Schon als Kind war meine Tochter irgendwie anders...

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  • Schon als dreijähriges Kind erzählte mir meine Tochter von einem Hund der oben im Dachboden des Hauses bellt. Wir gingen spätabends nach oben um nachzusehen. Nichts,- während meine Tochter wie gebannt auf etwas starrt. Auf etwas, das ich nicht sehen konnte. Hob schließlich ihren Kopf sah nach oben und deutet auf die Decke und behauptete,- ein Mann. Der Mann hängt. Ich sah nichts...sagte das aber nicht und hob nur hervor, dass uns das keine Angst macht, wir beide jetzt nach unten gehen und morgen nochmal nach den beiden sehen.

    Das war in unserem ersten Haus.


    Im zweiten Haus kam Miri zu mir in`s Bett und suchte Trost bei mir, da die alte Frau immer schimpfte...

    Also schimpfte ich nach geraumer Zeit mit dieser für mich unsichtbaren Frau und sagte ihr sie solle meine Tochter in Ruhe lassen. Ich habe nichts mehr über sie gehört.


    Im dritten Haus liefen so viele Menschen vom Dachboden die Treppe herunter und wieder hinauf..., dass Miri in den ersten Wochen Schwierigkeiten hatte einzuschlafen. Erst die Erfahrung, dass sie sie nicht beachteten ließ sie zur Ruhe kommen.

    Ich glaube es erübrigt sich, zu schreiben, dass ich niemanden sah.


    Nachdem meine Mutter in diesem Haus starb, erzählte mir Miri von nächtlichen Besuchen meiner Mutter von denen sie aufgeweckt wurde und dass sie beide Frieden geschlossen hätten. Meine Mutter sei so friedlich und freundlich gewesen.

    Danach war ihr Groll auf meine Mutter verschwunden. Da war Miri elf.


    Zurück im zweiten Haus sah meine Tochter einen grünen Mann im Garten am Zwetschgenbaum stehen.

    Wie ich ihren Worten entnehmen konnte, beriet er sie zuletzt im Alter von 31 Jahren wie sie die Gartenabfälle kompostieren müsse...

  • Ich glaube dass deine Tochter spezielle Begabungen hat. Hellsichtigkeit, Hellfühligkeit.

    Du hast das wunderbar gemacht.


    Aber schizophren ist ein hartes Wort und kann jemanden kaputt machen.


    Vielleicht ist sie einfach sehr sensitiv und sensibel.


    Wie alt ist deine Tochter jetzt ?


    LG Katrin

    Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche bleibt für die Augen unsichtbar.

  • Oh je, ich habe in meiner sehr starken Erkrankungszeit auch Menschen gesehen und gehört.

    Ich sag angebliche Polizeibeamten. Drei von Ihnen kannte ich von früher. Ich habe die Polizei verflucht und am Telefon angeschrien und nicht nette Worte gesagt. Ich dachte wirklich die stellen mir nach. Ich dachte auch die in meinem Haus gesehen zu haben und das die eingebrochen wären. Ich habe schlimmes durch gemacht und wurde krank. Bis dato wusste ich nicht mal das ich krank war. Ich habe meine Eltern die mit mir in einem Haushalt wohnen angeschrien, dass die Polizei aufhören soll mich zu durchleuchten und mir das Leben schwer zu machen. Ich bin keine Verbrecherin und nehme keine Drogen. Da war ich wirklich sehr krank. Die haben nur geheult, weil die das nicht mehr ertragen könnten. Ich sah auch nicht ein das ich krank war. Erst 1 1/2 Jahre später kam die Erleuchtung das ich Menschen gesehen habe und Stimmen höre. Aber auch nur weil sich mein Traumapsychologe für mich richtig viel Zeit genommen hat und alles mit mir durchgegangen ist.


    Ich weis zum Beispiel bis heute nicht , ob ich mir den Mann kniend auf der Straße nur eingebildet habe oder er wirklich da war. Er wurde von einen anderen Mann mit einer Waffe mit Schalldämpfer bedroht. Ich habe die Polizei damals gerufen. Der Mann mit der Waffe ist auch weggerannt und das Opfer später auch. Aber ich wurde angemeckert von der Polizei das da nichts war. Ich sollte aufhören da anzurufen, weil ich krank sei und das alles nicht wirklich passieren würde und ich wollte in die Klinik gehen. In die Klinik würde ich von der Polizei und dem Gericht gezwungen. So wird man als psychisch kranker Mensch behandelt, wenn man anderen helfen möchte. Und für mich fand ich, dass es sehr real war. Den knienden Mann kannte ich vom sehen. Es war zufällig einer der Polizeibeamten von früher. Ich glaube zumindest das es wirklich so passiert ist. Die Polizei glaubt das ich mir den Polizeibeamten der mit einer Waffe bedroht wurde eingebildet habe. Nach der Polizei sei es eine ruhige Siedlung , wo andere, wenn so was wirklich passiert wäre , auch die Polizei gerufen hätten. Das Problem ist, viele sind feige und die ganze Straße hatte Rollos runter und haben geschlafen. Ich wurde vom jammernden Polizeibeamten wach.

    Auch wenn ich nicht gut bei der Sache weg kam, finde ich , dass der Polizeibeamte Glück hatte das er heil da raus kam. Er hatte Glück das ich wach wurde und wir Rollos hoch hatten. Nach der Geschichte habe ich mir geschworen, dass ich alles aufzeichne, wenn wieder für mich reales passiert, damit die Polizei mir auch trotz meiner Schizophrenie glaubt.

    Das empfand ich für mich als real, die anderen Männer habe ich eingesehen, dass die nicht real waren und die eingebildet waren.

    Es ist ein sehr blödes Krankheitsbild.

    Manchmal denke ich, dass man Menschen die an einer Schizophrenie erkrankt sind, immer weniger glaubt. Man wird einfach abgestempelt.

  • Ich weis zum Beispiel bis heute nicht , ob ich mir den Mann kniend auf der Straße nur eingebildet habe oder er wirklich da war

    Ich hole mir gerne im Zweifelsfall mehrere fremd-Meinungen ein, von unabhängigen Personen. Aber was dagegen spricht, dass es Real war spricht, dass es einer der Polizisten war, den du sonst auch gerne mal wahrnimmst. Aber ganz sicher sein ist natürlich schwierig....


    wichtig finde ich, dass sich gerade Schizophrenie erkrankte viel hinterfragen und so probieren sich zu Erden, nur so gelingt es mit der Zeit Fiktion und Realität voneinander zu unterscheiden. Wobei dass so was ist mit der Realität....jeder Mensch, auch klinisch gesunde Menschen, nehmen die Welt anderes war. Darum gibt es ja so viele Meinungen selbst zu vermeintlich einfachen Sachen (Ist die Erde rund oder flach).


    Für mich entscheidend ist, dass ich keine Angst haben muss, was ich erst mit den Monaten und Jahren nach der ersten Psychose gelernt habe, da ich schließlich nie vergiftet oder angeschossen, ja noch nicht mal tätlich angegriffen wurde...diese Erfahrung lehrt mich, dass ich keine Angst zu haben brauche, und wenn ich was sehr beängstigendes wahrnehme, wie dein Polizist der auf offener Strasse mit einer Waffe bedroht wurde, es vermutlich nur meine inneren Ängste sind, die so zum Ausdruck kommen....

    „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“

    (Johann Wolfgang von Goethe)

    • Manchmal denke ich, dass man Menschen die an einer Schizophrenie erkrankt sind, immer weniger glaubt. Man wird einfach abgestempelt.
    • Es ist für mich ganz schwierig, zu unterscheiden, was von dem was meine Tochter erzählt nun "real" ist. Das hat nicht primär mit ihrer Erkrankung zu tun. Ich weiß aber definitiv, dass das was sie mir in psychotischen Phasen unterstellt keinen Wahrheitsgehalt aufweist,-noch nicht einmal im Ansatz.
  • wichtig finde ich, dass sich gerade Schizophrenie erkrankte viel hinterfragen und so probieren sich zu Erden, nur so gelingt es mit der Zeit Fiktion und Realität voneinander zu unterscheiden. Wobei dass so was ist mit der Realität....jeder Mensch, auch klinisch gesunde Menschen, nehmen die Welt anderes war. Darum gibt es ja so viele Meinungen selbst zu vermeintlich einfachen Sachen (Ist die Erde rund oder flach).



    Genau, ich persönlich bin der Ansicht, nicht nur Schizophrenie erkrankte, sondern jeder muss sich viel hinterfragen. Denn wenn ich einfach von mir selbst ausgehe, stelle ich immer wieder fest, dass es einen großen Unterschied zwischen meinen Hirngespinnsten und einer nennen wir es" realen" Sachlage gibt. Vieles entspringt nur meinem Gehirn ...

  • Liebe Elfriede, danke für deinen Bericht über die Kindheit deiner Tochter.

    Zum Thema Wahrheit..ja kurz jeder muss sich immer wieder hinterfragen finde ich auch richtig.


    Schwierig finde ich es nach wie vor seiner eigenen Wahrnehmung nur bedingt trauen zu können.

    Liebe Grüße Ida

  • Hallo liebe Ida,

    das geht aber doch jedem so. Ich kann meiner Wahrnehmung doch auch nicht trauen. Andere erleben Situationen ganz anders als ich. Z.B. bei einem Autounfall. Z.B. bei Familienkonflikten Corona -Krise usw...

    Früher bin ich an meiner Wahrheit fast verzweifelt. Ich dachte, dass andere furchtbar lügen müssen. Erst später habe ich verstanden, dass jeder von uns seine eigene Wahrheit/Realität erlebt. Heute finde ich es spannend zu erfahren wie jemand anders etwas erlebt hat.

    Liebe Grüße

    Elfriede

  • Das mit der richtigen Realität hat mich auch ganz schön fertig gemacht.

    Ich bin so, ich will immer helfen.

    Ich wollte mal einen kleinen Jungen helfen, der seine Mutter auf offener Straße anschrie: Hilfe , hilfe , hilfe !

    Ich will nicht entjungfert werden. Ich hatte mich dann noch mit seinen Vater in den Haare, der behauptet, dass er Junge schrie : Hilfe , hilfe , hilfe. ich will nicht die Haare geschnitten bekommen. Ich bin zwar psychisch krank, aber blöd bin ich auch nicht. Ich habe das gemeldet.

    Immer will man psychisch kranke Menschen vom Gegenteil überzeugen und den glaubhaft machen das würde aus deren falsche Realität entspringen.


    Ich hasse das so. Man will helfen und dann kommen so blöde Leute sagen, dass man ja krank wäre und das nicht so stimmen könnte. Das hasse ich! Das Jugendamt hat sich eh nicht dafür interessiert. Keine Ahnung was aus dem Jungen geworden ist.

    Eine Anzeige wegen Verleugnung habe ich auch nicht bekommen, weil ich eine Schizophrenie habe und auch von dem Ort weg bin.


    Man kann jetzt spekulieren was wahr ist. Vielleicht brauchte der Junge wirklich Hilfe und der Vater hat gelogen. Vielleicht war das was der Vater sagte auch die Wahrheit. Ich weis es nicht. Ich war sehr krank und ohne Medikamente.


    Das mit der Realität macht mir am meisten zu schaffen bei der Erkrankung. Man will helfen und andere halten einen für unfähig das richtig einzuschätzen. Deswegen helfe ich nicht mehr. Will nicht wieder in die Horrorklinik.

  • Ich habe auch so eine große Portion Hilfsbereitschaft in meinem Charakter. Grins...

    Inzwischen habe ich hoffentlich gelernt, nur helfen zu wollen wenn jemand mich fragt.


    Denn,- die die doch das gute will und doch das Böse sät...

    statt,- der der stets das Böse will und doch das Gute sät...