Geht's auch ohne Medikamente

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  • Symptomefrei ohne Medikamente 11

    1. Ja (3) 27%
    2. Nein (8) 73%
    3. Nein, aber ich kann mit den Symptomen gut auskommen ohne Medikamente (0) 0%

    Braucht ihr Medikamente oder kommt ihr auch gut ohne aus?

    „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“

    (Johann Wolfgang von Goethe)

  • Woow, das ist echt super!! Hast du ein spezielles vorgehen gewählt, eine Gesprächstherapie oder psychodrama oder ähnliches??


    Ich achte auch auf Frühwarnzeichen und probiere es dann mit pflanzlichen Mitteln... Aber nicht immer mit Erfolg...


    Geht einfaches absetzen oder eher nicht!?


    Wie können wir davon lernen, vielleicht wäre das auch was für mich!!

    „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“

    (Johann Wolfgang von Goethe)

  • Lotta

    Welche naturheilkundlichen Mittel hast du genutzt oder nach was hast du dich gerichtet?

    Ich hab beispielsweise die Bücher von Hildegard von Bingen, da steht unter „Wahnsinn“ einiges, z. B. Balsamkraut, was genau so gut wirkt als Schlafmittel wie die Antipychotikas, wenn’s in der Psychose gar nimmer geht (sollte man aber nicht zu lange nehmen)

  • Hey :-)


    Sorry für meine späte Antwort, ich gucke hier nur ab und zu mal...


    Zur Therapie: Ich hatte eine Gesprächstherapie kombiniert mit Psychoedukation. "Werde der Experte deiner Erkrankung", hat meine Psychologin immer gesagt...und das wurde ich dann. Ich habe einen Ordner mit meinen Frühwarnzeichen, kenne die chemischen Vorgänge im Gehirn und pflege einen Lebensstil, der auf meine Krankheit passt.


    Ich persönlich bin überzeugt, dass eine gute Gesprächstherapie und Psychoedukation die halbe Miete ist. Auch gesunde Ernährung und genug Schlaf, wenig Alkohol und Co spielen für mich eine große Rolle.


    Auch mit den Themen Resilienz bei psychischen Erkrankungen und der positiven Psychologie habe ich mich sehr lange intensiv beschäftigt.


    Der ganze Prozess hat bei mir mehrere Jahre gedauert, ich hatte insgesamt in 18 Jahren 5 psychotische Ausbrüche mit der Diagnose "paranoide Schizophrenie".


    Ich persönlich habe die Medikamente nicht einfach abgesetzt, ich hab das in Mini Schritten gemacht...immer 50 mg weniger alle 2 Wochen.


    Zu den pflanzlichen Medikamenten: Ich trinke abends Schlaf- und Beruhigungstee, eine Mischung mit Baldrian, Johanniskraut und so. Außerdem nehme ich CBD Öl, aber nicht dauerhaft, sondern nur, wenn ich mich angespannt oder unruhig fühle. Das finde ich echt super.


    Ich hoffe das konnte helfen,

    Liebe Grüße, Lotta

  • Hab gehört dass Antipsychotikas die Zähne schädigen und seitdem ich die hochdosiert nehmen hab müssen wurde das Zähneputzen blutig und da hab ich keinen Bock drauf.


    Hildegard von Bingen nennt es „kaltes Fieber“ und eine Krankheit die man durchmachen muss.

    Unter „Wahnsinn“ empfiehlt sie jeden Tag mehrmals Iriswurzel- oder blätter zu essen und Süssholzwurzel. Auch Walfleisch (aber das gibts in Europa nicht im Handel)


    Auch unter „Trugbilder“ findet man bei ihr einiges

  • Hab gehört dass Antipsychotikas die Zähne schädigen und seitdem ich die hochdosiert nehmen hab müssen wurde das Zähneputzen blutig und da hab ich keinen Bock drauf.

    Das hab ich jetzt noch nicht gehört, und ist bei mir defintiv nicht so, nehme seit über 15 Jahre Antipsychotika und meine Zähne sind Top!


    Mit dem "durchmachen" der Erkrankung wäre ich vorsichtig... Es gibt ja ganz unterschiedliche Krankheitsverläufe und früher wurde in vielen Fällen die Lobotomie angewendet, also der Blick zurück ist nicht unbedingt gut für die Betroffenen!


    Aber was Lotta geschrieben hat finde ich toll! Die Auseinandersetzung mit sich und der Erkrankung mit einer sehr guten Psychotherapie ist sicher sehr hilfreich und kann Medikamente Reduzieren oder sogar ersetzen...

    „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“

    (Johann Wolfgang von Goethe)

  • Guten Morgen zusammen,


    Was Lotta schrieb klingt für mich sehr vernünftig und gut nachvollziehbar.


    Es gibt und gab jedoch immer schon unterschiedliche Verläufe.


    Es gibt Menschen die machen in ihrem Leben nur eine Psychose durch und sind danach.. dauerhaft gesund.


    Andere haben mehrere Schübe und stabilisieren sich später vollständig.


    Dann kann es wie bei Lotta auch ohne dauerhafte Medikamente gehen .


    Es gibt aber auch Menschen..und dazu gehöre ich auch..die müssen halt immer Medikamente nehmen.


    Gibt ja wohl auch noch Patienten bei denen helfen Medikamente überhaupt nicht und sie können sich auch..sonst niemals von ihrem Wahn distanzieren.


    Das Problem ist... man steckt nicht drin..

    Also du weißt es halt nicht vorher...

    Manchmal ist ausprobieren gut und manchmal nur tragisch.


    Ansonsten bin ich auch ein Fan von Alternativer Medizin.


    Gerade Schüssler Salze und Globuli haben mir geholfen.


    Zur Zeit setze ich auf Kräutertees... auch gerne mit Kräutern aus dem eigenen Garten.


    Und Lavendel Bad nehmen und spazieren gehen im Wald.


    Überhaupt Lavendel... habe ich jetzt auch gepflanzt..finde den Geruch sehr heilsam.


    Als Tee mag ich Lavendel aber nicht.

    Selbst Experte seiner eigenen Krankheit sein.. finde ich sehr gut ?.


    Liebe Grüße Ida

  • Bin noch nicht richtig eingestellt, wir suchen noch nach der idealen Dosis. Ich bin aber auf jeden Fall nicht freiwillig zum Therapeuten gegangen, um die Medikamente dann nicht zu nehmen. Ich habe ihn um Hilfe gebeten, also vertraue ich ihm da auch. Es geht mir deutlich besser, seit ich diese Medikamente nehme. Ich fühle mich nicht mehr so verfolgt und dauerbeobachtet und beziehe auch nicht mehr alles auf mich. Und zum ersten Mal seit bestimmt 10 Jahren schlafe ich tief und fest für 9 Stunden am Stück. <3 Ich käme im Moment ganz bestimmt nicht auf die Idee, es ohne zu versuchen oder ohne ärztlichen Rat die Dosis zu ändern.

  • ich weiss das tönt dumm und naiv aber es geht ohne medikamente

    ich habe ein halbes jahr abilify genommen

    danach ein halbes jahr solian

    dann hat meine psychologin die dosis verkleinert

    irgendwann hab ichs selber abgestzt vor 2 wochen genau gesagt

    ich fühle mich presenter im leben und rede mehr probiere mich in gespräche einzubringen

    mit den medikamenten habe ich immer geschlafen (mind 10h am tag)

    jetzt reichen 7 stunden

    ich fühle mich gut aber muss mich mit vielen schwierigen ausseinandersetztungen mit mir selber ausseinandersetzten

    manchmal hilft einfach ablenkung ich liebe es bücher zu lesen mich zu bewegen und mit meiner familie ein schönes abend oder mittagessen zu geniessen

    mit den medikamenten kam mir alles so eintönig vor ich hatte keinen spass mehr an altäglichen dingen und fühlte mich machtlos ausgesetzt gefühlskalt und überflutet von nicht einschetztbaren sitationen

  • Schizophrenie ist die schwerwiegenste psychische Erkrankung ueberhaupt und kann unbehandelt neben zahlreichen kognitiven Stoerungen, auch zur Demenz fuehren. Deswehen nehme ich brav meine Medikamente ein und halte nichts von deren vorzeitigem Absetzen(ohne aerztliche Anweisung)