Normal arbeiten gehen mit Schizophrenie

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  • Hey Leute,

    ich weiß, dass es noch einen anderen Artikel gibt zum Thema Zukunftsängste gibt. Ich wollte euch aber nochmal direkt fragen, wie es bei euch ist mit dem normal arbeiten gehen? Seit ihr angestellt oder bekommt ihr Rente oder andere Sozialleistungen? Und was denkt ihr: sollte ich bald einen einfachen Job machen (Regale einräumen und so) oder mich auf dem Amt beraten lassen, was für mich infrage kommt? Bin noch krankgeschrieben. Soll mich aber gesundschreiben lassen, damit ich mich arbeitslos melden kann. Sonst geht das nicht. Meinte die Dame auf dem Arbeitsamt.


    Ich bin seit zwei Jahren raus. Ich habe vorher studiert und mein Referendariat angefangen. Ich habe ein abgeschlossenes Studium als Lehrerin für die Oberschule (10. Klasse). Naja eigentlich noch nie so richtig "gearbeitet". Halt Nebenjobs und so in der Gastro oder auch in einer Holzwerkstatt in einer Grundschule, aber noch nie so richtig 5 Tage die Woche 8 Stunden. Ich habe eine schizoaffektive Störung. Mit Wahnvorstellungen und akkustischen Halluzinationen. Depressiv bin ich eigentlich irgendwie immer, ob das nun ein negativ Symptom ist weiß ich nicht, aber die gedrückte Stimmung ist so gut wie immer da. Manisch war ich das letzte mal vor zwei Jahren, aber da nur eine Hypomanie. Den Rest halten die Medikamente in Schach: 100mg Milnaneurax (Milnacipran), 15 mg Abilify (Aripriprazol), 100 mg Xeplion (Perliperidon). Ich bin 28 Jahre alt und hab keinen Plan wie es weitergehen soll. Es wird weitergehen, da bin ich mir sicher, aber nur wie ist die Farge.


    Ich freue mich auf eure Antworten


    Liebe Grüße :face_blowing_a_kiss:


    bananarama

  • Hallo Bananarama , ich bin erst mit 33 Jahren erkrankt. Vorher habe ich Vollzeit gearbeitet und nebenbei noch verschiedene Ausbildungen gemacht. Mit 35 Jahren habe ich dann EU-Rente. Ich arbeite jetzt auf Minijob-Basis.


    Bekommst du jetzt zur Zeit Sozialleistungen? Wenn ja, dann darfst du ja auch was hinzuverdienen auf Minijob-Basis. Ertsmal wieder klein anfangen. Ich weiß nicht genau was ich dir dazu sagen soll. Aber gleich gesund schreiben lassen und vielleicht Vollzeit arbeiten? Traust du dir das zu?

  • Hallo Bananarama, ich arbeite Vollzeit und habe heute auch keine Probleme damit. Ich habe nach dem Ausbruch der Kankheit aber ein paar Jahre gebraucht, bis ich wieder arbeiten konnte. In der ersten Phase ging das auch nur durch massive Unterstützung meiner Eltern. Außerdem hatte ich einen geduldigen Arbeitgeber, denn in den ersten Jahren habe ich mich manchmal benommen wie ein Alien.

    Mit der Zeit ist alles besser geworden, und jetzt geht es mir ganz gut, auch Dank der Medikamente (ein Versuch vor eineinhalb Jahren, die Medikamente abzusetzen, verlief nicht so toll).


    Ich denke, Du mußt Dir zuerst klar werden, ob Du "gesund" bist. Das hängt davon ab, was Du selbst denkst, und ein Gesrpräch mit Deinem Behandelnden Arzt ist auch anzuraten. Daneben gibt es, zumindest in Deutschland, die Möglichkeit einer stufenweisen Wiedereingliederung - Du fängst da mit wenigen Stunden in der Woche an und steigerst Dich dann auf Vollzeit. So kann man sich ans eigene Leistungsvermögen herantasten.

    Wenn Du wieder arbeiten willst, dann ist es sicher nicht schlecht, sich vom Amt beraten zu lassen, nachher kannst Du immer noch tun was Du für richtig hälst. Du solltest Dich nicht unter Wert verkaufen. Vielleicht suchst Du Dir erstmal eine einfache Stelle und bewirbst Dich dann auf Andewre Stellen, die Deiner Ausbildung entsprechen.


    Liebe Grüße

    "Warum weinst du? Es tut mir sehr leid, ich weiß nicht, was ich in einem solchen Moment tun oder fühlen soll." - "Warum versuchst du nicht, einfach zu lächeln?"

    (Rei Aynami - Shinji Ikari, Neon Genesis Evangelion)

  • Hey,

    ich möchte nicht gleich wieder voll arbeiten gehen, weil ich auch garnicht das Vertrauen in mich habe und mich auch nicht so fit fühle das durchzuziehen.

    Ich muss mich gesund schreiben lassen, damit ich mich arbeitslos schreiben lassen kann. Sonst würde ich noch krankgeschrieben bleiben.


    Liebe Grüße

  • Ich hatte vor 20 Jahren meine erste Psychose. Ich hatte zu der Zeit in der Umweltforschung halbtags gearbeitet. Ca. 1 Jahr nach der Psychose hatte ich noch schwere postpsychotische Depressionen, bin nach 9 Monaten aber wieder zur Arbeit und war bei 50% der Leistungsfähigkeit. Habe nach 2 Jahren nach der Psychose diese Art der Arbeit sein lassen, auch weil mein Vertrag auslief. Habe mich dann mit einer halb Büro halb handwerklicher Arbeit selbständig gemacht. In den letzten 20 Jahren habe ich mich in eine künstliche Schonhaltung begeben, was ein großer Fehler war.


    Ich habe viele Mini-Jobs gemacht und auch immer ehrenamtlich (meist in Meditationzentren) gearbeitet, sonst als als Hilfs-Koch, in Seniorenheimen, Pizza-Fahrer, Yoga-Lehrer, Badewart, Sicherheitsdienst, ...Ich habe stets den einfachen Weg gewählt und meine psychischen Einschränkungen als Entschuldigung dafür misbraucht. Ich bin dadurch viel schwächer geworden und habe damit auch meiner Gesundung geschadet, bzw. ich bin letztendlich kränker geworden.


    Ich brauche keine Medikamente seit 16 Jahren, das war eine gute und wichtige Entscheidung. Ich habe sehr viel Zeit mit Meditation (auch in Köstern) verbracht, das funktioniert aber nur wenn man energetisch stark ist. Ich habe stets energetisch von stärkeren Menschen (Beziehung, Kloster) genommen, statt schwächeren (Seniorenheim) längere Zeit zu geben, das hat mich auch schwächer gemacht.


    Seit ca. einem halben Jahr suche ich nun bewusst die Anstregung, der ich früher permanent ausgewichen bin, das was ich lieber nicht tun möchte. Vor einem halben Jahr, nach meinem letzten Schub, hatte ich EU Rente, eine soziale Betreuung und schon einen Platz im Wohnheim und habe 8 Stunden Videos am Tag geschaut, habe eine halbe Stunde arbeiten können, und brauchte dann eine Pause.


    Jetzt stehe ich um 2 Uhr auf, ab 3.30 Uhr putze ich für 4 Stunden im Finesscenter (15- 20h in der Woche), gehe Joggen, mache Yoga (2h) und recherchiere und schreibe zu Schizophrenie-Themen (4-6h). Jetzt, wo wahrscheinlich die einrichtungsbezogene Impfpflicht wegfält, bewerbe ich mich im sozialen Bereich zum Putzen oder Stationsdienst (Hauswirtschaft, Essensausgabe) um energetisch mehr geben zu können. Krankenhaus, Seniorenheim. Ziel ist 8h im sozialen Bereich arbeiten, das ist die beste Medizin für mich.


    Wenn ich Dir ein paar Tips geben darf? Ich bin jetzt 53, ein Alter wo man helfen möchte, das andere nicht die selben Fehler machen. 20 Jahre mit Schizophrenie lehrt einiges, ich bin froh, wenn ich etwas an Erfahrung weitergeben kann.


    Es gibt Arbeiten, die sind bei Schizophrenie förderlich. Erdende handwerkliche Tätigkeiten, wie Garten, Holzarbeiten, Haushalt, Putzen, Küche. Alles Dinge, die man als akademischer gebildeter Mensch für gewöhnlich ablehnt. Man kommt damit in den Körper, konzentriert sich auf den Augenblick. Spürt die inneren Widerstände im tun, die man lernen kann zu überwinden. Das gibt Stärke und Selbstbewusstsein, beides Dinge die es zur Gesundung braucht.


    Man kann diese Tätigkeiten auch mit energetisch Geben kombinieren, schwachen Menschen helfen. Das gibt ein gutes Gefühl und macht einen stärker.


    Ich glaube aber, das ist weniger Dein Problem, wenn Du schon daran denkst Regale einzuräumen und auch als Lehrerin gearbeitet hast. Es ändert sich nur was Du anderen geben kannst, statt Wissen zu geben , können es jezt praktische Dinge sein.


    Es kann sein das Dich die Krankheit einholt. Die Arbeit schwerer oder sogar unmöglich macht. Das ist auch nicht weiter schlimm, dann sind die inneren Prozesse, das Leiden was sich zeigt, die Arbeit. Techniken, wie Yoga und Meditation können Dir helfen, damit besser umzugehen. Meditation heißt , die inneren Prozesse mit Abstand beobachten zu lernen. Das hilt mir auch bei Schüben keine Medikamente zu brauchen.


    Es sind nur Schübe von 1-3 Monaten, die leider schwerer werden, wenn man energetisch abgebaut hat. Wenn man also vorher nicht so gut es geht gearbeitet hat und schwach geworden ist. Dieser Zusammenhang ist mir leider sehr spät bewusst geworden.


    Ich bin mir jetzt sicher, das ich durch Anstrengung, durch stetes Berg auf gehen, weitere Krisen vermeiden , zumindest jedoch stark lindern kann.


    Das man sich nicht überfordern und quelen soll, ist auch klar. Wir leben jedoch in einer Gesellschaft, die es zu leicht macht, sich gehen zu lassen. Das erschwert den Gesundungsprozess.


    Das letzte Tipp, der wichtigste für die Gesundung, wie ich finde, ist sich mit dem richtigen Weg zur Gesundung zu beschäftigen. Du hast die intelektuellen Fähigkeiten die Zusammenhänge zu verstehen, sein froh. Es gibt auch gute Ärzte und Psychiater die Dir die Wahrheit sagen, wie Prof. Götzsche, Dr. Aderhold, Dr. Weinmann. Wenn Du Dir Videos von Ihnen anschaust oder Texte liest, wird alles klar.


    Medikamente haben, wenn überhaupt, nur einen kurzfristigen und geringeren Nutzen im Vergleich zum Scheinmedikament als man glaubt. Also nur wenn man einen Schub hat, der aber immer zeitlich begrenzt ist, Psychosen sind immer nur episodischer Natur (1-4 Monate). Bei längerer Einnahme kommst Du in eine Abhängigkeit und gibt es eine Menge Schwierigkeiten und man vervielfacht die Problematik.


    Die reale Wirksamkeit sieht so aus:

    "In einem 2019 veröffentlichten systematischen Review zu placebokontrollierten Studien zu Antipsychotika bei unbehandelten Menschen mit Psychosen (Danborg & Gøtzsche 2019) finden die Autoren eine neuere Studie (Wang et al 2013) und kommen zu dem Ergebnis: „Es war eine Studie, in der Olanzapin und Placebo bei 261 Patienten mit einer ersten Episode einer Schizophrenie verglichen wurden. Nach 12 Wochen gab es einen extrem großen Unterschied zugunsten von Placebo, aber die Autoren berichteten das Gegenteil, dass Olanzapin wirksam war. “ Das sie das Gegenteil als Ergebnis präsentieren müssen, liegt daran, das die Pharmaindustrie die Studien bezahlt. Diese wenigen Sätze sagen eigendlich schon alles was man wissen muss, das ist die bittere Realität.


    Zitat: (Dr. Aderhold, Dr, Weinmann)

    "Nur 17% der Patienten erleben eine minimale klinisch bedeutsame Wirkungen gegenüber einem Scheinmedikament. D.h. 83% werden, ohne Nutzen mit Substanzen behandelt, an denen sie subjektiv oft erheblich leiden, die sie oft erheblich körperlich schädigen, oftmals irreversibel.


    Fast regelhaft kommt es bei der unzureichenden Wirksamkeit zu weiteren Dosissteigerungen ohne klinischen Vorteil, jedoch oft mit zunehmenden Nebenwirkungen und ohne Korrektur oder Absetzversuche im Verlauf.


    Die psychischen Funktionen der so Behandelten, die erforderlich sind für ihren Genesungsprozess, werden durch Fehl- oder Überdosierungen weiter geschwächt. Das körperliche Abhängigkeitspotential der Neuroleptika ist bis heute völlig unzureichend erforscht, lässt sich jedoch durch langfristig gelungene Absetzprozess belegen.


    Der Versorgungsalltag ist so unflexibel, dass die Akteure bei psychotischen Symptomen reflexhaft zu Neuroleptika greifen, und gar keine anderen Optionen kennen und zur Verfügung haben. Echte Alternativen stehen nicht zur Verfügung, auch wenn darüber aufgeklärt werden soll.


    Das führt zu mehr Druck auf Patienten, bis hin zu Menschenrechtsverletzungen. Die steigende Placebo-Response bei besserer klinischer Versorgung und spezifische Ansätze (Soteria, Bedürfnisangepasste Behandlung, Offener Dialog) weisen jedoch den Weg.


    Durch Rezeptorveränderungen infolge der pharmakologischen Behandlung ist das wieder Absetzen erschwert und Entzugsphänomene sind oft so ängstigend, muten wie Rückfalle an und sind auch tatsächlich oft schwer davon zu unterscheiden." Zitatende


    25% können in westlichen Ländern, komplett nach einer Psychose gesunden. In Entwicklungsländern beträgt die Rate sogar 50%, weil erst keine Medikamente gegeben werden.


    Medikamenten blockieren die Rezeptoren, denken und fühlen wird erschwert, sie lassen das Gehin schumpfen, vermindern damit die kognitiven und psychischen Fähigkeiten.


    Weil man und das Gehirn mit oder trozt AP funktionieren möchte, und das sind die Anstrengungen mit AP zur Gesundung, kommt es zu einer bis zu dreifachen Zunahme der blockierten Dopaminrezeptoren und einer dosisabhängige Super-Sensibilisierung der Dopamin-Rezeptoren. Der Überbestand dieser zusätzlichen Rezeptoren dauert mehr als 1 Jahr, bis hin zu mehreren Jahren und potentiell auch von Irreversibilität. Damit besteht beim Absetzen von Antipsychotika eine erhöhte Rezeptorverfügbarkeit, und diese Supersensitivität kann Absetzphänomene (Absetzpsychosen) und ein erhöhtes Rückfallrisiko bedingen. Weil das so ist, also die Abhängigkeit von Medikamenten durch viel mehr Rezeptoren und Super-Sensibilisierung ensteht, kommt es zu einer Chronifizierung von Schizophrenie und ein Grund warum in westlichen Ländern nur 25% statt 50% kompett nach der ersten Psychose gesunden können. AP können auch keine Psychose verhindern, das können Dir hier auch einige bestätigen, es gibt Studien die zeigen, das sich die psychotischen Phasen mit AP sogar häufen.


    Des Weiteren konnte durch bildgebende Verfahren gezeigt werden, dass ein Defizit von Dopamin durch AP an der Entstehung kognitiver Symptome von Patienten mit Schizophrenie beteiligt ist. Da Antipsychotika jedoch nicht nur auf die subkortikale Region einwirken, also nicht selektiv sind, können sie damit auch zu einer Verschlechterung von Negativ- und kognitiven Symptomen führen.


    Die sonstigen Nebenwirkungen ( stark krebseregend, Übergewicht, Zweiterkrankungen, wie Diabetis usw.), sind auch ein Grund dafür warum die Heilung erheblich schwieriger wird.


    Die falsche Vorstellung, bzw. das falsch von Ärzten und Pharmaindustie vermittelte Wissen von der Wirkung von AP, sehe ich als Haupthindernis für die Gesundung.


    Die meisten sind mit der Thematik überfordert, viele schaffen es aber zum Glück sich intuitiv sich von Medikamenten zu lösen.


    Ich wünsche Dir eine gute Wahl bei Deinem neuen Beruf und das Du auf Deinem Weg alles hillfreiche und heilsame findest, unheilsames vermeidest und so schnellst möglich wieder gesund wirst.