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  3. Emily

Petition für einen Wandel im psychiatrischen Gesundheitswesen und in der Psychopharmakologie – an die WHO und weitere:

  • Emily
  • 19. Januar 2026 um 16:13
  • 215 Mal gelesen

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Petition für einen Wandel im psychiatrischen Gesundheitswesen und in der Psychopharmakologie

Team PsyAb

Die Verfasser dieser Petition sind selbst von einem schweren protrahierten Entzugssyndrom betroffen.

Die Ziele der Petition sind die Öffentlichkeit/das medizinische Personal für die teils schwerwiegenden und lang anhaltenden Nebenwirkungen/Entzugssymptome von Psychopharmaka zu sensibilisieren, die notwendige Forschung anzuregen, die Entwicklung besserer Unterstützungssysteme für Patienten zu fördern, objektivere diagnostische Kriterien für psychische Störungen zu entwickeln und die Leitlinien für das Ausschleichen von Medikamenten zu aktualisieren.

Petition für einen Wandel im psychiatrischen Gesundheitswesen und in der Psychopharmakologie

Petition an World Health Organization und an 8 weitere Entscheidungsträger*innen
(Gestartet von Rich And Amanda, am 28. Februar 2025)

Zur Petition auf change.org

Übersetzung des Petitionsaufruf:

Einleitung

Dem psychiatrischen Gesundheitssystem und der pharmazeutischen Industrie mangelt es an Transparenz, da sie es weitgehend versäumen, alle möglichen Nebenwirkungen der langfristigen Einnahme von Psychopharmaka offenzulegen. Evidenzbasierte Absetzstrategien, langfristige Sicherheitsstudien und die Aufklärung der Öffentlichkeit über schwerwiegende Entzugssymptome sind unzureichend und werden absichtlich vermieden.

Seit der Einführung von Lithium zur Behandlung der bipolaren Störung in den späten 1940er Jahren wurde viel Zeit und Geld in die Entwicklung von Medikamenten für viele psychiatrische Erkrankungen gesteckt. Das Diagnostische und Statistische Handbuch Psychischer Störungen (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, DSM) wird mit jeder neuen Ausgabe erweitert und befindet sich derzeit in seiner 5. Das derzeit verfügbare Angebot an Medikamenten ist vielfältig und umfangreich. Sie werden als unentbehrlich und lebensrettend angepriesen, und für einige hat sich dies auch bewahrheitet. Es gibt jedoch auch eine andere Seite dieser Geschichte, die in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt ist.

Die Zahl der Menschen, die durch die unsachgemäße Verschreibung und das Absetzen dieser Medikamente erhebliche Schäden und langfristige Beeinträchtigungen erlitten haben, steigt rapide an. Diese Gruppe von Menschen wird vom Gesundheitssystem, der Pharmaindustrie und der Gesellschaft weitgehend unbeachtet gelassen. Die Verfasser dieser Petition sind zwei dieser Menschen. Wie Zehntausende andere leiden auch wir unter dem so genannten „protrahierten Entzug“, der auch als „postakutes Entzugssyndrom“ oder PAWS bezeichnet wird. Die von den Betroffenen berichteten Symptome sind vielfältig, weitreichend und schwerwiegend und können Monate oder Jahre andauern.

Eine Symptomliste ist auf der Website der Inner Compass Initiative zu finden (Inner Compass Initiative - Symptome). Dies ist ein Syndrom, das typischerweise mit Benzodiazepinen (Medikamenten gegen Angstzustände) und in geringerem Maße mit Alkohol in Verbindung gebracht wird. Tatsache ist jedoch, dass so ziemlich jedes Psychopharmakon dies verursachen kann. Dies ist ein wesentliches Problem für die öffentliche Gesundheit und sollte sofort angegangen werden. Ich werde kurz auf unsere Geschichte eingehen und dann erörtern, warum diese globale Epidemie der Öffentlichkeit und unseren Gesundheitsbehörden unverzüglich mitgeteilt werden sollte.

Ich begann meine 30-jährige Geschichte der Einnahme von Psychopharmaka im Alter von 24 Jahren, als ich in der US-Marine als Kernkraftwerksbetreiber diente. Sowohl in den VA- als auch in den zivilen Krankenhäusern war ich Betroffener und Zeuge von Missbrauch durch das System, das mir eigentlich helfen sollte, aber stattdessen mehr Schaden anrichtete. Entscheidungen, die meine Behandler in Bezug auf die Änderung meiner Psychopharmaka trafen, führten dazu, dass ich wegen einer medikamenten- bzw. entzugsbedingten Hyponatriämie, Nierenproblemen und Herzproblemen auf der Intensivstation landete, was mich fast das Leben gekostet hätte.

Ich befinde mich jetzt im 4. Jahr von PAWS. Die meisten der schweren Symptome haben nachgelassen, aber ich leide immer noch unter schweren Schlafproblemen. Die Mitautorin, eine Krankenschwester/Pflegerin, die seit 15 Jahren im Gesundheitswesen arbeitet, ist seit 2 Jahren durch PAWS gehandicapt. Sie nimmt seit 2 Jahrzehnten SSRI ein und das schon seit dem Alter von 14 Jahren. Seit ihrem 18. Lebensjahr hat sie 6 erfolglose Versuche unternommen, die Antidepressiva mit Hilfe von Ärzten abzusetzen.

Wiederholte Entzüge im Laufe der Jahre wurden fälschlicherweise als „Rückfall von psychischen Problemen“ diagnostiziert, was zu einer Wiedereinnahme und der Verabreichung neuer Psychopharmaka führte. Leider ist dies ein sehr häufiges Szenario, weshalb wir für eine verstärkte Aufklärung kämpfen. Wir haben viele schwere Nebenwirkungen sowohl bei der Einnahme als auch beim Absetzen dieser Medikamente erlebt, darunter Typ-2-Diabetes, Schlafstörungen, Neuropathie, metabolisches Syndrom, Herzprobleme, Magen-Darm-Probleme, Funktionsstörungen des Nervensystems, Sehstörungen, Akathisie (Was ist Akathisie) und vieles mehr.
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass diese Medikamente nur auf Rezeptoren im Gehirn wirken. Die gleichen Rezeptoren sind jedoch im ganzen Körper vorhanden, und dies ist die Ursache für weit verbreitete Symptome, die den Darm, das Nervensystem, das Herz, das Immunsystem und die meisten Organsysteme betreffen.


Neben PAWS möchten wir auch auf andere schwerwiegende Nebenwirkungen aufmerksam machen, die häufig in der Entzugsphase von Psychopharmaka auftreten.

  • 1) Es ist bekannt, dass die Toleranz gegenüber und der Entzug von Benzodiazepinen („angstlösende“ Medikamente wie Xanax und Ativan) einen Zustand hervorrufen, der als benzodiazepininduzierte neurologische Dysfunktion oder BIND (BIND Facts) bekannt ist.
  • 2. Es hat sich gezeigt, dass die Einnahme von Antidepressiva und der Entzug von Antidepressiva zu einer Post-SSRI Sexual Dysfunction (PSSD FAQ) führen, die in einigen Fällen dauerhaft sein kann.
  • 3. Antipsychotika, einschließlich der atypischen Antipsychotika, die heute u. a. gegen Schlafstörungen und Depressionen verschrieben werden, können bekanntermaßen Tardive Dyskinesien (TD) und Akathisie (AKA) verursachen. Dabei handelt es sich um beeinträchtigende Bewegungsstörungen, die mitunter dauerhaft auftreten können. Sie können auch als Entzugserscheinungen von Antidepressiva und Benzodiazepinen auftreten.
    Bei TD kommt es zu sich wiederholenden, unkontrollierbaren, sich windenden Bewegungen des Körpers. Akathisie ist ein Zustand extremer Unruhe und Schrecken, begleitet von einem ständigen Bewegungsdrang. Aufgrund der Schwere der Symptome ist die Häufigkeit von Selbstmorden bei Akathisie sehr hoch. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier. (Tardiv-Dyskinesie), (Akathisie) (Akathisia Alliance)

Menschen, die an solchen Störungen leiden, haben sicherlich schon festgestellt, dass es an medizinischem Fachwissen in diesem Bereich mangelt, und suchen vielleicht im Internet nach Unterstützung. Nicht nur, dass wir häufig allein damit zu kämpfen haben, auch unsere Freunde und Familienangehörigen sind ratlos, verstehen nicht ganz, was ihre Angehörigen durchmachen, und wissen nicht, wie sie wirksam helfen können.

Viele dieser Störungen lassen sich durch die richtige Reduzierung der Medikation weitgehend vermeiden. Die aktuellen FDA-Protokolle für die Dosisreduzierung sind sehr unspezifisch und die vorgeschlagene Dauer der Dosisreduzierung ist viel zu kurz. Ein angemessenes Absetzen von Medikamenten muss hyperbolisch und sehr langsam erfolgen, oft mit einer Rate von 10 % der aktuellen Dosis pro Monat oder weniger, wie in „The Maudsley De-Prescribing Guide“ von Mark Horowitz und David M. Taylor (Maudsley Deprescribing Guidelines) beschrieben. Dies ist derzeit in der medizinischen Fachwelt nicht allgemein bekannt und stellt eine wesentliche Ursache für das Leiden so vieler Menschen dar.

Derzeit hat die Website Surviving Antidepressants (Surviving Antidepressants) über 22.000 Mitglieder und wächst täglich. Benzobuddies (Benzo Buddies ) ist eine weitere Peer-Support-Website für diejenigen, die versuchen, von Benzodiazepinen loszukommen, und hat fast 32.000 Mitglieder. Es gibt Entzugscoaches, die eigenständig anderen dabei helfen, ihre Medikamente abzusetzen, und einige Entzugskliniken, die am Ende dieser Petition aufgeführt sind. Sie sind eine der wenigen Unterstützungsmöglichkeiten für Patienten, die sich im Entzug befinden oder Antidepressiva, Antipsychotika und Benzodiazepine absetzen wollen, die derzeit verfügbar sind.

Das muss sich ändern.

Zweck

Sinn und Zweck dieser Petition ist es nicht, ein Verbot von Psychopharmaka zu erwirken. Sie soll den vielen Menschen eine Stimme geben, die von diesem schlimmen Leiden betroffen sind und oft allein und ohne Unterstützung sind. Wir hoffen, die Aufmerksamkeit der Entscheidungsträger in der US-Regierung, der Weltgesundheitsorganisation und der Regierungen auf der ganzen Welt zu gewinnen, damit der Prozess der angemessenen Erforschung und Behandlung dieser Störungen beginnt.

Mit dieser Petition wollen wir Folgendes erreichen:

1. Sensibilisierung der Öffentlichkeit/des medizinischen Personals

  • Protrahiertes Entzugssyndrom (PWS) alias Post-Akutes Entzugssyndrom (PAWS)
  • BIND (Benzo-Induzierte Neurologische Dysfunktion)
  • PSSD (Post SSRI Sexuelle Dysfunktion)
  • Tardive Dyskinesie (TD)
  • Akathisie (AKA)
  • Neurologisches „ Kindling “ ( Was ist kindling? ) durch wiederholte Verabreichung und Entzug von Psychopharmaka, fehlgeschlagene Absetzversuche, kalter Entzug, usw.
  • Vollständige schriftliche Aufklärung über die oben genannten Risiken vor der Verschreibung (offizielles Dokument, das vom Patienten und vom Verordner unterzeichnet wird und Teil der Krankenakte ist)

2. Die notwendige Forschung anregen

  • Veranlassung und Durchführung von Langzeitstudien (Jahre) mit Langzeit-Follow-up-Ergebnissen
  • Veranlassung und Durchführung von Langzeitstudien (Jahre) über die Auswirkungen von Psychopharmaka auf die kindliche Gehirn-/körperliche Entwicklung
  • Veranlassung und Durchführung von Forschung zur Entstehung von PWS / PAWS und möglichen Behandlungen
  • Veranlassung und Durchführung von Untersuchungen zu Unterschieden im Verstoffwechseln von Psychopharmaka bei Männern und Frauen in Bezug auf Serumspiegel und Auswirkungen über den Menstruationszyklus hinweg
  • Forderung, dass alle pharmazeutischen Studien, die durchgeführt werden, in einer zentralen Datenbank registriert werden, sobald sie eingereicht werden, und dass sie unabhängig von ihrem Ergebnis veröffentlicht werden.
  • Die Regulierungsbehörden sollten verpflichtet werden, alle verfügbaren Studien (einschließlich fehlgeschlagener Studien) für die Zulassung eines Medikaments heranzuziehen, nicht nur die Studien der Industrie.
  • Veranlassung und Durchführung neuer Studien unabhängig von pharmazeutischer Einflussnahme/Finanzierung
  • Die Zulassungsbehörden sollten für NEUE Psychopharmaka keine Langzeitgenehmigung mehr ohne Langzeitstudien erteilen.

3. Förderung der Entwicklung besserer Unterstützungssysteme für Patienten

  • Therapeuten/Betreuer/Sozialarbeiter müssen in lang andauerndem (protrahierten) Medikamentenentzug und in den Grundlagen der Medikamentenreduzierung geschult werden.
  • ICD-10-Code sollte für PWS/PAWS/BIND erstellt werden
  • Anspruch auf Erwerbsminderungsrente für die Dauer der Erkrankung für PWS/PAWS/BIND/TD/AKA
  • Aufklärung und Sensibilisierung der Gesundheitsdienstleister in Bezug auf PWS/PAWS/BIND/TD/AKA und die Unterscheidung zwischen Entzug und Rückfall, damit die Patienten eine zeitnahe, angemessene Diagnose und eine qualitativ hochwertige Versorgung erhalten
  • Verbot von Arzneimittelwerbung, da die USA und Neuseeland die einzigen beiden wohlhabenden Länder sind, die dies zulassen (Fernsehen, Radio, Printmedien, Internet, z. B. auf YouTube) (Most High Income Countries Ban Drug Advertising)

4. Untersuchung der Gültigkeit der DSM-Diagnosekriterien

  • Wie sich diese seit der Einführung von Psychopharmaka zugunsten einer verstärkten Verschreibungspraxis verändert haben
  • Die derzeitigen diagnostischen Kriterien sind sehr subjektiv und unterliegen der Voreingenommenheit. Es müssen objektivere Instrumente entwickelt werden, um Fehldiagnosen zu vermeiden.

5. Aktualisierung der FDA-Richtlinien für das Ausschleichen von Medikamenten

  • Maudsley-Leitlinien für die Absetzung von Medikamenten
  • Ashton-Handbuch
  • Patientenzentriertes Ausschleichen von Medikamenten
  • Schulung der medizinischen Fachkräfte
  • Zugang zu und Kostenübernahme für Apothekenrezepturen für kleinere Dosierungsschritte während des Ausschleichens


Die unzureichende Behandlung von psychischen Störungen durch unangemessene Verschreibungspraktiken hat Auswirkungen, die weit über den Einzelnen hinausgehen. Die Auswirkungen erstrecken sich auf die Familie, das soziale Umfeld, das Arbeitsleben und die Gemeinschaft im Allgemeinen. Die Betroffenen sind oft nicht in der Lage zu arbeiten, für ihre Familie zu sorgen, zur Schule zu gehen oder manchmal sogar sich selbstständig zu versorgen.

Die Folgen können über Monate bis Jahre hinweg zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung führen, und leider ist Selbstmord keine Seltenheit. Die Patienten gehen oft von Arzt zu Arzt, um herauszufinden, was so unglaublich schief gelaufen ist, und finden nichts, was sich feststellen oder behandeln ließe.

Viele werden als Hypochonder oder schlichtweg als Verrückte abgestempelt, was den Leidensdruck nur noch erhöht. Unzählige erhalten neue Medikamente zur Behandlung ihrer Symptome, die oft nicht wirken oder den Zustand verschlimmern.

Das kostet Zeit und Ressourcen in einem ohnehin schon überlasteten medizinischen System. Mit einer angemessenen Reduzierung durch geschulte Ärzte wäre ein Großteil dieses Leidens vermeidbar. Weitere Forschungen zu diesen Gesundheitsstörungen und zu den Langzeitergebnissen dieser Psychopharmaka könnten letztlich zu Behandlungen führen, die es den Menschen ermöglichen, ihre Gesundheit viel früher wiederzuerlangen.

Bitte setzen Sie sich mit uns für Veränderungen im psychiatrischen Gesundheitssystem ein, um unser Verständnis der Psychopharmakologie auf den neuesten Stand zu bringen und den damit verbundenen Gefahren zu begegnen. Zu viele Menschen leiden an PWS/PAWS/BIND/PSSD/TD/AKA und sind weitgehend auf sich allein gestellt, und sie brauchen Ihre Unterstützung. Bitte unterstützen Sie sie und unterzeichnen Sie diese Petition, um die Verantwortlichen zu ermutigen, die notwendigen Änderungen vorzunehmen, um diese Epidemie des stillen Leidens zu beenden. Wenn Sie die Petition unterzeichnen, können Sie uns gerne Ihre Erfahrungen oder andere relevante Informationen mitteilen.

Unten finden Sie eine Broschüre, die die Petition beschreibt. Über einen Link zu einer PDF-Datei können Sie das Dokument einsehen. Sie können das Dokument dann ausdrucken und verteilen, um die Petition bekannt zu machen und zu unterstützen.

Broschüre hier herunterladen -Petitionsbroschüre PDF

Quelle:

Petition für einen Wandel im psychiatrischen Gesundheitswesen und in der Psychopharmakologie - PsyAb / Psychopharmaka absetzen


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