20.11.2020 4. Doppelstunde

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Mein Töchterchen, so sagte sie, denkt über Antidepressiva nach. Geht's noch??? Nachdem ich mir ihre Gründe anhörte und eindeutige Missbrauchstendenzen heraushören und an Miri's Körpersprache sehen konnte, sprach ich scheinbar gelassen Klartext mit ihr. Antidepressiva!! Erst gar keine Medikamente und jetzt solche Substanzen zur Situationsbewältigung missbrauchen wollen. Die spinnt wohl!? Das ist kein Spielzeug!!>:)


Miri beschäftigt sich mit eventuellen nächsten Schritten wie die Anfechtung der erweiterten Aufenthaltsbestimmung der Kinder durch ihren Mann. Aus ihrer Sicht missbraucht er das Recht. Übt damit unangebrachte Macht über sie aus. Miri schwankt zwischen Wut über die Vergangenheit und Trauer über ihre vermeintliche Machtlosigkeit. Ich höre nur zu, lasse Gesagtes stehen und halte mich raus.

Vieles von dem was Miri aus der gemeinsamen Lebenssituation mit ihrem Mann erzählt, beschönigt sie zu ihren Gunsten. Viele Aspekte ihres damaligen Verhaltens durch ihre Psychose nimmt Miri nicht in ihre Erzählungen auf. Aktuell scheint sie es so zu sehen, dass ihr Mann an ihrem Verhalten mit den Kindern schuld war und ist. Ihr Ziel ist es, ihre Kinder ohne Erlaubnis ihres Mannes sehen zu können. Das verstehe ich völlig. Ich frage mich nur, ob Anklagen/Schuldverschiebungen da zielführend sein können. Die Vergangenheit ist vorbei. Jetzt geht es aus meiner Sicht darum ein Mitspracherecht durchzusetzen. Wenn Miri so weiter macht gibt es keinen Grund die Kinder vor ihr schützen zu wollen.


Mit dem Führerschein geht es langsam aber stetig voran. Die vierte Doppelstunde ist absolviert und Miri berichtet von wachsender Sicherheit bei den Abläufen des Fahrens. Das Onlineprogramm zum Thema ist sehr einfach aufgebaut, verlangt aber Genauigkeit und Ausdauer. Eine Herausforderung für Miri.


Außerdem hat Miri ein Schreiben an das Bezirkskrankenhaus verfasst indem sie um die Zustellung des Entlassungsberichtes bittet.*Daumen hoch*

Ich habe ihn zuhause liegen, bin jedoch der Meinung, dass meine Tochter nur davon profitieren kann solche Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen. Jeder Schritt ist ein Schritt in Richtung Gesundung/Annahme der Erkrankung und Selbstständigkeit.


Ich selbst ringe immer wieder mit meiner Spontanität Miri helfen und Dinge für sie vorantreiben zu wollen. Lasse es aber stets sein, da es Miri letztendlich nichts bringt. Nur bei Taxidiensten, Großeinkäufen, Besuchen bei Elli und gelegentlichen Alternativvorschlägen zu einem Thema stehe ich meiner Tochter zur Seite. Stelle mich nach wie vor stur, wenn es um unsinnige Ausgaben und/oder die falsche Reihenfolge geht. So haben wir das Geldthema derzeit ganz gut im Griff.


Freue mich über ihre Fortschritte und bestärke sie in ihren Selbstvertrauen so gut ich kann. Übe mich in Geduld, Gelassenheit und meinem Vertrauen in Miri, dass sie ihren Weg schon meistert.