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PFLANZLICHE ANTIPSYCHOTIKA | Die Traditionelle Chinesische Medizin:
2. Kalmus
| Besserung in 10-12 Wochen | (+) | (-) | (k) | (D) | (Ä) | (ST) | (SCH) |
| Kalmus | ✓ | ✓ | 10% | 20% | 20% | 25% | ✓ |
(+) = positive, (-) = negative, (k) = kognitive Symptome, (D) = Depressionen, (Ä) = Ängste, (ST) = Stress, (SCH) = Schlaf
| Kurzfassung |
| Kalmus (Acorus calamus) ist eine traditionelle Medizinpflanze, die auch in Europa bekannt und als Heilpflanze verwendet wird. Sie ist eine Sumpfpflanze, die im 16. Jahrhundert aus Asien kommend in Mitteleuropa eingebürgert wurde und auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet ist. Von Kalmus, in der ayurvedischen Medizin "Vacha" genannt, werden die Wurzeln im Ayurveda zur Behandlung von Schizophrenie, Gedächtnisverlust, Depression, Melancholie, Hysterie, Schlaflosigkeit und psychischen Störungen eingesetzt. Tierversuche deuten darauf hin, dass Kalmus die Spiegel von Neurotransmittern wie Dopamin, Serotonin und Noradrenalin in verschiedenen Hirnregionen beeinflussen kann. Kalmus hat antidopaminerge Eigenschaften und lindert positive Symptome. Studien haben berichtet, dass Kalmus-Blattextrakte eine neuromodulatorischen Wirkungen auf das dopaminerge System ausübten. (1) Alpha-Asaron, ein Hauptbestandteil von Kalmus, wird in der aktuellen Forschung (Stand 2025) als potenzieller Kandidat für die Behandlung von Schizophrenie untersucht. Präklinische Studien zeigen vielversprechende antipsychotische Eigenschaften. Forschungsergebnisse und Wirkmechanismen Die Wirkung von Alpha-Asaron bei Schizophrenie basiert laut wissenschaftlichen Untersuchungen auf mehreren neurologischen Pfaden: Antidopaminerge Aktivität: Tierstudien zeigten, dass Alpha-Asaron psychotisches Verhalten (induziert durch Apomorphin) reduzieren kann. Dies deutet auf eine Interaktion mit Dopamin-D2-Rezeptoren hin, dem primären Ziel herkömmlicher Antipsychotika zur Linderung von Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Modulation des GABA-Systems: Alpha-Asaron verstärkt die GABAerge Hemmung im Gehirn. Da bei Schizophrenie oft ein Ungleichgewicht zwischen Erregung und Hemmung besteht, könnte dieser Mechanismus zur Stabilisierung der neuronalen Aktivität beitragen. Neuroprotektion und oxidativer Stress: Alpha-Asaron wirkt antioxidativ und entzündungshemmend. In der Schizophrenie-Forschung wird oxidativer Stress zunehmend als zentraler Faktor für die Pathophysiologie, insbesondere bei kognitiven Defiziten, angesehen. Verbesserung kognitiver Symptome: In Tiermodellen konnte die Substanz Gedächtnisdefizite mildern, indem sie die Acetylcholinesterase-Aktivität hemmte und die Expression cholinerger Rezeptoren verbesserte. Die Wurzel dieser Pflanze, „Acori Calami Rhizoma“, wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin hauptsächlich verwendet, um das Gedächtnis zu verbessern. Kalmus ist ein sehr wichtiges Gehirntonikum, da es schon nach sehr kurzer Zeit Wirkung zeigt. Kalmus stärkt das Nervensystem und verbessert das Gesamtgedächtnis des Menschen. Eine aktuelle Rezension von 2023 stellte fest: "Pharmakologische Studien haben gezeigt, dass Rohextrakte und Wirkstoffe von A. calamus ein breites Spektrum pharmakologischer Aktivitäten aufweisen, ... antidepressiv- und angstlösende, gegen Müdigkeit wirksame, neuroprotektive und gehirnschützende Eigenschaften, was weitere Beweise für die traditionelle medizinische Verwendung und Ethnopharmakologie liefert." "Es wird häufig als Heilmittel für verschiedene Erkrankungen des zentralen Nervensystems verwendet, wie kognitiver Abbau, Epilepsie, Vergesslichkeit, Schlaganfall und Demenz." (16) Depression, Angststörung und Stress Die Beobachtungen einer 2 monatigen Studie mit 40 Patienten mit generalisierter Angststörung zeigten, dass Kalmus-Extrakt (500 mg) nicht nur angstbedingte Störungen signifikant um 20% linderte, sondern auch das Stressphänomen um 25% und die damit verbundene Depression signifikant um 20% reduzierte. Kalmus-Extrakt verbesserte die Anpassungsbereitschaft weiter deutlich und die Konzentration um 10%. (15) Zudem besitzt Kalmus Eigenschaften zur Linderung von Nebenwirkungen und typischen Folgeerkrankungen von Antipsychotika, wie Gehirnschrumpfung, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie Krebs. | |
| 1. Wirkungsweise |
Kalmus hat antidopaminerge Eigenschaften. Studien haben berichtet, dass Kalmus-Blattextrakte die neuromodulatorischen Wirkungen auf das dopaminerge System ausübten. (1) Der Antagonismus von Dopamin-D2-Rezeptoren ist ein gemeinsames Merkmal der klinisch wirksamsten Antipsychotika, besonders wirksam gegen Halluzinationen und Wahnvorstellungen. (2) ![]() Die signifikante Verringerung von Acetylcholin zeigt, dass Kalmus seine Wirkung auf die Gedächtnisverbesserung ausübt, indem es die cholinerge Funktion erhöht, indem es den Abbau von Acetylcholin im Gehirn verhindert. Es wurde festgestellt, dass die Wechselwirkung des methanolischen Rhizomextrakts von Kalmus mit dem adrenergen, dopaminergen, serotonergen und GABAergen System für die Expression der antidepressiven Aktivität verantwortlich ist. (15). Das Flavonoid Apigenin in Kalmus bindet selektiv mit hoher Affinität an den zentralen Benzodiazepinrezeptor; Dies hat wichtige Anti-Angst- und Anti-Depressions-Aktivitäten. Kalmus enthält ätherisches Öl, dessen Hauptbestandteile entzündungshemmende Eigenschaften besitzen und die Produktion entzündlicher Zytokine hemmen. |
| 2. Studien |
Kalmus hat antidopaminerge Eigenschaften und lindert positive Symptome. Eine Studie deckte die antidopaminerge Wirkung von Alpha-Asaron auf und zeigte eine Antipsychotika-ähnliche Aktivität. Alpha-Asaron ist ein wichtiger sekundäre Pflanzenstoff von Kalmus und wurde aufgrund seiner vielfältigen therapeutischen Vorteile umfassend untersucht. Es ist eine wichtige bioaktive Verbindung, die für zahlreiche pharmakologische Aktivitäten von Acorus-Arten verantwortlich ist. Über die vielfältigen neuropharmakologischen Aktivitäten, wie z. B. antidepressive, anxiolytische, neuroprotektive und notropische Wirkungen, wurde berichtet. In früheren Studien linderten Acorus calamus-Blattextrakte die durch Apomorphin induzierten psychotischen Symptome und verstärkten die durch Haloperidol induzierte Katalepsie im Tierversuch. "Zudem zeigten sie eine antipsychotisch wirkende Wirkung. Darüber hinaus zeigten unsere früheren Arbeiten, dass Acorus calamus-Blattextrakte neuromodulatorische Effekte auf das nigrostriatale dopaminerge System ausübten." (2) Kognitive SymptomeKalmus zeigte eine signifikante Verbesserung in Bezug auf Erinnerungsvermögen, kognitive Beeinträchtigung, Amnesie, Konzentrationsfähigkeit. (3) 1. Eine klinische Studie wurde durchgeführt, um die Rolle von Acorus calamus bei der generalisierten Angststörung zu bewerten. Dreiunddreißig Teilnehmer erhielten Kalmus in einer festen Dosis (500 mg/Kapsel, zweimal täglich). Die Beobachtungen zeigten, dass Kalmus u.a. die Konzentration um 10% verbesserte. (15) 2. Eine Studie befasst sich mit der Wirksamkeit eine Heilpflanzen-Mischung GMR (Guduchyadi Medhya Rasayana) u.a. mit Kalamus bei senilen Gedächtnisstörungen. Vaca ( Acorus calamus Linn.), Guduchi ( Tinospora cordifolia Wild.), Apamarga ( Achyranthes aspera Linn.), Vidanga (Embelia ribes Burm. f.) u Shankhapushpi ( Convolvulus pluricaulis ), Haritaki ( Terminalia chebula Zetz.), Kushtha ( Saussurea lappa), Shatavari ( Asparagus racemosus). Insgesamt wurden 138 Patienten zufällig in zwei Gruppen als Versuchs- und Kontrollgruppe aufgeteilt. Die Medikamente wurden drei Tage lang verabreicht. Das Versuchsmedikament GMR zeigte gedächtnisfördernde sowie stresslindernde, antidepressive und angstlösende Eigenschaften. Es wurde eine signifikante Verbesserung des Gesamtergebnisses des Mini Mental State Examination um 14,84 % festgestellt. Die signifikante Verringerung von Acetylcholin zeigt, dass GMR seine Wirkung auf die Gedächtnisverbesserung ausübt, indem es die cholinerge Funktion erhöht, indem es den Abbau von Acetylcholin im Gehirn verhindert. Schlussfolgerungen der Studie DepressionBei Depression zeigte Kalmus eine lindernde Wirkung. Es wurde festgestellt, dass die Wechselwirkung des methanolischen Rhizomextrakts von Kalmus mit dem adrenergen, dopaminergen, serotonergen und GABAergen System für die Expression der antidepressiven Aktivität verantwortlich ist. (15). Das Flavonoid Apigenin in A. Calamus bindet selektiv mit hoher Affinität an den zentralen Benzodiazepinrezeptor; Dies hat wichtige Anti-Angst- und Anti-Depressions-Aktivitäten. Die Beobachtungen zeigten, dass Acorus calamus Stress um 25% und die damit verbundene Depression signifikant um 20% reduzierte. (15) AngstEine klinische Studie wurde durchgeführt, um die Rolle von Kalmus bei der generalisierten Angststörung (GAD) beim Menschen zu bewerten. Dreiunddreißig Teilnehmer erhielten Kalmus in einer festen Dosis (500 mg/Kapsel, zweimal täglich, p.o. nach der Mahlzeit). Die Beobachtungen zeigten, dass Kalmus nicht nur angstbedingte Störungen signifikant um 20% linderte, sondern auch das Stressphänomen um 25% und die damit verbundene Depression signifikant um 20% reduzierte. Kalmus verbesserte die Anpassungsbereitschaft weiter deutlich und die Konzentration um 10%. Daher kann der Schluss gezogen werden, dass Kalmus bei der Behandlung von GAD beim Menschen nützlich sein und in naher Zukunft ein vielversprechendes Anxiolytikum sein könnte. (15) SchlafEine signifikante Verbesserung zeigte Kalmus bei der Schlafdauer, der Einschlafzeit und der Schlafqualität. (3) |
| 3. Hilfe bei Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen von Antipsychotika |
1. Gehirnschrumpfung Antipsychotika führen zu Gehirnschrumpfung und damit zu kognitiven Störungen. (8) Eine aktuelle Studie legt nahe, dass der Acorus-Kalamus den antioxidativen Zustand des Gehirns verbessern und Neuroprotektion bewirken könnte, indem er oxidativen Schaden reduziert. (14) Acorus-Pflanzen sind ausgezeichnete Arzneimittel zur Behandlung neurologischer Erkrankungen. Die Bestandteile ätherischer Öle sind die Hauptwirkstoffe mit beruhigender und neuroprotektiver Wirkung. Untersuchungen haben ergeben, dass Pflanzenextrakte und Präparate mit antioxidativen Eigenschaften neuroprotektive Wirkungen haben. 5. Krebs 90% der Antipsychotika und 70% der Antidepressiva gelten als stark krebserregend (9). Aktuelle Forschungen zur krebshemmenden Wirkung von Acorus-Pflanzen konzentrieren sich hauptsächlich auf Glioblastome, Darmkrebs, Magenkrebs und Prostatakrebs. Auszüge aus A. Kalmus und β-Asaron können eine Antitumorrolle spielen, indem sie die Proliferation und Invasion von Tumorzellen hemmen, die Zellapoptose fördern, die Tumorangiogenese hemmen und den Stillstand des Zellzyklus erleichtern. (3) |
| 4. Anwendung |
Dosis: 1– 4g In einer Studie zur generalisierten Angststörung wurden Kalmus mit 500 mg/Kapsel, zweimal täglich nach der Mahlzeit für 60 Tage eingesetzt. (15) Kalmus wird auch als „Deutscher Ingwer“ bezeichnet und kann auch als Gewürz benutzt werden. Teebereitung: 2 Teelöffel (etwa 3 Gramm) zerschnittener und geschälter Kalmuswurzelstock mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergießen, etwa 15 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Die stärkste Wirkung wird erziehlt, wenn Kalmus in Rohform (geschnitten) selbst frisch in einer Kaffemühle (20€) zu Pulver gemahlen und 2- 4g Pulver als Tee, nach belieben z.B. mit Milch und Honig getrunken wird. |
| 5. Einkauf |
Da Kalmus auch in Europa seit dem Mittelalter als Heilpflanze bekannt ist, gibt es die Wurzel in Apotheken geschnitten oder als Pulver. Ab 5€ für 100 g. Kalmus ist auch unter dem ayurvedischen Namen Vacha in Pulverform im Handel. Einkaufsbeispiele BIO: Kalmus - (Wurzel) Pulver [seyfrieds.de] BIO |
Studien und Quellen
(1) Medicinal Plants Used in the Management of Psychosis. Sunday Oritsetimenyin Otimenyin and Lydia Doosuur Ior, 2021
(2) Antipsychotic-Like Activity of Alpha-Asarone in Mice: A Preliminary Report. Pandy V. and Vijeepallam K, , 2016
(3) Role of Vacha ( Acorus calamus Linn.) in Neurological and Metabolic Disorders: Evidence from Ethnopharmacology, Phytochemistry, Pharmacology and Clinical Study. Vineet Sharma, Rohit Sharma, DevNath Singh Gautam, Kamil Kuca, Eugenie Nepovimova, Natália Martins, 2020
(4) Pharmacology and toxicology of and Asarone: A review of preclinical evidence. Ranjithkumar Chellian, Vijayapandi Pandy, Zahurin Mohamed, 2017
(5) https://arznei-news.de/antipsychotika-herzerkrankungen/
(5a) https://arznei-news.de/herzerk…ka-und-die-sterblichkeit/
(6) https://www.gesundheitsinformation.de/medikamente-bei-schizophrenie.html
(7) https://www.schizophrenie-online.org/blog/entry/201…nd-schizophren/
(8) https://www.depression-heute.de/neuroleptika-l…das-gehirn-auf/
(9) https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0004867415582231
(10) https://www.aerztezeitung.de/M…stark-erhoeht-307653.html
(11) https://dorsch.hogrefe.com/sti…er-psychopharmakotherapie
(12) https://www.infomed.ch/screen_template.php?articleid=2387
(13) https://www.phytodoc.de/heilpflanzen/kalmus
(14) Antioxidative and neuroprotective potential of Acorus calamus linn. and Cordia dichotoma G. Forst. In Alzheimer’s type dementia in rodent. Rohit Malik, Sunishtha Kalra, Pooja c, Govind Singh, Meenu, Vinod Gahlot, Anjali Kajal, Rimpy , 2024
(15) A clinical study on the management of generalized anxiety disorder with Vaca (Acorus calamus). D. Bhattacharyya, Tapas Kumar Sur, 2011
(16) Acorus calamus var. angustatus Besser: Insight into current research on ethnopharmacological use, phytochemistry, pharmacology, toxicology, and pharmacokinetics. Xirui He, Xufei Chen,Yan Yang, Yujie Liu a, Yulu Xie, 2023
(17) Clinical efficacy of Guduchyadi Medhya Rasayana on Senile Memory Impairment. R D H Kulatunga, Alankruta R Dave, Madhav Singh Baghel, 2012
