Beruf und Berufslaufbahn

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  • meine berufslaufbahn:

    ich dachte elektriker wäre ein traumjob, als ich elektriker war, wurde ich schlecht ausgebildet und hab dadurch den abschluß auch nur mit ach und krach bestanden.

    danach war ich 4 jahre bei der bundeswehr, hab alle möglichen führerscheine dort gemacht, unter anderem LKW- führerschein und gefahrgutschein. dachte das wäre auch ein traumberuf, war aber ein albtraumberuf. zu viel stress, zu viel arbeit. ich war jeden tag ca 14 stunden unterwegs, ja, auch am wochende. ich hielt solange durch bis ich zusammenklappte(also psychose mit kompletter schizophrenie). ich wurde em-rentner und habe bei der lebenshilfe(der ich sehr danke) das arbeiten neu erlernt. ich hatte auch da auf und abs. aber bei denen darf man auch mal ruhe bewahren, als kein stressjob gewesen.

    ich wurde dann durch die eingliederungshilfe, als gärtner, aufm ersten arbeitsmarkt. ca nen jahr durchgehalten und peng, nächste psychose. ich kündigte den job als gärtner.

    die lebenhilfe hat mich aufgefangen. ich musste aber diesesmal fast 7 monate in der klinik aushalten, aber zum glück mit erfolg! mir gehts als sehr gut.

    vor ca einem jahr hab ich eine wiedereingliederung wieder mitgemacht, arbeite jetzt als greenkeeper, der job ist mir so dermaßen ans herz gewachsen, das ich den job TRAUMBERUF nennen kann.

    fazit: der weg kann auch mal lang sein, alles egal, hauptsache man fühlt sich am ende wohl.

    gruß Ingo

  • Hallo Ingo,

    gut zu hören, dass es bei dir geklappt hat.

    Ich bin auch berentet, nachdem ich mit 18 einige Psychosen hatte und dann jahrzehntelang versuchte, beruflich Fuß zu fassen.

    Jetzt bin ich paar Jahre in der Rente, überlege aber bei der Lebenshilfe anzufangen.

    Allerdings habe ich Angst, sofort in einen Helferjob gesteckt zu werden und dann wieder Monate in der Psychiatrie zu verbringen.

    Behinderung habe ich nur 40% zugesprochen bekommen, bei der Lebenshilfe braucht man 50%?

    Ich bin sehr motiviert, wieder etwas anzupacken, leider habe ich Angst in einer ausweglosen beruflichen Situation noch schwerer zu erkranken.

    Jedoch beantwortet dein Bericht ganz gut, dass es sich lohnen kann, es bei der Lebenshilfe zu probieren...trotz der Angst nach unzähligen beruflichen Fehlschlägen.

    Greenkeeper hört sich sehr gut an, muss tatsächlich ein traum sein den Rasen zu pflegen.

    Die Rente ist für mich schwierig, da ich nichts mit der Zeit anzufangen weiß, emotionslos und freudlos bin und allmählich immer länger im Bett liege.

  • Hallo Alkaloid,

    herzlich willkommen hier im Forum.

    Ich bin auch seit 12 Jahren berentet und arbeite auf dem 1. Arbeitsmarkt als Finanzcontrollerin / Verwaltungskraft auf Minijob-Basis mit 6 Stunden / je Woche (3 Tage x 2 Stunden). Das gibt mir eine Struktur und ja, ich muss zusehen, dass ich um 8 Uhr aufstehe und nicht bis Mittag im Bett bleibe.

    Ich weiß nicht, ob man ein GbB von 50 braucht um bei der Lebenshilfe unterzukommen. Aber wenn ja, wäre dann ein Minijob für dich eine Alternative?

  • Hallo Rosi,

    ich habe viele Jahre, auch neben Studium, einen minijob gemacht, vor allem Aushilfe im Baumarkt, putzen und auch regalauffüller.

    Zur Zeit geht es mir aber so schlecht, dass ich solche jobs garnicht packe (fiel mir auch früher schwer nur war ich da körperlich sehr belastbar, das bin ich jetzt kaum).

    Jedoch kommt auch die Lebenshilfe für mich kaum in Frage, da ich nicht wieder in Hartz4 fallen will und auch die Rente nicht verlieren will. Man wird ja doch nur immer wieder auf den Arbeitsmarkt gedrängt ohne jegliche Hilfen die einem aber im Vorfeld groß versprochen werden.

    Sogar kurz nach den ersten Psychosen war immer nur die Wiedereingliederung das Thema, eine Heilung/Hilfeleistung fand in meinen Augen kaum statt.

    Mein Misstrauen gegenüber den Sozialpädagogen ist nach vielen schlechten Erfahrungen schon sehr groß.

    Aber es muss ja nicht immer eine Lösung geben.