie hat. Insbesondere hängt die NMDA-Funktion mit Gedächtnis und Lernen zusammen, die bei Schizophrenie beeinträchtigt sind.
Das Enzym D-Aminosäureoxidase (DAAO) baut D-Alanin im Körper ab und reduziert so die Menge, die bei oraler Einnahme das Gehirn erreicht. Um dieses Problem zu lösen, untersuchen Forscher Möglichkeiten zur Hemmung von DAAO, wodurch der D-Alaninspiegel im Gehirn erhöht und die Wirksamkeit des Medikaments verbessert werden kann.
2. Studien
Kognitive Symptome
1. Eine placebokontrollierten Studie untersuchte die Auswirkungen von D-Serin und D-Alanin auf die emotionale Verarbeitung, die Wahrnehmung und den Spiegel des Stresshormons Cortisol bei 63 gesunden Freiwilligen. Die Teilnehmer erhielten eine einzelne Dosis von entweder D-Serin, D-Alanin (60 mg/kg) oder Placebo.
Ergebnisse: Den Versuchspersonen, denen D-Alanin verabreicht wurde, gelang es schneller, Gesichtsausdrücke von Angst, Überraschung und Wut zu erkennen und negative selbstbezogene Wörter zu kategorisieren. Bei einer Gedächtnisaufgabe zeigten die Versuchspersonen, die D-Alanin erhielten, außerdem die Tendenz, sich an mehr Wörter zu erinnern als die Versuchspersonen, die ein Placebo erhielten.
Schlussfolgerung der Autoren: "Diese Studie legt erstmals nahe, dass D-Alanin die emotionale kognitive Verarbeitung nach einer Einzeldosis modulieren kann." (4)
Positive, negative und kognitive Symptome
2. In einer placebokontrollierten Studie wurden 37 Patienten aufgenommen, bei denen Schizophrenie diagnostiziert worden war. Alle Patienten reagierten nur geringfügig auf eine Behandlung mit anderen antipsychotischen Arzneimitteln und waren mindestens 3 Monate vor der Aufnahme in die Studie mit einer gleich bleibenden Dosis eines antipsychotischen Arzneimittels behandelt worden.
Die Patienten wurden zwei Gruppen zugewiesen, die über einen Zeitraum von 6 Wochen einmal täglich oral D-Alanin (60–100 mg/kg/Tag) oder Placebo erhielten. Die Behandlung mit D-Alanin führte zu einem 11%igen Rückgang der negativen Symptome, 12%igen Rückgang der positiven Symptome und einem 11%igen Rückgang der kognitiven Symptome. (3)
Diese Ergebnisse zeigen an, dass D-Alanin bei der Behandlung von Schizophrenie selbst bei Patienten, die eine geringe Reaktion auf die Behandlung mit herkömmlichen antipsychotischen Arzneimitteln zeigen, wirksam ist. Unter Verwendung der UKU-Skala zur Beurteilung von Nebenwirkungen wurden nach der Behandlung mit D-Alanin keine Nebenwirkungen festgestellt. (3)
3. Zweiunddreißig schizophrene Patienten nahmen an einer 6-wöchigen placebokontrollierten Studie mit D-Alanin (100 mg/kg/Tag) teil. Patienten, die eine D-Alanin-Behandlung erhielten, zeigten signifikante Verringerungen negativer, positiver und kognitiver und Gesamtsymptome. D-Alanin wurde gut vertragen, und es wurden keine signifikanten Nebenwirkungen festgestellt. (1)
4. Eine weitere klinische Studie untersuchte die sich ändernden D-Alanin-Spiegel in Blutproben von 81 Menschen mit Schizophrenie (und 50 Kontrollpersonen) und wie dies mit ihrer sich ändernden Schwere der Symptome zusammen hing. Insbesondere entsprachen niedrigere D-Alanin-Spiegel schwereren Symptomen zu Beginn des Experiments. Zwischen der Aufnahme ins Krankenhaus und der Entlassung waren die Werte der Patienten signifikant angestiegen zu ihren Werten vor der Behandlung. Die Forscher schlussfolgern, dass der D-Alanin-Spiegel ein therapeutischer Marker für Schizophrenie und ihre Besserung ist. (2)
5. Eine weitere klinische Studie untersuchte die sich ändernden D-Alanin-Spiegel in Blutproben von 81 Menschen mit Schizophrenie (und 50 Kontrollpersonen) und wie dies mit ihrer sich ändernden Schwere der Symptome zusammen hing.
Insbesondere entsprachen niedrigere D-Alanin-Spiegel schwereren Symptomen zu Beginn des Experiments. Zwischen der Aufnahme ins Krankenhaus und der Entlassung waren die Werte der Patienten signifikant angestiegen zu ihren Werten vor der Behandlung. Die Forscher schlussfolgern, dass der D-Alanin-Spiegel ein therapeutischer Marker für Schizophrenie und ihre Besserung ist. (2)

3. Anwendung
Beta-Alanin, ein beliebtes Trainingspräparat, wird oft mit D-Alanin verwechselt. Obwohl einige Forschungsergebnisse darauf hindeuten, dass Beta-Alanin in bestimmten Situationen (z. B. bei der Stressreduzierung) begrenzte kognitive Vorteile bietet, wirkt es sich anders auf das Gehirn aus und steht nicht im Fokus der Forschung zur Rolle von D-Alanin als Neurotransmitter.
Dosis D-Alanin: 100 mg/kg/Tag.
D-Alanin als auch Sarkosin oder D- Serin kann gleichzeitig oder sequenziell (nach einander) behandelt werden. Die Gabe kann in mehr als einer Dosis pro Tag (z. B. 2, 3 oder 4 Dosen) verabreicht werden. Für Die Dauer gibt es keine Beschränkung. (3)
Studien und Quellen
(1) D-alanine added to antipsychotics for the treatment of schizophrenia Guochuan E Tsai , Pinchen Yang, Yue-Cune Chang, Mian-Yoon Chong, 2006
(2) Plasma Alanine Levels Increase in Patients With Schizophrenia as Their Clinical Symptoms Improve - Findings from the Juntendo University Schizophrenia Projects (JUSP). Hatano T, Ohnuma T, Sakai Y, et al.. , 2010.
(3) USE OF D-SERIN OR D-ALANINE FOR THE TREATMENT OF SCHIZOPHRENIA, Patentanmeldung, Inventor: Guochuan Cambridge TSAI, Joseph Belmont COYLE
https://patents.google.com/patent/DE69936848T2/de
(4) A single administration of 'microbial' D-alanine to healthy volunteers augments reaction to negative emotions: A comparison with D-serine. Liliana P Capitão , Jessica Forsyth1, Mia A Thomaid , Mark D Condon, Catherine J Harmer , Philip Wj Burnet, 2020

