Sind die stimmen die eigenen Gedanken also kommt mir so vor

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  • Ja, dieses Zombie-Gefühl kenne ich allzu gut. Der Moment, an dem ich beschlossen habe, zu fragen ob ich auf ein anderes Medikament umsteigen kann, war, als meine kleine Nichte ihrer Mutter gesagt hat, dass ich nur noch in die Leere starre und sie das traurig macht.

    Aripiprazol hatte bei mir den gegenteiligen Effekt, es hat sogar belebend gewirkt, würde ich sagen!

    Ich würde auf zwei Sachen achten: Unruhe und Kontrollverlust über Impulse.

    Bei mir war beides doch verhältnismäßig stark ausgeprägt.

    Das Wichtigste erscheint mir allerdings, dass du eine*n Arzt/Ärztin hast, der du vertrauen kannst!

    Die Wahrheit ist, das richtige Medikament kann ein wahrer Segen sein! Erst jetzt, nachdem die Unruhe sich eingestellt hat, merke ich erst, wie innerlich angespannt ich in Wirklichkeit war.

    Achte darauf, ob dein Arzt Fragen stellt und auch nachbohrt. Ich war bei 3 Ärzten, die auf meine Einwände mit Anekdoten aus ihrem Leben reagiert haben. Sie haben es gut gemeint, wollten mir wahrscheinlich zeigen, dass ich nicht anders bin aber bei mir hat das auf völliges Unverständnis getroffen. Erst der 4te jetzt hat mit wissenschaftlichen Studien auf meine Erzählung reagiert. Und wenn ich dir noch einen Rat geben kann: Sei Experte in eigener Sache. Mir haben alle gesagt, ich solle nicht zu viel im Internet nachlesen. Sie werden fehlende Compliance gefürchtet haben. Ich habe fälschlicherweise darauf gehört.

    Der/die richtige Arzt*in werden sich nicht bedroht fühlen oder dir Arroganz vorwerfen, sondern das Verständis dahinter erkennen, dass sie nicht alles wissen können und du ihnen am besten helfen kannst, dir zu helfen.

    Was ich mit dieser Romannachricht sagen möchte: Die Wirkungen sind sehr individuell, bei mir war das Gewicht zum Beispiel selbst unter Olanzapin kein Thema.

    Die Wahl des richtigen Medikaments ist aber teilweise auch ein trial/error-Verfahren. Ärzte wissen das. Ich verstehe, dass du möchtest, dass es so schnell wie möglich vorbeigeht und du zur Normalität finden kannst. Das wirst auch mit Sicherheit! Ich hoffe, dass das Aripiprazol die richtige Lösung für dich ist! :) Solltest du allerdings bemerken, dass du Sachen machst, die du früher nicht oder nicht in diesem Ausmaß gemacht hast (einkaufen, rauchen, im Internet surfen, Computer spielen, etc.) dann sprich das. Achte darauf, dass dein Arzt dich ernst nimmt und falls du auch nur im Entferntesten das Gefühl hast, dass es nicht so ist, wechsel ihn!

    Tut mir leid für den kleinen Roman - kurze, prägnante Antworten sind nicht meine Stärke :/

  • Das Ärzte/Ärztinnen Problem sehe ich bei mir auch, insbesondere auch deshalb, weil ich eh sehr ländlich wohne und wirklich gute Fachärzte schwer zu finden sind.

    Die wenigen Psychiater hier haben entsprechend längere Wartezeiten für nen Termin, sodaß ich jetzt erstmal dankbar war, daß relativ zeitnah auf die doch recht ermüdenden Effekte des Melneurins reagiert wurde.

    Zudem wollte man in der Praxis vermeiden, daß sich da Wechselwirkungen wegen meiner zusätzlich vorhandenen Schilddrüsenprobleme ergeben könnten, ist ja eh gerade schon alles schwierig genug in der Einstell- bzw Trial/Error- Phase.

  • Tell me about it... Den richtigen Arzt zu finden, ist beinahe schon ein kleines Kunststück ^^

    Nach drei Fehlversuchen bin ich folgendermaßen vorgegangen:

    1. Genau überlegen, was ich eigentlich von einem Arzt erwarte.

    2. Anrufen, Situation kurz schildern und schauen, ob sie zurückrufen.

    3. Wenn ich das Erlebte erzählen, checken ob sie eh mitschreiben (Es ist tatsächlich einmal vorgekommen, dass einer es nicht getan hat)

    4. Schauen, ob sie mir eh glauben oder zumindest gut genug so tun können, als ob sie mir glauben könnten. Und im Fall, dass sie es nicht tun, schauen ob sie ehrlich ansprechen, dass sie glauben, dass ich die Unwahrheit sage.

    Der jetzige Arzt (der aber sehr teuer ist, weswegen ich zu ihm nur wegen der Medikamente gehen werde, was ich unglaublich schade finde!):

    a. Erklärt mir schon am Telefon, wie die Sitzung ablaufen wird. (check)

    b. Ist herzlich aber nicht überschwänglich. (check)

    c. Schreibt mit (check)

    d. Fragt nach (check)

    e. Reagiert nicht genervt wenn ich den 5 Satz anfange mit: Ich habe da gelesen, dass...

    sondern geht darauf ein, bestätigt oder berichtigt. (DOUBLE FUCKING CHECK)

    f. Bezieht sich auf Studien, sagt aber, dass auch Psychiatrie nicht ganz nach dem Buch läuft. (check)

    g. Nennt mir mögliche Therapieformen und welche in meinem Fall empfehlenswert sind. (check)

    Das nenne ich einen Profi!

    Wie gesagt, ich kann leider nur meine medikamentöse Therapie mit ihm machen, ich werde jemanden anderen suchen müssen für die weiteren Schritte, aber sollte ich innerhalb kürzester Zeit niemanden finden, mache ich die Therapie dann doch mit ihm, weil er schlicht und ergreifend gut ist.
    Was ich damit sagen will, verzweifel nicht! Es wird sich jemand finden! :)

  • Die Praxis, von der ich gerade meine Medis verschrieben bekomme, kann leider keinen freien Gesprächstherapieplatz anbieten. Die sind dort einfach ausgebucht.

    Werde also den therapeutischen Teil auch "auslagern" müssen, in Ruhe nach nem Gesprächstherapeuten weitersuchen, wo die Warteliste nicht so lang ist und einfach auch die Vertrauensbasis stimmt und als erste Anlaufstelle für Medis zunächst bei der jetzigen Praxis bleiben.

    Zusätzlich versuche ich, die Stress- und Angstgefühle durch Sport und Nahrungsergänzungsmittel so'n bißchen abzufangen.