
Stimmenhören verstehen
Der Leitfaden zur Arbeit mit Stimmenhörern
Autor:innen: Professor Dr. Marius Romme, Dr. Sandra Escher
Buchvorstellung
Das Buch gibt es überall im Buchhandel in Deutschland, in der Sprache Deutsch
(Möglicherweise gibt es das Buch auch in Österreich und der Schweiz, das habe ich nicht geprüft.)
Beschreibung
Das Phänomen Stimmenhören wurde jahrzehntelang zu den schwerwiegenden Geisteskrankheiten gezählt. Die Betroffenen behandelte man dabei ausschließlich mit Medikamenten. Diese psychiatrische Praxis wurde erst in den 90er Jahren durch Marius Romme und Sandra Escher in Frage gestellt.
Sie fanden in ihren Studien heraus, dass die Stimmen wertvolle Aufschlüsse über ungelöste Lebensprobleme wie z.B. unbewältigte Verluste oder Traumata liefern. Ihr Ansatz ist es daher zu versuchen, die subjektive Bedeutung der Stimmen zu verstehen und den Stimmen-Hörenden bei der Bewältigung seiner Probleme zu unterstützen.
Ziel von »Stimmenhören verstehen« ist es daher, Profis und Stimmenhörern zu einem besseren Umgang mit dem Thema Stimmenhören zu verhelfen. Der Autor und die Autorin beschreiben in theoretischer und ganz praktischer Weise neue Ansätze für Menschen, die wirklich Probleme mit dem Stimmenhören haben und sich in Bezug auf ihre Stimmen machtlos fühlen oder die Schwierigkeiten haben, ihr eigenes Verhalten zu kontrollieren.
Teil I stellt den aktuellen Forschungsstand dar, sowie die Auswirkungen, die diese Forschung auf Diagnosen hat, und zudem verschiedene Modelle, wie die Stimmen der Hörenden mit deren Lebensgeschichte zusammenhängen.
Teil II zeigt, wie diese Beziehung mithilfe eines auf einem Fragebogen basierenden Interviews analysiert werden kann. Dies ist nicht nur hilfreich für die Kommunikation, sondern auch für die Therapie bzw. Beratung.
Abschließend behandelt der dritte Teil angemessene Interventionen für die drei Phasen des »Erschreckens«,
»Organisierens« und »Stabilisierens«, die Romme und Escher unterscheiden. Sie beschäftigen sich außerdem mit den Erklärungen, die Stimmenhörer für ihre Erfahrungen haben. Dabei werden die Selbsthilfe und alternativen Therapien mit eingeschlossen.
Die Autoren sind überzeugt: Ein Umgang mit den Stimmen ist erlernbar, wenn die Stimmenhörer mit ihren eigenen Lösungsansätzen ernst genommen werden und durch den Berater Unterstützung erfahren. Dazu muss der Mensch eine Beziehung zu seinen Stimmen aufbauen und sie als einen Teil seines täglichen Lebens anerkennen.
Seit August 2007 ist es in Deutschland möglich, an einer dreistufigen Grundausbildung zum erfahrungsfokussierten Berater für den Umgang mit Stimmenhörern teilzunehmen.
Nähere Informationen findet man auf den Internetseiten des efc Instituts (http://www.efc-workshops.de/)
(Seht euch auch den Kurzfilm von 2025 beim efc-Institut an.)
oder des Netzwerks Stimmenhören e.V:
Willkommen beim Netzwerk Stimmenhören e.V.
Bereits die erste Stufe vermittelt alle notwendigen Grundlagen, um konstruktiv mit den Erfahrungen des Stimmenhörens umzugehen.
Die Homepage von Intervoice ( https://www.intervoiceonline.org/tag/germany#content ), dem internationalen Stimmenhörer-Netzwerk enthält (fast) alle Informationen zum Stimmenhören und zum kritischen Psychoseverständnis.
Quelle des Textes und Buchvorstellung mit 13 Seiten Leseprobe:
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