Wie ein Patient wieder ins normale Arbeitsleben zurückfand

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    • Wie ein Patient wieder ins normale Arbeitsleben zurückfand

      Wie ich meine Medikamente manage


      Ein Patient war so enttäuscht, nicht mehr arbeiten zu können, mit einer miserablen Rente und mit knapper Ergänzungsleistung, dass er selbst eine Methode ausdachte,um erneute Schübe zu vermeiden.


      Bislang hatte er alle 2 bis 8 Wochen einen Schub. Die Genesungszeit dauerte bisweilen bis zu einem Monat.
      Heute hat er mit seiner Methode nach 7 Monaten keine Schübe mehr, und konnte die Gesamtmenge an Medikamenten stark reduzieren: von Zyprexa 22,5mg auf 9,3mg; von
      Invega 9mg auf 6mg und komplettem Wegfalls des Seroquels (von 125mg aus; Alle Angaben pro Tag).


      Das Prinzip der Methode ist dabei erstaunlich einfach: Anstatt nach alter Schule, den Körper daran zu gewöhnen, immer die gleiche Menge an Medikamenten zu
      verabreichen, geht er den gegensätzlichen Weg: proaktiv erhöht er alle zwei Wochen die Dosis von 9,3mg Zyprexa auf 30mg Zyprexa und von 6mg Invega auf 12mg Invega,
      was einer Verdreifachung bzw. Verdoppelung gleichkommt.
      (Er nannte diese Methode 'Intervallkur').


      Dies macht er aber nur an einem Tag: nämlich eine Dosis am Morgen und die Andere am Abend. Danach fährt er zwei Wochen mit der 'normalen' Dosis fort. Diese Methode
      verhindert erneute Schübe, weil sie gegen die Schübe vorgeht, bevor sie überhaupt auftreten. Im Laufe des Versuchs war es ihm möglich die "normale Dosis" laufend
      zu reduzieren, bis er die Minimale Wirkungsdosis fand.


      Wichtig dabei ist: nur ein Tag lang die hohe Dosis zu nehmen, so dass man sie gerade noch erträgt, und dann, ohne langsamem Abbau -- denn dies führt zu Entzugserscheinungen -- wieder normal fortzufahren.
      Ein Beispiel: Am Freitag nimmt der Patient 6mg Invega (morgens) und 9,3mg Zyprexa (abends). Samstags 12mg Invega und 30mg Zyprexa und Sonntags wieder 6mg Invega
      und 9,3mg Zyprexa.

      Ansonsten funktioniert die Methode nicht oder ist mit Nebenwirkungen der eben erwähnten Entzugserscheinungen verbunden.


      Inzwischen hat der Patient einen Teizeitjob gefunden und möchte bald wieder voll arbeiten können. Er schätzt dabei sowohl die Befriedigung mit seinen Fähigkeiten der Allgemeinheit einen guten Dienst zu leisten, als auch einen anständigen Lohn zu verdienen, an einem gut eingerichteten Arbeitsplatz.

      Einziges Handycap ist die Nebenwirkung der Medikamente, die oft auftretende Erschöpfung. Er sagt: "Ich trinke einen Kaffee morgens und leiste mir eine oder zwei Siestas am Nachmittag, um die Erschöpfung so weit es geht in Schach zu halten. Mehr Kaffee verschlechtert meine Schlafqualität und ich bin dann für nichts mehr zu gebrauchen."


      Trotz allem können, wegen der starken Reduktion der Medikamente schwache Stimen oder ein seltsamer Gedanke auftreten, die der Patient mit einer vorübergehenden
      leichten Erhöhung (der Zyprexa) entgegenwirkte.


      Anmerkung: Dieser Text wurde ohne jede Garantie verfasst, da es sich um einen Einzelfall handelt. Er kann aber Patienten, die fast an der Krankheit verzweifeln ein
      neuer Impuls und eine wertvolle Hilfe sein.