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Die Langzeiteffekte von Antipsychotika und ihre Auswirkungen
Die langfristige Einnahme von Antipsychotika kann schwerwiegende Folgen haben, vor allem Stoffwechselstörungen (Gewichtszunahme, Diabetes, hoher Cholesterin-/Blutdruck) und Bewegungsstörungen wie die Spätdyskinesie, die mit unkontrollierbaren Bewegungen einhergeht und dauerhaft sein kann. Weitere Risiken sind hormonelle Ungleichgewichte, ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall, Herzerkrankungen, mögliche kognitive Beeinträchtigungen und sogar eine erhöhte Sterblichkeit.
Dr. Joanna Moncrieff widerlegt die Annahme, dass Psychopharmaka durch die Korrektur eines chemischen Ungleichgewichts wirken, und analysiert die professionellen, kommerziellen und politischen Eigeninteressen, die diese Sichtweise geprägt haben. Sie liefert eine umfassende Kritik der Forschung zu Medikamenten wie Antidepressiva, Antipsychotika und Stimmungsstabilisatoren.
Joanna Moncrieff ist Dozentin für Kritische und Soziale Psychiatrie am University College London und arbeitet als Beraterin in der Gemeindepsychiatrie des North East London Foundation Trust. Sie ist seit über 20 Jahren in der Psychiatrie tätig, sowohl klinisch als auch akademisch. Sie stellt die Annahme in Frage, dass Psychopharmaka durch die Behandlung einer zugrunde liegenden Hirnanomalie wirken, und schlägt stattdessen die alternative Sichtweise vor, dass sie durch die Induktion eines veränderten mentalen Zustands wirken.
Die meisten Ärzte sprechen diese Risiken nicht ausführlich an, und Patienten sind sich der möglichen Schäden durch diese Medikamente nicht bewusst. Dr. Josef wird folgenden Video die Erkenntnisse aus Tier- und Humanstudien untersuchen, erklären, wie diese Medikamente das Gehirn beeinflussen, und besprechen, was man tun kann, um die Risiken zu minimieren. Diese Informationen sind unerlässlich, um die möglichen Langzeitfolgen zu verstehen.
Robert Whitaker beleuchtet eingehend die Geschichte und die Langzeitfolgen von Antipsychotika und präsentiert überraschende Erkenntnisse aus Studien, die bis in die 1960er-Jahre zurückreichen. Er berichtet über das Soteria-Projekt, kulturvergleichende Studien und die Dopamin-Supersensitivitätshypothese – allesamt Hinweise auf bessere Behandlungsergebnisse ohne kontinuierliche Medikation.
Themen:
- Geschichte des Antipsychotika-Gebrauchs und Langzeitfolgen
Rappaports Studie zu Antipsychotika - Loren Moshers Soteria-Projekt
- NIMH-Studie zu Psychotherapie vs. Antipsychotika
- Dopamin-Supersensitivitätshypothese
- Interkulturelle Studien zu Schizophrenie-Ergebnissen
- Überblick über Martin Harrows Langzeitstudie
- Langfristige kognitive und funktionelle Folgen
- Vergleich der Ergebnisse von Schizophrenie und leichteren Störungen
- MRT-Studien zur Hirnschrumpfung im Zusammenhang mit Antipsychotika
Aufruf zu Neubewertung des Antipsychotika-Einsatzes