erfolgserlebnis

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heute konnte ich meinem therapeuten ein erfolgserlebnis mitteilen. ich bin bei sowas immer ein bisschen skeptisch.

eins meiner probleme: ich habe diese zwanghaften momente im verhalten, bei vereinzelten abläufen. sie müssen immer auf die gleiche weise passieren, sonst werde ich unsicher und nervös und kann nicht mehr klar denken, bis ich den ablauf im zwangsmuster wiederhole. wenn ich es richtig mache, dann ist alles in ordnung.


mein erfolgserlebnis: ich habe es geschafft eines dieser zwangsmuster zu beeinflussen und zu verändern. ich musste mir immer nach dem zähne putzen viermal den mund mit wasser ausspülen. dann musste ich mit mundwasser spülen und dann noch dreimal mit wasser spülen. so oft habe ich mich verzählt seit das so ist weil ich gedanklich so leicht wegdrifte und immer wieder musste ich von vorne anfangen, weil ich sonst manchmal nicht mal das badezimmer verlassen konnte. ich stand wie versteinert im türrahmen und konnte nicht weitergehen. sowas kann sehr zeitaufwendig sein wenn man sich nicht gut konzentrieren kann in diesen momenten.

ich schaffe es jetzt mir nach dem zähne putzen nur noch zweimal den mund mit wasser zu spülen und nur noch einmal mit wasser zu spülen nach der mundwasserspülung *party*


hätte man mir an meinem 7. geburtstag erzählt dass ich mich mal über sowas freuen würde, dann hätte ich das wohl für einen witz gehalten.


meine skepsis bei solchen erfolgserlebnissen: das ist ja nicht nur mein verdienst, sondern mein therapeut trägt auch dazu bei, dass ich überhaupt den weg zu solchen veränderungen oder verbesserungen etc. erkennen kann. es kommt mir dann oft vor so als wenn er mich noch anschubsen würde dass ich in die richtige richtung falle. also sind meine erfolge in diesem sinne auch irgendwie seine erfolge. und ich versuche ihm sowas immer sehr vorsichtig zu sagen, weil ich angst habe dass er sonst irgendwann abhebt und wie ein luftballon nach oben steigt, von so einem fürchterlichen gottkomplex wie von einem blitz getroffen wird und plötzlich seine fähigkeiten total übertrieben wahrnimmt. ich habe angst dass er dann denkt er kann wie jesus durch handauflegen heilen und so und ehe ich mich versehe sitzt er in der geschlossenen oder pilgert als allheilender durch die welt und ich stehe plötzlich alleine da. das wäre sehr tragisch für mich.

Kommentare 3

  • Ich weiß nicht, ob es beabsichtigt war aber deine Beschreibung über den abhebenden Therpeuten ist sehr lustig! :D

    Was würde denn deiner Meinung nach passieren, wenn er seine Fähigkeiten überschätzt?

    Glaubst du er würde dich nicht mehr ernst nehmen? Oder ist es etwas anderes?


    Ich glaube, dass deine Erfolge deinen Therapeuten darin bestätigen, dass ihr auf dem richtigen Weg seid :)

    Ich könnte mir vorstellen, dass das selbst für Therapeuten nicht immer sicher ist und sie sich teilweise zwischen mehreren "Therapiewegen" entscheiden müssen - wissen tu ich das aber nicht so genau.

    Könnte es nicht auch eine Möglichkeit sein, dass wenn du ihn also bestätigst in seiner Vorgehensweise ihr sogar vielleicht schneller das nächste Erfolgserlebnis erreicht?

    Natürlich besteht in diesem Fall die Gefahr, dass ihr beide abhebt, von einem Gottkomplex-Blitz getroffen werdet und zu Pinky und Brain mutiert, die während jeder Therapiestunde versuchen die Weltherrschaft an sich zu reißen.

    Aber wenn du mich fragst hört sich das nach einer guten Alternative an :D ^^

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    • ja ich glaube dass er mich dann nicht mehr richtig ernst nehmen würde oder das alles zumindest zu locker betrachten würde und mit der überschätzung vielleicht auch der größenwahn einhergeht und ich dann nur noch wie eine "schnelle nummer" durchgewunken werde. ich hab das bei manchen psychiatern erlebt und in einer klinik, man wird einfach nur wie person 6 von 30 oder als nummer behandelt. das zieht häufig das gefühl mit dass man in solchen abläufen kein mensch sondern ein objekt ist.


      die pinky und brain theorie finde ich übrigens sehr cool ;)

    • Ja, ich kann mir gut vorstellen, dass das manchen Psychiatern passieren kann - gar nicht so sehr bewusst, sondern eher auf der unbewussten "Ist überm Berg, Energie sparen für andere Patienten - Ebene"


      Wie du das jetzt schlussendlich handelst, finde ich echt gut! :)


      Ich kenne das Gefühl von beinahe überwältigender Dankbarkeit (falls es bei dir auch so ist) - ich muss mich immer daran erinnern, dass ein nüchternes aber ehrliches "Danke, Sie sind mir eine große Stütze" es auch tut und mehr ausdrückt als ein überschwängliches "Daaaanke" (wo mitschwingt: Sie fantastischer, wundervoller Mensch ^^)


      Das mit den Therapeuten ist schwierig, aber wie es ausschaut hast du jemanden gefunden, der zu dir passt.

      In diesem Sinne: Auf ein neues Erfolgserlebnis! :D