Das lässt mich nicht los

Hallo Lieber schizophrenie-online.org Nutzer


Um diese Seite im vollen Umfang Nutzen zu können musst du dich Registrieren, erst dann ist das erstellen und beantworten von Beiträgen möglich. Auch der Chat und der nicht öffentliche Bereich ist nur für Registrierte Benutzer verfühgbar.


Als Registrierter Nutzer profitierst du außerdem davon, dass du andere Mitglieder über Privat-Nachrichten oder Email (anonymisiert) kontaktieren kannst.

  • Hallo!


    Habt ihr schonmal an was ständig denken müssen was euch einfach nicht los lässt?


    Ich brauche mal andere Meinungen und Ratschläge.


    2017 wurde mir die Diagnose Schizophrenie gestellt. Ich habe zur der Zeit keine Stimmen gehört und keine Menschen gesehen.


    Ich kam in die LWL Klinik nach Vorfällen an meinen Arbeitsplatz.


    Ich hörte meinen Kolleginnen und Chefs viel zu viel zu.

    Um es kurz zu machen ging es um eine Vergewaltigung.

    Da ich an Gedächtnisverluste aufgrund meiner Erkrankung leide kann ich mich nicht an viel erinnern.

    Jedenfalls bekam ich Angst vor denen auf der Arbeit.

    Mein Chef erzählte von einer Vergewaltigung. Da war ich schon erschrocken. Ich tat so als wüsste ich von nichts und kriege nichts mit.

    Die Eiche davor bevor er von der Vergewaltigung erzählte lag ich im Krankenhaus wegen eines Unfalls.

    Was mir Angst machte das er so Sachen erzählte, die auf mich gepasst haben. Da bekam ich schon Angst und ließ mir nichts anmerken, weil ich endlich herausfinden wollte was los war. Da mir mal ein Arzt als ich kleiner war sagte, dass ich an ein Gedächtnisverlust leide, fragte ich mich wirklich was die mit mir gemacht haben. So vieles passte auf mich. Dann bekam ich ein Gespräch zwischen Kolleginnen mit dir über genau diese Vergewaltigung auch redeten. Die hatten irgendwas gemacht und hatten Angst das sie ins Gefängnis müssen. Da bekam ich noch mehr Angst vor denen. Ich ließ mir nichts anmerken und tat so als hätte ich nichts mitbekommen.

    Dann zu guter letzt hat meine Vorgesetze von früher mit sich selber gesprochen und erzählte auch was von einer Vergewaltigung, das sie mir was in den kaffee getan hat , die alle Dreck am stecken haben und vieles mehr.


    Irgendwann konnte ich nicht mehr, weil so viele Fakten für mich sprachen und bin zur Polizei und habe panisch eine Anzeige wegen Vergewaltigung und Mobbing geschaltet. Die nutzen mich nur auf der Arbeit aus und ärgerten mich extra. Sie Monaten mich. Für mich war klar das die die ganze Zeit über mich reden mussten. Keiner wusste von mein Gedächtnisverlust. Ich war aufgelöst.


    Nachdem ich bei der Polizei war, wollte ich zur einer Untersuchung. Niemand wollte mich richtig untersuchen. Die sagten mir das ich eine Schizophrenie habe und vielleicht das alles nicht so passiert ist wie ich denke. Damals habe ich keine Stimmen gehört und keine Menschen gesehen. Ich dachte immer die Polizei wollte denen aus der Praxis helfen mit der Klinik zusammen.

    Die Polizei versicherte mir das die allem nachgehen und durfte mir nichts weiter sagen.

    Die Klinik jedenfalls glaubte nicht daran und verschrieb mir Tabletten.

    Ich nahm diese nicht und verließ die Klinik auf meinem Wunsch.


    Ich arbeitete nicht mehr bei alten Arbeitgeber, weil es mir nicht gut tat.

    Irgendwann bekam ich so Sachen von einen Gynäkologen und ein Tierarzt, die in der selben Region wie mein alter Arbeitgeber war mit.

    Die Sachen die ich heimlich belauschte machten mich Wahnsinnig. Es ging wieder um eine Vergewaltigung, aber an mir. Ich dachte mir, woher wissen die das. Sie redeten eigentlich noch mehr. Ich könnte nicht mehr.


    Genau ein halbes Jahr später 2018 hörte ich eines Morgens Stimmen, die ich nicht richtig loswerde. Auch Menschen habe ich gesehen.

    Es ist so viel passiert was ich alles gar nicht schreiben kann.

    Ich dachte wirklich die Stimmen wären echt und die Polizei würde mich stalken und extra nerven.

    Ich habe mich in der Zeit mit der Polizei angelegt. Die hatten wenig geduldt mit mir und haben mich in die Klinik Zwangseingewiesen.

    Auch da glaubte ich immer noch das die den in der Praxis helfen wollen alles zu vertuschen.


    Mein Psychiater und mein Psychologe sind der Meinung, dass ich ein richtiges Trauma davon getragen habe.

    Die Polizei ermittelt, aber hat sich nie wieder bei mir gemeldet. Ich frag mich, ob sie der Sache richtig nachgehen.

    Viele der Leute, die bei meinen Arbeitgeber häufiger waren, die auch meine Tante kannten, sagten ihr, dass ich sehr lieb gewesen wäre und ich zu viel dort gemobbt wurde.

    Das hilft mir so alles nicht weiter .

    Mein Psychologe sagte ich soll es hinter mir lassen und die gemeinen Leute vergessen, aber genau das kann ich nicht. Ich habe schon zwar alles der Polizei gesagt, aber ich habe Angst das die mich nie ernst genommen haben wegen meiner Erkrankung.


    Was meint ihr zu der ganzen Sache ?

    Könnt ihr mir irgendwas raten ?

  • Hallo,

    was ich dir dazu schreiben kann, wirst du auch nicht glauben.

    Alles oder zumindest sehr ähnlich, was du oben so beschreibst, beschrieb auch meine Tochter schon einige Zeit vor ihrer ersten Psychose. In dieser Zeit hörte sie noch keine Stimmen und sah keine Gestalten. Aber alles schien, laut ihren Erzählungen, irgendwie in Zusammenhang zu stehen und alles bezog sich auf sie. Selbst Fragmente eines Satzes, den sie vom Nachbarn hörte. Nichts konnte sie von diesen "Erkenntnissen/Zusammenhängen" abbringen. Nach ihrer ersten Psychose und der Behandlung im Bezirkskrankenhaus hatte Miri starke Gedächtnislücken und keine reelle Zeit Zuordnung mehr. Bis heute.

  • Hi Alice,

    wirklich passiert ist ja nichts. Tatsächlich verknüpfte Miri Ereignisse miteinander, die aber tatsächlich nichts gemeinsam hatten. (Jens, ein neues Mitglied hier, hat das heute in seinem Beitrag gut beschrieben). Es gab bei Miri ein paar Konflikte mit den Leuten vom Kindergarten und von der Schule. Danach verknüpfte Miri alles zu einem Geschehen. D.h. sie hörte an dem einen oder an dem anderen Ort einen Satz völlig aus dem Zusammenhang gerissen und stellte in ihren Gedanken eine Verbindung zu dem her, was z.B. der Nachbar zu seinem Schwager sagte. ...oder der Pfarrer in seiner Predigt äußerte...oder die Physiotherapeutin ihrer Tochter, über ihren eigenen Sohn erzählte...oder...oder... oder...


    Liebe Alice, es leider kein Zufall, dass es zwei Personen so ähnlich geht. Es ist ein Teil dieser Erkrankung, der mit einer Fehlfunktion im Gehirn einhergeht. Es ist eine Gehirnstoffwechselerkrankung.

  • Hallo Alice,


    Da muss ich Elfriede leider recht geben, dass Gehirn kann einem Menschen ganz schön einen Bären aufbinden!! In meinem alten Phasen hatte ich solches "alles auf mich beziehen" auch ganz extrem! Jetzt mit den Medikamenten und durch Gesprächstherapie nur noch schwach...


    Vielleicht haben einen Arbeitskollegen ja über einen Fall in der Zeitung gesprochen, oder so ähnlich...


    Ich kenne auch andere betroffenen die in ihren akuten Phasen vieles nicht richtig einordnen können und dann auf sich beziehen... Das scheint wirklich typisch zu sein...

    Achte auf deine Gedanken!
    Sie sind der Anfang deiner Taten.


    (Chinesisches Sprichwort)

  • Hi!


    Danke für eure Antworten.

    Das kann wahrscheinlich sein.

    Allerdings waren es so miese Leute das ich denen das vom Charakter leider zu traue. Sonderlich nett behandelt haben die mich nie. Habe mich zu wehr gesetzt, aber es wurde immer schlimmer. Wohl habe ich mich da nie gefühlt.

    Ereignisse kann man leider nicht ändern.

    Glücklich wäre ich, wenn ich bei irgendetwas recht behalten hätte.

  • Hallo Alice,

    Ich schliesse mich der Meinung von Elfriede und Felix an, da (auch) ich die Erfahrung gemacht habe, dass es zur Krankheit gehört alles auf sich zu beziehen.

    Trotz Medikamenten und keinem akuten Schub geht es mir so, dass ich mich immer angesprochen fühle, alles nur wegen mir passiert bzw gemacht wird und alles von dem was ich mache beobachtet und kontrolliert wird, auch habe ich immer das Gefühl die anderen sprechen, lachen und lästern über mich.

    Bin gerade alleine hier und die anderen schlafen noch bis ich sie wecke - deswegen kann ich ziemlich gut reflektieren was ich tue und denke und was zur Krankheit gehört... wenn ich in der Situation mit anderen bin, vor allem ausserhalb meiner engsten Familie, dann weiß ich leider nicht mehr, dass es die Krankheit ist, dann bin ich mir sicher mich nicht zu irren.

    Versuche doch es als Krankheitssymptom zu sehen, ist vielleicht besser als der Gedanke, dass dir was "schlimmes" zugestoßen ist, und hilft vielleicht das Thema zu beenden oder?

    LG hejemalafa

  • Hallo hejemalafa,


    es kann gut sein. Aber die Erkrankung kommt nicht von ungefähr. Meine Arbeit war nicht so gut. Habe viel zu viele Stunden dort verbracht und wurde nicht nett behandelt.

    Nett waren die alle nicht. Ich traue den schon was zu gemacht zu haben.


    Ich soll also nichts auf mich beziehen.

    Wenn man zur der Zeit, wo das alles passiert ist noch keine Stimmen gehört hat und keine Menschen gesehen hat. In wie fern kriegt man das was meine Kollegen und Chefs erzählt haben richtig mit?

    Mein Chef hat eine Frau missbraucht, die angeblich so dumm gewesen wäre und nichts merken würde. Das glaube ich eher weniger.

    Es gibt Leute wie mich, die so Stressige Ereignisse einfach aus ihrem Gedächtnis löschen und von nichts mehr eine Ahnung haben.

    Das ist echt übel.

    Ich saß mal in einer Prüfung und vor lauter Stress habe ich mein Namen vergessen. Ich hätte heulen können.

    Meine Gedächtnislücken sind manchmal echt heftig. Die hatte ich aber schon immer.


    Früher auf der Arbeit ist mir mal was passiert. Ich bin zu früh wach geworden. Bin auch viel zu früh auf der Arbeit gewesen. Ich habe es keinen erzählt das ich eine Stunde zu früh da war.

    Ich habe aber einen Mann bei uns im Büro gesehen der meine Chefin mit einen Messer bedroht hatte. Statt zu helfen, machte ich meine Arbeit weiter zu Ende und ignorierte den Mann und meine Chefin. Irgendwann sah ich den Mann auf den Flur. Er kam mir bekannt vor. Ihn hatte ich schon früher immer wo gesehen und wir haben uns gegrüßt. Dieser Mann kam auf mich zu, grinste mich an und fragte: „ Wie komme ich hier am schnellsten raus?“ Ohne zu hinterfragen was er wohl hier machte und warum er meine Chefin bedroht hatte, half ich ihn raus. Ich mochte meinen Arbeitgeber nicht sonderlich. Mir war meine Chefin egal gewesen, weil die mich ständig gemobbt hatten. Ihr ist auch nichts passiert.Ich dachte mir das der Mann wahrscheinlich festgehalten wurde gegen seinen Willen und half ihm deswegen.

    Aber dieses Ereignis hatte ich für eine kurze Zeit vergessen. Und als die mich bemerkten das ich da war, wurde ich gefragt, ob ich einen Mann gesehen hatte. Ich hatte den Mann, den ich geholfen hatte kurz vergessen und antwortete mit nein.

    Vielleicht half ich ihm, weil er immer zu mir so nett war und mich immer gegrüßt hatte. Aber hier war auch kurzzeitig die Erinnerung weg. Gestohlen hatte er nichts und der Chefin ging es auch gut. Er wollte nur schnell aus dem Gebäude raus. Heute wo ich mich wieder erinnern kann hinterfrage ich es.

    Ich frage mich immer was er da wohl gemacht hat. Wurde er wirklich gegen seinen Willen festgehalten oder ist er vielleicht eingebrochen.

    Ein Einbruch habe ich ihn nicht zugetraut. Das letzte Mal habe ich ihn vor zwei Jahren wieder gesehen.

    Wir haben uns von weiten gegrüßt.


    Das war auch eine Situation wo ich heute sagen würde, ich hätte merken müssen das ich krank war. Diese Gedächtnislücken habe ich schon länger. Immer wenn was stressiges passiert war, vergaß ich alles.

    Das ist heute immer noch so. Ich suche auch ständig meine Sachen, weil ich vergessen habe wo die liegen.


    Ich habe mal meinen Psychologen gefragt, ob die Gedächtnislücken normal sind. Er sagte das gehöre zum Krankheitsbild dazu. Das viele solche Lücken hätten. Stimmt das ? Habt ihr auch so Gedächtnislücken?

  • Hmmh, also jetzt, wo du davon erzählst. Aber ich habe keine Gedächtnislücken im Kurzzeitgedächtnis. Meine Sachen finde ich in der Regel leicht wieder. Ich habe eher Gedächtnislücken im Langzeitgedächtnis.

    Wenn man mich fragt, wo ich letztes Jahr im Urlaub war. Öhm, tja, da muss ich im Fotoalbum nachschauen.

    Oder meine Frau erzählt, wir waren doch dann und dann im Museum und haben dort das und das gesehen, dann kann ich mich grob erinnern, dass ich in dem Museum war, aber was ich da genau gesehen habe, keine Ahnung mehr.