Psychose durch Psychoanalyse

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  • Anfang der 2000er Jahre habe ich als studentische Bürokraft in einem Institut stundenweise gearbeitet, an dem Ärzte und PsychologInnen zu PsychoanalytikerInnen weitergebildet wurden. Ich war im Promotionsstudium der Philosophie. Es war ein richtiger Studienbetrieb, und die ProbandInnen durften unter Supervision auch schon eigene PatientInnen behandeln.


    Ich hatte auch die kleine psychoanalytische Bibliothek zu betreuen, und eines Tages las ich in einer Fachzeitschrift einen faszinierenden Artikel eines Analytikers aus der Nähe von Stuttgart. Ich hatte einen Vaterkomplex und war ständig unglücklich in ältere Männer verliebt, die aber nichts von mir wissen wollten. Ein typischer Fall für eine Psychoanalyse, dachte ich und er sei ein Experte. Ich rief dort an und tatsächlich nahm er mich als Patientin an.

    Er war ein analytischer Körpertherapeut, also nix mit Couch und Sessel dahinter. Statt dessen saß ich praktisch auf seinem Schoß, er massierte mir die Schultern, gesprochen wurde wenig.

    Es war total regressiv, einerseits kam ich mir vor wie ein Kleinkind, andererseits war es hoch erotisch,

    Diese Mischung aus Regression und Erotik habe ich nicht verkraftet. Es war zu widersprüchlich. Ich wurde immer wütender auf ihn, weil er lange Urlaubszeiten hatte, in denen ich Verlassenheitsdepressionen entwickelte. Es ging mir immer schlechter, und schließlich wurde ich psychotisch, was er gar nicht gemerkt hat. Ich bräuchte keine Medikamente, sagte er. Er war ein fetter, fauler Sack, und ich hab mir die Mühe gemacht, eigens von München nach Stuttgart zu fahren, um bei ihm Therapie zu machen. Er ist inzwischen verstorben, Mr. R. W., so kann er keinen PatientInnen mehr schaden.


    Als ich schließlich davon überzeugt war, dass unsere Wohnung mit Überwachungskameras versehen seien, ging ich auf Anraten meines Mannes zu einem ganz normalen Psychiater, der mich erstmal auf Zyprexa setzte, aber glücklicherweise nicht in die Klinik einwies.

  • Viviane

    Hat den Titel des Themas von „Psychose durch PsychoanalyseA“ zu „Psychose durch Psychoanalyse“ geändert.
  • Manchmal kann man nur den Kopf schütteln, wenn man hört, wie Psychotherapeuten oder -analytiker mit ihren PatientInnen umgehen. Zum Glück hast Du gemerkt, daß dieser Mensch Dir nicht gut getan hat, und konntest Dich von ihm distanzieren.

    "Warum weinst du? Es tut mir sehr leid, ich weiß nicht, was ich in einem solchen Moment tun oder fühlen soll." - "Warum versuchst du nicht, einfach zu lächeln?"

    (Rei Aynami - Shinji Ikari, Neon Genesis Evangelion)

  • Ich bin Privatpatientin, so sind die Ärzte und Therapeuten natürlich darauf aus, mich als Patientin zu gewinnen.

    Auf jeden Fall bin ich davon überzeugt, dass Tiefenpsychologie nichts für Psychose-Patienten ist.


    In der letzten Sitzung schrie er mich an: "Was wollen Sie eigentlich von mir?!"

    Ich wollte nie etwas anderes, als an meinem Vaterkomplex zu arbeiten. Aber es schien mir müßig, ihm das nach vielen Stunden Therapie nochmals zu erklären und ich verließ schweigend und für immer seinen Therapie-Keller.


    In jüngeren Jahren machte ich mal eine Gesprächstherapie bei einer Ärztin, bei der auch schon eine Ex von mir in Behandlung war, also eine Frau, mit der ich eine Zeitlang eine sexuelle Beziehung hatte. Ich hatte oft den Eindruck, dass die Therapeutin mich runterzumachen oder sich über mich zu mokieren versuchte, während meine Ex ganz begeistert von ihr war und jahrelang dort hinging,

    Also für mich ist Psychotherapie nichts mehr. Ich gehe alle 4-6 Wochen zum Psychiater, habe ein 20-minütiges Gespräch mit ihm und bekomme alle Medis, auch Benzos.

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    PS: Ich bin übrigens seit 30 Jahren mit einem Diplom-Psychologen verheiratet :S