
ERFAHRUNGSBERICHTE | Stimmenhören - Dokumentationen
Stimmenhören, medizinisch bekannt als auditive verbale Halluzinationen sind ein charakteristisches Symptom der Schizophrenie, das etwa 70 bis 80 % der Menschen betrifft, bei denen diese Erkrankung diagnostiziert wurde. Die Stimmen sind oft nicht von realen Außengeräuschen zu unterscheiden und können sehr ablenkend oder beunruhigend sein.
Stimmenhören ist die Wahrnehmung innerer Gedanken oder Sprache als äußere Stimmen, die Handlungen kommentieren, Gespräche führen oder Befehle erteilen – oft negativ oder kritisch. Die Stimmen können bedrohlich, unsinnig oder sogar angenehm sein, manchmal fordern sie Handlungen oder kommentieren alltägliche Aktivitäten.
Oft wird angenommen, dass sie von außerhalb des Kopfes kommen, obwohl sie vom Gehirn erzeugt werden. Es kann sich so anfühlen, als kämen sie aus dem Inneren des Kopfes oder von äußeren Quellen wie einem Fernseher oder einem leeren Raum. Stimmenhören kann wiederholend, laut oder flüsternd sein und können vertraut (Freunde/Familie) oder fremd sein.
Wissenschaftler vermuten schon lange, dass es sich bei diesen „Stimmen“ in Wirklichkeit um die eigenen inneren Gedanken der Person handelt, die das Gehirn nicht als selbst geschaffen erkennt. Eine zentrale Theorie besagt, dass die normale Fähigkeit des Gehirns, zwischen selbstgenerierter Sprache (inneren Gedanken) und externen Geräuschen (Stimmen von außen) zu unterscheiden, zusammenbricht. Ein spezifisches neuronales System (Korollarentladung), das sensorische Folgen unserer eigenen Handlungen vorhersagt, versagt, was zur Fehlinterpretation innerer Gedanken als äußere Geräusche führt.
Bewältigungsstrategien:
- Sich mit anderen Dingen zu beschäftigen oder sich auf diese zu konzentrieren, kann helfen, die Stimmen zu kontrollieren.
- Gespräche mit anderen Menschen, Musik hören oder Hobbys nachgehen können Erleichterung verschaffen.
- Lautes Sprechen (Summen, Singen), lautes Vorlesen oder Achtsamkeitstechniken können helfen, die Person während einer Episode abzulenken oder ihr Halt zu geben.
- Die kognitive Verhaltenstherapie hilft Patienten dabei, Bewältigungsstrategien zu entwickeln, um die Stimmen zu ignorieren oder ihnen entgegenzutreten.
- Avatar-Therapie: Ein neuerer Ansatz, bei dem Patienten mit einer digitalen Repräsentation ihrer Stimme interagieren, um die Kontrolle darüber zu erlangen.
Schizophrenie / Stimmen im Kopf / Arte Doku
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