10.06.2020/2 abends wird es definitiv schlimmer...

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Miri schickt mir eine Whatsapp nach der anderen, seit zweieinhalb Stunden. Die Inhalte werden von mal zu mal verworrener, aggressiver und ich fühle mich fast angeschrien. Ich habe ihr zurück geschrieben, dass ich total verwirrt bin von den Inhalten, jetzt nicht antworte, da ich nicht glaube, dass bei diesem Wirrwarr jetzt etwas Gutes herauskommt und das Handy ausschalten werde. Zuvor hatte ich Miri, also nach ihren ersten drei Nachrichten, geschrieben, dass ich im Moment nicht antworten kann, da wir gerade den Hänger ausräumen. Darauf kam ein "Elfriede???" ....Oh je, wenn Miri mich Elfriede nennt, dreht sie völlig am Rad.

Ich hoffe, dass meine Tochter sich beruhigt und morgen früh nochmal alles liest, was sie mir geschrieben hat. Vielleicht hilft es ihr zu erkennen, dass das nicht wirklich zu verstehen ist. Ich lasse ihre Hass in`s Leere laufen und hoffe mal wieder...

Kommentare 14

  • Hallo Elfriede,

    fania und Felix haben schon sehr gut erklärt und Tipps gegeben. Da schliesse ich mich an.

    Ich möchte anregen ob es vielleicht so etwas wie eine Tagesklinik bei euch gibt? Vielleicht wäre das die erträglichere Variante der Behandlung für deine Tochter, als die vollstationäre. Vielleicht kann man ihr das anders schön reden, damit sie etwas macht, bis sie eine Arbeit hat oderso.

    Ich war das erste Mal vor 20 Jahren in der Tagesklinik und diese war nur mittelmäßig, aber sie hat definitiv geholfen, ich bin nur reingegangen, weil ich sonst hätte auf der halboffenen Station bleiben müssen - die Tagesklinik war der Deal für eine Entlassung. jetzt bin ich immer in einer anderen und dort ist es gut, die hilft mir auch. Ich gehe NIE wieder in eine psychiatrische Vollstationäre Einrichtung , aber auf die Tagesklinik kann ich mich einlassen. Dort wird auch auf mich eingegangen, dass ich z.b. nicht an allen Therapien teilnehmen muss, wegen der Art meiner Erkrankung. Ich habe dort viel über mich gelernt, auch eine gewisse Krankheitseinsicht habe ich erst dort bekommen.

    Vielleicht ist so was was für Miri?

    LG hejemalafa

    • Hallo hejemalafa,

      ich würde das mit dem vollstationär so lange vermeiden wie es geht. Miri war nur ein Mal eingewiesen worden und wir haben seither immer versucht sie rechtzeitig zur Medikamenteneinnahme zu bewegen. Was heißt wir,- in den meisten Fällen schafft das ihr Mann.*Daumenhoch* In der Klinik lief es wohl nicht so ganz gut für Miri ab, obwohl ich einen sehr guten Eindruck von den beiden Ärztinnen hatte.

      Eine Tagesklinik ist bei uns hier nur mit einer Stunde Zugfahrt zu erreichen und die Plätze sind rar. Aber mal sehen, kommt Zeit kommt Rat. Miri ist allerdings derzeit immer noch der Meinung, sie könne arbeiten und bräuchte keine therapeutische Hilfe. Ich glaube, wir brauchen noch etwas/vielleicht viel Geduld.

      Liebe hejemalafa, auch dir vielen lieben Dank für deinen Beitrag und deine Offenheit!! Ich bin froh, dass ich euch "habe".

      Herzliche Grüße

      Elfriede

    • Danke Elfriede,

      Ich bin auch froh dieses Forum mit euch gefunden zu haben :)

      LG hejemalafa

      Danke 1
  • Es tut mir sehr leid, dass du gerade so eine schwierige Zeit mit deiner Tochter hast. Um ganz ehrlich zu sein, erinnert sie mich etwas an mich, als ich psychotisch war...

    Für Außenstehende ist es immer sehr schwer zu verstehen, was da gerade passiert...!

    Was es sein könnte:

    - Sie hat gerade etwas erlebt, das gar nichts mit ihr zu tun hat aber sie bezieht es auf sich.

    Wie soll man das bloß metaphorisch beschreiben?

    Es ist als würdest du, wenn du ein gelbes Auto siehst, annehmen, dass dir etwas Böses widerfahren wird - ist das Auto aber rot, dann wird der Abend gut verlaufen. Und jetzt stell dir vor, dass du der festen Annahme bist, dass jeder das weiß, ohne dass du es jemanden jemals auch nur ansatzweise gesagt hast.

    Vielleicht hat Miri heute ein gelbes Auto gesehen und angenommen es hat etwas mit dir zu tun...

    Soll heißen, vllt hat ihr z.B. ihre Betreuerin etwas gesagt und Miri ist jetzt der felsenfesten Überzeugung ihr beiden kommuniziert miteinander und kontrolliert sie und wisst etwas, das ihr gar nicht wissen könnt.

    Vielleicht ist sie der Meinung, du schimiedest einen Komplott gegen sie mit ihrem Mann... (das kann sie auf einen Satz zurückführen, den du oder er gesagt haben, an den keiner von euch beiden euch auch nur erinnern kann - sie aber hat etwas hineininterpretiert, das für sie von unglaublicher Bedeutung ist)

    Was ich damit sagen will, versuch es nicht persönlich zu nehmen, denn wenn es auch so aussehen mag, als ob deine Tochter gegen dich kämpft, ist es eher so, dass sie gerade heute anscheinend stark gegen ihre eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Etwas hat sie aufgebracht - was aber, das weiß nur sie.

    Du könntest es beim besten Willen nicht verstehen. Paranoia folgt einer Logik, die für Außenstehende nicht zu verstehen ist - für Paranoide allerdings mehr als nur zusammenhängend und logisch ist. Deshalb nimmt man auch an, andere würden es auch verstehen (Ist ja glasklar! Wie kann man das nicht verstehen?!) ohne es erklären zu müssen.

    Ich finde deine Idee gut, das Handy auszuschalten.

    Und wenn du es verstehen willst, dann frag sie wenn sie wieder bei Sinnen ist, was genau sie gedacht hat, was genau sie auf diese Gedanken gebracht hat etc.

    Ich hoffe ich habe dich mit diesem Kommentar nicht genervt! :)

    Gefällt mir 1
    • Das hast du sehr gut geschrieben Fania!! In einer starken Psychose geht's mir auch so, dass ich Sachen die nichts mit mir zu tun haben total auf mich beziehe und vielleicht hört Miri ja auch stimmen oder so was ähnliches...


      Aber ich denke, die Situation ist nicht mit wegducken zu bewältigen, speziell da es nun schon länger so geht... Miri muss geholfen werden aus der akuten Psychose zu kommen...

      Gefällt mir 1
    • Ja, ich denke leider auch, dass Miri gerade einen starken psychotischen Schub hat.

      @Elfriede, ich werde nicht mehr insistieren, da Felix schon gesagt hat, dass Miri geholfen gehört. Nur so viel dazu, mein Therapeut hat gemeint, dass Psyhosen, wenn sie lange andauern, etwas mit dem Gehirn anstellen. (Es tut mir leid, wenn ich dir gerade Angst mache!! :/)

      Nun ist es so, dass wenn eine Person psychotisch ist, sie einfach nicht einsehen kann, dass sie gerade krank ist...

      Also ich kann mir vorstellen, dass es dir schwer fallen könnte, sie in eine Klinik zu bewegen.

      Daher schreibe ich dir wie man es bei mir geschafft hat, in der Hoffnung, dass die gleiche Vorgehensweise bei Miri hilft...!

      Bei mir hat geholfen, wenn man mir zugehört hat; wenn man so getan hat als würde man mir glauben! Dann habe ich immer mehr erzählt...

      Wenn Miri sagt, dass nicht sie die Medikamente braucht, sondern ihr Mann ... hmm... kann es auch sein, dass sie eigenständig die Dosis reduziert hat oder sogar die Tabletten abgesetzt hat.

      Wie sie zu einem Therapeuten bewegen?

      Bei mir hat das "Mitspielen" geholfen.

      So etwas sagen wie: Ja, ich glaube dir, dass "..." - Das muss für dich schwierig sein. Willst du nicht mit jemanden darüber reden, um es zu verarbeiten?

      Ich hoffe ich gehe hier nicht zu weit...

      Das alles hat bei mir geholfen. So hat man mich zu einem Therapeuten gebracht.

      Wie gesagt, ich will dir keine Angst machen Elfriede! Das ist eine schwierige Phase aber ihr werdet das schaffen.

      Aber ich schließe mich Felix an, Miri braucht jetzt die Hilfe eines Profis.

      Also kurz und bündig:

      Ich würde warten bis sie sich etwas beruhigt hat. Dann das Gespräch suchen, um Erklärungen bitten, mitspielen (egal was sie sagt, so tun als würdest du ihr glauben) und sie bitten mit jemanden darüber zu reden, der ihr helfen kann es zu verarbeiten.

      Ein Therapeut kann ihr dann vielleicht weiter helfen, einzusehen, dass sie gerade einen psychotischen Schub hat.

      Ich wünsche dir viel Kraft für die kommende Zeit!!

      Und gib die Hoffnung nicht auf!

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    • Erstmal vielen herzlichen Dank für eure Antworten. Nein, sie nerven mich absolut nicht. Im Gegenteil!! Ich bin froh und dankbar dafür!! Inhaltlich kann ich im Moment nicht darauf eingehen, da ich ihn, also den Inhalt, erstmal etwas verarbeiten muss und auf der Arbeit bin.

    • Fania,- der Hinweis zu warten, bis Miri sich etwas beruhigt hat und mich dann zu melden bzw. ein wenig zu schauspielern/mitzuspielen, war wirklich gut. Ich konnte heute morgen völlig normal mit ihr sprechen und habe mich mit meiner Tochter in Anbetracht dessen, dass es ihr morgens besser zu gehen scheint, für morgen früh verabredet.

      Vielen Dank auch für den Einblick und die wirklich gut nachvollziehbare Erklärung einer psychotischen Phase!! Das hilft mir sehr und damit natürlich auch Miri.

      Wirklich persönlich nehme ich ihre Äußerungen nur noch selten, da ich in der Vergangenheit erlebt habe dass Miri sich nach so einem Schub kaum noch an das Gewesene/Gesagte erinnert. Sie ist dann völlig außer sich. Von dem her ist es aber auch leider so, dass sie mit mir nicht mehr darüber sprechen kann oder will. Sie lacht dann nur über sich selbst und wiegelt die vergangene Situation mit einem: "Da habe ich mich wohl etwas in ........ hineingesteigert." ab.

      Das die physische Gehirnsubstanz nachhaltig durch psychotische Schübe verändert wird wurde mir im BKK auch gesagt. Miri hatte allerdings zu diesem Zeitpunkt(vor 3,5 Jahren) noch keinerlei Anzeichen solcher Veränderungen. Man prognostizierte Miri dort gute Heilungschancen. Mir ist jedoch schon bewusst, dass eine solche Phase nicht zu lange andauern darf.

      Liebe Fania, ich danke dir nochmal für dein Engagement, deine wunderbare Erklärung und den guten Tipp für den Umgang mit meiner Tochter. ...ach ja und Angst habe ich nur vor einem Suizid den Miri in solchen Momenten vollziehen könnte und physischen Auseinandersetzungen mit ihr. Du kannst also freischreiben, ich bin kein ängstlicher Typ. ;-)

      Danke 1
    • Ich bin sehr froh, dass ich dir etwas helfen konnte! :)

      Ich hoffe das morgige Treffen wird gut verlaufen und wünsche dir und Miri einen sehr schönen Tag :)

      Danke 1
  • Ohje Elfriede, dass hört sich doch langsam nach einem richtigen psychotischen Schub an, vielleicht wäre es gut den Rat eines Psychiaters einzuholen! Nicht dass deine Tochter sich oder jemand anders noch im Wahn gefährdet... Ich kann da leider nicht direkt helfen, aber es hört sich gar nicht gut an, und geht jetzt doch schon eine Woche oder zwei immer schlechter... Zwar mit zwischenzeitlichen hellen Phasen, aber das muss nicht viel heissen, eine Therapie wäre auf jeden Fall, meiner Meinung nach, angebrachte und sehr zu empfehlen... Was aber vielleicht nur schwierig umzusetzen ist aber deshalb würde ich dir raten einen Psychiater zuzuziehen der dich und deine Tochter besser, in dieser heiklen Situation, unterstützen kann als dieses forum...


    Vielleicht wäre auch eine Therapie gegen den anfänglichen Willen von Miri hilfreich, im Notfall... Aber das kann nur ein Psychiater entscheiden und einleiten...


    Sorry, möchte dir keine Angst machen, aber deine Tochter scheint im Moment doch sehr in ihrer eigenen Wahn Welt zu leben, was nicht gut ist...


    Hoffe, es findet sich eine gute Lösung für alle...


    Herzliche Grüsse, Felix

    • Liebe Elfriede, ich denke auch es ist Gefahr im Verzug... Psychiater einschalten wäre sinnvoll.


      Es tut mir sehr leid..

      Ich war in der akuten Phase auch nicht mehr mit logig zu erreichen .


      Liebe Grüße Ida

    • Felix, dir danke für den Hinweis, dass es jetzt schon länger geht. Ich hatte das als unterschiedliche Thematiken interpretiert. Aber du hast Recht. Es geht jetzt schon länger.


      Mit dem Wort "wegducken" tue ich mir etwas schwer, weil ich in solch rasenden Momenten mit Miri mich aus meiner Sicht nur wegducken kann, da sie dann unerreichbar für mich ist. Was würdest du denn Vorschlagen, wie ich mich verhalten könnte?


      Mit einem Psychiater und auch mit einem Therapeuten hierin der Gegend, habe ich mich schon unterhalten und mir wurde von beiden gesagt, dass wenn ein Patient nicht therapiewillig, nicht krankheitseinsichtig, nicht eigen oder fremdgefährdend ist, wird es schwierig bis unmöglich für sie etwas zu tun.


      Eine Therapie gegen den Willen von Miri würde ich in`s Auge fassen, wenn es in der nächsten Zeit so weiter geht. Wobei mir noch nicht klar ist, wie ich das einleiten soll, da ich Miri dann so quasi zum Ausrasten bringen muss, die Polizei einschalten muss und diese überzeugen muss, die wenn das gelingt, einen Sanitäter ruft, der dann Miri in das BKK einliefert. Miri hat das schon erlebt, sie wird nicht noch einmal darauf hereinfallen. Also auf meine Provokation. Das heißt wohl ich müsste dieses Mal warten bis es ihr tatsächlich so schlecht geht, dass sie die Voraussetzungen erfüllt. Das könnte ewig dauern und ist ein wirklich harter Weg für sie! Siehst du das anders?


      In einem Punkt muss ich dir klar widersprechen! Mir und damit auch Miri, hat noch niemand so geholfen wie dieses Forum hier!! Ihr wisst mehr als ein Psychiater oder ein Therapeut. ...und ich habe etwas/zwar nicht viel, aber Therapieerfahrung.

      Vielen lieben Dank auch an dich!!

    • Hallo liebe Ida,

      ja,- es ist scheinbar richtig schwer bzw. nicht möglich, für Menschen in psychotischen Schüben zu sein, das Wohlwollen ihrer Mitmenschen überhaupt als solches wahrzunehmen.

      Vielen herzlichen Dank für deine Anteilnahme!

      Liebe Grüße

      Elfriede

    • Hallo liebe Elfriede,

      Zitat

      Mit einem Psychiater und auch mit einem Therapeuten hierin der Gegend, habe ich mich schon unterhalten und mir wurde von beiden gesagt, dass wenn ein Patient nicht therapiewillig, nicht krankheitseinsichtig, nicht eigen oder fremdgefährdend ist, wird es schwierig bis unmöglich für sie etwas zu tun.

      dem ist leider so, aber vielleicht könntest du mit Miri, wenn sie gerade eine gute Phase hat, darüber sprechen, dass es so nicht weitergehen kann und du dir Sorgen um deine Tochter machst. Ich weiß, da hast du schon ganz viel probiert, ich würde Miri weiter dazu drängen sich Therapieren zu lassen, da es sonst wirklich bleibende Schäden geben könnte (Im Hirnstoffwechsel etc)...Was auch wichtig ist, die Eintrittsschwelle tief zu halten, wenn Miri freiwillig in eine Klinik geht kann sie natürlich jederzeit, wenn sie das wünscht, wieder austreten. Dass hilft natürlich es einfach mal zu probieren!


      Wichtig ist auch eine gute Klinik bei euch in der nähe zu finden, die eine Therapie anbietet die Miri entspricht...dass heißt vor allem nicht nur Medikamentös, sondern auch z.B Gesprächs; Reit, Ergo oder Musiktherapie anbietet. Sonst löscht es den meisten Patienten in einer Klinik schnell ab, wenn es zu langweilig ist und nicht auf den Patienten eingegangen wird. Auch eine Möglichkeit wäre eine Ambulante Therapie in einer Tagesklinik, dass kommt ganz darauf an was Miri lieber ist und in welcher Situation und Krankheitsphase sie gerade steckt (wie tief in der Psychose).


      Helle Momente hatte ich auch in meiner ersten und tiefsten Psychose, also ist aber auch in diesen Momenten war ich in der Psychose gefangen und habe ständig Stimmen gehört...ich habe meinen Mitmenschen nur vorgespielt, dass alles in Ordnung sei in diesen Momenten...Es ist wirklich ganz schwierig aus einer solchen Situation ohne professionelle Hilfe herauszukommen (Medikamente & Therapie)...


      Vielen Dank fürs dein Lob des Forums, es ist schön zu wissen, dass es dir hilft und ich hoffe, dass wird es auch weiterhin gut tun...


      Herzliche Grüsse, Felix

      Danke 1