SCHIZOPHRENIE UND GESUNDUNG | 11. Achtsamkeit und Meditation
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Phoenix -
22. Februar 2026 um 05:30 -
347 Mal gelesen
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SCHIZOPHRENIE UND GESUNDUNG | 11. Achtsamkeit und Meditation
Die mehrteilige teilige Reihe, SCHIZOPHRENIE UND GESUNDUNG, befasst sich mit dem Zusammenhang von Trauma und Psychosen/Schizophrenie, um daraus folgend Therapien und Heilmethoden auf den 5 Ebenen der Heilung in ihrer Wirkung besser zu verstehen und zu motivieren.
Die Artikel 1. Kindheitstrauma, 2. Abspaltung und Entkörperung, 3. Ich-Störung und Psychose, 4. Negative Glaubensmuster und Wahnideen, 5. Emotionen und Psychose zeigen eine Entwicklung auf, die schließlich zu schizophrenen Erkrankung führen kann. Im Artikel 6. Wahn und Sinn wird deutlich, das Psychosen einen Sinn haben, eine Strategie sind, seltsame und traumatische Erlebnisse zu überleben – als eine gesunde Reaktion auf unsinnige Umstände.
Der Prozess der Gesundung erfolgt auf den 5 Ebenen der Heilung. Das heißt mit der Regulation der Symptome mit Hilfe verschiedener natürlicher Wirkstoffe auf der stofflichen Ebene (1. Körper-Ebene) , sowie der Entwicklung von Bewusstsein für Körper und Geist zur Aufarbeitung traumatischer Erfahrungen auf den weiteren Ebenen. So können mit Mind-Body-Therapien und Homöopathie ( 2. Energie-Ebene), Trauma-Psychotherapien (3. Mental-Ebene), Kunst-Therapien (4. Intuitive Ebene) und Meditation (5. Geist-Ebene) traumatische Erfahrungen als Auslöser für Psychosen und Ursache von Schizophrenie geheilt werden.
| Achtsamkeit und Meditation werden als wissenschaftlich anerkannte Ansätze bereits bei vielen psychischen Erkrankungen als wirksame Therapie eingesetzt. Das Interesse hat auch in der Psychose- und Schizophrenieforschung in den letzten 15 Jahren exponentiell zugenommen. So werden Achtsamkeitsübungen in verschiedene Therapien bei Psychosen integriert oder als eigenständige Intervention angeboten.
Bei Achtsamkeit und Meditation wird versucht, die Aufmerksamkeit bewusst und absichtsvoll auf den aktuellen Moment zu richten, anstatt im Grübeln über Vergangenheit oder Zukunft verhaftet zu sein. Ein zentraler Punkt ist, die Realität so zu akzeptieren, wie sie in diesem Moment ist – ohne sie verändern zu wollen oder sie in „gut“ oder „schlecht“ einzuteilen. Meditation lehrt Gedanken und Gefühle objektiv, mit Abstand zu beobachten und wahrzunehmen und auf sie akzeptierend und nicht wertend zu reagieren.
Der Kern von Achtsamkeit für Menschen mit Psychosen ist, dass Betroffene lernen können, anders auf schwierige psychotische Erfahrungen zu reagieren und dadurch weniger belastet und gestört werden.
Trauma, Psychosen und Schizophrenie
Forschungsergebnisse belegen, dass Achtsamkeit und Meditation wirksame Strategien zur Behandlung von Psychosen und Schizophrenie und der zugrunde liegenden Traumata darstellen können. Kindheitstraumata sind ein wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklung einer Schizophrenie.
Achtsamkeit in der Traumatherapie hilft Betroffenen, ihre Emotionen zu regulieren, Resilienz aufzubauen und besser mit Traumata umzugehen, indem sie das Nervensystem beruhigt, die Achtsamkeit im gegenwärtigen Moment wiederherstellt und Selbstfürsorge aufbaut, mithilfe von Techniken wie Erdung, Atemmeditation, Körperscans und Mitgefühlsübungen.
Verbindung zum Körper
Meditation hilft die Verbindung zum Körper wiederherzustellen. Achtsamkeit ermöglicht eine sanfte Rückkehr zum eigenen Körper, von dem sich Trauma-Betroffene oft als Schutzreaktion (Dissoziation) abspalten. Traumata führen oft zu Dissoziation; Achtsamkeit ermöglicht eine sanfte Wiederverbindung mit körperlichen Empfindungen in einer kontrollierten Umgebung. Techniken wie Erdung und Bodyscan helfen dabei, das „Alarmsystem“ des Gehirns neu zu vernetzen und den Bereich zu stärken, der für rationales Denken zuständig ist.
Regulierung des Nervensystems
Meditation unterstützt die Traumaverarbeitung durch Regulierung des Nervensystems, indem sie Stress reduziert und einen sicheren Raum schafft, um Emotionen zu verarbeiten. Techniken wie Atemübungen und Achtsamkeit beruhigen das überaktive Stress-System, das durch Trauma oft ausgelöst wird, und reduzieren Angst und Flashbacks. Sie ermöglicht es, sich den traumatischen Erinnerungen und Gefühlen aus einer Position der Sicherheit und Stärke zu nähern, anstatt sie zu vermeiden. Sie kultiviert Akzeptanz und Stresstoleranz und hilft Betroffenen, sich in stressigen Situationen zurechtzufinden.
Emotionsregulation
Erdung, Körperscans und Meditationen der liebenden Güte bieten Werkzeuge zur Emotionsregulation und zur Konzentration auf den gegenwärtigen Moment, die bei Traumata und dissoziativen Zuständen im Rahmen einer Psychose von entscheidender Bedeutung sind. Meditation schafft Distanz zu belastenden Gedanken, was das für posttraumatische Belastungsstörungen typische Grübeln verringern kann. Achtsamkeit ist mit einem geringeren Ausmaß negativer Gefühlsausbrüche verbunden. Sie vermittelt ein wertfreies Bewusstsein für schwierige Gefühle und reduziert so Symptome wie Angstzustände und Depressionen. Meditation kann so die Heilung von Traumata unterstützen, indem sie die emotionale Belastbarkeit und die Selbstkontrolle stärkt.
Nicht-Anhaften und Nicht-Reagieren
Nicht-Anhaften und Nicht-Reagieren ist eine Schlüsselkomponente, die es ermöglicht, Gedanken und Gefühle zu beobachten, ohne sich davon mitreißen zu lassen, und so Selbstmitgefühl und Wohlbefinden fördert. Es kommt darauf an, wie man beobachtet; wertendes Beobachten kann die Ergebnisse verschlimmern, während wertfreies Beobachten heilsam ist. Eine aktuelle Übersichtsarbeit bemerkt:
"Menschen mit posttraumatischem Stress benötigen Unterstützung, um zu lernen, mit dem Unbehagen von Emotionen, Gedanken, Körperempfindungen, der Schockstarre als Reaktion auf akuten Stress und den Abwehrmechanismen, die bei der Wahrnehmung von Bedrohungen aktiviert werden, umzugehen. Kontemplative Praktiken können dieses Sicherheitsgefühl fördern und psychotherapeutische Interventionen, die auf Traumafolgen abzielen, ermöglichen, dysfunktionale Glaubenssätze, den Ausdruck von Emotionen und metakognitive Prozesse neu zu bewerten, um das bei posttraumatischen Opfern oft verletzte Selbstgefühl zu heilen." (1)
Linderung von Symptomen
Achtsamkeit und Meditation zeigen vielversprechende Ergebnisse bei der Verbesserung der Funktionsfähigkeit und der Reduzierung positiver und negativer Symptome bei Psychosen. Bei gezielter Anwendung bei Psychosen kann Meditation die Belastung durch Halluzinationen und Wahnvorstellungen verringern, das Bewusstsein für die Symptome verbessern und das Rückfallrisiko senken. Auch Verbesserung der sozialen Funktion, des Selbstwertgefühls und Lebensqualität haben sich ergeben. (7)
Hohe Wirksamkeit bei dauerhaften Halluzinationen und Wahnvorstellungen
Studien zeigen insbesondere bei dauerhaften und behandlungsresistenten Halluzinationen und Wahnvorstellungen, die seit vielen Jahren anhalten, die Wirksamkeit von Achtsamkeits- und Meditationsübungen. Nach 8 Monaten des täglichen Trainings sanken dauerhafte Wahnvorstellungen um 35% und Halluzinationen, wie Stimmenhören, um 50%. (8)
Darüber hinaus reduzieren Achtsamkeit und Meditation nachweislich den Medikamentenbedarf. Die Wiedereinweisungsrate sank um 25% und die Einweisungsdauer um 30% im Vergleich zu der üblichen Behandlung mit Psychopharmaka. (7) (8)
Schutz vor Psychosen und höchste Gesundungsrate
Einer Studie über einen Zeitraum von 24 Monaten zeigte, das Achtsamkeitsübungen die Häufigkeit und Dauer der Wiedereinweisungen senken konnten. Zudem kam es bei der Achtsamkeit-Gruppe zu der höchsten Gesundungsrate von 37%, gefolgt von der Psychoedukationsgruppe mit 26%. Bei der Gruppe mit üblicher Behandlung mit Psychopharmaka war dies nur bei 7,2% der Fall. (9)
Kognitive Beeinträchtigung
Kognitive Beeinträchtigung ist ein Kernsymptom der Schizophrenie. Eine Metaanalyse untersuchte die Auswirkungen von Achtsamkeitsübungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Personen mit Schizophrenie. Zehn randomisierte kontrollierte Studien erfüllten die Einschlusskriterien. Die Ergebnisse zeigten, dass Achtsamkeitsübungen die allgemeine Kognition bei Patienten mit Schizophrenie signifikant verbesserten. (12)
Depression, Ängste und Stress
Die Ergebnisse einer Studie zeigten, dass Achtsamkeit nach drei Monaten eine Verbesserung der Emotionsregulation mit Reduktion von Depressionen um 30%, Ängsten um 15% und Stress um 20% aufwies. (11)
Soziale Kontakte, Wohlbefinden und Lebensqualität
Menschen können mittels Achtsamkeit eigene Bedürfnisse leichter wahrnehmen und diese auch kommunizieren. Dies kann zu einem besseren Beziehungserleben führen. (3) Neben der Reduzierung belastender psychischer Folgen zeigten die Ergebnisse, dass Achtsamkeit und Meditation das Wohlbefinden, soziale Bereiche wie die Stärkung sozialer Kontakte, die Verbesserung der sozialen Rollenfunktion und die allgemeine Lebensqualität steigern können.
Meditation - Heilung von Trauma, Psychosen und Schizophrenie?
Menschen können von Psychosen und Schizophrenie heilen wenn Ansichten, Einstellungen, ihr Bewusstsein für die Art des Daseins sich grundlegend ändert. Meditation ist eine Technik auf der höchsten Ebene des Menschseins, auf der Geist Ebene. Da dieses Feld alles durchdringt, ist es die Ebene, die letztendlich zur Heilung führen kann, vorausgesetzt die anderen Ebenen sind in Harmonie und in Einklang gebracht und wirken unterstützend.
Rein kontemplativen Übungen, wie Traumreisen und Achtsamkeit, ohne direkte Auseinandersetzung mit traumabezogenen Inhalten zeigten keine Besserung beim Wiedererleben von traumatischen Inhalten durch Psychosen. Nur intensive Meditationstechniken, wie Vipassana (Bodyscann) zeigten bedeutsame Verbesserungen.
Vipassana beinhaltet tiefe, stille Meditation, die unterdrückte traumatische Erinnerungen oder unbewusste mentale Konditionierungen wieder an die Oberfläche bringen kann. Traumata werden im Körper oft als Spannungen, Schmerzen oder „Knoten“ gespeichert und diese körperlichen Manifestationen können durch Vipassana (Bodyscann) als vergängliche Empfindungen beobachtet werden, bis sich deren emotionale Ladung auflöst.
Für diejenigen, die stabil genug sind, um mit der Intensität umzugehen, kann es dazu führen die Gesamtheit aller gespeicherten traumatischen Erfahrungen und Erinnerungen an die Oberfläche des Bewusstsein zu bringen, mit Gleichmut und objektiver Distanz erneut durchfühlen und aufzulösen. Traumata, und damit die Ursache von Psychosen, können Schicht für Schicht aufgearbeitet werden, um so vollständig von Schizophrenie genesen zu können.
Einschränkungen
Vipassana wird generell eher Personen empfohlen, die bereits über ein gewisses Maß an Stabilität verfügen und Psychosen und ihr Trauma bis zu einem gewissen Grad verarbeitet haben, als solchen, die sich aktuell in einer akuten Krisenphase befinden. Die Intensität eines 10-tägigen, 10 Stunden pro Tag dauernden Schweigeretreats kann eine Person mit ungelösten Traumata und akuter Psychosen überfordern.
Erfahrene Experten und Praktiker empfehlen einen „traumasensiblen“ Ansatz und schlagen häufig vor, dass Personen mit einem schweren Trauma zunächst durch eine Therapie Stabilität aufbauen, bevor sie sich auf intensive Schweigeretreats einlassen. Die besten Ergebnisse werden oft erzielt, wenn die Praxis mit anderen traumasensiblen, körperorientierten Therapien kombiniert wird.
Anfänger mit Traumaerfahrungen profitieren möglicherweise von kürzeren, besser begleiteten und weniger starren Meditationsformaten. Nur für Trauma-Betroffenen die bereit sind, eine intensive und ungestützte Freisetzung von Traumata zu verkraften ist Vipassana eine kraftvolle, hochintensive Technik, die zu tiefgreifender Heilung führen kann.
Sicherheit
Meditation bedarf einer sorgfältigen, professionellen Anwendung, um Traumata und Psychosen sicher zu bewältigen und schmerzliche Erfahrungen in Wege des Wachstums zu verwandeln. Die Wirksamkeit und Sicherheit angepasster Achtsamkeits- und Meditationsübungen bei Schizophrenie wurde in Metaanalysen mit ca. 30 Studien und 2500 Schizophrenie-Patienten bestätigt. Im Allgemeinen haben neuere Untersuchungen gezeigt, dass Achtsamkeitsübungen erfolgreich in Gruppen eingesetzt werden, wobei sich bereits nach 6–10 Sitzungen eine signifikante Wirksamkeit erkennbar war und die Patienten ein konstant hohes Engagement zeigten. (7)
"Als Ergebnis wurde Achtsamkeit als eine vielversprechende Intervention erkannt, die sich für Menschen mit Psychosen als sicher und wirksam erwiesen hat." (5)
Achtsamkeitstraining wurde von Krankenkassen, Unternehmen, Schulen und Gesundheitsdienstleistern angenommen und hunderte von Smartphone-Anwendungen bieten achtsamkeitsbezogene Inhalte. |
1. Meditationstechniken bei Trauma und Psychosen
Erdung (Grounding) verbindet mit dem Hier und Jetzt, um sich nicht von Erinnerungen überwältigt zu fühlen (z.B. durch das Spüren der Füße auf dem Boden). Übungen wie die 5-4-3-2-1-Methode (5 Dinge sehen, 4 hören etc.) verankern den Geist in der Gegenwart.
Achtsamkeit (Mindfulness) richtet die Konzentration auf den gegenwärtigen Moment, Gedanken und Gefühle werden neutral wahrgenommen, ohne sie zu bewerten, zu analysieren oder zu unterdrücken.
Die transzendentale Meditation nutzt Mantras, um tiefe Entspannung zu erreichen und den Geist zu beruhigen. Techniken wie die Transzendentale Meditation beruhigen das innere Geplapper und helfen dem Einzelnen, sich weniger überfordert zu fühlen.
Fokussierte Atmung dient als Anker und konzentriert auf die wertfreie Wahrnehmung des gegenwärtigen Augenblicks. Bei Anspannung können Techniken wie die Fünf-Finger-Atmung helfen.
Vipassana (Bodyscan) ist das systematische Wahrnehmen von Körperempfindungen. Vipassana hilft, den Körper wieder als sicheren Ort zu erfahren und Spannungen zu lösen. Bodyscan verbindet mit dem gegenwärtigen Moment und beruhigt das Nervensystem.
Liebende Güte (Metta) fördert Mitgefühl für sich selbst und andere, was bei Isolation helfen kann. Sie fördert Selbstmitgefühl und reduziert Schamgefühle.
Arbeit mit dem inneren Kind stärken das Selbstwertgefühl, wirken Scham entgegen und fördern die Heilung. Liebe und Akzeptanz werden an vergangene Verletzungen des Selbst gesendet. Es fördert Mitgefühl für sich selbst und andere und verbessert das soziale Empfinden.
Geführte Imagination beruhigt den Geist mit positiven Bildern und Botschaften, um Albträume und intensive Angst zu mindern. Es schafft einen mentalen Zufluchtsort, zu dem man zurückkehren kann, wenn man überfordert ist (z. B. eine Naturlandschaft).
Container-Übungen "legen" schwierige Gefühle gedanklich in einen sicheren, imaginären Behälter, um sie später zu verarbeiten. Techniken wie das Visualisieren von Belastungen (Traumata) in einer Laterne oder einem Behälter helfen dabei, schwierige Emotionen sicher zu verarbeiten. Übung mit dem „Container“ nutzen Visualisierung, um schwierige Emotionen zwischen zu „speichern“, bis man bereit ist, sie in einem sicheren therapeutischen Umfeld zu verarbeiten.
Spezielle Trauma-Meditationen lehren Erdung und Selbstfürsorge, um eine sichere Beziehung zur Angst aufzubauen und Wunden in Heilungsportale zu verwandeln. Gedanken werden wertfrei beobachtet, was die Selbstakzeptanz fördert und Schamgefühle reduziert.
Sicherheit bei Trauma und Psychosen
Meditation bedarf einer sorgfältigen, professionellen Anwendung, um Traumata und Psychosen sicher zu bewältigen und schmerzliche Erfahrungen in Wege des Wachstums zu verwandeln. Meditation kann ein äußerst wirksames Mittel zur Traumatherapie sein, doch ihr Zusammenhang mit Psychosen ist komplex und erfordert einen sorgfältigen, spezialisierten Ansatz. Meditation kann ein mächtiges Werkzeug sein, um Trauma zu verarbeiten, indem sie innere Ruhe und neue Perspektiven schafft, aber sie sollte achtsam und bei Trauma idealerweise in Absprache mit einem Therapeuten praktiziert werden.
Für Menschen mit Trauma und Psychosen wurden mehrere Anpassungen der Achtsamkeitspraxis empfohlen, darunter:
- Anleitungem während der Meditation, um langes Schweigen zu vermeiden, damit sich der Einzelne nicht in Grübeleien über psychotische Erfahrungen verstrickt
- kürzere Übungsdauer ( zwischen 10 und 30 Minuten).
- Gruppenpraxis und von Ausbildern unterstützte Schulung
Es ist ratsam langsam und vorsichtig zu beginnen, da die Konfrontation mit Emotionen ohne Vorbereitung überwältigend sein kann. Stille oder intensive Konzentration auf den Körper kann verdrängte Emotionen oder Halluzinationen auslösen. Anfänger sollten mit 5-10 Minuten täglich starten. Es ist jederzeit erlaubt, die Augen zu öffnen oder die Position zu verändern, wenn Unbehagen aufkommt.
Für den Einstieg eignen sich Programme wie MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction), die oft von Krankenkassen bezuschusst werden. Wer sich sicher und stabil fühlt, kann zu Vipassana-Meditation wechseln, einer höchst intensiven Technik um Trauma wirksam und restlos aufzuarbeiten und damit auch von Psychosen und Schizophrenie zu gesunden.
2. Wirkungsweise
Trauma und posttraumatische Belastungsstörung
Anpassung des Gehirns
Meditation fördert Neuroplastizität, was bedeutet, dass sie hilft, traumatisch bedingte neuronale Pfade durch gesündere zu ersetzen. Der für logisches Denken, Emotionsregulation und Entscheidungsfindung zuständige Bereich wird gestärkt. Dies hilft dabei, emotionale Reaktionen besser zu kontrollieren, anstatt nur aus Angst zu reagieren.
Durch Techniken wie Body Scans oder Atemtechniken können traumatische Erinnerungen von „Gegenwartsgefahren“ wieder zu „Erinnerungen an die Vergangenheit“ umgestaltet werden. Meditation verbessert die Verbindung zwischen verschiedenen Hirnregionen, was zu einer besseren Selbstregulation und Stressresistenz führt.
Interozeption - Signale aus dem Körperinneren
Interozeption ist die Fähigkeit des Nervensystems, Signale aus dem Körperinneren (z. B. Herzschlag, Atmung, Temperatur) wahrzunehmen. Sie dient der Aufrechterhaltung des inneren Gleichgewichts und beeinflusst entscheidend Emotionen, Denken und das psychische Wohlbefinden. Interozeption beeinflusst positiv übermäßige Erregung und Stress, sowie die Fähigkeit, nicht unmittelbar beunruhigt auf Empfindungen zu reagieren. Sie verbessert den Umgang mit Gefühlen und die Fähigkeit, den Körper als beruhigend zu erleben.
Signale aus dem Körperinneren wahrnehmen zu können, scheint ein primärer Mechanismus zu sein, der die Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung lindert. Kontemplative Praktiken die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment und die Körperempfindungen schulen stärken die Interozeption. Dies ist zentral für die Förderung des Traumatherapieprozesses. Achtsamkeit und Meditation, die auf Körperbewegungen und aktiver Atmung basieren, können die Interozeption verbessern, indem sie die unwillkürliche Aufmerksamkeit auf die zuvor verdrängten, nun zugänglichen Gefühle lenken. (1)
Psychosen und Schizophrenie
Bei den Achtsamkeitsübungen konzentriert man sich z. B. auf das alltägliche Tun, auf den Atem oder den Körper. Achtsamkeitsübungen wirken nicht über das Denken, sondern über das Wahrnehmen und Loslassen von Gedankenströmen, Erinnerungen, Phantasien oder starken Emotionen.
Freiheit und heilsames Handeln
Achtsamkeit hilft aus dem Teufelskreis negativer Gedanken, Gefühle und verletzendem Verhalten auszusteigen, in dem man Negativität einfach nur als körperliche Empfindung mit Distanz wahrnimmt ohne diese zu bewerten. Durch Achtsamkeit kann das Abschweifen in negative Gedanken schneller erkannt werden. Die Person kann so leichter selbst entscheiden, ob sie sich mit den Gedankeninhalten identifizieren möchte. Ziel ist, den Abstand zwischen Reiz und Reaktion zu vergrößern. Somit entsteht ein Raum zwischen bewusstem Erleben und Handeln. Es gibt mehr Zeit, um impulsive Reaktionen oder unerwünschte automatische Prozesse zu erkennen und sie zu unterbrechen. Die Person kann sich bewusst für ein alternatives und heilsames Handeln entscheiden. (3)
3. Meditation und Trauma

Weniger Selbstkritik und verbessertes Selbstmitgefühl und Selbstfreundlichkeit
Nach traumatischen Belastungen entwickeln Menschen häufig negative, selbstkritische Bewertungen und Überzeugungen (z. B. „Ich bin wertlos/schwach/falsch, weil ich nicht damit umgehen kann“). Diese selbstkritischen Muster können chronischen Stress langfristig aufrechterhalten.
Ein weiterer Mechanismus, durch den kontemplative Praktiken zur Traumatherapie beitragen, ist ihr Einfluss auf die Förderung positiver Geisteszustände, insbesondere Selbstmitgefühl anstelle von Selbstkritik und Selbstvorwürfen. Kontemplative Praktiken verringern die Identifikation mit negativen Gedanken und fördern aktiv Haltungen der Selbstfreundlichkeit und des gemeinsamen Menschseins. Trauma geht oft mit Ohnmacht einher. Die bewusste Entscheidung zur Selbstfürsorge durch Meditation ist ein Akt der Selbstermächtigung. Betroffene berichteten von der Anwendung positiver Bewältigungsstrategien. Dabei spielen Neugier, Ruhe, Klarheit, Verbundenheit, Mut und Kreativität eine Rolle. (1)
Momente innerer Ruhe und Gelassenheit
Bei einem achtsamen Lebensstil werden angenehme Situationen bewusster wahrgenommen. Unangenehme Situationen werden nicht vermieden, vielmehr wird ein hilfreicher Umgang ermöglicht. Die annehmende Haltung bei Achtsamkeit erlaubt es, negative Erfahrungen in die Lebensbiografie einzubauen, ohne diese stetig verdrängen zu müssen. Daraus können Momente innerer Ruhe und Gelassenheit resultieren.
Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung
Eine systematische Übersichtsarbeit aller Meditationstechniken zur Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörung ergab, dass alle Techniken positive Effekte zeigen und zu einem geringerer Medikamentenbedarf führen:
"Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die breite Anwendung dieser sehr wirksamen PTBS-Behandlung erhebliche ... klinische Vorteile mit sich bringen würde. Dazu gehören eine geringere Symptomstärke, eine verbesserte Lebensqualität, eine gesteigerte Funktionsfähigkeit, ein geringerer Medikamentenbedarf, bessere soziale Beziehungen und potenziell eine höhere Resilienz bei Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung. Dies würde es Betroffenen ermöglichen, ihre Symptome besser zu bewältigen und aktiver am Alltag teilzunehmen." (13)
Wohlbefinden und Sinn im Leben
Trauma erschüttert oft das Vertrauen in die Welt. Der Sinn im Leben geht verlosen. Achtsamkeit und Meditation führen zur Neubewertung traumatischer Ereignisse und zur Entwicklung eines neuen Sinns und Zwecks im Leben. Sie füllen die innere Leere mit Werten wie Glück, Verbundenheit und Mitgefühl, Frieden und Freiheit, was den Fokus vom "Ich-Leid" zum "Wir-Verständnis" verschiebt. Es entsteht ein tiefes, langfristiges Glücksgefühl, das durch Sinnstiftung, Selbstverwirklichung und das Ausschöpfen des eigenen Potenzials entsteht. Im Gegensatz zum kurzfristigen "Glück“ durch Konsum und Sinnesreize steht hier das "gute Leben" im Fokus, basierend auf persönlichem Wachstum, Autonomie und wertstiftenden Tätigkeiten. (1)
Posttraumatisches Wachstum
Diese Ergebnisse bestätigen das sogenannte posttraumatische Wachstum, welches häufig durch kontemplative Praktiken nach traumatischen Ereignissen verstärkt wird.
- Intensivierung der Wertschätzung des Lebens.
- Verbesserung der Beziehungen zu anderen.
- Erkennung neuer Möglichkeiten im Leben.
- Wachstum der persönlichen Stärke.
- Spirituelle Veränderung.
4. Meditation - der Königsweg zur Heilung von Trauma, Psychosen und Schizophrenie?
Gesundung ist eine Entwicklung durch Reinigung von der untersten zu höheren Ebenen. Zur Heilung braucht es die Versorgung auf allen Ebenen des Seins. Menschen können von Psychosen und Schizophrenie heilen wenn Ansichten, Einstellungen, ihr Bewusstsein für die Art des Daseins sich grundlegend ändert.
Der physische Körper, der Energiekörper und der Mentalkörper sind selbstregulierende Systeme, die eng miteinander in Verbindung stehen. Die höheren Ebenen versorgen die unteren Ebenen mit Intelligenz und Steuerung. Die unteren Ebenen versorgen die höheren mit Energie und Feedback.
Meditation ist eine Technik auf der höchsten Ebene des Menschseins, auf der Geist Ebene. Da dieses Feld alles durchdringt, ist es die Ebene, die letztendlich zur Heilung führen kann, vorausgesetzt die anderen Ebenen sind in Harmonie und in Einklang gebracht und wirken unterstützend.
Vermeidung und Intrusion
Vermeidungsverhalten, das häufig durch belastende Ereignisse ausgelöst wird, die an traumatische Erfahrungen erinnern, und das Wiedererleben traumatischer Erinnerungen (Intrusion) stellen besonders schwer zu behandelnde Symptome dar.
Vermeidung ist ein zentrales Konzept in der Psychologie, das sich auf bewusste oder unbewusste Strategien bezieht, um angstauslösende, unangenehme oder schmerzhafte Situationen, Gedanken, Gefühle oder Personen zu umgehen. Es handelt sich um einen Versuch, sich vor Stressoren zu schützen, der kurzfristig Erleichterung verschafft, langfristig aber oft zu einer Verstärkung der Problematik führt.
In der Psychotraumatologie versteht man unter einer Intrusion das Wiedererinnern und Wiedererleben von traumatischen Erlebnissen und Situationen. Eine Intrusion gilt als ein Symptom von Psychotraumata, bei der ein Schlüsselreiz (Trigger) das Wiedererleben auslöst.
Rein kontemplativen Übungen, wie Traumreisen und Achtsamkeit, ohne direkte Auseinandersetzung mit traumabezogenen Inhalten zeigten keine Besserung bei Vermeidung und Intrusion. Nur intensive Meditationstechniken, wie Vipassana und speziell auf Traumata ausgerichtete Psychotherapien und eine längere Behandlungsdauer zeigten bedeutsame Verbesserungen.
"Dieses Ergebnis deckt sich mit der bestehenden Literatur, die darauf hinweist, dass Interventionen, die sich explizit mit traumatischen Erfahrungen auseinandersetzen – wie beispielsweise solche, die Traumaerzählungen einbeziehen – tendenziell wirksamer sind als Ansätze, die das Trauma nicht direkt thematisieren.
Die Autoren vermuten, dass eine längere Intervention erforderlich ist, da der Wechsel von einem bedrohlichen zu einem beruhigenden emotionalen System nicht unmittelbar erfolgt. Gleichzeitig könnte eine längere Behandlung notwendig sein, um das Sicherheitsgefühl zu stärken und die mit aversiven Erfahrungen verbundene Bedrohung sowie folglich selbstschützende Vermeidungsverhaltensweisen zu reduzieren." (1)
Vipassana-Meditation

Vipassana-Meditation ist ein äußerst wirksames Mittel zur Heilung von Traumata und damit von Psychosen und Schizophrenie. Es ist die systematische Beobachtungen von Empfindungen im gesamten Körper (Bodyscann). Diese Technik konzentriert sich darauf, „die Dinge so zu sehen, wie sie sind“, und schult den Geist darin, Sinnesempfindungen objektiv zu beobachten, anstatt auf sie zu reagieren.
Traumata werden im Körper oft als Spannungen, Schmerzen oder „Knoten“ gespeichert und diese körperlichen Manifestationen können durch Vipassana als vergängliche Empfindungen beobachtet werden, bis sich deren emotionale Ladung auflöst.
Vipassana konzentriert sich auf das Scannen des Körpers (insbesondere der Goenka-Stil) und ermutigt die Praktizierenden, diese Empfindungen ohne Reaktion wahrzunehmen, wodurch gewohnheitsmäßige, ängstliche oder furchtsame Reaktionen durchbrochen werden können.
Vipassana (Bodyscann) ermöglicht eine direkte Erfahrung der Verbindung zwischen Geist und Körper und hilft dabei, tiefsitzende emotionale, mentale und physische Traumata aufzudecken, sich ihnen zu stellen und sie zu verarbeiten. Die intensive Natur traditioneller 10-tägiger Retreats – gekennzeichnet durch Stille und das Fehlen äußerer Reize – kann dazu führen, dass tief verschlossene und belastende Traumata schnell an die Oberfläche kommen.
Indem man beobachtet, wie Empfindungen entstehen und vergehen, lernen die Praktizierenden, dass selbst tiefsitzender Schmerz vorübergehend ist, was seine Macht über ihre Identität verringert. Traumata lösen oft automatische Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsreaktionen aus. Die Übung schafft eine „Pause“ zwischen Auslöser und Reaktion und erhöht so die emotionale Widerstandsfähigkeit und das „Toleranzfenster“. Reaktionsmuster können so neu programmiert werden.
Indem man „Gleichmut“ kultiviert – die Fähigkeit, Empfindungen ohne Verlangen oder Abneigung wahrzunehmen – lernen die Übenden, schwierige Emotionen auszuhalten, was deren emotionale Intensität im Laufe der Zeit verringern kann. Wenn unbewusstes Material an die Oberfläche kommt, werden Praktizierende dazu angehalten, die Vergänglichkeit dieser Empfindungen zu erkennen und so die Macht traumatischer Erinnerungen allmählich zu verringern.
Der Heilungsprozess
Vipassana beinhaltet tiefe, stille Meditation, die unterdrückte traumatische Erinnerungen oder unbewusste mentale Konditionierungen wieder an die Oberfläche bringen kann. Indem die Praktizierenden beim Beobachten dieser Erinnerungen als körperliche Empfindungen gelassen bleiben, können sie tiefsitzende Traumata lösen.
Für diejenigen, die stabil genug sind, um mit der Intensität umzugehen, kann es dazu führen die Gesamtheit aller gespeicherten traumatischen Erfahrungen und Erinnerungen an die Oberfläche des Bewusstsein zu bringen, mit Gleichmut und objektiver Distanz erneut durchfühlen und aufzulösen. Traumata, und damit die Ursache von Psychosen, können Schicht für Schicht aufgearbeitet werden, um so vollständig von Schizophrenie genesen zu können.
Einschränkungen
Vipassana wird generell eher Personen empfohlen, die bereits über ein gewisses Maß an Stabilität verfügen oder ihr Trauma bis zu einem gewissen Grad verarbeitet haben, als solchen, die sich aktuell in einer akuten Krisenphase befinden. Die Intensität eines 10-tägigen, 10 Stunden pro Tag dauernden Schweigeretreats kann eine Person mit ungelösten Traumata und akuter Psychosen überfordern. Standardmäßige Vipassana-Retreats sind nicht als Therapie konzipiert und bieten in der Regel keine traumasensible, professionelle Unterstützung für Anfänger und sind nur für stabile und emotional starke Betroffene sinnvoll.
Experten raten daher dazu, Vipassana bei traumatisierten Personen mit Vorsicht anzuwenden. Erfahrene Praktiker empfehlen einen „traumasensiblen“ Ansatz und schlagen häufig vor, dass Personen mit einem schweren Trauma zunächst durch eine Therapie Stabilität aufbauen, bevor sie sich auf intensive Schweigeretreats einlassen. Die besten Ergebnisse werden oft erzielt, wenn die Praxis mit anderen traumasensiblen, körperorientierten Ansätzen kombiniert wird.
Anfänger mit Traumaerfahrungen profitieren möglicherweise von kürzeren, besser begleiteten und weniger starren Meditationsformaten. Nur für Trauma-Betroffenen die bereit sind, eine intensive und ungestützte Freisetzung von Traumata zu verkraften ist Vipassana eine kraftvolle, hochintensive Technik, die zu tiefgreifender Heilung führen kann.
Ergebnisse aus Studien bei Trauma, Psychosen und Schizophrenie
Metaanalysen
1. Eine aktuelle systematische Überprüfung und Metaanalyse von 2020 umfasste zehn Studien und insgesamt 1094 Schizophrenie-Patienten. (6)
Die Achtsamkeit und Meditation führten zu moderaten bis großen Effekten bei der Reduzierung der Gesamtsymptomatik und kleinen bis moderaten Effekten bei der Reduzierung sowohl positiver als auch negativer Symptome. Ein weiteres relevantes Ergebnis ist, dass die sie große Auswirkungen auf die psychosoziale Funktionsebene und Krankheitsbewusstsein erzeugten. (6)
Hohe Wirksamkeit bei dauerhaften Halluzinationen und Wahnvorstellungen
1. In einer aktuellen Studie wurde der Einfluss einer 8-monatigen, täglich angeleiteten Meditation auf behandlungsresistente und anhaltende Halluzinationen und Wahnvorstellungen bei stationären Patienten mit Schizophrenie untersucht.
Meditation verbesserte die Gesamtsymptome um 17%, der positiven Symptome mit Halluzinationen und Wahnvorstellungen um 25% sowie der negativen Symptome um 10% im Vergleich zur Rehabilitation in acht Monaten. Das Meditationsprogramm (iMI) erhöhte zudem die Werte für körperliche Aktivität, der Achtsamkeitsfähigkeiten und der Lebensqualität. (10)
2. In einer weiteren Studie wurde über die Wirksamkeit von Achtsamkeitsmeditation bei Patienten mit schwerer Schizophrenie mit einer Krankengeschichte von mehr als 20 Jahren berichtet. Die Patienten zeigten schwere und medikamentenresistente Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Die Halluzinations- und Wahnsymptome hielten an und zeigten in den 8 Jahren vor dieser Studie keine Veränderung.
Während des kontinuierlichen 8-monatigen Zeitraums der Studie führten die Patienten täglich 20–40 Minuten lang eine Achtsamkeitsmeditation durch. Nach 8 Monaten sanken die Wahnvorstellungen um 35%, die Halluzinationen besserten sich durch das tägliche Achtsamkeitstraining um 50%. (8)
Die Studie kommt zu dem Ergebnis:
"Am Ende des 8-monatigen Interventionszeitraums waren bei allen Patienten signifikante Verringerungen sowohl der Halluzinations- als auch der Wahnsymptome festzustellen. Bemerkenswerterweise nahmen sowohl die positiven (um 40%) als auch die negativen Symptome (um 20%) des PANSS nach der Intervention ab. Darüber hinaus verbesserten sich der Lebensqualitätsindex und der Achtsamkeitswert.
Zusammenfassend zeigen unsere Ergebnisse das vielversprechende Potenzial der Achtsamkeitsmeditation bei der Behandlung von Patienten mit schwerer chronischer Schizophrenie." (8)
3. Ziel einer Studie über einen Zeitraum von 24 Monaten wurde ein Achtsamkeitstraining, eine Psychoedukation und die übliche Behandlung mit Psychopharmaka zu vergleichen.
Ergebnisse: Es gab einen signifikanten Unterschied in der Häufigkeit und Dauer der Wiedereinweisungen zwischen den drei Gruppen über 24 Monate, wobei die Achtsamkeits-Teilnehmer nur durchschnittlich 2 Wiedereinweisungen mit 10 Tagen Dauer aufwiesen als die Teilnehmer der anderen Gruppen mit durchschnittlich 3 Wiedereinweisungen mit 21 Tagen Dauer.
Zudem kam es bei der Achtsamkeit-Gruppe zu der höchsten Gesundungsrate von 37%, gefolgt von der Psychoedukationsgruppe mit 26%. Bei der Gruppe mit üblicher Behandlung mit Psychopharmaka war dies nur bei 7,2% der Fall. (9)
Kognitive Beeinträchtigung
Kognitive Beeinträchtigung ist ein Kernsymptom der Schizophrenie. Eine Metaanalyse untersuchte die Auswirkungen von Achtsamkeitsübungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Personen mit Schizophrenie. Zehn randomisierte kontrollierte Studien erfüllten die Einschlusskriterien. Die Ergebnisse zeigten, dass Achtsamkeitsübungen die allgemeine Kognition bei Patienten mit Schizophrenie signifikant verbesserten. (12)
Depression, Ängste und Stress
4. Ziel einer Studie war es, die Wirksamkeit eines auf Achtsamkeit basierenden Psychoedukation auf die Emotionsregulation von Personen mit Schizophrenie zu untersuchen.
Ergebnisse: Die Ergebnisse des Tests zeigten, dass Achtsamkeit nach drei Monaten eine Verbesserung der Emotionsregulation mit Reduktion von Depressionen um 30%, Ängsten um 15% und Stress um 20% aufwies.
"Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine auf Achtsamkeit basierenden Psychoedukation (MBPP) bei einigen Prozessen der Emotionsregulation, wie kognitiver Neubewertung und Grübelei, über einen Zeitraum von bis zu drei Monaten hinweg signifikant größere Verbesserungen hervorrief. Die Ergebnisse wiesen auch darauf hin, dass MBPP die Achtsamkeitsfähigkeit verbessern und die Symptome von Depressionen sowie die wahrgenommene Störung durch Halluzinationen verringern könnte. Darüber hinaus zeigt es, dass Achtsamkeitspsychoedukation ein gewisses Maß der Emotionsregulationsfähigkeit bei Schizophrenie verbessern könnte." (11)
Sicherheit bei Trauma und Psychosen

Meditation bedarf einer sorgfältigen, professionellen Anwendung, um Traumata und Psychosen sicher zu bewältigen und schmerzliche Erfahrungen in Wege des Wachstums zu verwandeln. Meditation kann ein äußerst wirksames Mittel zur Traumatherapie sein, doch ihr Zusammenhang mit Psychosen ist komplex und erfordert einen sorgfältigen, spezialisierten Ansatz. Meditation kann ein mächtiges Werkzeug sein, um Trauma zu verarbeiten, indem sie innere Ruhe und neue Perspektiven schafft, aber sie sollte achtsam und bei Trauma idealerweise in Absprache mit einem Therapeuten praktiziert werden.
Für Menschen mit Trauma und Psychosen wurden mehrere Anpassungen der Achtsamkeitspraxis empfohlen, darunter:
- Anleitungem während der Meditation, um langes Schweigen zu vermeiden, damit sich der Einzelne nicht in Grübeleien über psychotische Erfahrungen verstrickt
- kürzere Übungsdauer ( zwischen 10 und 30 Minuten).
- Gruppenpraxis und von Ausbildern unterstützte Schulung
Es ratsam langsam und vorsichtig zu beginnen, da die Konfrontation mit Emotionen ohne Vorbereitung überwältigend sein kann. Stille oder intensive Konzentration auf den Körper kann verdrängte Emotionen oder Halluzinationen auslösen. Anfänger sollten mit 5-10 Minuten täglich starten. Es ist jederzeit erlaubt, die Augen zu öffnen oder die Position zu verändern, wenn Unbehagen aufkommt.
Für den Einstieg eignen sich Programme wie MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction), die oft von Krankenkassen bezuschusst werden. Wer sich sicher und stabil fühlt, kann zu Vipassana-Meditation wechseln, einer höchst intensiven Technik um Trauma wirksam und restlos aufzuarbeiten.
Studien und Quellen:
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(2) https://www.haufe.de/arbeitsschutz/…_94_280626.html
(3) https://www.therapie.de/psyche/info/th…chen-problemen/
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