2.08.21

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Hallo,

Habe sehr anstrengende Tage hinter mir: ein Tag bei Bekannten im Garten und einen Besuch bei meiner Mutter in Berlin... das war viel für mich, schwieriger als sonst - weil ich die Tabletten abgesetzt habe?! Dann Streit mit den Kindern, Diskussion mit meinem Mann und viele heftige Tränenfälle. Außerdem schlafe ich sehr, sehr schlecht.

Bedeutet das vielleicht ich brauche die Tabletten wirklich bis an mein Lebensende? Geht es mir so beschi - eiden weil ich sie abgesetzt habe - oder bin ich wirklich doch schwanger oder vielleicht in den Wechseljahren und das sind die Hormone :question_mark: Wenn ich das nur wüsste... Ich sträube mich gerade wieder mit allen Körperteilen und meiner Seele bzw meine Herzen dagegen, anzunehmen dass ich die Medikamente brauche. Nur mein Verstand überlegt noch, ob die verschiedensten "Vorfälle" etwas damit zu tun haben könnten, dass ich keine Tabletten mehr nehme. Mir geht es nicht gut... nicht so gut.

Ich habe die Zeiten ohne Medis anders in Erinnerung, irgendwie noch besser und ich habe Angst es könnte noch schlimmer werden... wenn wenigstens mein Mann für mich da wäre, aber der interessiert sich nicht für meine Belange und wenn ich ihm was erzähle versteht er mich nicht. Seine Tipps für ein erfolgreiches, zufriedenes Leben kann ich auch nicht gebrauchen, also umsetzen - obwohl es toll wäre wenn das alles so einfach wäre. Hm, was schreibe/ denke ich hier wieder? Ich hoffe doch mal, dass ich mich irre und mein Mann sollte sich schon für mich interessieren --- genau diese Gedankengänge bringen mich zum verzweifeln. Ich komme wieder in die Idee dass sich keiner für mich interessiert, ich allen egal bin und mich keiner versteht, und das weil ich wertlos bin usw... das sind keine normalen Gedanken. Oder?

In mir tobt alles wild durch- und gegeneinander. Herz und Kopf fechten die verrücktesten Kämpfe aus.

Ein Kampf ist es hier im Forum zu schreiben, was mir mal wieder sehr schwer fällt. Ich beziehe das Gelesene auf mich, lese (versteckte?) Nachrichten an mich und habe Angst zu viel von mir preis zu geben... kann alles gegen mich verwendet werden! Manche Nenschen hier hab ich mögen gelernt und nun Angst, dass sie sich als schlechte Menschen enttarnen oder auch Angst davor, dass sie mich nicht (mehr) mögen. Ich versuche weiter zu schreiben :exclamation_mark:

Ich hätte so gerne mit meinem Mann über alles gesprochen, aber es kam bloß Bla, bla aus meinem Mund und ich habe es einfach nicht geschafft die wirklich wichtigen Themen anzusprechen. Angst vor Unverständnis seinerseits, vor Vorwürfen, dass er mich nicht mehr mag, dass er anderer Menung ist, wir wieder streiten und diskutieren, ich will nicht dass er mich für dumm hält oder doof u.v.m. Jetzt habe ich überlegt was ich ihm überhaupt sagen soll, wieso ich zur Gynäkologin gehe - am besten gefiel mir die Idee ich hätte Sorge ob ich krank sei, aber dann fand ich die Idee wieder doof, weil ich zum Einen nicht will dass er sich sorgt ( falls er das überhaupt tun würde) und noch wichtiger: dann denkt er noch ich wäre fremd gegangen... also doofe Idee.aber was sage ich dann? Zur Vorsorge war ich ja erst... Ich würde gerne die Wahrheit sagen, möchte nicht lügen, mag sowas überhaupt nicht, doch ich will ihn auch nicht wieder verrückt machen oder Sorgen über eine Schwangerschaft oder Krankheit, wenn gar nichts ist und auch will ich ihm, falls doch ein Baby unterwegs ist, das schön mitteilen, auf eine tolle Art, so wie man sein Schatz damit überrascht... noch eine Woche warten,nächsten Montag mache ich den Termin, wenn bis dahin keine Menstruation eingetreten ist.

Heute erstmal wieder einkaufen gehen :fearful_face: schon wieder ein Montag,! Ich bin schon bei dem Gedanken fix und fertig...

Mache erstmal Frühstück für uns...

Lg hejemalafa

Kommentare 10

  • ADFD - Forum


    Hallo liebe @hejemalafa,

    es gibt ein Forum wo viele Betroffene absetzversuche dokumentiert haben. Da gibt es Erfahrungen zu allen möglichen Medikamenten von AD bis NL. Solltest du das nochmal versuchen musst du soweit ich das gelesen habe sehr behutsam und langsam vorgehen. In minimalen Schritten a' 10% der normalen Dosis alle 5 Wochen reduzieren, das ist da so die grobe Formel (Kann man wiegen oder mit einer Lösung machen), sonst gibts schlimme Absetzsymptomatik weil deine Dopaminrezeptoren frei werden und du durch die Medis noch neue Rezeptoren dazu bekommen hast.


    Grüße

    Danke 1
  • Schliesse mich auch Jestocost an. Nicht das Medikamente nehmen ist das schlimme, sondern sich krank fühlen, dass ist das schlimmste. Damit habe ich leider schon Erfahrung..Mir ging es phasenweiso so schlecht, ich war froh über jedes Medikament, hauptsache die quälenden Negativsymptome gingen weg..Jetzt habe ich alle 2-3 Wochen für 2-3 Tage, gute, fast symptomfreie Tage und bin soo froh darüber..Es wäre super, wieder ganz symptomfrei zu leben, es ist mein Traum 😊..P.S: Ich nehme das Abilify auch nicht jeden Tag, so wie es mir der Arzt verschrieben hat, sondern nur am Wochenende, ist sozusagen wie eine Erhaltungsdosis, was ich nehme. Aber mir geht es gut damit, da mir höhere Dosierungen nicht helfen..Finde auch für dich die richtige Dosis raus;-)

  • Hallo @hejemalafa,


    ich nehme seit 20 Jahren Medikamente, und ich habe mich damit abgefunden, daß das auch so bleiben wird. Ich empfinde das nicht als schlimm - es ist eine Tatsache, um die ich nicht herum komme. Ich vergleiche mich da manchmal mit einem Diabetiker, der kann auch nicht aufhören, Insulin zu spritzen. Für mich kommt es darauf an, aus der Situation das Beste zu machen, also Medikamente und eine Dosierung zu finden, mit denen es einem möglichst gut geht. Das ist immer noch mit Versuch und Irrtum verbunden.

    Wenn Du versuchen willst, ohne Medikamente auszukommen, dann ist das einen Versuch wert. Ich würde mich aber genau selbst beobachten, um zu merken, falls sich Dinge doch verschlechtern sollten. Und auf jeden Fall würde ich auch regelmäßig mit anderen Leuten darüber reden, um Rückmeldungen zu bekommen. Mit Deinem Mann zu reden halte ich für eine sehr gute Idee, er kennt Dich am Besten. Er würde Veränderungen mit Sicherheit bemerken.


    Liebe Grüße, Jestocost

    Gefällt mir 1
    • Hallo liebe @hejemalafa


      Schliesse mich da Jestocost an. Bei mir scheint es auch so zu sein, dass es leider nicht ohne Medikamente geht. Bin aber immer mal wieder am umstellen der Medikamente, um für mich das beste ist besser gesagt die beste Kombination in der idealen Dosierung zu finden, was sehr schwierig ist...


      Du beobachtest dich ja sehr gut, und merkst offenbar selber schon jetzt Veränderungen, die sehr wahrscheinlich vom absetzen der Medikamente kommen... Sprich dass unbedingt auch mal mit deinem Mann durch, um noch eine aussen Meinung zu erhalten, das kann sehr hilfreich sein!! Es hat ja Zeit bis in einer Woche und du Sicherheit hast mit der Schwangerschaft... Falls du schwanger bist würde ich auch unbedingt mit der Frauenärztin besprechen ob und ggf welche Medikamente du nehmen darfst...


      Ich wünsche dir viel kraft, Mut und Zuversicht auf deinem Weg...


      Herzliche Grüsse, Felix

    • Hallo

      @Jestocost und @Felix und @blueberry

      Ich danke euch von Herzen, ihr seid wirklich sehr nett zu mir, das habe ich gar nicht verdient.

      Ihr habt recht, es ist wichtig dass man sich möglichst gut fühlt und dafür die richtige Dosis herausfindet.

      Ich war vor 20 Jahren das erste Mal in der Psychiatrie, hatte aber mittensrin ein paar Jahre ohne Medikamente gelebt - bis wir (erneut) Hilfe gesucht haben. Jetzt nehme ich die Sachen seit gut 8 Jahren durchgängig ein, aber ich kann mich einfach nicht damit abfinden... das Beispiel mit dem Diabetes finde ich gut, das versuche ich mal zu verinnerlichen. Diesmal aber habe ich ja die Tabletten abgesetzt, falls ich schwanger sein sollte... Aber egal was ist, ich will sie gar nicht wieder nehmen --- obwohl ich merke, wie es langsam wieder schlechter wird... Ich muss sie wohl letztendlich nehmen. Frage mich nur immer wozu, schliesslich geht es mir auch mit Medis nicht symptomfrei - aber ohne war eindeutig schlimmer! Also ihr habt schon recht: man muss die richtige Kombi rausfinden...

      Auf jeden Fall vielen Dank für eure lieben Antworten, das gibt mir erneute Kraft.

      LG hejemalafa

    • @hejemalafa : Mir hilft mein Medikament auch nicht gegen meine Negativsymptome, aber ich habe mir vorgenommen, es einzunehmen, damit es mir nicht schlechter geht, (als Erhaltungsdosis, damit es wenigstens bei dem Zustand bleibt, so wie es im Moment ist und nicht schlechter wird)..Und das freut mich, dass unsere Antworten dir helfen :smiling_face:

    • Hallo @blueberry

      Da hast du genau die richtige Einstellung, ich versuche mir auch immer zu sagen " es ist nicht toll, aber ohne Medikamente wäre es (noch) schlimmer" also nehme ich normalerweise alles ein. Nur zwischendurch bekomme ich öfter nen Rappel von wegen ich will nichts mehr an Chemie einschmeissen,die mein Denken verändert und mein Leben beeinflusst...

      Einen schönen Tag dir.

      Hejemalafa

      Gefällt mir 1
    • Hallo liebe @hejemalafa,

      es gibt ein Forum wo viele Betroffene absetzversuche dokumentiert haben. Da gibt es Erfahrungen zu allen möglichen Medikamenten von AD bis NL. Solltest du das nochmal versuchen musst du soweit ich das gelesen habe sehr behutsam und langsam vorgehen. In minimalen Schritten a' 10% der normalen Dosis alle 5 Wochen reduzieren, das ist da so die grobe Formel (Kann man wiegen oder mit einer Lösung machen), sonst gibts schlimme Absetzsymptomatik weil deine Dopaminrezeptoren frei werden und du durch die Medis noch neue Rezeptoren dazu bekommen hast.


      Grüße

      Danke 1