ERKRANKUNG UND GESUNDUNG | Psychosen: Auslöser, Frühwarnsignale und Selbsthilfe
-
Phoenix -
23. März 2026 um 02:37 -
241 Mal gelesen
Fühlst du dich manchmal allein mit deinen Fragen oder Erfahrungen rund um Schizophrenie und Psychosen?
Bei Schizophrenie-Online bist du nicht allein. Tausche dich in unserem Forum aus, lies hilfreiche Beiträge im Wiki, entdecke persönliche Blogs und chatte mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen machen – sicher und respektvoll.
Jetzt kostenlos registrieren und Teil unserer unterstützenden Community werden. Gemeinsam ist vieles leichter!
ERKRANKUNG UND GESUNDUNG |
Psychosen: Auslöser, Frühwarnsignale und Selbsthilfe
In 20 Jahren mit Schizophrenie, habe ich geschätzte 15 Psychosen, mehr oder weniger intensiv erlebt. Ein enger Kontakt zu mir selbst durch tägliche Meditation, hat mir dabei geholfen, Frühwarnsignale rasch zu erkennen und mich entsprechend zu verhalten.
Besonders hilfreich bei anklingender Psychose waren Gespräche und sozialer Kontakt, verbunden mit körperlicher Arbeit. Zum Beispiel Garten- oder Küchenarbeit oder handwerkliche Tätigkeiten, die stark erden sind, den Gedankenstrom bremsen und das Bewusstsein in den Körper zurück bringen. Für Krisen einen Ort zu haben, wie ein psychosoziales Zentrum, wo solche Tätigkeiten in der Gemeinschaft möglich sind, kann sehr hilfreich sein. Auch auf ehrenamtlicher Basis gibt es eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten für solche Arbeiten.
Damals habe ich mich noch nicht mit alternativer Medizin beschäftigt. Gründe warum ich nun seit 4 Jahren keine Psychosen mehr bekomme, ist neben einer körperlichen Arbeit in der Pflege, eine gesunde Ernährung und Nahrungsergänzung. Ebenso, schätze ich, dass das psychische Potenzial für eine Psychose nach langer Zeit nun auch erschöpft ist. Eine Psychose ist in den meisten Fällen nichts anderes, als eine natürliche Trauma-Aufarbeitung, die auch irgendwann abgeschlossen ist.
Zu unterscheiden ist dieser natürliche Prozess, von Medikamenten-induzierten Psychosen. Zum Beispiel beim zu schnellen Absetzen, sogenannte "Absetzpsychosen". Oder "Hypersensibilitäts-Psychosen", die aufgrund einer Übersensibilisierung des Gehirns, durch einen langen Konsum von Antipsychotika auftreten. Diese können im schlimmsten Fall ein Leben lang anhalten, wenn die Medikamente nicht sehr langsam (über mindestens 2 Jahre, bei über 5 Jahren der Einnahme) und mit der richtigen Methode (hyperbolisch) ausgeschlichen und durch natürliche Alternativen ersetzt werden.
Auslöser für Psychosen

Psychosen werden häufig durch eine Kombination aus folgenden Faktoren ausgelöst: hoher Stress, schwere Angstzustände und Traumata, zusammen mit Substanzkonsum, akutem Schlafentzug oder sozialer Isolation und Einsamkeit. Auch größere Lebensveränderungen (z. B. Trauerfälle, Arbeitsplatzverlust) und der Entzug von Drogen/Alkohol sind häufige Auslöser.
- Drogen- und Substanzkonsum: Der Konsum von psychoaktiven Substanzen ist ein häufiger Auslöser. Dazu zählen Cannabis, LSD, Amphetamine, Kokain und Ecstasy.
- Starker psychischer Stress: Akute Krisen, schwere Beziehungskonflikte oder extremer Leistungsdruck (z.B. am Arbeitsplatz oder in der Ausbildung) können Psychosen triggern.
- Wichtige Lebensereignisse: traumatische Erlebnisse, Trennung/ Scheidung, Trauerfall
- Schlafmangel: Chronischer oder akuter Schlafmangel kann das Gehirn destabilisieren und eine Psychose auslösen.
- Soziale Isolation: Anhaltende Einsamkeit kann Psychosen mit verursachen.
- Hormonelle Veränderungen: Psychotische Symptome verschlimmern sich oft auch, wenn der Östrogenspiegel abfällt. (Menstruation, Schwangerschaft, Wechseljahre)
Frühwarnsignale
Frühwarnsignale einer Psychose sind schleichende Veränderungen im Erleben und Verhalten, die Wochen oder Monate vor einem akuten Ausbruch auftreten. Typisch sind soziale Isolation, Schlafstörungen, starke innere Unruhe, Ängste, Misstrauen, Konzentrationsschwächen und leichte Wahrnehmungsstörungen. Da diese Anzeichen zunächst unspezifisch sein können und einer Depression ähneln, ist eine aufmerksame Beobachtung von Veränderungen im Verhalten und Erleben entscheidend.
Veränderungen im Befinden und Antrieb:
- Anhaltende Ruhelosigkeit, Anspannung oder Nervosität.
- Ausgeprägte Schlafstörungen und veränderte Essgewohnheiten.
- Antriebslosigkeit, Energiemangel und ein Verlust des Interesses an Hobbys.
- Starke Stimmungsschwankungen, Niedergeschlagenheit oder ungewöhnliche Ängste.
Soziale und zwischenmenschliche Veränderungen:
- Zunehmender sozialer Rückzug und Isolation von Freunden und Familie.
- Wachsende Gereiztheit, Misstrauen oder Feindseligkeit gegenüber anderen.
- Schwierigkeiten, Beziehungen aufrechtzuerhalten, oft durch häufige Streitigkeiten.
- Unangemessenes Sozialverhalten (z.B. Lachen in unpassenden Momenten).
Kognitive Beeinträchtigungen:
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sowie eine sinkende Belastbarkeit.
- Veränderungen im Denken, wie z.B. Probleme beim schlussfolgernden Denken oder im sprachlichen Ausdruck.
- Gedankenrasen oder ein Gefühl von Leere im Kopf.
Wahrnehmung:
- Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Texturen; das Gefühl, dass sich die Dinge um einen herum auf unerklärliche Weise verändert haben.
- Kurzzeitige, flüchtige Sinnestäuschungen
- Empfindungen erleben, die andere nicht wahrnehmen, wie zum Beispiel Flüstern hören oder Schatten sehen, und Schwierigkeiten haben, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden.
Seltsame Überzeugungen:
- Die Entwicklung ungewöhnlicher Ideen, „magisches Denken“ oder das Finden sinnvoller Verbindungen zwischen unzusammenhängenden Ereignissen.
- Gefühl, dass Dinge eine besondere, oft bedrohliche Bedeutung haben (Eigenbeziehung).
Selbsthilfe: Was man selbst tun kann?
- Früherkennung & Wissen: Frühwarnsignale bei sich selbst identifizieren (z.B. durch ein Tagebuch) und kennen. Schreibe auf, welche Anzeichen auftreten (z. B. "Ich schlafe schlechter", "Ich werde misstrauisch"). Bespreche diesen Plan mit einer Vertrauensperson oder einem Arzt.
- Stressreduktion: Reizüberflutung vermeiden, Ruhepausen einplanen und Überforderung vorbeugen. Meide Überlastung und schaffe bewusste Ruhephasen. Vermeide überreizende Umgebungen und reduziere Deine Arbeitsbelastung. Stress ist ein Hauptauslöser für psychotische Schübe. Nutze Entspannungstechniken wie tiefes Atmen oder Achtsamkeitsübungen, um im Hier und Jetzt zu bleiben.
- Drogen- und Alkoholkonsum vermeiden, da diese Psychosen auslösen oder verschlimmern können.
- Struktur schaffen: Einen geregelten Tagesablauf beibehalten, auch wenn er schwerfällt. Halte an einem geregelten Tagesablauf fest (feste Aufsteh- und Essenszeiten). Ein stabiler Rhythmus wirkt erdend.
- Gesunder Lebensstil: Ernähre dich erdend (alles was in der Erde wächst), regelmäßig und gesund und bleibe körperlich aktiv; Spaziergänge in der Natur können bereits gegen Angstzustände und Niedergeschlagenheit helfen.
- Erdende körperliche Tätigkeiten: Sport, Küchen- oder Gartenarbeit oder handwerkliche Tätigkeiten mit sozialen Kontakten
- Schlaf: Achte auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus mit 6 bis 8 Stunden Schlaf pro Nacht. Gehe Schlafstörungen an, denn Schlafmangel ist ein wichtiger Auslöser.
- Krisenplan: Notiere im Voraus vertrauenswürdige Kontakte, natürliche Wirkstoffe , wie Heilpflanzen und Aminosäuren, notfalls Medikamente und Bewältigungsstrategien
- Soziale Unterstützung: Offen mit Vertrauenspersonen über Veränderungen sprechen. Teile Erfahrungen mit einem guten Freund oder einem Familienmitglied. Ehrlichkeit über Deine Gefühle kann Ängste abbauen und Isolation verhindern.
- Selbsthilfegruppen: Austausch mit anderen Betroffenen. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann helfen, die eigenen Erfahrungen besser einzuordnen und Strategien im Umgang mit der Erkrankung zu lernen.
- Hilfe suchen: Frühzeitig einen Arzt, Psychotherapeuten oder eine spezielle Früherkennungs-Ambulanz aufsuchen.
Notfall
Suche notärztliche Hilfe auf , wenn Folgendes vorliegt:
- Du denkst über Selbstverletzung oder Suizid nach
- Drohungen, anderen Schaden zuzufügen.
- Ein vollständiger und rascher Verlust des Realitätsbezugs.
