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EXPERTEN IM GESPRÄCH | Leitfaden zum Absetzen von Psychopharmaka
Ein langsames Ausschleichen von Psychopharmaka ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg. Die meisten Absetzversuche scheitern, weil sie zu schnell erfolgen, meist mit Absetzpsychosen, einem Psychiatrie-Aufenthalt und einer wieder stark erhöhten Dosis an Antipsychotika oder Antidepressiva.
Es ist wichtig nur in 10% Schritten alle 4-6 Wochen zu reduzieren. Und erst dann den nächsten Schritt zu gehen, wenn man stabil und symptomfrei ist. Es kann ein Jahr oder länger dauern bis sich das Gehirn angepasst hat und ohne Psychopharmaka die nötigen Botenstoffe wieder selbst in ein gesundes Gleichgewicht bringen kann. Wer schon länger als 5 Jahre Psychopharmaka nimmt, sollte sich mit dem Absetzen mindestens 2 Jahre Zeit lassen.
Zum Ende des Ausschleichens, wenn die Dosis schon sehr klein geworden ist, gibt es meist keine Tabletten mehr in der richtigen kleinen Dosis zu kaufen und die kleinste Einheit muss noch einmal geteilt werden oder ist in Wasser aufzulösen und anteilig zu trinken. Gerade zum Schluss ist besondere Vorsicht geboten !!!
Zur Unterstützung können, entsprechend der Symptome, alle natürlichen Wirkstoffe, wie antipsychotische Heilpflanzen, B-Vitamine (B12, B9, B6) und Aminosäuren genutzt werden. Sie geben mehr Sicherheit, regenerieren das Gehirn und die Organe und können ggf. den Ausschleichprozeß beschleunigen. Sicherheit sollte jedoch die höchste Priorität haben, da eine mögliche Absetzpsychose den Gesundungsprozeß erheblich zurück werfen kann.
Alle harmonisierenden Therapien und Heilverfahren bieten ebenfalls eine wichtige Unterstützung. Eine regelmäßige körperliche und erdende Arbeit mit sozialen Kontakten oder eine ehrenamtliche Tätigkeit sind ein wichtiger Stabilisator, der im Sinne einer Ordnungstherapie dem Tag eine stabile Struktur gibt.
Auch sind Sport und Body-Mind-Therapien sowie eine therapeutische Begleitung durch einen Psychologen, Naturarzt oder Heilpraktiker ratsam. Ebenso ist ein kreatives Hobby, wie Kunst, Musik, Tanz oder Theatertherapie hilfreich starke Emotionen ausdrücken zu können und Spannungen abzubauen.
Zeit für die innere Einkehr, wie Meditation, ein Tagebuch oder Journaling schaffen den Kontakt zu sich selbst. Die eigene Situation, die Gesundheitslage und Frühwarnsignale können so richtig oder besser eingeschätzt werden. Vermieden sollten stark herausfordernde Aktionen, wie eine Fernreise, ein Umzug, ein Arbeitsplatzwechsel oder auch zu stark aufwühlende Therapien.
Eine Internetseite mit Informationen und Möglichkeiten eines Austauschs in einem Forum zum Thema "Psychopharmaka absetzen" ist (https://www.psyab.net).
Innere Achtsamkeit und Geduld sind der Schlüssel zu Erfolg !
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