
ANTIPSYCHOTIKA |
Genesung mit Antipsychotika? Die Ergebnisse der wichtigsten Langzeitstudien
| Kurzfassung |
| Das Antipsychotika eine dämpfende Wirkung auf die Psyche haben, steht außer Frage, und dies kann für manche in einer Psychose lebensrettend sein. Bei manchen wirken sie sich nur geringfügig auf Wahnvorstellungen und Halluzinationen aus, haben aber eine positive Wirkung auf Reizbarkeit, Aggressivität und Unruhe. Eine Besserung dieser Beschwerden kann darüber entscheiden, ob die Person eine Gefahr für sich selbst oder andere darstellt und ob sie die notwendige Hilfe erhalten kann. Selbst eine unvollständige Wirkung kann ausschlaggebend dafür sein.
Nach dem Abklingen einer Psychose stehen jedoch viele vor einer schweren Entscheidung. Antipsychotika absetzen um schädliche Nebenwirkungen und typische Folgeerkrankungen eines langfristigen Konsums zu vermeiden ? Denn auch Forscher bezweifeln den langfristigen Nutzen einer antipsychotischen Therapie für die Genesung und etwa 75% setzen ihre Medikamente innerhalb von 18 Monaten nach der ersten Psychose ab. Welche Folgen hat ein langfristiger Konsum ? Welche Ergebnisse zeigen Langzeitstudien ?
Negative Auswirkungen von Antipsychotika auf soziales Funktionieren und Lebensglück
Die Nebenwirkungen von Antipsychotika behindern die Funktionsfähigkeit und gehen mit einer geringeren Lebensqualität einher und Betroffene betonen häufig die schädlichen und lähmenden Folgen von Antipsychotika, die als wesentliches Hindernis für eine gesellschaftliche Genesung angesehen werden.
So zeigen viele Menschen mit Schizophrenie unter dem Einfluss von Antipsychotika verstärkte negative Symptome, wie Motivationsmangel und sozialen Rückzug sowie sich verschlechternde kognitive Fähigkeiten, wie Konzentrations- und Gedächtnisprobleme.
Viele leiden unter dem Verlust sozialer Beziehungen und einer unsicheren Wohnsituation. Nur etwa 20 % sind in einer festen Beziehung. 80 bis 90 % der Menschen mit Schizophrenie sind nicht erwerbstätig. Eine aktuelle Forschungsarbeit von 2025 aus den Niederlanden mit dem Titel "Der Zusammenhang zwischen antipsychotischer Behandlung und Nebenwirkungen sowie gesellschaftlicher Genesung und Glück" berichtet:
"Die Nebenwirkungen, die den stärksten Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Genesung aufweisen, bestätigen in den meisten Fällen die Aussagen der Antipsychotika-Anwender. Die stärksten Zusammenhänge wurden bei Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Kognition, Stimmung (z. B. Affektabschwächung und Depression) und Sedierung festgestellt. Insbesondere Sedierung, kognitive Probleme, Gewichtszunahme und sexuelle Funktionsstörungen waren mit einer geringeren gesundheitsbezogenen Lebensqualität verbunden." (19)
Antipsychotika verursachen Supersensitivitätspsychosen
Antipsychotika können aufgrund einer Überempfindlichkeitsreaktion des Gehirns selbst zu Psychosen führen. Es ensteht eine starke Abhängigkeit und das Risiko steigt, das Psychosen und Schizophrenie chronisch werden:
"Wenn man sie über einen längeren Zeitraum einnimmt, kann man eine Durchbruchspsychose, eine Supersensibilitätspsychose, bekommen, so dass man tatsächlich eine Psychose aufgrund des Medikaments entwickelt, das man einnimmt und das eigentlich gegen die Psychose wirken sollte." (20)
Bei 30-40% % der Schizophreniepatienten, die Antipsychotika einnehmen, kann es aufgrund des Medikaments zu einer Überempfindlichkeitspsychose kommen; bei 70 % der Patienten mit der Diagnose „behandlungsresistente“ Schizophrenie kann dies der Fall sein. Das Risiko eines Rückfalls nach dem Absetzen wird verdreifacht. (9) (13)
Behindern Antipsychotika die Aufarbeitung der wirklichen Ursachen von Psychosen und Schizophrenie?
Psychotherapie und andere psychosoziale Interventionen werden bei der Behandlung als sekundäre und ergänzende Maßnahmen betrachtet. Wenn psychotische und schizophrene Symptome jedoch Bewältigungsstrategien für schwere traumatische Belastungen, meist aus der Kindheit, darstellen, ist keine wirkliche Genesung von Antipsychotika zu erwarten, da nur die Symptome unterdrückt werden.
"Vielmehr ist mit Rückfällen nach Absetzen der Medikamente zu rechnen, da die Traumata nicht aufgearbeitet wurden; die Patienten wurden lediglich sediert und von ihren Gedanken und Gefühlen abgeschnitten. " (3)
Mit dem Unterdrücken von Gefühlen behindern Antipsychotika sogar die Genesung. Bertram Karon, Psychologe, Therapeut und Autor von "The Psychotherapy of Schizophrenia" stellt fest:
Unter dem Einfluss von Antipsychotika zu sein, "ist so als würden die Patienten einen Drink zu sich nehmen bevor sie eine Therapiesitzung besuchen, sie sprechen frei, aber sie verändern sich nicht. Und der Grund dafür ist, das Antipsychotika die Wirkung [der Therapie] abschwächen" (16)
Gesundheitliche Folgen
Antipsychotika haben schwere Nebenwirkungen, wie Übergewicht und Gehirnschrumpfung und typische Folgeerkrankungen, wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Krebs. Sie führen zu einer starken Abhängigkeit, zu Supersensitivitätspsychosen und können zu einer Chronifizierung von Psychosen und Schizophrenie führen. Antipsychotika erhöhen das Sterberisiko und verkürzen maßgeblich die Lebenszeit:
"Diese Problematik besteht ... bei Patienten mit Schizophrenie, unter denen eine Mehrheit (d.h. über 50%) an mindestens einer, ein Drittel sogar an zwei oder mehr chronischen körperlichen Komorbiditäten (Begleiterkrankungen) leidet ... Schizophrene Patienten haben verglichen mit der Allgemeinbevölkerung ein 2-3-fach erhöhtes Risiko zu versterben." (12)
"Patienten mit Schizophrenie haben eine geschätzte Lebenserwartung von 15–20 Jahren weniger als die allgemeine Bevölkerung , wobei die metabolischen und anderen Nebenwirkungen von Antipsychotika ein potenzieller Faktor sind." (4)
Welche Ergebnisse zeigen Langzeitstudien ?
Seit über 70 Jahren gilt die Auffassung, dass Schizophrenie eine chronische oder lebenslange Hirnstörung ist, die mit Antipsychotika behandelt werden sollte, oft über viele Jahre oder sogar lebenslang. Die über diesen Zeitraum zusammengetragene Literatur zu den Langzeitfolgen von Antipsychotika berichtet übereinstimmend das Medikamente die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass eine Person, bei der Schizophrenie diagnostiziert wurde, chronisch erkrankt.
Menschen mit Schizophrenie, die hingegen über einen längeren Zeitraum keine Antipsychotika einnahmen, waren seltener psychotisch und sie erlebten mehr Perioden der Genesung; sie hatten auch günstigere Risiko- und Schutzfaktoren. Patienten, die über einen längeren Zeitraum keine Antipsychotika erhielten, hatten seltener einen Rückfall. (13)
Patienten, die über längere Zeit keine Antipsychotika einnehmen, haben bessere interne Ressourcen, die mit größerer Belastbarkeit einhergehen. Sie haben bessere Prognosefaktoren, bessere Entwicklungsleistungen, weniger Anfälligkeit für Angst, bessere kognitive Fähigkeiten, weniger Anfälligkeit für Psychosen und erleben mehr Phasen der Genesung. (14)
Patienten mit Schizophrenie, denen keine Antipsychotika verschrieben wurden, hatten eine signifikant bessere Arbeitsleistung. Die Arbeitsleistung der Patienten, denen kontinuierlich Antipsychotika verschrieben wurden, war gering und verbesserte sich im Laufe der Zeit nicht. (15)
Schlussfolgerungen einer Forschungsarbeit:
"Wir sind der Ansicht, dass der Einsatz von Antipsychotika bei Patienten mit Psychosen oder Schizophrenie-Spektrum-Störungen, insbesondere nicht als Langzeitbehandlung, nicht gerechtfertigt ist. Patienten sollten nicht zwangsweise mit Antipsychotika behandelt werden, da dies in keinem Fall im Interesse des Patienten liegt." (2) |
Kurzes Erklärvideo
1. Studie: Verhindern Antipsychotika Psychosen, verbessern sie den Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit ? - Die Ergebnisse von 20-Jahres -Langzeitstudien
Insgesamt wurden 140 Patienten mit Schizophrenie und Stimmungsstörungen bei der Krankenhauseinweisung und dann sechsmal erneut über einen Zeitraum von 15 bzw. 20 Jahren auf Psychosen und andere wichtige Variablen untersucht. Es wurde Daten zur Häufigkeit und Schwere psychotischer Aktivität in Stichproben von behandelten Schizophrenie-Patienten gesammelt, im Vergleich zu nicht mit Antipsychotika behandelten Patienten.
Ergebnis: Die Studie stellte fest, dass nach 15 Jahren 40 % der Schizophreniepatienten, die die Einnahme von Antipsychotika beendet hatten, genesen waren, im Vergleich zu nur 5 % derjenigen, die die Medikamente weiterhin einnahmen. Auch die Langzeitergebnisse für Patienten mit anderen psychotischen Störungen waren bei denjenigen, die keine Antipsychotika mehr einnahmen, deutlich besser als bei denjenigen, die die Medikamente weiterhin einnahmen. (1)
Mehr als 70 % der kontinuierlich mit Antipsychotika behandelten Patienten zeigten bei Nachuntersuchungen eine psychotische Aktivität. Im Längsschnitt zeigten Patienten ohne Antipsychotika signifikant weniger psychotische Aktivität als mit Antipsychotika. Patienten, die über einen längeren Zeitraum keine Antipsychotika erhielten, hatten weniger häufig einen Rückfall. (2) (3)
Patienten, die über längere Zeit keine Antipsychotika einnehmen, haben bessere interne Ressourcen, die mit größerer Belastbarkeit einhergehen. Sie haben bessere Prognosefaktoren, bessere Entwicklungsleistungen, weniger Anfälligkeit für Angst, bessere kognitive Fähigkeiten, weniger Anfälligkeit für Psychosen und erleben mehr Phasen der Genesung. (3)
Patienten mit Schizophrenie, denen keine Antipsychotika verschrieben wurden, hatten eine signifikant bessere Arbeitsleistung. Die Arbeitsleistung der Patienten, denen kontinuierlich Antipsychotika verschrieben wurden, war gering und verbesserte sich im Laufe der Zeit nicht. (4)
Kritik: Es ist wichtig zu beachten, dass es sich bei dieser Studie um eine Beobachtungsstudie und nicht um eine randomisierte kontrollierte Studie (RCT) handelte. Kritiker der Ergebnisse von Harrow argumentieren, dass Patienten mit einem milderen Krankheitsverlauf oder einer besseren Prognose möglicherweise diejenigen waren, die ihre Medikamente absetzten , während diejenigen mit schwereren Symptomen die Einnahme fortsetzten. (Problem der „Selektionsverzerrung“)
Harrow selbst wies darauf hin, dass Antipsychotika zwar für die Behandlung akuter Episoden unerlässlich seien, ihre Langzeitanwendung jedoch bei manchen zu einer „Dopamin-Überempfindlichkeit“ oder anderen Faktoren führen könne, die möglicherweise die langfristige Genesung beeinträchtigen.
Studien
(1) Factors involved in outcome and recovery in schizophrenia patients not on antipsychotic medications: a 15-year multifollow-up study. Martin Harrow 1, Thomas H Jobe, 2007
(2) Does treatment of schizophrenia with antipsychotic medications eliminate or reduce psychosis? A 20-year multi-follow-up study. M Harrow, T H Jobe, R N Faull, 2014
(3) Do all schizophrenia patients need antipsychotic treatment continuously throughout their lifetime? A 20-year longitudinal study. M Harrow 1, T H Jobe, R N Faull, 2012
(4) A 20-Year multi-followup longitudinal study assessing whether antipsychotic medications contribute to work functioning in schizophrenia. Martin Harrow , Thomas H Jobe, Robert N Faull, Jie Yang, 2017
2. Studie: Antipsychotika nach der ersten Psychose absetzen ? Rückfall oder Genesung ? - Ergebnisse einer 7-jährigen Langzeitstudie
Nach der ersten Psychose stehen viele vor einer schweren Entscheidung. Antipsychotika absetzen, um die belastenden Nebenwirkungen los zu sein oder weiter einnehmen, wie meist Psychiater empfehlen, um das vermeintliche Risiko eines Rückfalls zu mindern. Ca. 75% der Betroffenen entscheiden sich die Medikamente innerhalb von 18 Monaten abzusetzen. Liegen sie richtig?
Eine Studie sollte untersuchen, welche Behandlung bessere Ergebnisse liefert: die schrittweise Reduzierung/Absetzen der Antipsychotika-Dosis oder die Standardmedikation in üblicher Dosierung. In dieser Studie mit Erwachsenen, die eine erste Psychoseepisode erlitten hatten, wurden alle 128 Patienten sechs Monate lang mit Antipsychotika stabilisiert und anschließend entweder einer Gruppe mit Dosisreduktion oder einer Gruppe mit Standardmedikation zugeteilt.
Die Ergebnisse zeigten, dass eine frühe Dosisreduktion bzw. das Absetzens zwar ein höheres anfängliches Rückfallrisiko birgt, aber im Vergleich zu einer Beibehaltung nach gut 2 Jahren gleiche Ergebnisse und langfristig (nach 7 Jahren) mit einem besseren Ergebnis hinsichtlich weiterer Rückfälle, der Funktionsfähigkeit und allgemeinen Genesung verbunden ist. Nach sieben Jahren wies die Gruppe mit Dosisreduktion/Absetzen mit 40,4 % eine deutlich höhere Genesungsrate gegenüber 17,6 % in der Medikamentengruppe auf. (1)
Kritik: Leider hat diese Studie auch einige Mängel und Verzerrungen zu Gunsten von Antipsychotika, da
- Patienten ausgewählt wurden, die gut auf Antipsychotika ansprachen. Bekanntermaßen erfahren aber 10-30% keine Wirkung von Antipsychotika, weitere 50–60 % zeigen nur eine teilweise Reaktion. (Kane et al., 2019 )
- Ein zu schnelles Absetzen in zu großen Schritten einen "Rückfall" provoziert haben könnte.
- Schon leichte Symptomverschlechterungen als Rückfall gewertet wurden, die auch Absetz- und Entzugserscheinungen von Antipsychotika sein könnten.
Würden also Patienten einbezogen werden, die nicht oder nur teilweise auf Antipsychotika ansprechen, langsamer abgesetzt werden würde und nur echte Rückfälle und keine Absetzsymptome gewertet werden würden, könnte wahrscheinlich gezeigt werden, dass sich die Rückfallraten schon ab 6 Monaten angleichen würden und Betroffene früher von einem Absetzen der Medikamente profitieren würden. (2)
Prof. Moncrieff: "Diese Studie liefert vorläufige Belege dafür, dass die langfristige Einnahme von Antipsychotika die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Genau das ist von Medikamenten zu erwarten, die Denkprozesse und Nervenaktivität hemmen. Die Studie zeigt zudem, dass es den Betroffenen langfristig besser geht, wenn man die Antipsychotika-Dosis schrittweise und begleitet reduziert. Manchen gelingt es, die Antipsychotika vollständig abzusetzen, und es geht ihnen gut. Insgesamt leiden die Betroffenen nicht unter stärkeren Symptomen oder Rückfällen, als wenn sie ihre ursprüngliche Dosis beibehalten hätten. " (3)
Ausführlicher Informationen zu dieser Studie siehe hier.
Studien
(1) Recovery in Remitted First-Episode Psychosis at 7 Years of Follow-up of an Early Dose Reduction/Discontinuation or Maintenance Treatment Strategy. Long-term Follow-up of a 2-Year Randomized Clinical Trial. Lex Wunderink, MD, PhD1,2; Roeline M. Nieboer, MA1; Durk Wiersma, PhD2 et al. , 2017
(2) Benefits and harms of antipsychotic drugs in drug-naïve patients with psychosis: A systematic review. PB Danborg a, PC Gøtzsche, 2019
(3) https://www.madinamerica.com/2013/08/long-t…ollow-up-study/
3. Studie: Können auch chronisch schizophren Erkrankte ihre Antipsychotika reduzieren oder absetzen, die schon mehrere Psychosen hatten? - Die Ergebnisse der RADAR-Studie
Die RADAR-Studie war eine zwei jährige klinische Studie von 2023, die unter der Leitung der Psychiaterin Prof. Dr. Moncrieff durchgeführt wurde. Ihr Ziel war es, die Auswirkungen einer schrittweisen Reduktion und möglichen Beendigung von Antipsychotika bei Menschen mit Schizophrenie und wiederkehrenden Psychosen zu untersuchen. Die Teilnehmer wurden zufällig entweder einer Gruppe zugeteilt, in der sie ihre Medikation unter ärztlicher Aufsicht langsam reduzierten, oder einer Gruppe, die die gewohnte Behandlung fortsetzte. (2) Es gelang 253 Personen für die Studie zu gewinnen.
Ergebnis: Personen, die der Reduktionsstrategie zugeteilt wurden, mussten zwar etwas häufiger aufgrund eines Rückfalls stationär aufgenommen werden als Personen, die der Erhaltungstherapie zugeteilt wurden (25 % vs. 13 %), aber ein Rückfall war nicht unvermeidlich.
Tatsächlich erlitten 72 % der Teilnehmenden beider Gruppen, die ihre Antipsychotika absetzten, keinen schweren Rückfall, und 71 % der Personen, die ihre Antipsychotika um mindestens 50 % reduzierten, taten dies ebenfalls nicht. Dreizehn Teilnehmende der Reduktionsgruppe und acht der Erhaltungsgruppe benötigten am Ende der Studie keine Antipsychotika mehr.
Es lässt sich also sagen, dass ein langsames Absetzen der Medikamente über ein bis zwei Jahre das Rückfallrisiko im Vergleich zur fortgesetzten Einnahme zwar leicht erhöht, allerdings erleidet nur eine Minderheit einen Rückfall. Und zwar nur 12% mehr als, als diejenigen, die ihre Antipsychotika weiter einnahmen und so eine Durchbruchspsychose und Überempfindlichkeitspsychose durch Antipsychotika erlitten.
Kritik: Die rekrutierten Personen hatten im Durchschnitt eine lange Vorgeschichte mit Kontakt zu psychiatrischen Diensten, einschließlich zahlreicher stationärer Aufenthalte und haben viele Jahre, manche sogar über Jahrzehnte, eine starke Abhängigkeit gegenüber Antipsychotika entwickelt. Auch in dieser Studie kann ein zu schnelles Absetzen reine Absetz-Psychosen provoziert haben, auch wenn das Ausschleichen über 2 Jahre erfolgte.
"Ein schrittweiser Entzug sollte diese Möglichkeit unwahrscheinlicher machen, aber es lässt sich schwer sagen, ob die Dosisreduktion in der RADAR-Studie ausreichend schrittweise war, um sie vollständig auszuschließen" (1)
Schlussfolgerung: "Ich möchte die Auswirkungen eines vollständigen Rückfalls keinesfalls verharmlosen, aber die qualitativen Ergebnisse zeigen, dass der Prozess der Reduzierung der Antipsychotika für manche Menschen unabhängig vom Ergebnis eine befreiende Wirkung hatte. Für einige war die RADAR-Studie das erste Mal, dass ihnen eine Alternative zur kontinuierlichen medikamentösen Behandlung angeboten wurde und dass sie zum ersten Mal wirklich in Entscheidungen über ihre eigene Zukunft einbezogen wurden." (1)
Können Antipsychotika sicher und ohne Rückfall reduziert oder abgesetzt werden?
Ein neuer Artikel des Psychoseforschers Lex Wunderink von 2024 legt nahe, dass antipsychotische Medikamente sicher und effektiv reduziert werden können, ohne das Rückfallrisiko zu erhöhen. Der Schlüssel dazu, liege darin, die Dosis langsamer zu reduzieren als bisher angenommen und Patient und Familie in die individuelle Entscheidungsfindung einzubeziehen. (4)
Studien haben gezeigt, dass dies tatsächlich möglich ist, ohne dass das Rückfallrisiko steigt. Eine Studie aus dem Jahr 2023 zeigte, dass 74,5 % der Patienten durch eine personalisierte, langsame Dosisreduzierung ihre Dosis reduzieren und bessere Ergebnisse erzielen konnten als diejenigen, die die Medikamente weiter einnahmen. Nur 11,8 % erlitten einen Rückfall – eine Rate, die mit der Rate der Patienten vergleichbar ist, die weiterhin die volle Dosis Antipsychotika einnahmen. (5)
Ausführlicher Informationen zu dieser Studie siehe hier.
Studie
(1) https://www.madinamerica.com/2023/09/what-t…iscontinuation/
(2) Antipsychotic dose reduction and discontinuation versus maintenance treatment in people with schizophrenia and other recurrent psychotic disorders in England (the RADAR trial): an open, parallel-group, randomised controlled trial. Prof Joanna Moncrieff MD et al., 2023
(3) Recovery in remitted first-episode psychosis at 7 years of follow-up of an early dose reduction/discontinuation or maintenance treatment strategy: long-term follow-up of a 2-year randomized clinical trial. Lex Wunderink et al., 2013
(4) Changing vistas of psychosis and antipsychotic drug dosing toward personalized management of antipsychotics in clinical practice. Lex Wunderink, 2024
(5) Guided antipsychotic reduction to reach minimum effective dose (GARMED) in patients with remitted psychosis: a 2-year randomized controlled trial with a naturalistic cohort. Chen-Chung Liu 1,2,✉, Ming H Hsieh 1,2, Yi-Ling Chien 1,2, Chih-Min Liu 1,2, Yi-Ting Lin 1,2, Tzung-Jeng Hwang 1,2, Hai-Gwo Hwu, 2023
4. Studie: Verursachen Antipsychotika eine höhere Invalidität, größere Gehirnschrumpfung und kognitive Störungen?
Die Northern Finland 1966 Birth Cohort Studie , eine 10-jährige Nachbeobachtung von Personen mit Schizophrenie-Spektrum-Störungen, zeigte signifikante Unterschiede in den klinischen und sozialen Merkmalen zwischen denjenigen, die antipsychotische Medikamente einnahmen, und denjenigen, die keine einnahmen. Daten von 70 Probanden mit schizophrenen Psychosen (mittlere Krankheitsdauer 10,4 Jahre) wurden mittels Interviews im Alter von 34 Jahren und anhand von Krankenhausakten erhoben.
Etwa 34 % der Studienteilnehmer erhielten bei der Nachuntersuchung nach 10 Jahren keine antipsychotischen Medikamente. Diese Gruppe zeichnete sich durch Folgendes aus:
In Remission: 63 % der Gruppe ohne Antipsychotika befanden sich in Remission, verglichen mit 20 % der Gruppe mit Antipsychotika.
Erwerbstätig: 63 % der Personen ohne Medikation waren erwerbstätig, gegenüber 39 % derer mit Medikation.
Verheiratet/Zusammenlebend: 42 % der Gruppe ohne Antipsychotika lebten in einer Partnerschaft, während es in der Gruppe mit Antipsychotika 28 % waren.
Auf Invalidität: 50 % der Gruppe mit Antipsychotika bezogen Invaliditätsleistungen, verglichen mit 13 % der Gruppe ohne Medikation.
Dosierung & Ergebnisse: Hohe durchschnittliche Lebenszeitdosen, hohe kumulative Dosen und Polypharmazie (gleichzeitige Anwendung mehrerer Antipsychotika) waren mit schlechteren Ergebnissen bei allen klinischen Messgrößen verbunden .
Hirnstruktur: Höhere Dosen von Antipsychotika im Verlauf der Nachbeobachtung waren mit einem größeren Hirnvolumenverlust , insbesondere einer Zunahme des Volumens der Seitenventrikel, verbunden.
Kognition: Höhere Lebenszeitdosen waren mit einem stärkeren Rückgang des verbalen Lernens im Laufe der Zeit verbunden.
Studie
Characteristics of subjects with schizophrenia spectrum disorder with and without antipsychotic medication - a 10-year follow-up of the Northern Finland 1966 Birth Cohort study. J Moilanen 1, M Haapea, J Miettunen, E Jääskeläinen, J Veijola, M Isohanni, H Koponen, 2013
5. Studie: Führen Antipsychotika zu schlechteren Behandlungsergebnissen bei erstmaliger Psychose ?
In einer landesweiten, registerbasierten 5-Jahres-Follow-up-Studie, die alle finnischen Jugendlichen mit einer ersten psychotischen Episode umfasste, zeigte sich, dass eine sofortige antipsychotische Medikation mit einem schlechteren 5-Jahres-Outcome verbunden war, selbst nach Berücksichtigung beobachtbarer Störfaktoren.
Diese Studie untersuchte 3714 Jugendliche, bei denen eine psychotische Störung diagnostiziert wurde und die zuvor noch nie Antipsychotika eingenommen hatten. Die Forscher verfolgten deren Krankengeschichte über fünf Jahre. Im ersten Monat nach der Diagnose erhielten 1549 (42 %) keine Antipsychotika. Im Verlauf von fünf Jahren nahmen 29 % die Medikamente nie ein.
Die Forscher stellten fest, dass diese 1549 Personen im Durchschnitt nach fünf Jahren mit 1,8-facher Wahrscheinlichkeit auf dem Weg der Besserung waren. Sie stellten fest, dass diejenigen, die sofort mit der Einnahme der Medikamente begannen, mit größerer Wahrscheinlichkeit Behindertenleistungen bezogen und früher starben als diejenigen, die die Einnahme der Medikamente verzögerten. Sie schreiben:
"Darüber hinaus war nach Berücksichtigung von Störfaktoren in beiden Teilstichproben die sofortige antipsychotische Medikation mit einer deutlich höheren Behinderungsrate am Ende des fünfjährigen Nachbeobachtungszeitraums verbunden.“
Schlussfolgerungen: "Es gibt eine signifikante Untergruppe von Jugendlichen mit Psychose, die keine sofortige antipsychotische Behandlung benötigen. "
Diese aktuelle Studie baut auf früheren Arbeiten auf, insbesondere auf einer Studie aus dem Jahr 2020, die die Menge von Antipsychotika bei allen Patienten mit einer erstmaligen Psychoseepisode über einen Zeitraum von 19 Jahren untersuchte. Auch diese Studie ergab, dass diejenigen, die die meisten Medikamente über den längsten Zeitraum einnahmen, schlechtere Behandlungsergebnisse, einschließlich höherer Sterblichkeitsraten, aufwiesen. Die Forscher berücksichtigten in dieser Studie zudem mögliche Störfaktoren durch eine möglich schlechtere Prognose zu Beginn.
Studie
The Association of Antipsychotic Postponement With 5-Year Outcomes of Adolescent First-Episode Psychosis Open Access. Tomi Bergström , Tapio Gauffin, 2023
6. Studie: Hat ein intensives Betreuungsprogramm positive Effekte auf Symptome, Medikamenteneinnahme und soziale Funktionen ?
Die dänische OPUS-Studie ist eine wegweisende Langzeitstudie zur Frühintervention bei erstmaligen Psychosen, die zeigte, dass ein spezialisiertes, intensives Behandlungsprogramm (OPUS) gegenüber Standardtherapien positive Effekte auf Symptome, Medikamenteneinnahme und soziale Funktionen hat, auch wenn einige Effekte nach Ende der Behandlung nachließen, aber später in der realen Praxis als Standardtherapie aufrechterhalten wurden.
Ein multipdisziplinäres Team bietet über zwei Jahre eine intensivierte Betreuung an. Diese umfasste eine aufsuchende Behandlung, eine Einbeziehung und Schulung der Angehörigen, Soziales Kompetenztraining zur Verbesserung der Alltagsbewältigung. Ziel war die Reduktion von Symptomen, Verbesserung der Lebensqualität und Vorbeugung von Chronifizierung.
Ergebnisse: Die OPUS-Gruppe zeigte signifikant geringere Positiv- und Negativsymptome, weniger Substanzmissbrauch und eine höhere Zufriedenheit mit der Behandlung als die Kontrollgruppe.
Die Grafik vergleicht die Ergebnisse von Patienten, die zehn Jahre nach einer Ersterkrankung an Psychose entweder weiterhin Antipsychotika einnahmen oder diese abgesetzt hatten.
Remission: 74 % der Patienten ohne Antipsychotika waren in Remission, verglichen mit 49 % der Patienten mit Medikamenten.
Beschäftigung: 37 % der Patienten ohne Antipsychotika waren beschäftigt, verglichen mit 16 % der Patienten mit Medikamenten.
Bedeutung
Aufgrund der positiven Effekte in der frühen Phase wurde das OPUS-Modell flächendeckend in ganz Dänemark implementiert und dient weltweit als Vorbild für moderne Frühinterventions-Teams in der Psychiatrie.
Studie
Antipsychotic medication and remission of psychotic symptoms 10years after a first-episode psychosis. Regitze Sølling Wils 1, Ditte Resendal Gotfredsen 2, Carsten Hjorthøj 3, Stephen F Austin 4, Nikolai Albert 5, Rikke Gry Secher 6, Anne Amalie Elgaard Thorup 7, Ole Mors 8, Merete Nordentoft, 2017
7. Studie: Gibt es Schizophreniepatienten, für die Medikamente unnötig, schädlich oder gefährlich sein könnten? Können Antipsychotika sogar zu mehr Psychosen führen?
1. In einer Studie aus dem Jahr 1978 untersuchten Forscher an der University of California, 80 junge, männliche Schizophrenie-Patienten, die eine akute schizophrene Episode durchlebten. Während des Klinikaufenthalts wurden sie randomisiert entweder einer Placebo- oder einer Chlorpromazin-Gruppe zugeteilt. Sie wurden nach ihrer stationären Behandlung bis zu drei Jahre lang nachbeobachtet.
Ergebnis: Nur 27 % der medikamentenfreien Patienten erlitten innerhalb von drei Jahren nach ihrer Entlassung einen Rückfall, verglichen mit 62 % in der medikamentös behandelten Gruppe. Diese Studie zeigt, dass es Schizophreniepatienten gibt, die langfristig auch ohne die routinemäßige oder kontinuierliche Einnahme von Antipsychotika relativ gut zurechtkommen.
"Viele der Patienten, die während des Klinikaufenthalts keine Medikamente erhielten, zeigten eine stärkere Langzeitverbesserung, weniger pathologische Befunde bei der Nachuntersuchung, weniger Wiedereinweisungen und eine bessere allgemeine Funktionsfähigkeit im Alltag als Patienten, die während des Klinikaufenthalts Chlorpromazin erhielten. Faktoren, die mit dem poststationären Ergebnis zusammenhingen, waren eine günstige Vorgeschichte und kurzzeitige paranoide Symptome." (1)
2. Das National Institute of Mental Health ist die wichtigste Bundesbehörde der USA für die Forschung zu psychischen Erkrankungen. Zwei ihrer Studien aus den 1970er Jahren untersuchten die Langzeitergebnisse bei nicht medikamentös behandelten Patienten.
In einer Studie wurden 49 Schizophrenie-Patienten, die an einem experimentellen Klinikprogramm mit psychosozialer Unterstützung teilnahmen, randomisiert in eine Medikamenten- und eine Kontrollgruppe eingeteilt. Nur 35 % der Patienten ohne Medikation erlitten innerhalb eines Jahres nach der Entlassung einen Rückfall, verglichen mit 45 % der medikamentös behandelten Patienten. Die medikamentös behandelten Patienten litten zudem häufiger unter Depressionen, emotionaler Verflachung und motorischen Entwicklungsverzögerungen. (2)
3, Eine weitere Studie untersuchte die Einjahresergebnisse von 299 Patienten, die bei ihrer Einweisung ins Krankenhaus entweder mit Antipsychotika oder einem Placebo behandelt worden waren. Es handelte sich um die erste Langzeitstudie des NIMH. Die Forscher stellten fest, dass Patienten, die ein Placebo erhielten, „seltener wieder ins Krankenhaus eingeliefert wurden als Patienten, die eines der drei aktiven Phenothiazine erhielten“. (3)
Studien
(1) Are There Schizophrenics for Whom Drugs May be Unnecessary or Contraindicated? Rappaport, M. International Pharmacopsychiatry 13 (1978):100-111.
(2) The Treatment of Acute Schizophrenia Without Drugs. Carpenter, W. American Journal of Psychiatry 134 (1977): 14-20.
(3) One Year After Discharge. Schooler, N. American Journal of Psychiatry123 (1967): 986-995.
8. Studie: Je höher die Dosis vor dem Absetzen desto größer die Rückfallrate ?
Die zentrale Erkenntnis einer NIMH-Studie war, dass die Rückfallraten direkt proportional zur Dosierung anstiegen: Je höher die Dosis vor dem Absetzen des Antipsychotikums war, desto höher war die Rückfallrate. (1)
Gruppe 1: Zu Studienbeginn erhielten 18 Patienten ein Placebo, und nur bei 6% der Patienten verschlechterte sich der Zustand innerhalb der nächsten sechs Monate.
Gruppe 2: 65 Patienten nahmen zu Studienbeginn 300 mg Chlorpromazin ein, und bei 54% dieser Patienten verschlechterte sich der Zustand nach dem Absetzen des Medikaments.
Gruppe 3: 113 Patienten nahmen zu Studienbeginn mehr als 300 mg Chlorpromazin ein, und bei 66% dieser Patienten verschlechterte sich der Zustand nach dem Absetzen des Medikaments.
In einer weiteren NIMH-Studie wurde die frühere Erkenntnis bestätigt, dass die Rückfallrate mit der Antipsychotika-Dosis zusammenhängt. (2)
Gruppe 1: Nur 2 von 30 Patienten, die zu Studienbeginn ein Placebo erhielten, erlitten innerhalb der folgenden 24 Wochen einen Rückfall (7%).
Gruppe 2: 23% der 99 Patienten, die zu Studienbeginn weniger als 300 mg Chlorpromazin einnahmen, erlitten nach Absetzen des Medikaments einen Rückfall.
Gruppe 3: 52% der 91 Patienten, die zu Studienbeginn 300 bis 500 mg Chlorpromazin einnahmen, und 65% der 81 Patienten, die zu Studienbeginn mehr als 500 mg Chlorpromazin einnahmen, erlitten nach Absetzen des Medikaments einen Rückfall.
Die Forscher schlussfolgerten: „Es zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Auftreten eines Rückfalls und der Dosis des Beruhigungsmittels, das der Patient vor der Placebo-Gabe erhalten hatte – je höher die Dosis, desto größer die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls.“ (2)
Studien
(1) Relapse in Chronic Schizophrenics Following Abrupt Withdrawal of Tranquilizing Medication. Prien, R. British Journal of Psychiatry115 (1968): 679-86.
(2) Discontinuation of Chemotherapy for Chronic Schizophrenics. Prien, R. Hospital and Community Psychiatry 22 (1971): 20-23.
9. Studie: Das Soteria-Projekt
In den 1970er Jahren führte Loren Mosher, Leiter der Schizophrenieforschung am NIMH, ein Experiment durch, in dem die Behandlung in einer wohnlichen Umgebung (Soteria genannt), in der Antipsychotika nur minimal eingesetzt wurden, mit der konventionellen Behandlung im Krankenhaus verglichen wurde.
Nach zwei Jahren wiesen die Soteria-Patienten „niedrigere Werte in der Psychopathologie, weniger Wiedereinweisungen und eine bessere allgemeine Anpassung“ auf als die konventionell mit Antipsychotika behandelten Patienten. Nur 31 % der Patienten, die im Soteria-Haus ohne Medikamente behandelt wurden und nach dem Programm keine Neuroleptika mehr benötigten, erlitten innerhalb der folgenden zwei Jahre einen Rückfall.
Studien
a) A Non-Neuroleptic Treatment for Schizophrenia.Mathews, S. Schizophrenia Bulletin 5 (1979), 322-332.
b) Community Residential Treatment for Schizophrenia.Mosher, L. Hospital and Community Psychiatry 29 (1978), 715-723
c) The Treatment of Acute Psychosis Without Neuroleptics.Mosher, L. International Journal of Social Psychiatry 41 (1995), 157-173.
d) Treatment of Acute Psychosis Without Neuroleptics.Bola, J. The Journal of Nervous and Mental Disease 191 (2003):219-229.
10. Studie: Eine Studie zum Vergleich der Fünfjahresergebnisse vor und nach der Einführung von Thorazin
In dieser Studie verglichen Psychiater die Rückfallraten vor und nach der Einführung von Medikamenten und stellten fest, dass es den Patienten vor der Medikamenteneinnahme besser ging.
45% der 1947 im Boston Psychopathic Hospital behandelten Patienten erlitten in den fünf Jahren nach ihrer Entlassung keinen Rückfall, und 76% lebten am Ende dieses Beobachtungszeitraums erfolgreich in der Gemeinde.
Im Gegensatz dazu blieben nur 31% der 1967 in einem Bostoner Gesundheitszentrum medikamentös behandelten Patienten in den folgenden fünf Jahren rückfallfrei. Diese Gruppe war zudem deutlich stärker auf Sozialleistungen angewiesen als die Patienten des Jahrgangs 1947.
Andere Forscher, die in den 1940er und frühen 1950er Jahren die Rückfallquoten in New Yorker psychiatrischen Kliniken untersuchten, berichteten von ähnlichen Ergebnissen: Rund 50% der entlassenen Schizophreniepatienten blieben über lange Nachbeobachtungszeiträume hinweg dauerhaft gesund, was den Ergebnissen mit Antipsychotika deutlich überlegen war.
Studien
Comparison of Two Five-Year Follow-up Studies. Bockoven, J. American Journal of Psychiatry132 (1975): 796-801.
Nathaniel Lehrman, „A state hospital population five years after admission: a yardstick for evaluative comparison of follow-up studies“, Psychiatric Quarterly, 34 (1960), 658–681; und H. L. Rachlin, „Follow-up study of 317 patients discharged from Hillside Hospital in 1950“, Journal of Hillside Hospital, 5 (1956), 17–40.
Studien und Quellen
(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Cochrane_(Organisation)
(2) Antipsychotic medication for early episode schizophrenia. John R Bola 1,✉, Dennis Kao 2, Haluk Soydan 3, Clive E Adams, 2011
(3) Benefits and harms of antipsychotic drugs in drug-naïve patients with psychosis: A systematic review. PB Danborg a, PC Gøtzsche, 2019
(4) New Developments in the Treatment of Schizophrenia: An Expert Roundtable. Joshua T Kantrowitz, Christoph U Correll, Rakesh Jain, Andrew J Cutler, 2023
(5) https://web.archive.org/web/2023071815…mystery-solved/
(6) https://tidsskriftet-no.translate.goog/nn/2025/03/kro…&_x_tr_pto=wapp
(7) Khin Ni A et al (2012) Exploratory Analyses of Efficacy Data From Schizophrenia Trials in Support of New Drug Applications Submitted to US Food and Drug Administration, J Clin Psychiatry 73(6): 856‑864. Abstract: https://www.psychiatrist.com/JCP/article/Pa…6/v73n0620.aspx
(8) https://en.wikipedia.org/wiki/Prognosis_of_schizophrenia
(9) https://www.dgsp-ev.de/images/Broschu…zieren_2024.pdf
(10) Treatment response trajectories and antipsychotic medications: Examination of up to 18 months of treatment in the CATIE chronic schizophrenia trial. Stephen Z. Levine et al., 2012
(11) Prof. Dr. Aderhold, Vortrag in Kopenhagen, 2016. Bei Minute 15,40 ... Link
(12) Die Evaluation der Wirksamkeit einer Intervention zur Förderung einer gesundheitsbewussten Lebensweise von Menschen mit psychischen Erkrankungen unter Realweltbedingungen. Ergebnisse einer Mixed Methods Studie.Viola Sofie Kirschner, 2019
(13) Does treatment of schizophrenia with antipsychotic medications eliminate or reduce psychosis? A 20-year multi-follow-up study. M Harrow, T H Jobe, R N Faull, 2014
(14) Do all schizophrenia patients need antipsychotic treatment continuously throughout their lifetime? A 20-year longitudinal study. M Harrow 1, T H Jobe, R N Faull, 2012
(15) A 20-Year multi-followup longitudinal study assessing whether antipsychotic medications contribute to work functioning in schizophrenia. Martin Harrow , Thomas H Jobe, Robert N Faull, Jie Yang, 2017
(16)
(19) The Association of Antipsychotic Treatment and Side Effects With Societal Recovery and Happiness: A Naturalistic Cohort Study of People in Long-term Care for a Psychotic Disorder. Stijn Crutzen 1 2, Shiral Gangadin 1, Ken Ho Hua 3, Ellen Visser 1, Frederike Jörg 1, Gerdina Hendrika Maria Pijnenborg 4 5, Lisette van der Meer 6 7, Wim Veling 8, Stynke Castelein, 2025
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