ORTHOMOLEKULARE MEDIZIN | Wirkstoffe bei kognitiven Symptomen
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Phoenix -
21. Oktober 2025 um 01:31 -
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ORTHOMOLEKULARE MEDIZIN |
Wirkstoffe bei kognitiven Symptomen
Menschen mit Schizophrenie haben eine erhebliche Beeinträchtigung der gesamten kognitiven Leistungsfähigkeit, die im Durchschnitt deutlich unter der bei Gesunden liegt.
Diese Defizite können besorgniserregende Merkmale der Schizophrenie sein und ihre Funktionsfähigkeit in der realen Welt beeinträchtigen, wobei 50 % der Personen mit Schizophrenie unter kognitiven Defiziten leiden. Diese Defizite können zu Arbeitslosigkeit führen und zur Unfähigkeit unabhängig zu leben. (1)
Was sind kognitive Symptome bei Schizophrenie?
Kognitive Defizite führen zu Beeinträchtigungen bei
- Verarbeitungsgeschwindigkeit
- Aufmerksamkeit
- Wachsamkeit
- Arbeitsgedächtnis
- verbalem Lernen
- visuellem Lernen
- logischem Denken
- Problemlösung und
- sozialer Kognition
Das Kreisdiagramm zeigt die Häufigkeit der kognitiven Beeinträchtigungen bei Menschen mit Schizophrenie, die aus systematischen Übersichten extrahiert wurden.
Gedächtnis (34%): Das Gedächtnis ist der am häufigsten beeinträchtigte kognitive Bereich bei Schizophrenie.
Exekutive Funktionen (27%): Hierzu gehören Planungs- und Organisationsfähigkeiten, Problemlösung und Impulskontrolle.
Soziale Kognition, Verarbeitungsgeschwindigkeit und verbale Flüssigkeit (jeweils 13%): Diese Bereiche sind ebenfalls häufig betroffen.
Kognitive Beeinträchtigungen sind ein Kernsymptom der Schizophrenie und können sich auf die Fähigkeit auswirken, zur Schule zu gehen, zu arbeiten oder unabhängig zu leben. Die Schwere der kognitiven Defizite steht in direktem Zusammenhang mit der Funktionsfähigkeit im Alltag. Die Daten basieren auf 15 systematischen Übersichten und Meta-Analysen, die von 2004 bis 2022 veröffentlicht wurden. (6)
Bei einigen Menschen sind die kognitiven Symptome der Schizophrenie subtil, während sie bei anderen schwerwiegender sind.
Es gibt schlechte „Exekutivfunktionen“ d.h. die Fähigkeit ist eingeschränkt, Informationen zu verstehen und sie für das Treffen von Entscheidungen zu nutzen. Zudem gibt es Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsstörungen und Probleme mit dem „Arbeitsgedächtnis“ , d.h. mit der Fähigkeit, Informationen unmittelbar nach Erhalt zu nutzen.
Kognitive Störungen dieser Art sind ein zentraler Symptomkomplex der Schizophrenie und ihre Ausprägung sagt am besten voraus, wie gut Betroffene ihren Alltag bewältigen können. Das Denken kann kurzschrittig werden, oder mehrschichtige Zusammenhänge in ihrer Komplexität nicht mehr begriffen werden. Der sprachliche Ausdruck verarmt. In zugespitzten Fällen können stereotypes Wiederholen eines Wortes oder Gedankens oder unverständliche Laute auftreten.
Defizite in der sozialen Kognition sind auch bei Personen mit Schizophrenie offensichtlich. Soziale Kognition hat auch einen großen Einfluss auf die Funktionsfähigkeit. Darüber hinaus wird angenommen, dass negative und kognitive Symptome eng miteinander verbunden sind und sich gegenseitig verstärken können.
Beispielsweise kann eine beeinträchtigte exekutive Funktion zu einem verminderten zielgerichteten Verhalten führen, was zu Antriebsstörung (Avolition) führt. Avolition bezeichnet die Unfähigkeit, zielgerichtete Handlungen zu beginnen und aufrechtzuerhalten. Eine Beeinträchtigung des Gedächtnisses kann zur Alogie beitragen. Alogie bezeichnet Denkstörungen mit vermindertem Sprechen oder Verarmung des Sprachinhalts. (2)
1. Standard-Behandlung
Alle derzeit zugelassenen pharmakologischen Behandlungen für Schizophrenie entfalten ihre Wirkung über den Antagonismus des Dopamin-D2-Rezeptors. Dieser Wirkmechanismus ist wirksam bei Symptomen, von denen angenommen wird, dass sie durch eine übermäßige Dopaminsignalisierung verursacht werden, wie etwa Halluzinationen und Wahnvorstellungen.
Antipsychotika haben jedoch kaum Einfluss auf kognitive Beeinträchtigungen bei Schizophrenie, weil diese mit anderen Botenstoffsystemen zusammenhängen. Im Gegenteil: Das dopaminerge-cholinerge Gleichgewicht gilt als wesentlich für die kognitive Leistungsfähigkeit bei Schizophrenie und Patienten werden häufig mit vielen Medikamenten mit anticholinergen Eigenschaften behandelt, was zu einer Verschlechterung der kognitiven Symptome durch Antipsychotika führt.
"Die anticholinergen Wirkungen vieler psychotroper Medikamente wirken sich eindeutig nachteilig auf die kognitive Funktion aus, und eine Reduzierung der Dosis anticholinerger Medikamente, die zur Linderung extrapyramidaler Nebenwirkungen von Antipsychotika eingesetzt werden, kann die kognitive Funktion bei Schizophrenie verbessern" (4)
2. Behandlungsziele bei kognitiven Symptomen
Defizite in Rezeptor-Systemen stehen im Zusammenhang mit kognitiven Beeinträchtigungen, die bei Erkrankungen wie Schizophrenie auftreten. Rezeptorziele für die Behandlung kognitiver Symptome umfassen mehrere wichtige Neurotransmittersysteme, vor allem:
- Glutamat
- Acethylcholin
- GABA
- Entzündungen des Zentralnervensystems
Eine Behandlung kann mit verschiedenen Wirkstoffen, wie z.B. Aminosäuren und Hormonen erfolgen, die auf die verschieden Botenstoffsysteme wirken. Negative und Kognitive Symptome hängen auch biochemisch zusammen. Wirkstoffe für negative Symptome, wie Glycine und D-Serin, die auf Glutamatrezeptoren wirken, haben auch Besserungen der kognitiven Symptome zur Folge. Oder NAC, welches durch seine entzündungshemmende Eigenschaft negative Symptome lindern kann, senkt damit auch kognitive Symptome.
Da Schizophrenie bei jedem anders ausgeprägt ist, können die verschiedenen Dysfunktionen der Botenstoffe oder Entzündungen im Labor untersucht werden, damit gezielt Wirkstoffe eingesetzt werden können. Dies kann bei einem Orthomolekular-Mediziner geschehen. Oder man testet selbst, welche Substanzen eine gute Wirkung haben.
Während die Besserung bei positive und negativen Symptomen bei ca. 20% lag, zeigte die Gabe von Aminosäuren im Durchschnitt kleine bis mittlere Effekte bei kognitiven Symptomen. Eine Meta-Analyse von 2018 kam zu dem Ergebnis:
"Insgesamt wurden 93 Studien mit 5630 Patienten eingeschlossen. Kognitive Verstärker zeigten, wenn sie über alle verschiedenen Neurotransmittersysteme hinweg kombiniert wurden, die auf eine große Anzahl verschiedener Mechanismen einwirken, eine signifikante (jedoch kleine) positive Effektgröße von 0,1 für die Gesamtkognition ... Bei der separaten Analyse jedes Neurotransmittersystems zeigten Wirkstoffe, die vorwiegend auf das glutamaterge System wirken, einen kleinen signifikanten Effekt auf die Gesamtkognition sowie auf das Arbeitsgedächtnis. Eine Unteranalyse von Cholinesterasehemmern (ChEI) zeigte einen geringen Effekt auf das Arbeitsgedächtnis"(3)
3. Liste von Wirkstoffen
Hier nun eine Liste von Wirkstoffen, die in Studien bei kognitiven Symptomen signifikante Besserungen bewirkten und auf Acethylcholin- und Glutamat-Rezeptoren abzielen.
Eine ausführliche Beschreibung der Wirkstoffe gibt es über einen Link in der Tabelle unten. Welche davon am besten untersucht sind und welche Stärke sie gezeigt haben, kann dann im einzelnen erfahren werden. Die Reihenfolge der Wirkstoffe erfolgte über die Anzahl der Studien und Breite der Anwendung. Die Stärke ist bei kognitiven Symptomen ist ähnlich un liegt bei 10-20% Besserung in 6 Wochen, kann jedoch individuell unterschiedlich sein.
Studien und Quellen
(1) Cognitive impairment in schizophrenia: aetiology, pathophysiology, and treatment. Robert A. McCutcheon, Richard S. E. Keefe & Philip K. McGuire, 2023
(2) Cognitive Deficit in Schizophrenia: From Etiology to Novel Treatments. Antón L. Martínez,, José Brea, Sara Rico, María Teresa de los Frailes, and María Isabel Loza, 2021
(3) Efficacy of different types of cognitive enhancers for patients with schizophrenia: a meta-analysis. Igne Sinkeviciute, Marieke Begemann, Merel Prikken, Bob Oranje, Erik Johnsen, Wan U. Lei, Kenneth Hugdahl, Rune A. Kroken, Carina Rau, Jolien D. Jacobs, Silvia Mattaroccia & Iris E. Sommer, 2018
(4) Cognitive impairment in schizophrenia: aetiology, pathophysiology, and treatment. Robert A. McCutcheon, Richard S. E. Keefe & Philip K. McGuire. Molecular Psychiatry, 2023
(5) https://patents.google.com/patent/DE69936848T2/de
(6) Cognitive impairment in people with schizophrenia: an umbrella review. Yohannes Gebreegziabhere Haile, Kassahun Habatmu,
Awoke Mihretu Sisay[...], Atalay Alem, 2022