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[Teil 8]
Wenn ich nicht nachdenken könnte, würde ich mich ja beschweren, dass mich keine Rückmeldungen erreichen, aber, dem Literaten an seinem Werk anzusehen, kann er doch wenigsten mittelfristig planvoll denken und bietet hier den siebten Teil eines, vielleicht eines Versuchs eines Fortsetzungsromans an:
Aus "Liebe und andere Elektrokanonen oder 'Das Märchen vom Weltpolizisten', der Roman zu 'Ich mag mich irren'" ...
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Es kam wie es kommen musste. Antonia erzählte, dass sie auch Psychotikerin sei, und sich nach einer Krise als später Teenager, für das Psychologiestudium interessiert hatte. Und später zur Medizin wechselte. Denn sie wolle unbedingt Psychiaterin werden.
Ich bohrte etwas nach und es stellte sich heraus, dass sie zu dem, was ich erzählt hatte, ein eigenes Pendant zu berichten hatte. Sie kannte die Welt der Telepathie fast genau wie ich!
Wir beschlossen gemeinsam etwas essen zu gehen und zwar in einem griechischen Restaurant.
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Als gerade die Marke von 80 zugeschalteten Diensten geknackt wurde, bat Chef das Mikrofon für ihn freizuschalten. Er wolle das Programm etwas persönlicher gestalten und sehen, 'wie die Welt darauf reagieren' würde.
Basti gab Chef ein vorbereitetes Mikrofon in die Hand und öffnete die Tonspur.
Chris räusperte sich ziemlich ungeschickt knapp am Mikrofon vorbei und begann den Kommentar:
„Hello!“ sagte er schwungvoll. Gleichzeitig fing Chris an zu kichern und Betty zeigte mutmachend den Daumen-hoch.
„Hello, Ladies and Gentleman.“ Wohl, da Chef sein Publikum nicht sehen konnte, war er total verunsichert. Chris war weiter amüsiert, aber Betty machte eine emotional und Basti eine technisch begründete Geste, dass er weitermachen könne.
Chef entschied sich anders und machte zu Basti eine Bewegung, als schnitt er sich mit dem Finger den Hals durch. Basti verstand und schloss die Audiospur wieder.
Als man sicher sein konnte, dass der Befehl ausgeführt war, platzte Chris zurückgehaltenes Lachen heraus. Betty hingegen war nur darauf aus, ihn zu unterstützen:
„Sie können das! Machen Sie einfach weiter.“
Chef erklärte die Unterbrechung:
„Ich dachte gerade, warum machen wir das ganze nicht auf Deutsch? Und wenn der sich so beölt ..“ er zeigte genervt auf Chris. „.. wie soll man sich da konzentrieren?“
„Rolf, es waren einfach ..“ das Lachen rollte kichernd aus. „.. Es war einfach ein herrlicher Anfang für das BND-Fernsehen.“
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Ok, wir sind natürlich beide einmal Veganer gewesen, aber irgendwas hielt uns seit einem Krankenhausaufenthalt davon ab. Zunächst einigten wir uns darauf, dass die Medikamente einen ziemlichen Heißhunger verursachen. Später stellte sich heraus, dass wir uns beide auch nicht mehr so verantwortlich für unser Karma fühlten und für die Reinkarnationszyklen der gegessenen Tiere interessierten.
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Basti öffnete den Kanal wieder.
„Meine Damen und Herren. Zunächst, sehen Sie uns bitte nach, dass wir in deutscher Sprache senden und somit vermutlich nicht in der am weitesten verbreiteten.
Dann will ich Ihnen einmal beschreiben, was Sie dort in der Übertragung sehen.“
Chef holte noch einmal tief Luft und versicherte sich bei Chris, dass er nicht allein war.
„Auf dem einen Stream, den wir Ihnen senden, sehen Sie die Überwachungsmaske einer Projekts, bei dem wir auf einen unserer Staatsbürger aufpassen. Der hat, wie Sie vermutlich alle wissen, vor einigen Wochen bei uns, wie bei rund 50 Kollegen, Anzeige gegen die Stimmen in seinem Kopf erstattet. Oder, wie es schnell von Ihnen paraphrasiert wurde, Anzeige gegen Gott. Da er damit ..“
Die Ausführungen wurden jäh unterbrochen, da Betty plötzlich in sich zusammensackte und vom Stuhl fiel. Basti eilte heran und checkte ihre Lebensfunktionen. Er legte sie richtig auf den Boden. Er war zwar sehr besorgt, gab Chef aber zu verstehen, dass er weitermachen könne.
Chef entschied sich dafür, das auch zu tun.
„.. Da er damit einigen Staub aufgewirbelt hat, geben wir Ihnen die Möglichkeit, sich selbst ein Bild zu machen.“
Schließlich setzte sich Chef an den Rechner, dessen Bild gerade gestreamt wurde und zeigte mit dem Mauszeiger, was dort zu sehen war.
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Vollkommen voll gefressen rollten wir aus dem Restaurant, in dem wir, wenn es denn der Wahrheit entsprach, gerade das ein oder andere Rätsel der Weltgeschichte gelöst hatten. Natürlich telepathierten wir nicht, obwohl .. eigentlich wäre das naheliegend gewesen. Wir gingen dann so die Straße entlang spazieren, ohne uns auf ein Ziel geeinigt zu haben.
„Felix?“
„Ja?“
„Ich muss Dir etwas sagen.“
„Nur zu.“
Ich nahm Antonia am Arm, damit sie wie ich stehen bleiben würde.
„Warte.“
Ich überlegte jetzt zu vermuten, also ihr zu sagen, dass ich es weiß. Dass sie Agentin des BND ist und seit 2010 auf mich angesetzt ist. Dass sie in Wirklichkeit gar nicht schizophren ist, und auch nicht an der Alster wohnt. Dass sie mich neulich nicht zufällig getroffen hat, sondern mich gezielt angesprochen hat. Doch ich überlegte es mir anders.
„Warte. Sag es mir nicht. Sag einfach das übernächste, was dir einfällt.“
Antonia war scheinbar einfach gut aufgelegt und überlegte nicht allzu lange.
„Wir können auch ein Taxi nehmen.“
„Wohin?“
„Na! Zu mir.“
Ich war nicht nur etwas perplex. Dann sah ich nur noch ihre Augen. Sonst gucke ich Leute immer etwas unterhalb ihrer Augen an. Aber jetzt ..
Ich küsste sie und sie küsste mich.
„Was hattest Du denn vorher sagen wollen?“
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Chris übernahm Bettys Aufgabe, die Nachrichten auf der Liste zu lesen. Basti kümmerte sich weiter um sie, weshalb das Publikum erst mal auf die 84 Clients, die er bis dahin reingelassen hatte, beschränkt blieb. Sporty kannte sich mit dem System nicht aus und fuchste sich statt dessen gerade in die Tontechnik ein.
Chef beendete die Erklärungen zur Überwachungsmaske und schaltete dann sein Mikrofon einfach am Mikrofon selbst aus, da Sporty noch nicht so weit war.
„Wie geht es ihr?“ fragte er Basti, als Betty gerade wieder zu sich kam.
„Sie ist ohnmächtig oder was.“
Betty lag mit dem Oberkörper auf Bastis Schoß, wie man es nicht gerade aus Erste Hilfe Ratgebern kannte, sondern eher aus Hollywood-Filmen. Basti sprach sie liebevoll fragend an:
„Kannst Du sagen was Dir fehlt?“
Betty brachte aber erst mal nicht viel mehr als ein 'Äh' raus. Sie fragte entweder nicht 'Wo bin ich' weil sie es wusste, oder, weil sie dazu nicht in der Lage war.
„Das wird schon wieder.“ meinte cool Chris. „Sie wird uns gleich einiges zu erzählen haben. Ich würde eure Aufmerksamkeit gern auf die Liste lenken wollen.“
„Und was ist mit Betty?“ fragte Basti. „Vielleicht sollten wir mal die Ärztin rufen, hmm?“
„Leg ihr etwas unter den Kopf und komm rüber. Sie wird schon wieder.“
Chef gab Basti zu verstehen, dass er es so machen soll und rüber zu Chris Computer kommen soll, wo er und Sporty bereits standen.
„Es ist zwar nichts unerwartbares passiert ..“ leitete Chris ein. „.. doch das ist immer noch höchst interessant.“
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Antonia sagte nicht, was ich sie gebeten hatte, nicht zu sagen. Statt dessen winkte sie ein Taxi, das gerade vorbei fuhr, heran, und öffnete mir die Tür. 'Was soll's' dachte ich mir und stieg ein.
„Papenhuder Straße“ gab Antonia dem Fahrer als Ziel auf und .. das war ganz in der Nähe der Statue mit den 'Drei Mann im Boot', wo sie also wirklich wohnte. Und mir war es auch einerlei.
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Die Liste würde nicht der einzige Kommunikationskanal sein, der zwischen den Nachrichtendiensten der Welt zu dem Thema gerade bedient wurde. Sie war vielmehr der inoffizielle offizielle Kanal, um das Geschehen zu kommentieren.
Was die 84 zugeschalteten Internetanschlüsse mit ihrem Empfangsrecht anstellten, war zudem tatsächlich unklar, und somit war es nicht verwunderlich, dass sich Spanien zwar zum aktuellen Geschehen äußerte, aber keine der 84 IP-Adressen von dort kam.
Die Spanier äußerten sich dann als erste abfällig zur Bildqualität. Man könne viel behaupten, dazu, was man da zeigen würde. Wenn man doch nichts erkenne! Sie würden darüber hinaus in 30 Minuten eine Übertragung der ersten bemannten Mars-Landung streamen.
Die CIA sprang auf die Pointe auf und erklärte, dazu sei es leider zu spät. Man sei bereits im Jahre 1984 auf dem Mars gelandet.
Den Mars gibt es gar nicht, verkündete der MI6, woran sich ein knappes Dutzend der Listenteilnehmer anschlossen. Die einigte sich darauf, dass das, was man für den Mars halten würde, Nord-Koreanische Massenvernichtungswaffen wären, wodurch man sich dem eigentlichen Thema, wenn auch etwas willkürlich, wieder näherte.
Der MI6 reagierte prompt und gab bekannt, dass ihnen gerade ein Fehler unterlaufen sei, der Mars doch existiere und die USA tatsächlich 1984 darauf gelandet seien. Allerdings nicht mit einem Raumschiff.
Die Frage, wie man auf dem Mars ohne ein Raumschiff landen könnte, führte dann bald zum Einwurf des Wortes Telepathie, und das eigentliche Thema wurde wieder ganz erreicht.
Chris bat Chef der Liste schreiben zu dürfen, dass Telepathie wirklich existieren würde. Der verneinte die Bitte aber, und wollte statt dessen die Manrays vorstellen.
Die CIA sah das offenbar voraus und fing an, irgendetwas mit Felix zu veranstalten, das mit allerlei Blinken auf dem Terminal einherging.
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Professor Heise war ein kluger und darunter ein sensibler Mensch. Er war sich nicht sicher, ob die Uhrzeit angemessen war, um Herrn Longolius anzurufen, während er die Telefonnummer aus seinem altmodischen ledernen Adressbuch suchte. Aber seine Frau, eine ebenso patente Person, und ein hervorragendes Gegenstück zu ihm, um eine – zumindest für Außenstehende – neidisch machende Ehe zu führen, hatte ihn beraten.
Erst mal bezog sie ziemlich klar Stellung zu der Frage, ob sie meint, dass der Seminar-Gast ihres Ehemanns möglicherweise eine sehr besondere Person ist. Besonders in dem Sinne, dass er entweder einer der wenigen ist, die echte Stimmen hören. Oder, falls es viele Stimmenhörer gibt, einer der wenigen, die von ihren echten Stimmen berichten. 'Kann mir gut vorstellen, dass ihr wegen des Missverständnisses mit dem nachfolgenden Kurs einiges verpasst habt.“
Das war jetzt nicht des Professors Art, nach besonderen Einzelheiten zu hecheln. Er war mehr am Gesamtpaket psychische Krankheit interessiert, sagte er zumindest, statt viel auf Geschichten von Außerirdischen zu geben. Ach, Herrn Longolius ging es aber vielleicht gerade mies mit dem entstandenen Streit, wenn man das so nennen konnte.
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Das Blinken auf dem Terminal, kam für die Vorstellung der Manrays dramaturgisch passend.
Da Betty von Sporty in den Ruheraum gebracht worden war, schien für Rolf der Eindruck gebannt, es wäre herzlos, das Programm weiterzuführen. Er ließ sich von Basti die Zuschauerzahl nennen, welche bei 102 langsam gesättigt zu sein schien. Wenn man bedenkt, dass die das Programm alle leicht weiterleiten konnten, war das auch eine sehr gute Quote, eher sogar beängstigend.
„Dies ist ein Terminal, der zu einer Anlage für manipulative Bestrahlung, kurz: Manrays, gehört. Das Herzstück der Anlage ist eine Diagnose- und Bestrahlungsvorrichtung, wie sie, wie in diesem Fall, auf eine Drohne gesattelt werden kann.
Die Diagnoseeinheit kann eine Person erkennen, analysieren und ihr folgen. Das Ergebnis sehen Sie sehr schön, in dieser schematischen Darstellung unseres besagten Staatsbürgers hier.“
Er hatte sich neben den abgefilmten Manray-Terminal gestellt und zeigte nun mit einem Kugelschreiber, so dass nur seine Hand im Bild zu sehen war, was er erklärte.
Er musste feststellen, dass das Blinken etwas heftig war, erklärte aber weiter, was es zu dem Terminal und der Bestrahlung zu sagen gab.
Es war sehr heftig. Die Anzeige von Felix Bestrahlung sah mehr aus, wie eine von einem Studenten der freien Kunst programmierte Leuchtreklame. Es war lediglich an der Intensität der einzelnen Bestrahlungsdosen zu erkennen, die gering waren, dass er davon möglicherweise nichts mitbekam. Bedeuten würde das wahrscheinlich, dass die Kollegen von der CIA irgendwelche kryptische Botschaften sendeten. Das wirkte auf Chef allerdings beunruhigender, als wenn Felix gegrillt würde.
Abseits der Übertragung, sprach Basti Chris an. Er stellte fest, dass ihm das mit der Diagnose-Funktion der Drohnen noch gar nicht bewusst war. Dass die Hoffnung, damit Menschen auch helfen zu können, damit ja ziemlich an Berechtigung gewann.
Chris bejahte. Und erklärte Basti darüber hinaus, dass die Salven die die Drohne gerade feuern würde, kleinen Programmen folgen würden. Automatisierte Befehle, die in diesem Fall eine Art Morse-Code waren, die jedoch auch ganz anders genutzt werden könnten.
Er hätte das damals in den USA im Versuch mit Tieren gesehen. Fernsteuerung. Ferngesteuerte Tiere. Dass man damit aber bestimmt nicht vorm Menschen halt machen würde.
Chef machte ein Zeichen, dass Basti den Audiokanal wieder schließen sollte.
„Was denkt ihr?“ wollte Chef von den beiden wissen.
„Oh, Rolf .. Sie sind der geborene Entertainer.“
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„Guten Abend, Herr Longolius. Entschuldigen Sie bitte, dass ich so spät noch störe.“
Ich sagte zu Heise, das sei schon in Ordnung.
„Ich wollte mitteilen, dass ich hoffe, dass Sie dem Seminar erhalten bleiben. Was denken Sie? Können wir beim nächsten Mal wieder anknüpfen, wo wir aufgehört haben?“
„Also.“ Ich überlegte.
Antonia, die neben mir auf ihrem Sofa saß, flüsterte mir fragend zu: „Will er, dass Du weitermachst?“
Ich hielt die Hand auf den Hörer und bejahte, ebenfalls flüsternd, ihre Frage. Dann sagte ich zu Heise in den Hörer, dass er dran bleiben möge.
Antonia flüsterte immer noch: „Was willst Du?“
„Ich weiß es nicht.“
„Dann sag ihm das.“
Ich überlegte noch kurz und nahm dann den Hörer wieder ans Ohr.
„Herr Heise?“
Er war noch dran.
„Ich würde gern noch ein bisschen Bedenkzeit haben.“
Heise stellte fest, dass das zumindest kein klares Nein sei.
Ich bedankte mich dann für den Anruf. Nein, er habe nicht gestört. Es sei schön zu hören, dass er sich wünschte, dass ich weiter mache.
Das Gespräch war beendet. Ich überlegte und fragte dann Antonia:
„Interessiert dich eigentlich, was ich dann im Wald gesehen habe?“
Sie nickte drei, vier mal.
Das könne sie dann ja im Seminar erfahren, sagte ich neckisch. Ich würde wohl weitermachen.
„Oh, komm!“ Antonia schlug und warf gleichzeitig ein Sofakissen auf mich. „Spann mich nicht so auf die Folter.“
„Es wäre .. ungerecht .. den anderen Studenten gegenüber, wenn ich es dir schon erzählen würde.“ sagte ich.
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Die angeschlossenen Geheimdienste wussten jetzt, oder konnten nicht mehr leugnen, dass es diese Techniken gab.
Noch zu bearbeiten war wohl die Frage, was Geheimdienste eigentlich so über ihre Psychotiker dachten. Also, ob es zum Aufgabenbereich der nationalen Sicherheit gehörte, ob Menschen in der Heimat und anderswo telepathieren konnten. Oder ob Menschen in der Heimat und anderswo Botschaften von Gott oder Außerirdischen empfingen. Oder, ob Geheimdienste die eigentliche intellektuelle Elite der Gesellschaft waren. Oder, ob man bei der Frage des meta-physischen den Ball lieber flach halten sollte. Denn wenn es jemand wusste, dann die Nachrichtendienste.
Und die Kirchen.
Polen wollte wieder auf die Liste.
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Wir liebten uns von elf bis vielleicht ein Uhr. Schliefen dann eine Weile, aber es war noch dunkel, als wir uns auf ein Neues liebten. Dann schliefen wir wieder. Weil die Gummis aufgebraucht waren, unterhielten wir uns nach dem nächsten Aufwachen. Eigentlich wachte Antonia auf und weckte mich dann.
„Erzähl mir, was Du im Wald gesehen hast.“
„Das erzähl' ich im Seminar.“
„Erzähl's mir jetzt.“
„Geduld ist die Mutter der Porzellankiste.“
„Es heißt: eine Tugend.“
„Eine Tugend ist die Mutter der Porzellankiste.“
„Porzellanladen.“
„Porzellanladen.“
„Erzähl's mir.“
„Geduld ist eine Porzellankiste im Porzellanladen.“
„Du bist blöd!“
„Ich bin blöd.“
„Nein, du bist nicht blöd.“
„Ich bin nicht blöd.“
„Du bist ein Elefant.“
„Hast du Kaffee?“
„Ja. .. Mann, du bist blöd.“
„Willst Du auch einen?“
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Die Nacht war klar und es gab erst ein bisschen Frost. Das Außenteam beobachtete Felix per Luftüberwachung und Nachtsichtgeräten dabei, wie er den Waldweg abschritt. Als absehbar wurde, dass er gleich in ein kleines, aber für Norddeutschland recht imposantes Tal gehen würde, wurde Bart mit dem Nachtsichtgerät näher zu ihm ran geschickt. Die beiden anderen blieben derweil am Auto.
„Ingmar?“ bat Mathilda um Ingmars Gehör.
„Mathilda.“ bestätigte ihr der seine Aufmerksamkeit.
„Ist doch ziemlich irre alles, findest du nicht?“
„Oh, man sagt doch, wir nutzen nur 10 Prozent unseres Gehirns. Diese ganzen Sachen die wir die letzten Tage gelernt haben – es kommt mir vor als würden wir von den 90 Prozent die bisher schlummerten, ein paar Prozent aufwecken.“
„Hmm, das mit den 10 Prozent ist eine längst überholte Theorie. Aber ich glaube ich verstehe was du meinst. Das alles verändert weniger, als dass Neues dazu kommt?“
„Naja, jetzt wollen wir mal nicht ungenau werden. Das verändert schon auch einiges.“ Ingmar hatte irgendwas im Handschuhfach gesucht, klappte es aber jetzt zu. „Warum stimmt das mit den 10 Prozent des Gehirns nicht?“
„Die Evolution hätte die Gehirne längst auf die aktiven Bereiche schrumpfen lassen.“
Mathilda nahm das Funkgerät um Bart zu kontaktieren:
„Bart, siehst Du ihn wieder?“
Bis eine Antwort kam, war noch Zeit für einen Gedanken:
„Ich versteh nicht, wie man das alles so gut vor uns verheimlichen konnte.“
„Ja, ich hab ihn wieder. In 400 Metern. Ich steck' mir mal eine an. Obwohl mir hier die Finger abfrieren.“
„Mach das.“
Mathilda nahm das Funkgerät nochmal an den Mund: „Aber rauchen ist ungesund.“
„Naja, wenn zum Telepathieren Glauben gehört .. davon gibt's hier ja nicht so viel.“
„Und in den religiösen Ländern? Warum gehört das da nicht zur Öffentlichkeit?“
„So wie ich es verstanden habe, weil der Glaube immer nur in die eine Richtung geht. Zu denen die ohnehin mächtig sind.“
„Also keine Doofheit. Sondern Telepathie ist einfach kein Massenmedium?“
„Hört auf mit dem Scheiß!“ flüsterte Bart schreiend über Funk.
„Bart, was ist los?“
„Seid ihr das nicht?!“
„Was? Wir sind am Auto.“
„Ich hab hier einen leuchtenden roten Punkt auf der Brust.“
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Wir saßen dann so da in Antonias kleiner Küche und schlürften unseren Kaffee. Das war nicht irgendwie auch mal schön einfach zu schweigen, nein, eine ganze Welt tat sich auf.