4.09.20

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Hallo,

Habe meine Kinder nun heute wieder zur Schule verabschiedet, alle drei schreiben heute eine Arbeit. Bei Zweien bin ich ganz zuversichtlich, der Dritte wird wohl eine 5 oder 6 bekommen. Wir haben geübt,aber wenn das eigene Interesse fehlt kann man von Außen,also als Elternteil, auch nicht viel machen... Ich setze schon Anreize, es gibt kleine Überraschungen und viel Lob für gute Leistungen,aber mein Spross ist nicht wirklich zu motivieren. Er interessiert sich für ganz viel und ist eigentlich ein schlauer Kopf,nur was mit Schule zu tun hat wird alles negativ gesehen und bewertet. Es ist zum Verzweifeln.


Die Nacht ging so, war ein Auf und Ab.

Bin wieder lange wach gewesen... Jetzt müde und schlapp. Eigentlich könnte ich mich nochmal hinlegen,aber ich habe die Befürchtung, dass ich wieder schlecht schlafe und dann bin ich hinterher noch kaputter. Ich werde lieber noch was lesen, habe da gerade ein gut geschriebenes Buch.


Bin etwas gefrustet weil ich so mies drauf bin. Nach der Tagesklinik hielt meine positive Stimmung bisher immer so 2 Monate an. Ich hörte zwar trotzdem Stimmen, konnte aber damit umgehen,ich war nicht so depressiv und Selbstabwertend... diesmal ist das ganz anders. Leider. Bin auch von mir selbst enttäuscht und finde mich zum k****n.

Also zuerst nahmen die Psychiater an ich hätte eine Psychose,daraus machten sie dann Borderline. Die jahrelange Therapeutin sagte das ist es nicht,eher rezidivierende (immer wiederkehrende) Depressionen - später, als ich schon mit meinem jetzigen Mann zusammen war, kam ich wieder in klinische Behandlung, die dachten an schizophrenie und forderten auch die alten Unterlagen an,mit dem Ergebnis: Hebephrenie. Und jetzt stehen sowohl Schizophrenie, wie auch Borderline in meinem Entlassungsbrief. Habe ich beides? Ich habe mich in der Tat auch in Borderline damals wiedererkannt, als ich darüber/ davon las... Aber SO KRANK bin ich doch nicht. Das sind beides schwere krankheiten wie ich finde... Ich bin echt völlig damit überfordert, dass ich beides haben soll. Da störte mich schon eine seelische Erkrankung zu haben, jetzt ne Doppeldiagnose. Irgendwie frage ich mich " warum ich?" Wieso werde ich so gestraft? Und wie soll ich jetzt damit umgehen? Stimmt die Diagnose überhaupt noch, dass ich schizophren bin ? Ich vertraue den Ärzten und Therapeuten nicht immer mehr,sondern jetzt immer weniger. Vielleicht sage ich die Tagesklinik im Januar ab?! Aber die Medikamente haben mir geholfen, seitdem ich die schizophrenen-Behandlung bekomme geht es mir eindeutig besser, nicht gut, aber besser. Meine Lebensqualität ist gestiegen. Das spricht doch für die richtigen Medikamente und damit die richtige Diagnose,oder??? Ich weiß nichts mehr. Aber so hat das doch alles noch weniger Sinn, mein Leben wird wirklich für immer ein Kampf bleiben, mit zwei Erkrankungen noch eher als mit nur einer. SO will ich das nicht. Ich bin am resignieren, gebe am liebsten einfach auf...

Sorry, wollte nicht schon wieder auf dieses Thema kommen - das kommt von ganz allein in meinen Kopf! Was soll ich nur machen? Immer muss ich so tun als wäre alles in Ordnung: vor meinem Mann, den Kindern, vor Fremden... vor allen. Ich kann ja schlecht äußern was ich hier geschrieben habe und die noch intensiveren Gedanken erst recht nicht... also so tun als wäre das Leben schön und weitermachen.


Alles großer Mist! Ich weiß gar nicht wie ich da wieder raus komme,wenn ich auf "gut" tue hilft mir das nicht weiter. Aber es muss laufen: ich mache jetzt Frühstück,wecke meinen Mann, wir essen was,versorgen die Tiere und fahren noch schnell was für den Geburtstag am Sonntag einholen, dann mittag machen, schon wieder essen, die Kinder bei schulischen Dingen betreuen und helfen, dann ist der Tag fast rum.... und so geht es jeden Tag immer weiter. Nur nicht einbrechen und versagen. Ich würde gerne mal den ganzen tag im Bett bleiben und heulen, einfach nur das die anderen sehen wie es mir geht. Oder ich habe oft den Gedanken mich am liebsten zu besaufen, vielleicht wäre es dann für zwei Stunden mal o.k. mit den Gefühlen? Aber ich besaufe mich natürlich nicht und bleibe auch nicht heulend im Bett, ich tu mir und meinen Lieben nichts an und quäle mich weiter durchs Leben...

Jetzt höre ich mal auf euch voll zu jammern - aber das musste gerade mal raus,Entschuldigung. Ihr müsst ja meine Beiträge nicht mehr lesen,wenn ich zu sehr stresse. ..

LG hejemalafa

Kommentare 4

  • Hallo hejemalafa,

    ich glaube, es darf nicht so entscheidend sein, was in so einem Arztbrief steht. Die Ärzte versuchen nur etwas zu benennen um handlungsfähig zu werden. Dazu braucht es irgendein Raster. Als ich in der Ausbildungsgruppe zur psychologischen Heilpraktikerin die Kategorien der psychischen Erkrankungen lernen musste, konnte ich mich mit so einigen davon identifizieren. Was ich damit sagen will ist, dass es letztlich egal ist welchen Schubläden man zugeordnet wird oder sich selbst zuordnet. Es ist die Frage was mach ich daraus. Selbst die blödeste Eigenschaft hat auch ihre positive Seite. Ich tröste mich oft damit. Diese Denkweise hilft mir auch mit meinen "schlechten" Seiten klarzukommen.


    Ich fühle mich übrigens absolut nicht gestresst von den Inhalten deiner Beiträge. Ich mag deine ehrliche Art. Ausserdem ist es immer wieder lehrreich für mich. Du trägst einen wesentlichen Beitrag dazu bei, dass ich mit meiner Tochter jetzt besser klar komme.

    Ich wünsche dir heute ganz viel Eigenliebe und Kraft für diesen Tag.

    Herzliche Grüße

    Elfriede

    • Hallo Elfriede,

      Also grundsätzlich gebe ich dir recht, irgendwie hat alles zwei Seiten - wäre ich nicht krank wäre ich nicht wie ich bin, dann hätte ich nicht diesen Mann und nicht diese Kinder. Andere will ich aber gar nicht haben... also kann ich das vielleicht als "positiv" sehen.

      Auch stimmt es, dass es egal ist in welche Kategorie einen die Ärzte einordnen -> wichtig ist wie man selbst damit umgeht bzw wie du sagst: was man draus macht.


      Das fällt mir heute wieder leichter, die Dinge so zu sehen. Im ersten Moment war für mich irgendwie der Gedanke im Vordergrund : dann werde ich ja erst recht nicht gesund! *Schock*


      Dankeschön auch für die netten Worte am Ende.


      LG hejemalafa

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  • Hallo hejemalafa, ich möchte aber deine Beiträge weiterhin lesen.


    Schade dass es dir schlecht geht ich hoffe es geht wieder aufwärts .


    Thema Arztbrief..mh.. also manchmal steht da auch ein ziemlicher Mist drin oder es gibt Doppeldiagnose wegen Unsicherheit oder Abrechnung.


    Ich habe gelernt dass bei Psychose andere Störungen nachrangig sind und auch nicht unbedingt richtig eingeschätzt werden von Ärzten.

    Also insbesondere Persönlichkeitsstörungen wie zum Beispiel borderline.


    Das mit dem stimmen hören klingt sehr nach Schizophrenie und das die Medikamente helfen deutet auch darauf.


    Das du keine Lust mehr hast krank zu sein.. verstehe ich absolut.. ich habe auch keine Lust mehr auf den Mist.

    Tabletten und Therapie Gespräch und so weiter und doch immer wieder auf der Stelle treten.

    . ich selbst habe drei Diagnosen oder 4 je nach dem welcher Arzt mich beurteilt.


    Schizophrenie und rezidivierende Depression und komplexe Posttraumatische Belastungsstörung und Generaliste Angst Störung ach ja Rheuma.


    Liebe Grüße Ida

    • Hallo Ida,

      Vielen Dank für deinen Kommentar.

      Du bist so eine liebenswerte Frau, so wie ich dich hier kennengelernt habe, es tut mir leid, dass du so viel Krankheiten mit dir hast... ich wusste nicht, dass es überhaupt so ist, dass man schizophren sein kann und gleichzeitig was anderes.

      Mich schockt das besonders, weil ja so noch weniger Chance auf Heilung besteht, als wenn ich "nur" eine Erkrankung habe.

      Mit meinen körperlichen Sachen komme ich auch besser klar, sogar die Phantomschmerzen habe ich gelernt zu akzeptieren und damit umzugehen, aber die seelischen Dinge sind irgendwie inakzeptabel - Egal wie sie genannt werden.

      LG hejemalafa

      Danke 1