Ich habe gerade über die Suchfunktion geschaut, ob es bereits einen Thread zum Thema "Einsamkeit" gibt, aber anscheinend wohl nicht... Das wundert mich sehr, denn viele von uns, die wir mit psychischen Erkrankungen behaftet sind, fühlen sich doch von der Gesellschaft stigmatisiert, oder zumindest haben wir oft wenige persönliche Kontakte, außer vielleicht zu Profis. Das müsste doch eigentlich eine gewisse Einsamkeit Zurfolge haben. Auch scheint mit das Alleinsein ein wichtiger Grund zu sein, sich überhaupt in so einem Forum zu engagieren...
Bisher fühle ich mich meistens wohl so wie es ist, aber nun komme ich in eine Lebensphase, wo das Thema potenzielle Einsamkeit immer immer mehr Gestalt annimmt. Nächstes Jahr im Sommer werde ich in vorgezogene Altersrente (wegen Schwerbehinderung) aus der WfbM gehen. Dann treffe ich meine Kollegen nicht mehr und irgend einen Verein oder sonstige Treffen, wo ich mich engagieren könnte, habe ich mir bisher nicht gesucht, obwohl das hier, im Speckgürtel einer größeren Stadt recht einfach sein sollte. Ich möchte mich in meinen Aktivitäten eigentlich auch nicht länger auf die Nische der psychisch Erkrankten zurückziehen, vor allem, weil mich das oft zusätzlich beeinträchtigt. Es ist schwer, das Leiden anderer ständig vor Augen zu haben, wenn man selbst leidet. Allerdings beinhaltet das Verlassen der Nische das große Risiko, aus demselben Grund dann von den sogenannten "Normalen" abgelehnt zu werden .
Ich lebe alleine, meine Familie ist klein und meine Kinder sind in einem Alter, in dem sie sich lieber auf ihre Freunde konzentrieren. Sie sagen, ich soll es ihnen mitteilen, wenn ich sie brauche oder möchte, dass sie mich besuchen, aber ich denke, das stiehlt ihnen dann viel ihrer geringen Freizeit neben der Arbeit. Deshalb möchte ich sie meistens garnicht darum bitten. Dir Bekanntschaft etwa Gleichaltriger wäre wahrscheinlich sowieso sinnvoll.
Ich bin von meiner Persönlichkeit her auch eher so, dass ich mich von anderen zurückziehe. Da spielt eine gewisse soziale Angst mit hinein, aber es ist eben auch so, dass alle Aktivitäten mit anderen zusammen, finanziellen Aufwand bedeuten. Auch bedeutet Freundschaft "Arbeit", sich für Freunde zu engagieren, wofür mir meistens die Kraft fehlt. Bei anderen psychisch Erkrankten nehme ich das auch so wahr. Die meisten haben einfach nicht die nötige Kraft.
Ein paar Stunden vor dem Computer zu sitzen und mich mit Mitbetroffenen auszutauschen, ist da bei Weitem nicht so anstrengend und ich hoffe, damit etwas Gutes tun zu können, wenn es jemandem schlecht geht. Auch ich kann mich hier ja ausheulen, wenn ich mal wieder eine schlimme Phase habe. Ich kann anderen aus meinem Leben berichten. Normalerweise würde ich so etwas eher mit Freunden oder einem Partner besprechen.
Ich bin sehr dankbar, dass es diese Möglichkeit gibt!
Seht ihr das ähnlich, oder habt ihr solche Probleme nicht? Versucht mal,ehrlich in euch reinzuhören, wie es wirklich in euch aussieht, was dieses Thema angeht...