Innere Gegensätzlichkeit (Ambivalenz)

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  • Hallo,

    Ich bin mir nicht sicher wohin im Forum ich den Beitrag stellen soll. Bitte schiebe ihn in das richtige Thema,Felix,danke.


    Es geht darum,dass ich immer eine große Widersprüchlichkeit in mir habe. Selbst wenn ich keine akute Psychose habe.

    Es ist so,dass die Stimmen immer positiv und negativ sind und quasi miteinander diskutieren. Doch auch wenn ich keine Stimmen höre bin ich fast unfähig eine Entscheidung zu treffen, weil ich ganz viele Argumente für beide Seiten in meinem Kopf habe. Ich kann mich auch immer in mein Gegenüber einfühlen, weil ich seine Meinung/Erklärung verstehe - doch ich kann ihm nicht zustimmen, weil ich gleichzeitig gegensätzlicher Meinung bin und mich nicht für eine Meinung entscheiden kann.

    Eine Diskussion mit mir ist ganz schrecklich, sobald mein Gesprächspartner mit mir überein kommt bringe ich wieder eine andere Meinung vor. Aber ich poche nicht nur blöd auf mein Recht, sondern es sind schon unterlegte, durchdachte Ansichten die ich da vorbringe.

    Was daran so schlimm ist, ist die Unfähigkeit die einfachsten Entscheidungen selbst/alleine zu treffen. Es fällt mir so schwer mich zu entscheiden und um Nachhinein habe ich meist das Gefühl mich falsch entschieden zu haben. Selbst meine Kinder beschweren sich darüber, dass ich sie immer zum Papa schicke und kaum etwas selbst entscheide...


    Geht es manch einem von euch auch so? Wie schafft ihr es dann euch eine Meinung zu bilden und Entscheidungen zu treffen? Habt ihr eine Strategie entwickelt wie ihr damit umgeht?


    Ich danke euch für eure Antworten.

    Lg hejemalafa

  • Hallo nochmal,

    Ich finde es schade/traurig/merkwürdig, dass zu diesem Thema keiner antwortet... Eigentlich soll so eine Ambivalenz zu diesem Krankheitsbild gehören - das sagte die Therapeutin und das habe ich gelesen.


    Wollt ihr mir nichts dazu sagen, weil ICH gefragt habe? Oder ist das einfach nicht euer Thema?


    LG hejemalafa

  • Hallo heje...


    Mir ging es in der letzten Zeit auch so komisch eine Entscheidung zu treffen...


    Mir hat meine Psychologin gesagt das man auch mal das tun soll oder entscheiden soll was einem selber gut tut...


    Leichter gesagt als getan...

    Bei mir löst es innere Unruhe aus wenn ich keinen Nenner oder Lösung finde...


    Mit jemand diskutieren mach ich schon lange nicht mehr... ist mir zu anstrengent und steiger mich da zu viel rein...


    Helfen konnte ich dir da zwar nicht damit... Aber du bist mit sowas nicht allein


    Mfg tony

  • Hallo hejemalafa 🤗


    Ist wirklich nicht mein Thema... Selber habe ich recht wenig Probleme mich zu entscheiden für oder gegen was... Aber so ist halt jeder verschieden... Ich habe einen bekannten, der auch extrem Mühe hat sich zu entscheiden, sei es wenn er es kaufen muss oder einen job suchen etc... Der ist aber nicht an Schizophrenie erkrankt....


    Herzliche Grüsse und einen schönen Abend... Felix

    „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“

    (Johann Wolfgang von Goethe)

  • Hallo hejemalafa,

    ist jetzt nicht so mein Thema, weil ich mich nicht so auskenne.

    Aber Entscheidungsschwäche muss nicht unbedingt immer was mit der Krankheit zu tun haben.

    Solange Du differenzieren kannst und Probleme von allen Seiten betrachten kannst bist Du in der Hinsicht nicht krank.

    Das man Entscheidungen nicht treffen kann hat bestimmt etwas mit der Lethargie zu tun, die einem die Krankheit beschert. Die innere Schwere, die Angst vor der Zukunft und einfach nur, weil man andere für fähiger hält. Sprich: wenn der Selbstwert am Boden ist, hält man sich für unfähig Entscheidungen selbst zu treffen.

    LG Lichtblick

  • Hallo Ihr alle,

    entschuldigt meinen letzten Beitrag, ich wollte niemanden unter Druck setzen hier zu antworten... Ich war irgendwie schon wieder auf der Idee,dass mir nicht mehr geantwortet wird,was natürlich Blödsinn war. Sorry! *werdRot*


    Danke für eure Meinung dazu.

    Also ich leide wirklich darunter. Es ist so, dass in mir drin alles widersprüchig ist, fast bei jedem Thema. Ich höre Stimmen die mir sagen es ist gut so und welche die es negativieren - stimmen die "ja" sagen und dann gleichzeitig "nein" - ich fühle dass ich eine gute Mutter bin und gleichzeitig denke ich es wäre besser für die anderen wenn ich nicht da wäre usw. Um nur ein paar Dinge zu nennen. Dadurch kann ich meinem Gefühl / Gedankengut nie richtig trauen,weil ich es nicht einer Seite zuordnen kann. Ich kann dann keine Entscheidung treffen (wenn eine fällig ist) und bin oft unfähig überhaupt etwas zu tun. Selbst wenn es um banale Dinge wie den Hausputz geht: ich kann einfach nicht beurteilen was am Wichtigsten ist, erst Abwasch oder Staubsaugen z.B. und dann sitze ich da und denke darüber nach und plötzlich ist der Tag rum... Ich fühle mich auch schlecht dadurch, weil ich einfach nie weiß ob etwas gut oder schlecht ist.

    Da das wohl zum Krankheitsbild gehört, dachte ich mir ich frage euch mal wie ihr damit umgeht und wie ihr euch fühlt was das betrifft.

    LG hejemalafa

  • Guten Morgen hejemalafa,

    ich habe länger gezögert zu antworten, weil du diese Schwierigkeiten mit der Erkrankung verknüpfst und ich sie nicht habe. Auch ich kenne so einige Menschen, die sich schwer tun Entscheidungen zu treffen. Es sind aus meiner Sicht immer Menschen mit einer hohen Intelligenz, die Situationen sehr differenziert betrachten können. Das macht das Entscheiden sehr schwer. Da ist nicht alles schwarz oder weiß.

    Ich selber halte mich bei z.B. Fragen des Haushaltes an selbst aufgestellte Regeln. Die heißen im Haushalt: " Von oben nach unten", weil bei Tätigkeiten oben Schmutz nach unten fällt und "von vorne nach hinten", weil dann das zuerst Sichtbare in jedem Fall erledigt ist. Die Regeln stelle ich auch nicht mehr in Frage. Bei für mich schwierigeren Fragen wie z.B. Miri`s Ehevertrag halte ich mich an zwischenmenschliche Aspekte und gebe nicht meinem Sicherheitsbedürfnis nach. Wenn ich gerade keine Entscheidung treffen kann, weil ich zu diffus bin, lass ich das Thema erstmal fallen, mach ich einfach etwas anderes und hole mir Feedback von außen.

    Herzliche Grüße

    Elfriede

  • Die innere Schwere, die Angst vor der Zukunft und einfach nur, weil man andere für fähiger hält. Sprich: wenn der Selbstwert am Boden ist, hält man sich für unfähig Entscheidungen selbst zu treffen.



    Den Eindruck habe ich bei meiner Tochter ganz oft. Sie wirkt seit Wochen extrem verunsichert auf mich. Früher hat Miri Entscheidungen intuitiv getroffen. Heute traut sie sich kaum etwas zu.

  • Hallo,

    Elfriede auch wenn du diese Krankheit oder dieses Verhalten/ Charaktereigenschaft nicht hast freue ich mich (bisher) immer über deine Meinung. Du bringst oft eine andere Sichtweise in mein Denken oder Ideen zur Lösung eines Problems , ich schätze das ist gut.

    Sicherlich gibt es auch solche Menschen,die nicht an schizophrenie erkrankt sind, das stimmt. Nur mit dem hohen Intellekt kann ich nicht mithalten, also liegt es bei mir wohl doch eher an der Krankheit.

    Das mit den Regeln ist eine sehr gute Anregung *dankeschön* zumindest im Haushalt sollte ich so etwas besser zurecht kommen. Ich werde sie mir zusammen mit meinem Mann überlegen und dann umsetzen.


    Und was Lichtblick schreibt stimmt auch, jetzt, wo ich es nochmal lese: es geht mir auch oft so,dass ich denke mein Mann kann es einfach besser entscheiden,weil er "besser" ist,als ich.


    LG hejemalafa

  • Hallo Elfriede

    Mein jetziger Mann ist ja auch nicht unerheblich älter als ich - im Punkt Verantwortung abgeben und einer damit verbundenen Bequemlichkeit muss ich dir zustimmen. Ich habe immer Angst alles falsch zu machen und da ist es "bequem" ihm die Regie zu überlassen. (Meist fühle ich mich dennoch Schuld wenn etwas nicht klappt, doch das ist wieder ein anderes Thema.) Meistens jedoch habe ich echt das Gefühl nichts zu können und zu wissen und deshalb übergebe ich ihm die Entscheidungsfreiheit, weil er einfach ein besserer, intelligenterer und erfahrenerer Mensch ist, als ich es bin.

    Bei meinem Ex-Mann ging es mir ähnlich, obwohl er nur 6 Jahre älter war. Da bin ich allerdings der Meinung es lag daran,wie er mich behandelt hat: hat sich über mich lächerlich gemacht,mich runter gezogen und eingeschüchtert.... erst als es für mich und vor allem für die Kinder wirklich (körperlich) gefährlich wurde habe ich den Schlussstrich ziehen können.

    Danke für deine Einschätzung und dem Erzählen von deiner Erfahrung.

    LG hejemalafa