29.05.2020 Konflikt mit Bruder

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Mein Sohn rief mich an. In seiner Stimme war ein Zittern zu hören. Miri hatte ihn zuvor angerufen und von ihm eine schriftliche Bestätigung des Geldes vom Haus verlangt. Sie habe eine tolle Wohnung gefunden. Dafür bräuchte sie etwas Schriftliches. Als mein Sohn ihr erwiderte, dass es ihr nichts bringe wenn er eine Solche ausstellen würde, wurde Miri, laut seiner Erzählung, vehement und ließ ihn nicht mehr zu Wort kommen. S. merkte, wie er mir erzählte, dass er das was er eigentlich sagen wollte nicht ausdrücken konnte, weil es Miri endgültig in Rage gebracht hätte. Als er das Gespräch nach einer Weile endlich beenden konnte, zitterte er am ganzen Leib. Er fühlte sich völlig hin und her gerissen zwischen dem Gefühl seiner Schwester im Weg zu stehen und dem Erkennen, dass Miri sich die Wohnung von der sie sprach finanziell maximal ein Jahr leisten könnte. Da rief er mich an.

Ich hörte ihm einfach nur zu, tröstete ihn und bestätigte ihm seine logische Denkweise was die Leistbarkeit angeht. Es tat mir weh zu hören wie stark ihn das emotional aufwühlte. Ich sagte ihm, dass er Miri, das mache ich auch bei solchen Themen so, den Ball einfach zurück spielen könne. Sie bekommt eine solche Bestätigung entweder von der Bank oder vom Notar, wenn überhaupt. Ansonsten könne sie sich selbst hinsetzen eine Rechnung aufstellen und mit dem Kaufvertrag des Hauses den zu erwartenden Eingang des Geldes beim Wohnungseigentümer dokumentieren. So nehme ich Miri den Wind aus den Segeln. Sobald sie merkt, sie muss etwas schon selbst tun, entspannt sie sich und tut letztendlich nichts von dem was sie von mir, Andre oder in diesem Fall von ihrem Bruder erwartet hatte.

Da er das Thema spät am Nachmittag, als er bei mir vorbeischaute, nicht mehr aufgriff, glaube ich, ich konnte ihm eine zukünftige Strategie vermitteln. Ich hoffe, dass er das Ausmaß der Erkrankung bald erkennt. Ich muss mir auch immer wieder bewusst machen, dass auch wenn Miri ihre Tabletten so einigermaßen nimmt und sie so "normal" erscheint, dass das nur die Einnahme ausmacht. Ohne geht es ihr sehr schnell schlechter. Das nimmt auch mich noch ganz unschön mit. Von daher kann ich meinen Sohn gut verstehen.

Ansonsten hatte ich einen relativ lockeren Arbeitstag, einige Kunden wieder gesehen, mit anderen Lieferanten geplaudert und meinen Rechner dazu gebracht schneller zu arbeiten. Die Installation des Bankprogrammes konnte ich trotz professioneller Hilfe mit Fernwartung nicht einwandfrei bewerkstelligen. Jetzt kümmern sich die Programmierer des Programmes darum. Wunderbar...