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  1. Psychose Blogs & Forum – Wissen, Austausch und Hoffnung
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  3. Fragen

EM-Rente- Was sagt ihr bei Bekannten?

  • blackbutterfly
  • 11. Mai 2025 um 09:20
  • Zum letzten Beitrag

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  • blackbutterfly
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    • 11. Mai 2025 um 09:20
    • #1

    Hallo. Ich würde gerne wissen, was ihr so bei Bekannten oder auch Fremden über euch erzählt. Wenn gefragt wird, was machst du beruflich? Sagt ihr, dass ihr in Rente seid? Wie viel erzählt ihr von eurer Erkrankung? Also wenn es Personen sind, die man nicht in alles einweihen will.

  • Rosi
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    • 11. Mai 2025 um 10:32
    • #2

    Ja, das ist echt schwierig, finde ich. Ich hoffe immer das dieses Thema nicht kommt. Aber wenn ja, dann kann ich sagen, dass ich in Teilzeit arbeite, da ich ja meinen Minijob habe. Oft wird zum Glück nicht weiter nachgefragt. Wenn gefragt wird wie viele Stunden, dann sage ich aber die Wahrheit. Und dann erzähle ich auch von der Rente.

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    • 11. Mai 2025 um 10:39
    • #3

    Bei mir wissen es alle die ich kenne, was unter anderem auch damit zusammenhängt, dass ich in einer WfbM arbeite.

    400mg Amisulprid, 25 mg HCT, 10mg Ramipril, 4mg Doxazosin

    If liberty means anything at all, it means the right to tell people what they do not want to hear! (George Orwell / Animal Farm)

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    Schweizerin mit schwedischen Wurzeln.

    Seit meinem 18ten Lebensjahr (1998) Diagnose paranoide Schizophrenie die im Jahr 2010 auf schizoaffektive Störung gewechselt wurde.

    Mutter eines Teenagers und alleinerziehend mit grosser Unterstützung meiner beider Eltern.

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    • 11. Mai 2025 um 11:07
    • #4

    Ich sage auch allen die mich fragen dass ich eine IV Rente habe und jedoch eine erfüllte Tagesstruktur habe.

    Ich bin da sehr offen!

    Klar ist es mir manchmal auch unangenehm!

    Aber wenn die wüssten, was wir schon alles durch haben, dann können sie dankbar sein gesund zu sein.

    Ich muss mich vor niemandem rechtfertigen!

    Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt für die Augen unsichtbar.

  • hejemalafa
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    • 12. Mai 2025 um 06:05
    • #5

    Hallo

    Ich habe niemanden, außer meiner Mutter und Mann, von meiner Diagnose erzählt. Wenn das Thema Arbeit aufkam habe ich nichts gesagt und das Thema gewechselt. Doch eigentlich kam das Thema nie auf, da ich nie Menschen traf.

    seitdem ich in der WfbM arbeite ist das anders - es kennen zwar dort nur die Gruppenleiter den Grund meiner Behinderung, aber es wissen alle, dass ich behindert bin. In meinem Dorf wissen das jetzt auch alle, denn ich werde mit dem Behinderten-Fahrdienst abgeholt und gebracht, den (er)kennen alle.

    Anfangs war mir das sehr unangenehm, aber durch den Kontakt mit den Menschen der WfbM bin ich inzwischen offener geworden. Ich glaube wenn mich jetzt jemand fragen würde, dann würde ich ehrlich antworten.

    LG Hejemalafa

  • Lucy
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    • 15. Mai 2025 um 18:38
    • #6

    Ich sage es nur Menschen, die ich besser kenne und wenn sie interessiert sind, erzähle ich auch mehr über meine Diagnose(n).

    Bei flüchtigen Bekannten sage ich meistens ich bin auf Jobsuche oder wechsle das Thema. Beim Friseur letztens hab ich gelogen und gesagt ich arbeite in einem Büro.

  • Lucy
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    • 15. Mai 2025 um 18:42
    • #7

    Mein Psychiater meint, heutzutage sind die Menschen gegenüber dem Thema „Psychosen“ offener.

    Ich schäme mich trotzdem und immer noch. Mir wäre es lieber es würde niemand wissen. So hab ich das Gefühl das ich eine Art schlechten Ruf habe…hab schon schlechte Erfahrungen auch gemacht was das betrifft. Zum Glück bin ich jetzt mittlerweile einige Jahre in einer stabilen Partnerschaft und mein Freund konnte mir helfen, dass ich stabil bleibe und meine Tabletten nehme. Wer weiß wo ich ohne ihn gelandet wäre…mag gar nicht daran denken..Mein Ruf ist zum Glück wieder besser

  • Sunshine
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    Über mich

    Ich bin Angehörige einer Person mit der Diagnose. Zusätzlich war meine ehemalige Schwägerin und Schwager aus meiner ersten Ehe mit der Diagnose behaftet. Meine Nachbarin aus Kindertagen hatte ebenfalls diese Diagnose. Ich bin offen gegenüber den Betroffenen und habe eine andere Lebenseinstellung. Ich war ca. 40 Jahre berufstätig in einem Berufsfeld mit täglichem Kontakt zu den unterschiedlichsten Personen und deren Lebensgeschichten. Zwischenzeitlich bin ich in EW-Rente und interessiere mich für Geschichten, Erfahrungen aus dem Bereich der Schyzophrenie vor allem, da ich nun selbst auch im unmittelbaren Umfeld eine Betroffene Person habe.

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    • 15. Mai 2025 um 19:05
    • #8
    Zitat von Lucy

    Mein Psychiater meint, heutzutage sind die Menschen gegenüber dem Thema „Psychosen“ offener.

    Ich schäme mich trotzdem und immer noch. Mir wäre es lieber es würde niemand wissen. So hab ich das Gefühl das ich eine Art schlechten Ruf habe…hab schon schlechte Erfahrungen auch gemacht was das betrifft. Zum Glück bin ich jetzt mittlerweile einige Jahre in einer stabilen Partnerschaft und mein Freund konnte mir helfen, dass ich stabil bleibe und meine Tabletten nehme. Wer weiß wo ich ohne ihn gelandet wäre…mag gar nicht daran denken..Mein Ruf ist zum Glück wieder besser

    Ich denke dein Psychiater hat da auch Recht. Es müsste einfach besser aufgeklärt werden und darüber berichtet. Oftmals sind die Außenstehenden die mit den Personen die in eine Psychose schlittern, völlig überfordert. Da man sich nicht mit dem Thema befasste, wird man überrollt und kennt sich gar nicht aus. Die Person selbst die dann eine Psychose im Endzustand hatte, ist am Schlimmsten der Situation ausgesetzt. Man sollte mehr darüber berichten und auch die Betroffenen sollten offen damit umgehen können. Wir leben in einem Zeitalter wo auch die Bezeichnung der Diagnose abgeändert werden sollte. Es ist meine erste Anwort hier. Ich bin neu und kenne mich noch nicht genau aus, sollte etwas nicht der Form usw. entsprechen.

  • hejemalafa
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    • 16. Mai 2025 um 02:34
    • #9

    Hallo

    Herzlich willkommen Sunshine - einen schönen Namen hast du gewählt, und an deinem Beitrag stimmt formmäßig alles.

    Ich hatte das große Glück, dass mein Mann sehr gut über die Erkrankung aufgeklärt wurde. Er durfte in die Klinik zum Gespräch kommen und da wurde ihm in meinem Beisein sehr viel über die Erkrankung gesagt und zusätzlich gab es Broschüren und Hefte mit nach Hause.

    Aber im Grunde stimme ich dir voll zu, es mangelt an Aufklärung, nur wer wollte sich denn schon mit so etwas beschäftigen, wenn er nicht Betroffener oder Angehöriger ist? Niemand...

    LG Hejemalafa

  • Lucy
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    • 7. Juni 2025 um 21:20
    • #10

    Finde auch, dass mehr positiv berichtet werden sollte. Unsere Erkrankung geht irgendwie unter hab ich das Gefühl..

    Schizophrenie ist für einen Gesunden so unvorstellbar und nicht „greifbar“, ich konnte früher damit auch nix anfangen. Nahm das gar nicht ernst und hatte dementsprechend null Ahnung. NIE hätte ich gedacht, dass es bei mir selber so sein könnte. Für mich eine der schlimmsten Erkrankungen. Bin dankbar, dass es Medikamente gibt.

  • Lucy
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    • 7. Juni 2025 um 21:25
    • #11

    …ich sag ich hab Psychosen, oder bin schizoaffektiv.

    Obwohl man mir die Verdachtsdiagnose undifferenzierte Schizophrenie aufs Aug gedrückt hat. Keine Ahnung inwiefern das wichtig ist..
    Schön langsam wird mir die genaue Diagnose nämlich eh wurst. Ich weiß nur, dass mein Hirn Botenstoffe durcheinanderwirbelt, bis Chaos entsteht.

    Seit ich mein Medi täglich nehme bin ich soweit gesund. 🙏🏻

  • Cloudy86
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    • 8. Juni 2025 um 09:26
    • #12
    Zitat von Lucy

    Finde auch, dass mehr positiv berichtet werden sollte. Unsere Erkrankung geht irgendwie unter hab ich das Gefühl..

    Schizophrenie ist für einen Gesunden so unvorstellbar und nicht „greifbar“, ich konnte früher damit auch nix anfangen. Nahm das gar nicht ernst und hatte dementsprechend null Ahnung. NIE hätte ich gedacht, dass es bei mir selber so sein könnte. Für mich eine der schlimmsten Erkrankungen. Bin dankbar, dass es Medikamente gibt.

    Das war bei mir auch so, dabei habe ich schon seit Teenager-Tagen teilweise schwere depressive Episoden. Also im Prinzip "kannte" ich mich mit der Psychiatrie schon aus und trotzdem war es ein Schock als ich ne Psychose bekam und plötzlich Schizophrenie hatte. Ich??? Hab mich damit vorher nie beschäftigt gehabt...dachte auch alle Schizophrenie-Patienten sind dauerhaft in der Klinik usw. Ich hatte wirklich 0 Ahnung.

  • Lucy
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    • 8. Juni 2025 um 17:51
    • #13

    Cloudy86 ging mir in meiner Jugend auch so. Hatte Depressionen und starke soziale Ängste. Vielleicht waren das schon die ersten Anzeichen…keine Ahnung.

    Heute hab ich mir wieder gedacht, es könnte noch viel schlimmer sein. Bin echt dankbar, dass ich meine Medikamente soweit vertrage.

  • Elisa
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    • 30. Oktober 2025 um 11:01
    • #14

    Kein leichtes Thema. Bei mir wissen es mittlerweile! Alle Freundinnen und Freunde, Familie die wichtigsten Personen, und ein paar Bekannte.

    Am Anfang meiner Erkrankung bzw Diagnose trennten sich sofort 2 Freundinnen die ich noch aus Wien kannte, von mir. Das war ein Schock, daher habe ich es im 1sten Jahr nur Ärzten und Therapeutin erzählt, danach erst meiner Familie, und ganz langsam meinen neuen Freunden die ich in Graz nach Umzug von Wien kennengelernt habe.

    Erst dann kam auch Öffnung in zb Gruppen teilweise hier zb englisch conversation nur ein paar, in Achterbahn Gruppen ist es automatisch klar bzw im Kunst Projekt da hier nur erkrankte teilnehmen können.

    Durch mein Ehrenamt in Schulen Workshops zu halten, über seelische Gesundheit, und so über meine Diagnose zu erzählen und mein Leben, bin ich noch offener geworden.

    Kürzlich habe ich einen Leserbrief geschrieben, und da mich geoutet mit meinen Erfahrungen.

  • Rosi
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    • 30. Oktober 2025 um 13:04
    • #15

    Hallo Elisa , bei mir hat sich durch die Erkrankung eine sehr gute Freundin getrennt. Leider kam sie damit nicht zurecht.

    Von der Rente wissen nicht alle Freunde Bescheid, ich habe gelernt, dass es leider viele Neider gibt, dass ich nicht arbeiten muss. Was ich nicht verstehen kann. Ich wäre lieber gesund und würde arbeiten gehen.

    Auf meiner Minijob-Arbeit wissen alle Bescheid. Auch Familie.

  • Elisa
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    • 30. Oktober 2025 um 13:07
    • #16

    Hi Rosi das ist sehr schade,das du eine Freundin verloren hast.

    Ja,der liebe Neid der Mitmenschen....... ich sag dann immer sie können gerne mit mir tauschen.

    Lg elisa

  • Cloudy86
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    • 30. Oktober 2025 um 13:16
    • #17

    Ja die Neider dürfen gern mal mit uns tauschen...erstens wegen der Erkrankung und zweitens dürfen sie dann auch mal von so wenig Rente leben 😤

    Ich bin mittlerweile wirklich trotzdem froh in Rente zu sein, weil ich jetzt seit Jahren das erste Mal stabil bin und es mir besser geht.

    Ich habe zu einer früheren besten Freundin auch keinen Kontak mehr mittlerweile.

    Sie war sehr esoterisch veranlagt und kam damit nicht klar, dass ich Medikamente nehme. Laut ihrer Ansicht war ich an meinen Erkrankungen quasi selbst Schuld, ich müsste nur anders denken.

    Das tat mir echt nicht gut...hatte dann immer das Gefühl mich verstellen zu müssen...

    Meine anderen Freunde kommen damit sehr gut klar 👍

  • Lucy
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    • 31. Oktober 2025 um 06:15
    • #18

    Mein engstes Umfeld weiß konkret über meine Erkrankung bescheid.

    Der Rest glaubt vermutlich, dass ich verrückt bin. Habe es jetzt „nett“ formuliert.

    Aber mit Sicherheit ist es den Allermeisten total egal was ich habe, oder ob ich Reha-Geld bekomme.

    Ich lerne gerade, dass mir die Meinung von Außen nicht so enorm wichtig ist.

    Ich würde aber generell gerne im Umgang mit meiner Diagnose viel offener sein.

    Versuche die Diagnose zu „vergessen“, das funktioniert bei mir leider nicht.

  • Stefan
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    • 31. Oktober 2025 um 06:45
    • #19

    Bin auch berentet und habe es so gut wie keinem erzählt.

    Bei mir weiß es nur der Arzt, meine BeWo Betreuerin und 1-2 private Kontakte.

    Alles aufgrund der Neidgesellschaft in der wir leben.

    Kann es keinem empfehlen, das weiter zu erzählen.

    Lg

  • Andre82
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    Seit ca. 2014 mit Schizophrenie erkrankt. Lebe in voller Erwerbsminderungsrente.

    Geburtstag
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    • 31. Oktober 2025 um 08:55
    • #20

    Kommt immer darauf an, wem man das erzählt.

    Bei meinen eigenen Verwandten wurde ich für meine Rente verurteilt (volle EM-Rente).

    Aber sie sind auch so kleine Narzissten.

    Ich sag meist, ich lebe wegen Burnout in EM-Rente. Dann kommen nicht so viele Fragen.

    Mit Schizophrenie ist das anders, das erwähne ich meist nicht. Wenn, dann klingt "Psychose" besser. Man muss da bisschen feinfühlig sein, es wird schnell verurteilt.

    Aber ich sag meist Burnout, weil es mit einem Burnout bei mir angefangen hat.

    Vielleicht ist es auch besser, man redet von "Psychose" und nicht "PsychoseN". So, dass die Leute den Eindruck haben, man kann nicht "jederzeit durchdrehen".

    Es ist aber auch schwer zu vermitteln, das Ganze. Weil man irgendwo auch Rücksicht für die Erkrankung braucht.

    Viele verstehen es nicht. Auch beim Job. Letztlich muss man es selbst wissen.

    Bevor man aber wegen seinem Umfeld (Freunde, Bekannte, Job) ne Psychose bekommt würde ich mich krank schreiben lassen. Und ggf. den Job kündigen.

    Weil das ist es auch nicht wert (eigene Gesundheit riskieren etc.)

    lg André

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