PSYCHOPHARMAKA ABSETZEN | Warum scheitern viele Absetzversuche und wie geht es richtig?
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Phoenix -
29. Oktober 2025 um 00:15 -
396 Mal gelesen -
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PSYCHOPHARMAKA ABSETZEN |
Warum scheitern viele Absetzversuche und wie geht es richtig?
Viele Absetzversuche scheitern, man muss leider sagen auch von Psychiatern angeleitet (siehe Erfahrungsbericht), weil die Reduktion meist zu schnell erfolgt und linear, also zum Beispiel von 20 mg, in 5 mg-Schritten, auf 15, 10, 5, 0 mg.
Beim herkömmlichen „linearen“ Ausschleichen, bei dem die Dosis jedes Mal um den gleichen Betrag reduziert wird, wird die wahre Wirkung der Dosis eines Arzneimittels auf das Gehirn nicht berücksichtigt.
Ein abruptes Absetzen der Dosis in der Endphase einer linearen Ausschleichphase führt zu einem plötzlichen, starken Abfall der Rezeptorbelegung, was schwere Entzugserscheinungen auslösen kann.
Eine prozentuale Reduktion (hyperbolisches Ausschleichen), zum Beispiel immer nur 10% in 4 -6 Wochen, wirkt dem entgegen, indem die Dosisreduktionen mit abnehmender Dosis immer geringer ausfallen, was zu einer allmählicheren, lineareren Verringerung der Wirkung des Medikaments auf das Gehirn führt.
Bei prozentualem (hyperbolischen) Ausschleichen handelt es sich um eine Ausschleichmethode, bei der die Dosis, insbesondere bei den niedrigsten Dosierungen, in immer kleineren Schritten reduziert wird. Diese Strategie zielt darauf ab, die Schwere der Entzugserscheinungen zu minimieren, indem sie sich an der Wirkung des Medikaments auf die Rezeptoren im Gehirn orientiert.
Zum Ende des Ausschleichens, wenn die Dosis schon sehr klein geworden ist, gibt es meist keine Tabletten mehr in der richtigen Dosis vom Hersteller und die kleinste Einheit muss selbst noch einmal geteilt werden oder ist in Wasser aufzulösen und anteilig zu trinken. Gerade zum Schluss ist besondere Vorsicht geboten !!!
- Richtige Dosis selbst herstellen: Man selbst oder einige Apotheker können individuelle Flüssiglösungen oder sehr kleine Kapseln herstellen, um die präzisen, niedrigen Dosen zu erreichen, die für die letzten Phasen des Ausschleichens erforderlich sind.
- Tapering-Strips: Einige Apotheken bieten vorverpackte „Tapering-Strips“ an, die eine Reihe von zunehmend kleineren Tagesdosen enthalten, um den Patienten die Einhaltung des Zeitplans zu erleichtern.
- Patientenorientierter Ansatz: Bei dieser Methode liegt der Schwerpunkt auf einem stark individualisierten Prozess, der es Patient und Arzt ermöglicht, zusammenzuarbeiten und den Ausschleichplan anhand der Entzugssymptome des Patienten anzupassen.
Warum hyperbolisches Ausschleichen wichtig ist
Das schrittweise, hyperbolische Ausschleichen wird zunehmend als sicherere und wirksamere Methode zum Absetzen von Antipsychotika anerkannt, insbesondere nach einer Langzeitanwendung.
- Minimiert die Symptome: Es hilft dem Gehirn, sich langsamer an das Fehlen des Medikaments anzupassen, wodurch das Risiko und die Schwere von Entzugserscheinungen wie Angstzuständen, Schlaflosigkeit und Unruhe verringert werden.
- Senkt das Rückfallrisiko: Durch die Kontrolle des Entzugsprozesses verringert sich die Wahrscheinlichkeit einer „Rebound-Psychose“, bei der die psychotischen Symptome stärker zurückkehren als vor Beginn der Behandlung.
- Befasst sich mit der Langzeitanwendung: Es bietet eine praktikable Strategie für Personen, die seit Jahren Antipsychotika einnehmen und bei früheren Entwöhnungsversuchen Schwierigkeiten hatten.
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