Marihuana als Medikament bei Schizophrenie?!?!

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    • Marihuana als Medikament bei Schizophrenie?!?!

      Laut einem Artikel im chirurgie-portal.de solle Israelische Forscher eine Hanfpflanze gezüchtet haben die fasst kein Tetrahydrocannabinol (THC) enthält, also praktisch keine berauschende Wirkung hat. Diese Hanfpflanze hat dafür einen erhöhten Anteil an Cannabidiol (CBD), dies soll entspannend und beruhigend wirken und auch die Symptome der Schizophrenie lindern. Laut der Studie die dazu gemacht wurde ist die Wirkung dieser speziellen Hanfpflanze ähnlich gut wie die von einem Standard-Neuroleptikum....

      Interessant wäre diese Möglichkeit zur Behandlung bestimmt, da es ein günstiges und vor allem Nebenswirkungsarmes Medikament sei. Leider ist es aber so, dass die Pharmafirmen kein Interesse an dieser "Konkurrenz" zeigen und es deshalb noch lange dauern wird, bis diese Möglichkeit der Schizophreniebehandlung auch hier erhältlich sein wird, wenn überhaupt...

      Leider gibt es ja noch sehr viele Vorurteile gegen Cannabis, dies auch wenn schon in vielen Studien der Beweis erbracht worden ist, dass Cannabis durchaus medizinisches Potential hat....
    • Als 'Kinder der 60er' hat mein Bruder bereits mit 15 Jahren mit dem Kiffen angefangen, ich selbst hatte meinen ersten Joint mit 26 Jahren, was einen erheblichen Unterschied macht. Kiffen ist für einige sehr gut, für andere (wie meinem Sohn) ist's der Untergang, mündete, da übermässig während einer Krise konsumiert, in einer sehr aggressive Psychose.

      Bei den einen wirkt es beruhigend, bei anderen an- resp. aufregend und ich empfehle bei psychisch nicht so starken Menschen eher zu Verzicht.

      Ein Freund aus Deutschland bekam es zur Schmerztherapie (diverse nicht operable Krebsgeschwüre) nach einigen 'Kämpfen' sogar ärztlich verordnet, konnte jeden Monat seine Ration in der Apotheke abholen, was für ihn besser war, als eine ganze Palette von Medikamenten schlucken zu müssen; zudem half es ihm besser, als die Medis.

      Wie mit allem gilt auch hier: Das richtige Mass ist ausschlaggebend.
    • Gras wirkt verschieden

      heli schrieb:

      Als 'Kinder der 60er' hat mein Bruder bereits mit 15 Jahren mit dem Kiffen angefangen, ich selbst hatte meinen ersten Joint mit 26 Jahren, was einen erheblichen Unterschied macht. Kiffen ist für einige sehr gut, für andere (wie meinem Sohn) ist's der Untergang, mündete, da übermässig während einer Krise konsumiert, in einer sehr aggressive Psychose.

      Bei den einen wirkt es beruhigend, bei anderen an- resp. aufregend und ich empfehle bei psychisch nicht so starken Menschen eher zu Verzicht.
      Ja, ich habe auch etwas Erfahrung mit Kiffen. In letzter Zeit kommt das mit dem Kiffen bei mir nicht mehr so gut (wegen der Psychose). Ich bekomme dann schnell leichte Symptome....

      Allerdings weiß ich aus Erfahrung, dass nicht nur die Konsumenten verschieden aufs Kiffen reagieren, sondern auch das gekiffte Gras resp. Shit verschieden wirkt!!! Bei einigem Gras ist es so, dass es eher müde und relaxt macht, anderes wiederum regt an. Soviel ich weiß, liegt dass an der Chemischen Zusammensetzung des Grases. Tetrahydrocannabinol (THC) wirkst anregend, Cannabidiol (CBD) dagegen beruhigt eher...

      Ich denke, dass bei dem Artikel im chirurgie-portal.de die rede von einer sehr speziellen Hanfpflanze ist, die praktisch kein THC enthält und deshalb nicht anregend wirkt...
    • Hanf ist, siehe de.wikipedia.org/wiki/Cannabis…neimittel#Geschichtliches , eine Jahrtausende alte Kultur- und Heilpflanze:

      Zitat aus wikipedia:
      Die Verwendung von Cannabis als Arzneimittel hat eine jahrtausendealte Tradition. Älteste Hinweise auf die medizinische Verwendung datieren in das Jahr
      2737 vor Christus, in dem der chinesische Kaiser Shen Nung das Harz des
      Cannabis als Heilmittel bei Beriberi, Verstopfung, Frauenkrankheiten, Gicht, Malaria, Rheumatismus und Geistesabwesenheit empfahl, überliefert durch das älteste bekannte Heilpflanzenkompendium Shennong ben cao jing.

      Nach Überlieferung soll die Äbtissin Hildegard von Bingen (1098-1179) Hanf als Medizin in ihren Schriften erwähnt haben. In die europäische Schulmedizin
      fand Cannabis Einzug über den 1839 veröffentlichten Bericht des
      irischen Arztes William Brooke O’Shaughnessy (1809–1890), der im Rahmen
      seiner ärztlichen Tätigkeit während seiner Stationierung im indischen
      Kalkutta eine schmerzstillende, krampflösende und muskelentspannende
      Wirkung nach Anwendung von Cannabis indica (indischer Hanf) feststellte. Auf Basis seiner Beobachtungen und Studien empfahl O’Shaughnessy die Anwendung von Cannabis bei Rheuma, Cholera und Tetanus. Ein populäres Cannabis-Fertigarzneimittel des 19. Jahrhunderts war das Schlafmittel
      Bromidia® in den USA, ein Elixir aus Cannabis- und Bilsenkrautextrakten in Kombination mit Kaliumbromid („Bromkalium“) und Chloralhydrat.
      Zitat Ende.
      Das Problem beim "modernen" hochgezüchteten Hanf ist sein extrem hoher und nicht kontrollierbarer THC-Gehalt.

      Das kann das vermutete - aber nicht eindeutig bewiesene - Risiko der Auslösung von Schizophrenie erhöhen.

      In hanfverband.de/index.php/theme…irkungen-und-risiken#nr_4 lese ich dazu:

      (Zitat)
      Man geht davon aus, dass es Personen gibt, die vulnerabel (anfällig)
      sind für die Erkrankung an Schizophrenie, und dass Cannabis die latente
      (verborgene) Psychose zum Vorschein bringen kann. Wissenschaftlich ließ
      sich die "Trigger-Hypothese" bislang zwar nicht eindeutig belegen,
      allerdings spricht einiges dafür, dass Cannabiskonsum den Ausbruch einer
      Schizophrenie beschleunigen kann, das heißt dass die Personen früher
      psychotische Symptome entwickeln als solche, die kein Cannabis
      konsumieren.

      Etwa ein Prozent der Bevölkerung ist grundsätzlich
      von Schizophrenie gefährdet. Meist tritt die Krankheit zwischen der
      Pubertät und dem Alter von 30 Jahren auf. Dabei scheinen genetische
      Faktoren eine bedeutende Rolle zu spielen. Auffällig ist, dass unter den
      an Schizophrenie erkrankten Patienten ein höherer Anteil an
      Cannabiskonsumenten ist, als in der übrigen Bevölkerung. Diese Patienten
      nutzen vermutlich - genauso wie andere Konsumenten - die entspannende
      Wirkung von Cannabis.
      Jedoch haben Studien ergeben, dass der
      Krankheitsverlauf dadurch eher ungünstig beeinflusst wird und mehr
      Rückfälle (erneute psychotische Schübe) zu verzeichnen sind, als bei
      Abstinenten.

      (Ende Zitat)
    • Lieben Dank für deine Ausführungen, wenn sie mir natürlich nicht neu sind. Bei meinem Sohn spielten verschiedene Faktoren eine Rolle: Bruch der langjährigen Beziehung, dadurch evoziert, ein extremer Canabis-Konsum. Umstellung auf Schichtarbeit und damit einhergehend die Kontaktschwierigkeiten mit seinen Freunden, und genetisch, meine Mutter war Schizophren.
    • Marihuana als Medikament bei Schizophrenie

      heli schrieb:

      .....und genetisch, meine Mutter war Schizophren.
      Die genetisch bedingte Disposition für Schizophrenie für Enkel liegt bei nur 3 bis 5 %
      Zu bedenken ist dabei aber auch, dass in der Generation der Grossmütter die Diagnose Schizophrenie anders gestellt wurde als heute, diese Zahlen also eher unsicher sind.

      Bezogen auf das Thema dieses Threads "Marihuana als Medikament bei Schizophrenie" scheint mir das relevant:

      Bei den an Schizophrenie erkrankten Patienten ist der Anteil an Cannabiskonsumenten höher als in der übrigen Bevölkerung.
      Bei den an Schizophrenie erkrankten Patienten wird durch den Cannabiskonsume der Krankheitsverlauf eher ungünstig beeinflusst: Es sind mehr Rückfälle (erneute psychotische Schübe) zu verzeichnen.

      Die neu gezüchtete Hanfpflanze hat fast kein für die psychotrope Wirkung veantwortliches Tetrahydrocannabinol (THC) dafür einen erhöhten Anteil an Cannabidiol (CBD), dies wirkt bekannterweise entspannend und beruhigend und kann daher auch die Symptome der Schizophrenie lindern.
      Laut der Studie die dazu gemacht wurde ist die Wirkung dieser speziellen Hanfpflanze ähnlich gut wie die von einem Standard-Neuroleptikum.

      Dass "die Pharmafirmen kein Interesse an dieser "Konkurrenz" zeigen und es deshalb noch lange dauern wird, bis diese Möglichkeit der Schizophreniebehandlung auch hier erhältlich sein wird, wenn überhaupt" (Zitat Felix) glaube ich nicht.
      Die Herausforderung an die Pharmazie liegt ja darin, eine Standardisierung der medizinischen Cannabiszubereitungen zu erreichen. Da steckt ziemlich viel Forschungsarbeit dahinter.
      Das ist ähnlich wie beim Aspirin: Man könnte auch die Blüten vom Echte Mädesüß (das man früher botanisch noch den Spiersträuchern (Spiraea) zuordnete, was zum Namen "Aspirin" führte) kauen .... nur ist dann die Dosis nicht gut genug kontrollierbar ...
    • Cannabis bei Schizophrenie

      Ich fand der Cannabis Konsum hat mir während meiner Psychose geholfen, hab ein "gutes" (wenn man das so nennen kann) Verhältniss zu meinen Stimmen gehabt.
      Jetzt lebe ich seit 2 Jahren Cannabisfrei (Bewährungsauflage) und leide unter Panikattacken und Antriebsschwierigkeiten. Das ist natürlich von Person zu Person anders,
      aber ich vermisse es schon.... :whistling: