Beiträge von Tini

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    Seitdem ich früher selbst Gewalt erfahren hatte, interessiere ich mich für die Psychologie der Menschen und Moralphilosophie. Ich finde, rechte Leute haben wenig oder kaum Empathie. Sind wohl oft gefrustete Männer, die sich so wieder stark fühlen wollen.

    Ich habe mit den rechten Leuten auch nichts am Hut. Habe stattdessen früher mal Holocaustüberlebende interviewt, war auch schon in den Gedenkstätten in Ravensbrück und Auschwitz dabei, von der Uni aus. Diese Leute sind mir ein Vorbild, trotz vieler oder starker Einschränkungen wieder ein neues glückliches Leben aufzubauen. Das sind alle mitfühlende starke Menschen geworden. Habe auch meine Abschlussarbeit über Eichmann geschrieben, nur nicht wissenschaftlich genug gewesen. Heute ist ein guter Tag, ein empathischer amerikanischer Präsident ist angetreten. War spannend, die Reden zu hören.

    Habe heute nur 5-6 Stunden geschlafen, es geht mir aber mental besser. Möchte aus meinem Einsamkeitskarussell wieder herauskommen. Lese wieder ein paar Aufbaubücher. Und gehe gerne baden, um inneren Stress loszuwerden.

    Ich träume sehr oft, meistens wenn ich ausschlafen kann, dann bin ich so in einem Wachschlaf. ich habe schon mal von meiner vermissten Katze Noemi geträumt, wie ich sie in meinem Arm halte oder wie mich ein Mann in den Arm nimmt. ich wache dann auf und es geht mir gut. Oft habe ich auch Träume, in denen ich fliege, vom Hochhaus runterfliege, unten nicht den Boden zu berühren, versuche ich dann wieder heraufzufliegen. Es sind oft wie Filme, als ob ich nach dem Aufwachen aus dem Kino kommen würde. Da geht man ja oft emotional heraus. Die Erinnerung an die Träume geht aber fast immer nach dem Aufstehen wieder weg.

    Ich hatte bisher nur Nebenjobs gehabt, um das Studium zu finanzieren, aber sehr viele. Ich war schon mit Anfang 20 schwer krank (Autoimmunerkrankung) für viele Jahre, habe deshalb in meinem Lebenslauf reingeschrieben, dass mein Studium wegen schwerer Krankheit unterbrochen war. ich hatte dann das Studium im letzten Kraftakt mit Hilfe von der Sozialhilfe abschließen können. Danach nochmal zwei Klinikaufenthalte. Als ich wieder arbeiten gehen wollte, wurde ich befristet berentet. Heute finde ich es gut, habe aber mehrere Jahre mich damit nicht abfinden wollen. Ich würde heute anderen sagen, dass ich psychisch krank geworden war, wenn es engere Leute sind, dann dass ich psychotisch war. Mal sehen, vielleicht sage ich es anderen bald, dass ich schizophren psychotisch war und mit Medikamenten eingestellt bin, nur weniger belastbar. Kann und möchte nur noch zu Hause arbeiten bzw mich beschäftigen. Also ehrenamtlich schreiben und texten. Brauche viel Ruhe und Pausen, kein Druck. Da schizophrene Leute früher sterben sollen, hängt vom Gesundheitszustand und Lebenswandel ab, sehe ich meine nächsten 20 Jahre als Rentenzeit an.

    Die internetfreien Tage haben mir gut getan. Viel Stille und Meditation gehabt. Schlafe nur später ein und wache später auf. Was solls, ich kann Urlaub machen. Hatte seit langem ein gutes Gespräch mit meiner Betreuerin gehabt. Sie wollte mich schon zu Kontakten zwingen, meinte dann aber zu mir, dass sie nun entspannen sollte. Mit meiner Katze geht das Entspannen prima. Fühle mich besser, kann die Trauersituation wegen meiner ersten Katze annehmen. Alles in Gottes Hände legen. Wenn ich Ruhe und entspannte Gespräche mit anderen haben kann, dann geht es mir am besten. Mein Haushalt braucht wieder Zuwendung.

    Ja, ich finde auch, dass man nicht nur ein kranker Mensch ist. Man hat seinen Charakter und Vorlieben, Lebenserfahrungen, Hoffnungen, Wünsche, Beschäftigungen oder noch eine Arbeit. Schade, dass man nicht so offen über Schizophrenie reden kann wie zum Beispiel über eine Krebserkrankung. Ich definiere mich nicht über diese zwar schwere, aber auch oft händelbare Krankheit. Meine Tiere haben mich aus Tiefs immer herausgeholt. Ein Tier freut sich immer, wenn man nach Hause kommt und einfach da ist. Das möchte ich nicht mehr missen.

    Ich bin zu zwei Dritteln introvertiert und einem Drittel extrovertiert. Bei mir ist das alles phasenweise, Zeiten mit mir allein und Zeiten wieder auf andere zuzugehen. Am liebsten bin ich aber alleine unter Menschen, ich fahre zum Beispiel gerne mit dem Bus oder der Tram und denke vor mich hin. Dann entspanne ich total. Ich werde regelmäßig auf der Straße nach dem Weg gefragt. Das finde ich erstaunlich, weil ich die Leute ja ignoriere und sehr in Gedanken bin. Oder früher war ich gerne alleine tanzen und habe stundenlang getanzt oder war jede Woche ins Kino gegangen, auch alleine. Da ich früher dauernd unterwegs war, liebe ich es heute sehr ruhig, mit meiner Katze zu Hause zu sein. Aber wenn ich lange alleine war, möchte ich auch wieder unter Leute gehen. Ich glaube, es kann andere Leute irritieren, wenn sie mich extrovertiert kennenlernen, gesprächig und heiter, und wenn dann meine introvertierte Seite kommt, ernst und nachdenklich, manchmal traurig.

    Einsamkeit ist meine zweite Haut. Lerne gerne andere Menschen kennen, bin aber sehr introvertiert, so dass ich mich auch wieder nach sozialen Kontakten alleine erholen muss. Vielleicht bist du da extrovertierter. Wenn man sich langweilt, braucht man ein neues Hobby, glaube ich. Ich habe angefangen, Französisch zu lernen. Und möchte wieder mehr lesen, das war immer mein Lieblingshobby.

    Du müsstest es sicher von der Krankenkasse zurückbekommen, bei wenigem Einkommen muss man weniger bezahlen. Vielleicht gibt es einen Sozialverein, die dir helfen können. Für solche Dinge bin ich der Betreuung meiner Anwältin sehr dankbar.

    ich kenne diese beiden Filme nicht, nur beautiful mind, gibt ja ganz schön viele Filme zum Thema, ich würde gerne butterfly effect sehen wollen, sonst kann man ja noch andere Filme ein anderes Mal sehen

    ich habe noch die Betreuerin, aber ich kann mein Geld selbst verwalten, sie schreibt meistens die ganzen bürokratischen Briefe, ist viel Schriftverkehr. Manchmal mache ich auch Sachen oder überweise Gelder. Mache ich auch gerne, meine ganzen Finanzen für jeden Monat durchzurechnen, Geld zu sparen und mir noch, was übrig bleibt, zu gönnen.

    ich hatte existenziellen, gesundheitlichen, persönlichen, finanziellen Stress und als ich dann noch ne Todesandrohung von einem Nachbarn bekam, konnte ich nicht mehr. Hatte dann im Fernsehen alles auf mich bezogen und mir selbst schon die Diagnose gestellt, obwohl ich gar keine Ahnung von Schizophrenie hatte. War so mein Gefühl. Ich dachte, ich würde meinen Studienabschluss und die Wohnung verlieren. Ich hatte dann laute Reden gehalten in meiner Wohnung und der schreckliche Nachbar musste die Polizei gerufen haben. Er meinte nämlich auch zu mir, er würde alle Ämter auf mich hetzen und mich solange fertigmachen, bis ich ausziehe oder mir das Leben nehme. Ich habe das total ernst genommen und bin deswegen psychotisch geworden. Das Gesundheitsamt schrieb mich an und ich war dann dort hingegangen. Ich wurde in eine Klinik gebracht. Und die Wohnung und Studium konnten gerettet werden. Ich konnte mich nach zehn Jahren Arbeiten und Studieren zum ersten Mal erholen, war noch durch die erste Psychose sehr geschwächt. Bekam wegen Studentenkreditschulden eine Rechtsanwältin zugeteilt, die meine ganze Bürokratie aufgearbeitet hatte.