Klinik Schlössli, Oetwil a.S.

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Hallo Lieber schizophrenie-online.org Nutzer


    Um diese Seite im vollen Umfang Nutzen zu können musst du dich Registrieren, erst dann ist das erstellen und beantworten von Beiträgen möglich. Auch der Chat ist nur für Registrierte Benutzer verfühgbar.


    Als Registrierter Nutzer provitierst du ausserdem davon, dass keine Werbung geschaltet wird, und du andere Mitglieder über PrivatNachrichten oder Email (anonymisiert) konntaktieren kannst.

    • Klinik Schlössli, Oetwil a.S.

      Der behandelnde Arzt in der Klinik Schlössli erklärte mir, dass ihre ganze Therapie auf der Einnahme der Medikamente basiere, und man mit ihm nicht mehr arbeiten könne.

      Obwohl ich den Arzt auf die Hypersensibilität meines Sohnes bezüglich Medikamente informiert hatte, wurde nicht darauf eingegangen; man hätte Erfahrung, wisse genau, was zu tun und wieviel zu dosieren sei.

      Nach heftigster Überdosierung (er konnte nur noch lallen, sich nur sehr mühevoll verbal ausdrücken und kaum mehr gehen) hatte er die weitere Einnahme verweigert.

      Man drängte mich, ich könne ihm nur helfen, indem ich mich weigere, ihn nach Hause kommen zu lassen und, sobald er einen erneuten aggressiven Schub habe, könne man ihn erneut mit Polizeiunterstützung einweisen und zwangsweise medikamentieren, was spätestens nach 3 Wochen der Fall sein werde.

      Selbstverständlich durfte mein Sohn nach Hause kommen!

      Mindestens 15 Ärzte habe ich angefragt, ob sie uns begleiten, meinen Sohn betreuen:

      o Ohne Medikamenteneinnahme ist es zu aufwändig, das bürde ich mir nicht auf.

      o Kein Interesse, mich auf eine so langwierige Therapie einzulassen.

      waren einige der direkten Antworten, die ich erhielt, von den zwischen den Zeilen zu lesenden Ausreden will ich gar nicht erzählen; und das von Psychiatern, deren Job es eigentlich wäre, genau diesen Menschen zu helfen.

      Also wendete ich mich an die VASK (Vereinigung Angehörige schizophren kranker)- Internet sei Dank, bin ich heute nicht mehr nur einer Meinung ausgeliefert -, erklärte (schriftlich) unsere Situation. Ein schneller Rückruf, ich schöpfte Hoffnung, und die Angabe eines 'exzellenten, auf diese Situationen spezialisierten' Arztes. Doch auch er verweigerte eine Therapie (er nahm den Anruf in einem Restaurant entgegen; wir konnten uns nur durch andauerndes Geschirrgeklapper, 'Fräulein, zahlen bitte' etc. verständigen). Er erklärte, schreiend um den Lärm um ihn herum zu übertönen - ich müsse meinen Sohn vor die Türe setzen, das Sozialamt informieren, dass ich ihn nicht mehr bei mir haben wolle, dann sei die Stadt zuständig. Würde er dann aggressiv, könne man die Zwangseinweisung und Zwangsmedikamentierung erwirken.

      Was wäre, wenn von Ärzten, Ämtern und Behörden der Mensch gesehen, sein Schicksal berücksichtigt und seine Not wirklich wahrgenommen würde?

      Mein Sohn, volljährig, entliess sich selbst nach 4 Wochen Klinikaufenthalt.

      Es gibt keinen Ort, keinen Menschen und schon gar kein Amt oder Arzt, der uns half, sich zuständig fühlte.

      Wir wurden auf allen Ebenen alleine gelassen.

      Seine Anstellung wurde ihm gekündigt, ich habe ab dann alles für ihn bezahlt; als mir das Geld ausging, denn mittlerweile hatte ich mein Geschäft geschlossen und war arbeitslos, meldete ich ihn auf dem Sozialamt an; Empfehlung der IV, die dem Amt dann den 'Vorschuss' zurück zahlen würden.

      Die IV konnte nicht aktiv werden, weil sie seit Monaten auf den Bericht der Klinik warteten.

      Meine Rückfrage in der Klinik (2 Monate nach der ersten Anfrage) ergab, dass der zuständige Arzt abwesend sei; niemand sonst könne diesen Bericht verfassen, er sei in 4 Wochen wieder zurück.

      Nach diesen vier Wochen fragte ich erneut bei der IV nach, der Bericht fehlte nach wie vor.

      Bis 16.11.09, sei ihnen schriftlich der Bericht versprochen worden, der im Juni erstmals verlangt wurde!

      Am 30.11.09 fragte ich erneut bei der IV nach: Kein Bericht und auf meine Frage, was sie zu tun gedenken, erklärte der Herr, nichts. 'Oder soll ich mit dem Gewehr vorbei gehen', fragte er mich, fand es noch lustig.

      Also rief ich selbst in der Klinik an, der zuständige Arzt war wieder/immer noch nicht da (oder liess sich verleugnen), also schrieb ich eine deftige E-Mail.

      Ich erklärte, dass ich mich an die Medien wende, sollte der Bericht nicht innert Tagesfrist ausgestellt werden, denn über 6 Monate nach Austritt und dem ersten Schreiben der IV lasse ich keine Ausrede mehr gelten!

      19 Minuten später die E-Mail-Antwort der Arztsekretärin, dass der Bericht gleichentags ausgestellt werden würde!

      Sage und schreibe 1 Std. 37 Minuten später rief der leitende Stationsarzt persönlich an:

      Er habe den Bericht soeben visiert! (Wochen vorher hatte er erklärt, dass dies nur der behandelnde Arzt könne/dürfe, nun plötzlich kann/darf er doch??!!)

      Die Herren in Weiss nehmen sich alle Macht der Welt, und es sind leider nicht viele da, die ihnen die Stirn bieten, denn viele von uns Betroffenen - ob Patient oder Angehöriger - denken, es werde noch ärger, wenn sie nicht alles stillschweigend akzeptieren und Folge leisten., oder gar eine Aussage in Frage stellen.

      In dem Moment wo ich nicht mehr voll funktioniere, sollte ich mich darauf einstellen ohne Respekt und Anstand behandelt zu werden. Rechte habe ich ab diesem Moment keine mehr, sollte alles unzerkaut schlucken können, und in grosser Demut dankbar sein.

      Es wird erwartet, dass ich mich ihnen nur mit geneigtem Haupt und einem 'mea culpa' als Begrüssung auf den Lippen nähere.
    • Trauriges Erlebnis

      heli schrieb:

      Obwohl ich den Arzt auf die Hypersensibilität meines Sohnes bezüglich Medikamente informiert hatte, wurde nicht darauf eingegangen; man hätte Erfahrung, wisse genau, was zu tun und wieviel zu dosieren sei.



      Nach heftigster Überdosierung (er konnte nur noch lallen, sich nur sehr mühevoll verbal ausdrücken und kaum mehr gehen) hatte er die weitere Einnahme verweigert.

      Hallo Heli

      Da hast Du ja ganz schlechte Erfahrungen mit der Ärzteschafft gesammelt….

      Ich persönlich habe auch erlebt, dass die meisten Psychiater Medikamente als einfachstes Mittel ansehen eine Schizophrenie zu behandeln. Leider vernachlässigen Sie dann alle anderen Therapien, wie z.B. Gesprächstherapie oder auch Ergotherapie…dies ist wirklich sehr schade….

      Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass es für mich ganz ohne Medikamente nicht geht. Wenn ich keine Medikamente nehme habe ich Symptome und diese empfinde ich als unangenehm!!! Ich denke, dass Medikamente bei Schizophrenie schon ein wichtiger Bestandteil der Behandlung sein müssen…jedoch nicht die einzige Form der Behandlung.


      Häufig wird den Patienten in der ersten Phase der Medikamentation ein Typisches (altes, stark antipsychotisches) Medikament verabreicht. Diese haben auch die von dir Erwähnten Nebenwirkungen wie lallen, Sedierung (Müdigkeit, Verlangsamung der Reaktionen), Frühdyskinesien und Dyskinesie .

      Neuere sogenannte Atypische Neuroleptika haben weniger Nebenwirungen und bekämpfen auch die Negativ- Symptomatik der Schizophrenie…

      Ich würde die Pharmakotherapie also, auch wenn Du schlechte Erfahrungen damit gemacht hast, nicht prinzipiell für schlecht finden. Es ist nur schwierig, dass richtige Medikament für sich persönlich zu finden. Dies ist umso schwieriger, da jeder Mensch anders auf die Medikamente anspricht. Der eine hat z.B. starke Nebenwirkungen und der andere beim selben Medikament und Dosierung nicht. Ich empfehle deshalb nicht gleich nach der ersten schlechten Erfahrung mit einem Medikament gleich aufzugeben, sondern weiter nach einem passenden Medikament zu suchen.



      Liebe Grüsse vom schizophrenie-online.org Administrator

      Felix
    • Es ist wirklich traurig, dass Fachärzte immer noch Inkompetent handeln und den schnellsten Weg bevorzugen.
      Für mich entsteht der Eindruck, dass viele schlichtweg überfordert sind, auch Gesetze für eine gewährleistete professionelle therapeutische Behandlung Lücken aufweisen. Es müsste mehr in diese Defizite investiert werden, um Patienten und auch deren Angehörige und Umfeld zufriedenstellend unterstützen zu können.
    • Hallo Heli

      heli schrieb:

      Mindestens 15 Ärzte habe ich angefragt, ob sie uns begleiten, meinen Sohn betreuen:

      o Ohne Medikamenteneinnahme ist es zu aufwändig, das bürde ich mir nicht auf.

      o Kein Interesse, mich auf eine so langwierige Therapie einzulassen.
      Der erste Punkt ist für mich nachvollziehbar - wie auch schon Felix beschrieben hat. Ich habe nur von sehr wenigen Fällen gelesen, bei welchen ein Leben mit Schizophrenie ohne Medikamente möglich ist oder gar in der akuten Phasen ohne Medikamente gearbeitet werden kann.
      Aber: Medikamente allein sind sicher keine Lösung. Es braucht auch eine mit dem Psychiater koordinierte psychotherapeutische Begleitung.

      Die anderen Teile deiner Erfahrungen, Heli, machen mich auch traurig.

      Hast du schon daran gedacht, diese Erfahrungen mit dem Beratungszentrum des "Beobachter" zu besprechen? Es kann ja nicht sein, dass Dinge erst dann zum Laufen kommen, wenn mit dem Gang in die Medien gedroht wird!
      Alle diese Verzögerungen und vermeidbaren Reklamationen und Diskussionen machen unser Gesundheitssystem ja nur noch teurer - und das via Krankenkassenprämien auf unsere Kosten.
    • Danke für dein Feedback. Überlegt habe ich's mir schon, doch habe ich schon in unserer Stadt im Amtsblatt eine Titelseite gefüllt mit dem, was das Sozialamt zu Anfang glaubte, sich erlauben zu können; irgendwann musste ich mich auf eine 'Front' konzentrieren, war dankbar, dass nun zumindest in finanzieller Hinsicht etwas ins Rollen kam. Und jetzt sind seither 3 Jahre vergangen...