ANTIPSYCHOTIKA | Können Antipsychotika vor Rückfällen schützen, verbessern sie die Funktionsfähigkeit und die Lebensqualität ? Was Studien wirklich zeigen.
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Phoenix -
8. Oktober 2025 um 08:23 -
364 Mal gelesen
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Können Antipsychotika vor Rückfällen schützen, verbessern sie die Funktionsfähigkeit und die Lebensqualität ? Was Studien wirklich zeigen.
Antipsychotika | Artikelübersicht:
- Welche Symptome gibt es bei Schizophrenie und wie werden sie gemessen ?
- Haben Antipsychotika einen echten Effekt bei Psychosen ?
- Wie verändern Antipsychotika das Gehirn ?
- Wie gut helfen Antipsychotika wirklich? - Die verborgene Tragödie
- Können Antipsychotika vor Rückfällen schützen ? Was Studien wirklich zeigen.
- Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen
- Täuschung und Selbsttäuschung - Wie Antipsychotika zur Chronifizierung von Schizophrenie führen
| Nach einer abklingenden Psychose stehen viele vor einer schweren Entscheidung. Antipsychotika absetzen, um die Nebenwirkungen los zu sein oder weiter einnehmen um das vermeintliche Risiko eines Rückfalls zu mindern.
1. Negative Auswirkungen von Antipsychotika auf soziales Funktionieren und Lebensglück
Die Nebenwirkungen von Antipsychotika behindern die Funktionsfähigkeit und gehen mit einer geringeren Lebensqualität einher und Betroffene betonen häufig die schädlichen und lähmenden Folgen von Antipsychotika, die als wesentliches Hindernis für eine gesellschaftliche Genesung angesehen werden.
So zeigen viele Menschen mit Schizophrenie verstärkte negative Symptome, wie Motivationsmangel und sozialen Rückzug sowie sich verschlechternde kognitive Fähigkeiten, wie Konzentrations- und Gedächtnisprobleme. Viele leiden unter dem Verlust sozialer Beziehungen und einer unsicheren Wohnsituation. Nur etwa 20 % sind in einer festen Beziehung. 80 bis 90 % der Menschen mit Schizophrenie sind nicht erwerbstätig.
Eine aktuelle Forschungsarbeit von 2025 aus den Niederlanden mit dem Titel "Der Zusammenhang zwischen antipsychotischer Behandlung und Nebenwirkungen sowie gesellschaftlicher Genesung und Glück" berichtet:
"Die Nebenwirkungen, die den stärksten Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Genesung aufweisen, bestätigen in den meisten Fällen die Aussagen der Antipsychotika-Anwender. Die stärksten Zusammenhänge wurden bei Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Kognition, Stimmung (z. B. Affektabschwächung und Depression) und Sedierung festgestellt. Insbesondere Sedierung, kognitive Probleme, Gewichtszunahme und sexuelle Funktionsstörungen waren mit einer geringeren gesundheitsbezogenen Lebensqualität verbunden." (19)
Antipsychotika können aufgrund einer Überempfindlichkeitsreaktion des Gehirns selbst zu Psychosen führen. Es ensteht eine starke Abhängigkeit und das Risiko steigt, das Psychosen und Schizophrenie chronisch werden. Antipsychotika erhöhen das Sterberisiko und verkürzen maßgeblich die Lebenszeit:
"Wenn man sie über einen längeren Zeitraum einnimmt, kann man eine Durchbruchspsychose, eine Supersensibilitätspsychose, bekommen, so dass man tatsächlich eine Psychose aufgrund des Medikaments entwickelt, das man einnimmt und das eigentlich gegen die Psychose wirken sollte." (20)
"Es ist bekannt, dass die Einnahme von Antipsychotika eine Reihe schwerer und behindernder Nebenwirkungen verursacht, darunter Diabetes, Herzkrankheiten, Spätdyskinesien, Sedierung, Akathisie, emotionale Abstumpfung und sexuelle Funktionsstörungen." (10)
"Diese Problematik besteht ... bei Patienten mit Schizophrenie, unter denen eine Mehrheit (d.h. über 50%) an mindestens einer, ein Drittel sogar an zwei oder mehr chronischen körperlichen Komorbiditäten (Begleiterkrankungen) leidet ... Schizophrene Patienten haben verglichen mit der Allgemeinbevölkerung ein 2-3-fach erhöhtes Risiko zu versterben." (15)
"Patienten mit Schizophrenie haben eine geschätzte Lebenserwartung von 15–20 Jahren weniger als die allgemeine Bevölkerung , wobei die metabolischen und anderen Nebenwirkungen von Antipsychotika ein potenzieller Faktor sind." (16)
Die Forschungsarbeit berichtet weiter:
"Diese Ergebnisse zeigen, dass Nebenwirkungen und eine höhere Dosis antipsychotischer Medikamente negativ mit dem gesellschaftlichen Funktionieren und dem Glücksgefühl assoziiert sind. Zukünftige Forschung sollte sich darauf konzentrieren, ob eine Dosisreduktion langfristig die gesellschaftliche Genesung und das Glück fördert." (19)
Es gibt daher viele Patienten die nach Abklingen einer akuten psychotischen Episode ihre Medikamente absetzen. Auch Forscher bezweifeln den langfristigen Nutzen einer antipsychotischen Therapie für die Genesung. Antipsychotika sind jedoch die häufigste Behandlungsform bei Psychosen und Schizophrenie und ihre langfristige Einnahme wird zur Rückfallprävention empfohlen.
2. Können Antipsychotika vor Rückfällen schützen? - Studienlage mit offensichtlich schweren Mängeln
Bei 30-40% % der Schizophreniepatienten, die Antipsychotika einnehmen, kann es aufgrund des Medikaments zu einer Überempfindlichkeitspsychose kommen; bei 70 % der Patienten mit der Diagnose „behandlungsresistente“ Schizophrenie kann dies der Fall sein. (9) Auf welcher Grundlage wird nun argumentiert, das Antipsychotika vor Rückfällen schützen, die Funktionsfähigkeit erhöhen und die Lebensqualität verbessern sollen ? Welche erheblichen Mängel haben Studien, die dies belegen sollen?
Die Beweislage ist trügerisch, denn Antipsychotika werden in pharmafinanzierten Studien abrupt oder innerhalb von 3 Wochen abgesetzt, bei Patienten, die Antipsychotika schon Monate oder Jahre nehmen, was zu Entzugserscheinungen führen kann, die einem echten Rückfall ähnlich sind. Eine aktuelle Metaanalyse von 2020 dazu:
"Wir untersuchten Personen, die vor Studieneinschluss über unterschiedlich lange Zeiträume stabil waren (mindestens drei, sechs, neun, zwölf und mehr als zwölf Monate), um herauszufinden, ob nach langfristiger Stabilität keine Antipsychotika mehr erforderlich sind. Der abrupte versus schrittweise Entzug des vor Studienbeginn eingenommenen Antipsychotikums, definiert als eine mindestens dreiwöchige Ausschleichphase oder Depotbehandlung vor Studienbeginn ..., wurde untersucht, da ein abrupter Entzug zu Rebound-Psychosen führen kann." (17)
Jeder der schon mal einen gescheiterten Absetzversuch erfahren hat, kennt das Ergebnis ohne das es dazu Studien braucht. Es ist doch ganz klar, das ein sofortiges Absetzen oder eine Absetzzeit von drei Wochen, viel zu kurz ist und es sofort Absetzsymptome gibt, die als "Rückfall" gewertet werden können.
Die meist von der Pharmaindustrie durchgeführten Studien wurden zusammengefasst so gestaltet:
1. Es gab eine Erhaltungs- und eine Placebogruppe. Antipsychotika wurden in der Placebogruppe abrupt abgesetzt ( bzw. bis 3 Wochen) und durch ein Placebo ersetzt, was Rückfall-ähnliche Symptome oder Absetzpsychosen in der Placebogruppe provozierte.
2. Schon leichte Symptome wurden als Rückfall gewertet: Zum Beispiel typische Absetzsymptome, wie Unruhe, Aggression und Schlaflosigkeit.
3. Zu kurze Studiendauer: Zudem dauern die Studien selten länger als sechs Monate. "Studien, die länger als ein Jahr dauern, zeigten nämlich eine Angleichung der Rückfallraten zwischen Antipsychotikaeinnahme und dem Absetzen." (7)
4. Über Nebenwirkungen, Funktionsfähigkeit und Lebensqualität wurde häufig unzureichend und unvollständig berichtet. (11) Pharmastudien widersprechen weitgehend den Erfahrungen von Betroffenen, die unter den Nebenwirkungen von Antipsychotika leiden, und zeigten insgesamt positive Auswirkungen einer antipsychotischen Behandlung auf Funktionsfähigkeit und Lebensqualität.
5. Mängel bei Durchführung und Qualität: Die Methoden der Randomisierung, der Geheimhaltung der Zuteilung und der Verblindung wurden häufig nicht angegeben. (11)
Zitat"Es ist ziemlich einfach, ein Medikament zugelassen zu bekommen, insbesondere bei Psychopharmaka, weil fast alles funktioniert. Es gibt in der Psychiatrie verschiedene Tricks, die häufig angewendet werden, was die Zulassung von Medikamenten so einfach macht.
Fast alle Studien werden auf diese Weise durchgeführt: Es gibt einige Personen, die bereits ein Medikament einnehmen, zum Beispiel ein Antipsychotikum oder ein Antidepressivum. Dann gibt es eine kurze Phase, in der sie kein Medikament erhalten, die sogenannte Auswaschphase, und dann wird ihnen nach dem Zufallsprinzip ein anderes Medikament oder ein Placebo zugewiesen.
Was passiert in der Placebogruppe? Sie setzen manche Leute von heute auf morgen einem abrupten Entzug aus. Andere werden abstinent und entwickeln schreckliche Symptome, wenn sie ein Placebo erhalten. Diese Symptome können zum Beispiel eine Depression sein, wenn Sie vor der Randomisierung ein Antidepressivum eingenommen haben. Dies ist eine Abstinenzdepression.
Bei Antipsychotika ist es sogar noch schlimmer. In diesen Studien sterben viele Menschen, wenn sie ein Placebo erhalten, wenn sie auf ein Placebo eingestellt werden. Wenn sie ein Placebo einnehmen, sterben sie, und viele von ihnen begehen wahrscheinlich Selbstmord aufgrund schwerer Entzugserscheinungen.
Wir haben es also mit einem, wie ich es nenne, tödlichen Forschungsdesign zu tun. Es ist unethisch und sollte nicht angewendet werden. Aber Robert Whitaker hatte Zugang zu unveröffentlichten Daten und schreibt in einem seiner Bücher, dass einer von etwa 140 Menschen, die ein Placebo erhielten, starb. Das ist eine enorme Sterberate in einer Kurzzeitstudie. Und die FDA verlangte von den Pharmaunternehmen nicht einmal, die Öffentlichkeit über diese Todesfälle zu informieren." Prof. Götzsche, (Quelle)
Prof. Dr. Joanna Moncrieff zu den gravierenden Mängeln der Studiendurchführung:
"Antipsychotika werden bei Patienten, die ein Placebo erhalten, normalerweise abrupt abgesetzt, was zu Entzugserscheinungen führen kann, die einen Rückfall vortäuschen oder diesen sogar auslösen. Darüber hinaus gibt es wenig konsistente Evidenz zu anderen Ergebnissen als einem Rückfall, und die Nachbeobachtung ist normalerweise kurz; in einer Metaanalyse wurden die Teilnehmer nur in vier von 48 placebokontrollierten Studien länger als ein Jahr nachbeobachtet. Daher sind Schlussfolgerungen zu Risiken und Nutzen einer langfristigen Erhaltungstherapie möglicherweise nicht belastbar." (10)
Eine Forschungsarbeit, die Nutzen und Schaden von Antipsychotika untersuchte geht weiter und kam zu folgendem Ergebnis:
"Wir halten die Bezeichnung Rückfallpräventionsstudien für unzutreffend, da es sich bei Psychosen, die bei Patienten unter Placebo auftreten, eher um Entzugspsychosen handeln könnte, also um eine schädliche Nebenwirkung einer früheren Einnahme eines Antipsychotikums, als um echte Psychosen.
Ein weiterer Grund für die Fehlerhaftigkeit dieser Studien liegt darin, dass sie an einer ausgewählten Gruppe von Patienten durchgeführt werden, die „gut auf die Medikamente ansprechen“. Würden alle Patienten einbezogen und eine lange Nachbeobachtung durchgeführt, könnten die Studien zeigen, dass die Patienten im Durchschnitt vom Absetzen der Medikamente profitierten." (3)
3. Ergebnisse aus Langzeitstudien
"Ebenso deuten Langzeitstudien vorläufig auf eine verbesserte funktionelle Genesung hin, die für ein Absetzen der Therapie spricht."(2)
Jahrzehntelange Forschung hat ergeben, dass diejenigen, die die Einnahme von Antipsychotika beenden, langfristig bessere Ergebnisse erzielen. So ergab beispielsweise eine 7-jährige Nachuntersuchung, dass die funktionellen Gesundungsraten in der Gruppe, die die Medikamente abgesetzt hatte, höher waren (46 % gegenüber 20 %). (8) Eine 20-jährige Beobachtungsstudie, in der 35 % der Patienten ihre Medikamente absetzten, ergab eine sechs mal höhere Genesungsraten bei den Patienten, die ihre Medikamente abgesetzt hatten. (12)
Die aktuelle Forschungsarbeit von 2025 aus den Niederlanden schlussfolgert:
"In Übereinstimmung mit unseren Ergebnissen deutet dies darauf hin, dass eine langfristige antipsychotische Behandlung die gesellschaftliche/soziale Genesung behindern kann. "(19)
4. Können Antipsychotika reduziert oder abgesetzt werden ohne das Risiko für einen Rückfall zu vergrößern?
Ein neuer Artikel des Psychoseforschers Lex Wunderink von 2024 legt nahe, dass antipsychotische Medikamente sicher und effektiv reduziert werden können, ohne das Rückfallrisiko zu erhöhen. Der Schlüssel dazu, liege darin, die Dosis langsamer zu reduzieren als bisher angenommen und Patient und Familie in die individuelle Entscheidungsfindung einzubeziehen. (4)
„Viele Patienten mit Psychosen möchten ihre antipsychotischen Medikamente absetzen, da schwere Nebenwirkungen ihren Alltag langfristig beeinträchtigen. Der Hauptnachteil des Absetzens ist das Risiko eines Rückfalls. Moderne Ausschleichstrategien scheinen das Rückfallrisiko auf ein akzeptables Maß zu senken.“
"Vorläufige Ergebnisse und klinische Erfahrungen deuten darauf hin, dass eine personalisierte Dosisreduktion von Antipsychotika in enger Zusammenarbeit mit Patienten und Angehörigen gemäß einem hier vorgestellten vorläufigen Rahmenkonzept praktikabel und sicher ist. " (4)
5. Wenn sich Forschung und Profitinteressen der Pharmaindustrie vermischt, was ist das Resultat?
Zitat"Wenn man es der Pharmaindustrie überlässt, praktisch alle klinischen Studien zu Psychopharmaka durchzuführen, bekommt man, was man verlangt. Man bekommt eine schrecklich manipulierte Wissenschaft, bei der der Nutzen übertrieben wird und die Schäden möglicherweise nicht existieren." Prof. Götzsche |
1. Negative Auswirkungen von Antipsychotika auf soziales Funktionieren und Lebensglück
Betroffene berichten, dass die Nebenwirkungen von Antipsychotika sie behindern, sich voll am Leben und an sozialen Rollen zu beteiligen und eine Arbeit zu finden. Nur 20% sind in einem Beschäftigungsverhältnis, davon nur 10% in Vollzeit. Insbesondere Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Sedierung und kognitive Probleme werden als Beeinträchtigung im Alltag und der Unfähigkeit zu arbeiten genannt, was wiederum die gesellschaftliche Genesung beeinträchtigt.
"Etwa 50 % der Männer und bis zu 70 % der Frauen berichten von Konzentrationsschwierigkeiten oder Müdigkeit im Zusammenhang mit der Einnahme von Antipsychotika [ 22 ].
Kurzvideos: Die profitorientierte und manipulierte Medizin
"Pharmaunternehmen sind die reichsten Unternehmen auf dem Planeten. Sie haben soviel Geld, das es unvorstellbar ist. [1.300.000.000 € Jahresumsatz]. Und sie kaufen jeden mit Einfluss, einschließlich manchmal Gesundheitsminister.
Und natürlich, wenn sie damit anfangen Ärzte zu kaufen, fangen sie mit den Professoren, Vorsitzenden und Abteilungsleitern an. Und dann bilden sie sie aus, damit sie zu dem werden können, was sie wichtige Meinungsführer nennen, damit sie dann andere Ärzte indoktrinieren können, dass ein schrecklich teures Medikament verwendet werden sollte und kein billiges, das sogar besser sein könnte oder weniger Nebenwirkungen haben könnte.
So ist die medizinische Ausbildung zum Teil korrupt. Natürlich wählen sie keine wichtigen Meinungsführer aus, die keine guten Verkäufer für sie sind. Und wenn diese anfangen, über Schäden der Medikamente des Unternehmens zu reden oder beginnen Medikamente der Konkurrenz anzupreisen, wird diese Person natürlich nicht das nächste mal auftauchen. Das ist offensichtlich."
How Drug Companies Buy Doctors — Peter Gøtzsche, M.D.
"So werden die Ärzte viel zu stark von der Macht der Pharmaindustrie beeinflusst, um die Forschung zu kontrollieren. Sie betreiben ein sehr aggressives und überzeugendes Marketing, und es ist die Legion von Verkäufern, die ihre Praxen füllen und versuchen, sie von diesem oder jenem Medikament zu überzeugen ..." Psychiater Allen Frances, M.D.
The Corruption of Psychiatry and Medicine by Big Pharma: Psychiatrist Allen Frances, M.D.
Eine Blockade dieses Systems verringert die kognitive Fähigkeit, neue Assoziationen zu erlernen, was das Studium oder die Arbeit beeinträchtigen kann [ 23 ]. Eine Blockade des mesolimbischen Belohnungssystems verringert zudem Motivation und Antrieb, was voraussichtlich den beruflichen und sozialen Erfolg beeinträchtigen wird [ 24 ].
Psychische und kognitive Nebenwirkungen im Zusammenhang mit höheren Dosen könnten erklären, warum sich die funktionelle Genesung verbessern kann, wenn Patienten die Dosis ihrer antipsychotischen Medikation reduzieren oder absetzen." (22)
Wie von Betroffenen angegeben, kann sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis nach dem Abklingen der Psychose (von 1-3 Monaten durchschnittlicher Dauer) zu einer höheren Belastung durch Antipsychotika verschieben, da anfängliche Erfolge bei der Symptomreduktion einer stärkeren Belastung durch Nebenwirkungen weichen.
Pharmastudien zeigen jedoch auch über einen längeren Zeitraum positive Auswirkungen einer antipsychotischen Behandlung auf Funktionsfähigkeit und Lebensqualität:
"Unsere Ergebnisse zeigten, dass kurzfristige Nachuntersuchungen (<2 Jahre) zum sozialen Funktionieren keine signifikanten Unterschiede zwischen Erhaltungstherapie und Absetzen ergaben." (2)
Sie widersprechen damit weitgehend den Erfahrungen von Betroffenen, die unter den Nebenwirkungen von Antipsychotika leiden:
"Die Evidenz aus randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) widerspricht weitgehend den Erfahrungen von Antipsychotika-Anwendern. Randomisierte kontrollierte Studien zeigen insgesamt positive Auswirkungen einer antipsychotischen Behandlung auf Funktionsfähigkeit und Lebensqualität, sowohl in Studien, in denen eine antipsychotische Behandlung mit einem Placebo verglichen wird, als auch in Studien, in denen eine antipsychotische Erhaltungstherapie mit einem Absetzen der Behandlung verglichen wird. 30 , 31 Aufgrund der kurzen Nachbeobachtungszeit können diese RCTs jedoch die langfristigen Auswirkungen einer antipsychotischen Behandlung nicht aufklären." (19)
Antipsychotika und Lebensqualität
Antipsychotika können die Lebensqualität und das Glücksgefühl stark beeinträchtigen. Nebenwirkungen wie Müdigkeit, kognitive Probleme, Gewichtszunahme und sexuelle Funktionsstörungen kann die Stigmatisierung verstärken und das Selbstwertgefühl verringern, was wiederum zu sozialem Rückzug und geringerer Lebensqualität führt. Weniger soziale Kontakte wurden mit Depressionen in Verbindung gebracht.
Eine Abstumpfung der Gefühle durch Antipsychotika wird mit einem erhöhten Suizidrisiko in Verbindung gebracht, "das wahrscheinlich durch eine Zunahme depressiver Symptome, Gefühle der Hoffnungslosigkeit, emotionalen Rückzug, geringes Selbstwertgefühl und die Unfähigkeit, Zuneigung auszudrücken, bedingt ist. Akathisie und die mit Akathisie verbundene Unruhe werden mit Depressionen und Suizidalität bei Männern in Verbindung gebracht. " (19)
Kurzvideo: "Antipsychotika unterdrücken was es wirklich bedeutet ein Mensch zu sein"
„Antipsychotika unterdrücken was es wirklich bedeutet ein Mensch zu sein, denken zu können, sich zu verlieben, kreativ zu sein. Alle diese Dinge werden durch Antisychotika unterdrückt. Sie wirken nicht gegen eine Psychose, das ist ein sehr irreführender Name. Sie beruhigen die Menschen und nehmen ihnen höhere intellektuelle Fähigkeiten. Das ist es, was sie tun.
Es ist sehr aussagekräftig, dass in allen Ländern, in denen dies untersucht wurde, der starke Anstieg beim Konsum von Psychopharmaka zu einem starken Anstieg der Invaliditätsrenten geführt hat. Wenn diese Medikamente so wundervoll wären, würden wir erwarten, das Gegenteil zu sehen.“
„Wir haben also all diese Menschen, die eine Invalidenrente beziehen, von denen viele keine Invaliditätsrente benötigen würden, wenn ihnen keine Psychopharmaka verschrieben worden wären. Und es ist wirklich ironisch, dass eine der Definitionen einer psychiatrischen Störung lautet, dass sie irgendwie dysfunktional sind, das das Leben nicht wirklich funktioniert für sie. Und was ist dann die Behandlung?
Sie geben Medikamente, die sie möglicherweise noch dysfunktionaler machen könnten. Je mehr sie sich mit Psychiatrie befassen, desto mehr denken sie, "Das ist verrückt !" Wie war es möglich, diesen falschen Glauben an diese schrecklichen Medikamente zu erwecken.“
2. Können Antipsychotika vor Rückfällen schützen? - Studienlage mit offensichtlich schweren Mängeln
Die Sensibilisierung des Gehirns durch Antipsychotika führt zu einem teilweisen Wirkverlust, d.h. vermehrtem Auftreten von psychotischen Symptomen im Behandlungsverlauf. Dies kann bereits nach einigen Monaten bis zu Jahren auftreten und betrifft ca. 30–40% der Betroffenen. D.h. ca. 30–40% kommt es zu sogenannten Durchbruchspsychosen, die durch Antipsychotika selbst verursacht werden („Supersensitivitätspsychosen“). Bei 70 % der Patienten mit der Diagnose „behandlungsresistente“ Schizophrenie kann dies der Fall sein. (9) Antipsychotika führen zudem zu dreifach erhöhtem Rückfallrisiko nach plötzlichem Absetzen sowie ausgeprägteren Symptomen bei Rückfällen (Wahn, Wahrnehmungsstörungen) und einem erhöhten Risiko von Wiedererkrankungen („Vulnerabilität“).
Kurzfristige Nachuntersuchungen von weniger als 24 Monaten liefern trotzdem Belege für den breiten Nutzen einer antipsychotischen Medikation. (11) (17) (18) So heißt es in der aktuellsten Metaanalyse von 2020 (17):
"Ziel der Studie war es, die Auswirkungen der Beibehaltung der antipsychotischen Medikation bei Menschen mit Schizophrenie mit den Auswirkungen des Absetzens dieser Medikamente zu vergleichen."
"Die Übersichtsarbeit umfasst derzeit 75 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit 9145 Teilnehmenden, in denen Antipsychotika mit Placebo verglichen wurden. Die Studien wurden zwischen 1959 und 2017 veröffentlicht und umfassten zwischen 14 und 420 Teilnehmende."
"Wir untersuchten Personen, die vor Studieneinschluss über unterschiedlich lange Zeiträume stabil waren (mindestens drei, sechs, neun, zwölf und mehr als zwölf Monate), um herauszufinden, ob nach langfristiger Stabilität keine Antipsychotika mehr erforderlich sind. Der abrupte versus schrittweise Entzug des vor Studienbeginn eingenommenen Antipsychotikums, definiert als eine mindestens dreiwöchige Ausschleichphase oder Depotbehandlung vor Studienbeginn ..., wurde untersucht, da ein abrupter Entzug zu Rebound-Psychosen führen kann."
Mindestens 54 der Studien wurde das Antipsychotikum abrupt abgesetzt. In den übrigen Studien wurde die Medikation entweder über einen Zeitraum von mindestens drei Wochen schrittweise reduziert oder die Depotbehandlung auslaufen gelassen. Wobei natürlich auch 3 Wochen abrupt ist und mit Sicherheit zu Rebound-Psychosen führt !
Jeder der schon mal einen gescheiterten Absetzversuch erfahren hat, kennt das Ergebnis ohne das es dazu Studien braucht. Es ist doch ganz klar, das ein sofortiges Absetzen oder eine Absetzzeit von drei Wochen, viel zu kurz ist und es sofort Absetzsymptome gibt, die als "Rückfall" gewertet werden können.
Ich habe drei Jahre Antipsychotika genommen und 1 Jahr gebraucht um diese langsam auszuschleichen. Wer länger als fünf Jahre Antipsychotika nimmt, braucht sogar 2 Jahre zum Ausschleichen, weil Antipsychotika das Gehirn verändern und es eine große Abhängigkeit entsteht.
Eine aktuelle Forschungsarbeit von 2023 der Universität Hamburg "Zeitabhängige Auswirkungen des Absetzens und der Dosisreduktion von Antipsychotika auf die soziale Funktionsfähigkeit und die subjektive Lebensqualität" berichtet daher:
"Allerdings zeigten sich einige wichtige Einschränkungen der bestehenden Studien: Fast die Hälfte der randomisierten kontrollierten Studien waren placebokontrollierte Wirksamkeitsstudien zu antipsychotischen Medikamenten, in denen die Absetzbedingung als abrupter Wechsel zu Placebo operationalisiert wurde.
Da diese Studien die Erhaltungstherapie nicht mit einem modernen Absetzverfahren vergleichen, das zumindest einen Ausschleichplan beinhalten würde, vergleichen sie Erhaltungstherapie und Absetzen nicht im Sinne angeleiteter medizinischer Interventionen. Vielmehr wird die antipsychotische Erhaltungstherapie mit einer Scheinbehandlung verglichen, was die Effekte zugunsten der Erhaltungstherapie verzerren kann." (2)
Analysen zum Gesamteffekt auf das soziale Funktionieren und Lebensqualität wiesen schließlich darauf hin, dass ein individualisiertes und schrittweises Absetzen und Dosisreduktion, einschließlich angeleiteter Reduktionsstrategien, die vielversprechendsten Methoden sind. (2)
"Metaanalysen klinischer Studien haben eine erhöhte Rückfallrate bei Patienten festgestellt, die ihre antipsychotische Dauermedikation reduzieren oder absetzen, im Vergleich zu Patienten, die die Therapie fortsetzen. Allerdings haben nur wenige dieser Studien die Auswirkungen einer schrittweisen Dosisreduktion oder einer Langzeitbeobachtung untersucht oder andere Ergebnisse als Rückfälle gemessen. Darüber hinaus deuten die Ergebnisse einer Studie mit Patienten mit einer Erstepisode einer Psychose sowie einige naturalistische Belege darauf hin, dass eine schrittweise Dosisreduktion und das Absetzen von Antipsychotika langfristig mit einer verbesserten sozialen Funktionsfähigkeit einhergehen könnten." (10)
Studien mit offensichtlich schweren Mängeln
1. Absetzpsychosen als "Rückfälle" gewertet
Bei den meisten Studien zu Rückfällen wurden nur mit Antipsychotika vorbehandelte Patienten ausgewählt, denen abrupt oder über einen kurzen Zeitraum das Medikament abgesetzt und durch Placebo ersetzt wurde.
"Diese Studien schlossen nur Patienten ein, die (1) während einer vorherigen Stabilisierungsphase erfolgreich mit einem Antipsychotikum behandelt wurden und (2) dieses Medikament nach der Randomisierung in die Placebo-/Absetzgruppe abrupt absetzten. Die Evidenz zum Absetzen stimmt jedoch darin überein, dass dies hinsichtlich des Rückfallrisikos der riskanteste Ansatz ist, weshalb generell eine schrittweise und individuelle Reduktion empfohlen wird." (2)
Wie einige sicher aus eigener Erfahrung wissen, sollten Antipsychotika niemals abrupt abgesetzt werden. Bei einer längerer Einnahme von Antipsychotika, wird das Gehirn empfindlicher. Es wird mehr Dopamin produziert, es entstehen mehr und hochsensible Dopaminrezeptoren, was bei einem Absetzen typische Absetzsymptome provoziert, die einer echten Psychose sehr ähnlich sind. Man spricht dann von einer Absetzpsychose.
"Es gibt Hinweise darauf, dass bei Menschen, die langfristig Antipsychotika wegen einer Erkrankung wie wiederkehrender Psychose oder Schizophrenie einnehmen, das Risiko eines Rückfalls steigt, wenn sie die Antipsychotika absetzen. Dies ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass die Antipsychotika selbst einen psychotischen Rückfall wahrscheinlicher machen.
Es gibt einige Fallstudien von Menschen, die Antipsychotika eingenommen haben, ohne jemals eine Psychose diagnostiziert zu bekommen, und nach dem Absetzen eine psychotische Episode hatten. Dies könnte daran liegen, dass die meisten Antipsychotika Dopaminrezeptoren blockieren und das Gehirn daher mehr Dopaminrezeptoren produziert. Wenn man die Medikamente absetzt, kommt es daher zu einer Überaktivität von Dopamin und wahrscheinlich auch anderen Gehirnchemikalien, die viele der Medikamente beeinflussen. Diese Effekte könnten die Ursache für die Psychose sein, wenn Menschen die Medikamente absetzen." (6)
"Durch Rezeptorveränderungen infolge der pharmakologischen Behandlung ist das wieder Absetzen erschwert und Entzugsphänomene sind oft so ängstigend, muten wie Rückfalle an und sind auch tatsächlich oft schwer davon zu unterscheiden."(5)
Kurzes Erklärvideo
"Daher dürften diese Studien davon beeinflusst sein, dass Menschen, die die medikamentöse Behandlung abbrechen, insbesondere nach längerer Einnahme, häufig Entzugserscheinungen erleben, zu denen bekanntermaßen Unruhe, Schlaflosigkeit und gelegentliche psychotische Symptome (manchmal auch als Überempfindlichkeitspsychose bezeichnet) gehören. Der Unterschied in den Rückfallraten (gegenüber Placebo) wird in diesen Studien daher mit ziemlicher Sicherheit übertrieben dargestellt ... " (7)
2. Schon leichte (Absetz-) Symptome als Rückfälle gewertet
Eine weitere Einschränkung die Studien bestand darin, das schon leichte Symptome, wie Unruhe, Schlaflosigkeit, Aggression als Rückfälle gewertet wurden - statt als typische Absetzsymptome.
Forscher, wie Prof. Dr. Joanna Moncrieff kritisieren daher:
"Der Unterschied in den Rückfallraten (gegenüber Placebo) wird in diesen Studien daher mit ziemlicher Sicherheit übertrieben dargestellt, zumal Rückfälle oft nur als geringfügige Verschlechterung des Allgemeinzustands oder der Symptome definiert werden." (7)
3. Zu kurze Nachbeobachtungszeiten
Darüber hinaus haben alle dieser Studien bis auf drei nur kurze Nachbeobachtungszeiten. Die Beobachtungszeiträume dieser Studien werden oft zusätzlich durch einen Analyseplan verkürzt, der die Studie abbricht, sobald eine kritische Anzahl von Rückfällen auftritt. "In der Regel zeigen diese Studien eine erhöhte Rückfallrate unter der Bedingung „Absetzen“/Scheinbehandlung, was dann als Beleg für die Wirksamkeit der Medikamente interpretiert wird." (2)
Forscher kritisieren daher:
"Zudem dauern die Studien selten länger als sechs Monate, während Studien, die länger als ein Jahr dauern, eine Angleichung der Rückfallraten zwischen Personen unter Erhaltungstherapie und solchen, deren Antipsychotika abgesetzt werden, zeigen." (7)
Eine Forschungsarbeit bemerkt:
"Dieses Muster scheint darauf hinzudeuten, dass die negativen Auswirkungen eines Absetzens/einer Dosisreduktion kurzfristiger Natur sein können, während sich das Absetzen/die Dosisreduktion mit zunehmender Zeit positiv auf die langfristige Genesung im Sinne einer verbesserten sozialen Funktionsfähigkeit auswirken könnte." (2)
4. Nebenwirkungen, gesellschaftliches Funktionieren und die Lebensqualität nicht erfasst - zu kurze Studiendauer
Bei der Beurteilung von Antipsychotika ist es wichtig, nicht nur das Rückfallrisiko, die psychotischen Symptome und die kurzfristigen Nebenwirkungen zu berücksichtigen, sondern auch die langfristigen Nebenwirkungen und Auswirkungen der antipsychotischen Behandlung auf die gesellschaftliche Genesung und die Lebensqualität und das Glücksgefühl in diese Gleichung einzubeziehen.
Ein weiteres grundlegendes Problem dieser Studien bestand also darin, dass sie kaum Daten zu anderen Themen als "Rückfällen" liefern, wie allgemeines Wohlbefinden oder Lebensqualität. Die Forschungsarbeit "Der Zusammenhang zwischen antipsychotischer Behandlung und Nebenwirkungen sowie gesellschaftlicher Genesung und Glück" kritisiert:
"Die aktuellen Erkenntnisse aus randomisierten kontrollierten Studien weisen auf zwei große Wissenslücken hin. Randomisierte kontrollierte Studien können die positiven Auswirkungen (Symptomreduktion und Verringerung der Rückfallrate) nicht von den negativen Auswirkungen (Nebenwirkungen) auf das gesellschaftliche Funktionieren und die Lebensqualität/das Glücksgefühl trennen und zeigen auch nicht die langfristigen Auswirkungen einer antipsychotischen Behandlung." (19)
Die Analyse der Forschungsarbeit der Universität Hamburg bestätigt:
Aus verschiedenen Gründen "wiesen die Absetzgruppen überproportional viele fehlende Daten auf, was zu einer Verzerrung dieser RCTs zugunsten der Erhaltungstherapie führte. " (2)
Nebenwirkungen
Eine weitere Metaanalyse gibt über die Qualität der Studien an:
"Über Nebenwirkungen wurde häufig unzureichend und unvollständig berichtet." (11)
Dennoch verursachten Antipsychotika mehr Bewegungsstörungen, auch mehr Sedierung und Gewichtszunahme.
Soziale Funktionsfähigkeit
Für die Beurteilung der sozialen Funktionsfähigkeit von Patienten während der Erhaltungstherapie wären die Bewertungen der sozialen Funktionsfähigkeit vor dem Wiederauftreten psychotischer Symptome von zusätzlichem Interesse. "Diese Daten waren jedoch typischerweise nicht verfügbar." (11)
Lebensqualität
Zur Beurteilung der Lebensqualität von Patienten während der Erhaltungstherapie (und mit Nebenwirkungen) wären die Bewertungen der Lebensqualität vor dem Wiederauftreten psychotischer Symptome von zusätzlichem Interesse. Diese Daten waren jedoch typischerweise „nicht verfügbar“. "Eine gezielte Aktualisierungsübersicht, die 2016 ... durchgeführt wurde (New Reference), ergab, dass eine Erhaltungstherapie die Lebensqualität kaum oder gar nicht verbessert." (11)
Studiendauer
Viele Studien waren von kurzer Dauer; nur vier Studien dauerten zwei Jahre und nur eine Studie hatte eine Laufzeit von drei Jahren. "Daher ist aus den Studien nichts über die Wirkung von Antipsychotika im Vergleich zu Placebo nach drei Jahren bekannt."
Während außerdem fast alle Studien über Rückfälle und vorzeitigen Studienabbruch berichteten, wurden alle anderen Endpunkte (z. B. Nebenwirkungen, Lebensqualität, Beschäftigungsstatus, subjektive Endpunkte wie die Zufriedenheit der Teilnehmer mit der Versorgung) deutlich spärlicher erfasst.
"Nach einem Rückfall werden die Betroffenen nicht weiter beobachtet, und es wird selten versucht, ihren tatsächlichen Zustand zu beurteilen. In Verbindung mit der in den meisten Studien verwendeten, eher lockeren Definition von Rückfall bedeutet dies, dass es den Betroffenen mit fortgesetzter medikamentöser Behandlung insgesamt schlechter gehen könnte als ohne, selbst wenn sie einen „Rückfall“ erlitten hätten. Da die Daten nicht erhoben wurden, wissen wir es einfach nicht." (7)
5. Mängel bei Durchführung und Qualität
Wie leider typisch für randomisierte Studien zur Schizophrenie, wurden die Methoden der Randomisierung, der Geheimhaltung der Zuteilung und der Verblindung häufig nicht angegeben. (11)
Fast alle Studien waren randomisiert und doppelblind, Details wurden jedoch größtenteils nicht dargelegt. "Daher ist unklar, ob die Studien angemessen randomisiert waren, ob die Behandlungszuteilung wirklich geheim gehalten wurde und ob die Verblindung funktionierte." (11)
Kurzvideo: "Die Pharma sollte ihre eigenen Arzneimittelstudien nicht finanzieren - wie Studien manipuliert werden" Prof. Götzsche
"Ich habe viele, viele Jahre daran gearbeitet, herauszufinden, inwieweit wir an Medikamentenstudien glauben können, und es ist eigentlich ziemlich deprimierend. Wir können nicht glauben, was in unseren renommiertesten Fachzeitschriften veröffentlicht wird, weil es in der Regel von der Pharmaindustrie durchgeführt wird.
In Amerika gibt einen Ausspruch: "Drangsaliere die Daten so lange bis sie gestehen", und das passiert ständig. Die Pharmaindustrie hat einen enormen Interessenkonflikt. Der Unterschied zwischen einer ehrlichen und einer manipulierten Datenanalyse kann auf dem Weltmarkt Milliarden wert sein. Was also werden sie tun?
Natürlich gibt es hin und wieder Studien, die nicht von der Pharmaindustrie finanziert werden, zum Beispiel für Antipsychotika. Als man in Amerika einige Studien durchführte, die nicht von der Pharmaindustrie finanziert wurden, konnte man plötzlich sehen, dass die alten Antipsychotika nicht schlechter waren als die neueren, die so gehypt wurden, dass jeder glaubt, diese Medikamente der zweiten Generation seien besser als die alten. Das sind sie nicht. Alle diese Medikamente sind ziemlich schwach."
"Wenn man es der Pharmaindustrie überlässt, praktisch alle klinischen Studien zu Psychopharmaka durchzuführen, bekommt man, was man verlangt. Man bekommt eine schrecklich manipulierte Wissenschaft, bei der der Nutzen übertrieben wird und die Schäden möglicherweise nicht existieren. Es hat sich gezeigt, dass die Hälfte der Todesfälle, die bei Studien zu Psychopharmaka auftreten, nie veröffentlicht werden, sie verschwinden.
Wenn man als Arzt, nur Zugang zu veröffentlichten Studienberichten in renommierten Fachzeitschriften wie dem New England Journal Medicine usw. hat - das ist, was sie sehen, und es ist das, was Sie glauben. Sie haben nicht alle Daten gesehen. Das ist eines der großen Probleme. Wir sollten es daher nicht der Pharmaindustrie überlassen, klinische Studien mit Medikamenten durchzuführen. Dies sollte ein öffentliches Unternehmen sein. Die Pharmaindustrie könnte sie zwar bezahlen, aber sie sollte damit absolut nichts zu tun haben."
3. Fazit: Was sagen Studien mit Antipsychotika zu Rückfallvorbeugung nun wirklich aus?
Die meist von der Pharmaindustrie durchgeführten Studien wurden zusammengefasst so gestaltet:
1. Antipsychotika wurden abrupt abgesetzt und durch Placebo ersetzt, was Rückfall-ähnliche Symptome oder Absetzpsychosen provozierte, aber nicht nachweisbar echte Psychosen auftraten.
2. Schon leichte Symptome, wie Unruhe, Aggression und Schlaflosigkeit - typische Absetzsymptome - wurden als Rückfall gewertet
3. Zudem dauern die Studien selten länger als sechs Monate. "Studien, die länger als ein Jahr dauern, zeigten nämlich eine Angleichung der Rückfallraten zwischen Antipsychotikaeinnahme und dem Absetzen." (7)
4. Über Nebenwirkungen, Funktionsfähigkeit und Lebensqualität wurde häufig unzureichend und unvollständig berichtet. (11)
5. Die Methoden der Randomisierung, der Geheimhaltung der Zuteilung und der Verblindung wurden häufig nicht angegeben. (11)
Prof. Dr. Joanna Moncrieff zu den Problemen der Studiendurchführung:
"Antipsychotika werden bei Patienten, die ein Placebo erhalten, normalerweise abrupt abgesetzt, was zu Entzugserscheinungen führen kann, die einen Rückfall vortäuschen oder diesen sogar auslösen. Darüber hinaus gibt es wenig konsistente Evidenz zu anderen Ergebnissen als einem Rückfall, und die Nachbeobachtung ist normalerweise kurz; in einer Metaanalyse wurden die Teilnehmer nur in vier von 48 placebokontrollierten Studien länger als ein Jahr nachbeobachtet. Daher sind Schlussfolgerungen zu Risiken und Nutzen einer langfristigen Erhaltungstherapie möglicherweise nicht belastbar." (10)
Eine Forschungsarbeit, die Nutzen und Schaden von Antipsychotika untersuchte geht weiter und kam zu folgendem Ergebnis:
"Wir halten die Bezeichnung Rückfallpräventionsstudien für unzutreffend, da es sich bei Psychosen, die bei Patienten unter Placebo auftreten, eher um Entzugspsychosen handeln könnte, also um eine schädliche Nebenwirkung einer früheren Einnahme eines Antipsychotikums, als um echte Psychosen.
Ein weiterer Grund für die Fehlerhaftigkeit dieser Studien liegt darin, dass sie an einer ausgewählten Gruppe von Patienten durchgeführt werden, die „gut auf die Medikamente ansprechen“. Würden alle Patienten einbezogen und eine lange Nachbeobachtung durchgeführt, könnten die Studien zeigen, dass die Patienten im Durchschnitt vom Absetzen der Medikamente profitierten." (3)
4. Haben schizophren Erkrankte, die ihre Antipsychotika absetzten bessere Genesungschancen?
Studien zur Erstpsychose haben gezeigt, dass bei etwa 50 bis 60 % der Patienten nach 10 Jahren eine Genesung der psychotischen Symptome vorlag [ 20 , 21 ] und etwa die Hälfte der Patienten die antipsychotische Medikation abgesetzt hatte [ 21 , 22 ]. Die Studien zeigten, dass eine beträchtliche Gruppe von Patienten mit Erstpsychose langfristig ohne antipsychotische Medikation auskommen kann.
1. Eine kürzlich durchgeführte Metaanalyse von 2023 der Universität Hamburg ergab, "dass Menschen mit Schizophrenie, die die Einnahme antipsychotischer Medikamente absetzten, langfristig bessere soziale Funktionen, bessere Beschäftigungsmöglichkeiten und bessere Lebensqualität hatten. " (2)
Es wurden dafür 35 Studien mit 5924 Patienten analysiert, mit Nachuntersuchungen zwischen einem Monat und 15 Jahren. 22 Studien setzten auf ein vollständiges Absetzen (63 %), acht auf eine teilweise Dosisreduktion (23 %) und fünf auf eine Kombination aus beidem (14 %). Es wurden Studien untersucht, die die Erhaltungstherapie mit Antipsychotika mit dem Absetzen der Medikamenten verglichen und Daten zum sozialen Funktionieren oder zur subjektiven Lebensqualität von Patienten mit Schizophrenie berichteten.
"Unsere Ergebnisse zeigten, dass kurzfristige Nachuntersuchungen (<2 Jahre) zum sozialen Funktionieren keine signifikanten Unterschiede zwischen Erhaltungstherapie und Absetzen ergaben [was den Erfahrungen von Betroffenen widerspricht, s.o.], mittel- und langfristige Nachuntersuchungen jedoch signifikant zugunsten des Absetzens ausfielen." (2)
Sieben Studien lieferten Daten zur sozialen Funktionsfähigkeit mit Nachuntersuchungen zwischen 2 und 5 Jahren. "Der dreistufige Zusammenfassungseffekt deutete auf einen signifikanten Effekt auf die soziale Funktionsfähigkeit zugunsten des Absetzens/der Dosisreduktion hin. "(2)
Zwei Studien lieferten Daten zum sozialen Funktionieren mit Nachuntersuchungen über 5 Jahre hinaus. "Der zusammengefasste Effekt deutete auf einen signifikanten Unterschied im sozialen Funktionieren zugunsten des Absetzens/der Dosisreduktion der Antipsychotika hin."(2)
"Dieses Muster scheint darauf hinzudeuten, dass die negativen Auswirkungen eines Absetzens/einer Dosisreduktion kurzfristiger Natur sein können, während sich das Absetzen/die Dosisreduktion mit zunehmender Zeit positiv auf die langfristige Genesung im Sinne einer verbesserten sozialen Funktionsfähigkeit auswirken könnte." (2)
2. Ebenso deuten Langzeitstudien auf eine verbesserte funktionelle Genesung hin, die für ein Absetzen der Therapie spricht. So ergab beispielsweise eine 7-jährige Nachuntersuchung einer randomisierten Kohortenstudie, dass die funktionellen Remissionsraten in der Gruppe, die die Medikamente abgesetzt hatte, höher waren (46 % gegenüber 20 %). 18
"Diese Studie liefert vorläufige Belege dafür, dass die langfristige Einnahme von Antipsychotika die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Genau das ist von Medikamenten zu erwarten, die Denkprozesse und Nervenaktivität hemmen. Die Studie zeigt zudem, dass es den Betroffenen langfristig besser geht, wenn man die Antipsychotika-Dosis schrittweise und begleitet reduziert. Manchen gelingt es, die Antipsychotika vollständig abzusetzen, und es geht ihnen gut. Insgesamt leiden die Betroffenen nicht unter stärkeren Symptomen oder Rückfällen, als wenn sie ihre ursprüngliche Dosis beibehalten hätten. " (7)
3. Eine Studie begleitete Patienten mit Schizophrenie und affektiver Psychose 20 Jahre lang. (12) Insbesondere stellten die Forscher fest, dass diejenigen, die die Einnahme antipsychotischer Medikamente innerhalb von zwei Jahren nach der ersten Einnahme des Medikaments absetzten , eine fast sechsmal höhere Wahrscheinlichkeit hatten, sich von einer „schweren psychischen Erkrankung“ zu erholen , und dass die Wahrscheinlichkeit, erneut ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, nur 13,4 % höher war.
Warum ist die Einnahme eines Antipsychotikums mit schlechteren Ergebnissen verbunden? Laut Harrow et al. könnte eine durch Antipsychotika induzierte Dopamin-Überempfindlichkeitspsychose eine Rolle spielen. Da Antipsychotika Dopaminrezeptoren blockieren, kann der Körper dies durch eine erhöhte Dopamin-Sensitivität kompensieren. Dies wiederum könnte zu verstärkter Psychose führen. Laut Harrow et al. kann es bei 30 % der Schizophreniepatienten, die Antipsychotika einnehmen, zu einer Überempfindlichkeitspsychose kommen; bei 70 % der Patienten mit der Diagnose „behandlungsresistente“ Schizophrenie kann dies der Fall sein.
Die Ergebnisse von Harrow stehen im Einklang mit einer wachsenden Zahl von wissenschaftlichen Arbeiten, die die langfristige Einnahme von Antipsychotika eher als schädlich denn als schützend einstufen.
Kurzvideo: Ergebnisse aus Langzeitstudien erklärt
5. Können Antipsychotika ohne Rückfall reduziert oder abgesetzt werden?
Ein neuer Artikel des Psychoseforschers Lex Wunderink von 2024 legt nahe, dass antipsychotische Medikamente sicher und effektiv reduziert werden können, ohne das Rückfallrisiko zu erhöhen. Der Schlüssel dazu, liege darin, die Dosis langsamer zu reduzieren als bisher angenommen und Patient und Familie in die individuelle Entscheidungsfindung einzubeziehen. (4)
„Viele Patienten mit Psychosen möchten ihre antipsychotischen Medikamente absetzen, da schwere Nebenwirkungen ihren Alltag langfristig beeinträchtigen. Der Hauptnachteil des Absetzens ist das Risiko eines Rückfalls. Moderne Ausschleichstrategien scheinen das Rückfallrisiko auf ein akzeptables Maß zu senken“
"Vorläufige Ergebnisse und klinische Erfahrungen deuten darauf hin, dass eine personalisierte Dosisreduktion von Antipsychotika in enger Zusammenarbeit mit Patienten und Angehörigen gemäß einem hier vorgestellten vorläufigen Rahmenkonzept praktikabel und sicher ist. " (4)
Studien haben gezeigt, dass dies tatsächlich möglich ist, ohne dass das Rückfallrisiko steigt. Eine Studie aus dem Jahr 2023 zeigte, dass 74,5 % der Patienten durch eine personalisierte, langsame Dosisreduzierung ihre Dosis reduzieren und bessere Ergebnisse erzielen konnten als diejenigen, die die Medikamente weiter einnahmen. Nur 11,8 % erlitten einen Rückfall – eine Rate, die mit der Rate der Patienten vergleichbar ist, die weiterhin die volle Dosis Antipsychotika einnahmen. (14)
Er schreibt: „Nach Abklingen der Positivsymptome können antidopaminerge Medikamente mehr schaden als nützen, es sei denn, sie sind notwendig, um bei anfälligen Patienten eine Störung des Dopamins zu verhindern: Wir müssen in jedem Einzelfall die niedrigste antipsychotische Dosis finden, die ein Wiederauftreten der Positivsymptome verhindert.“
Aus diesem Grund, so Wunderink, sei ein langsames Ausschleichen erforderlich, um dem Gehirn Zeit zu geben, sich an die unterschiedlichen Dopaminspiegel zu gewöhnen.
Wunderink schreibt: „Wir verstehen die wichtigsten Mechanismen, die Psychosen und Rückfälle verursachen, noch immer nicht. Auch können wir nicht vorhersagen, wer nach Abklingen der Psychose von Antipsychotika abhängig ist und wer nicht. Dies zu akzeptieren ist wichtig, aber vielleicht noch wichtiger ist es, mit den Patienten zusammenzuarbeiten und zu versuchen, für jeden einzelnen Menschen, der mit einer Psychose zu kämpfen hat, die beste individuelle Behandlung zu finden.“ (4)
Studien und Quellen
(1) https://www.madinamerica.com/2024/05/wunder…g-relapse-risk/
(2) Time-dependent effect of antipsychotic discontinuation and dose reduction on social functioning and subjective quality of life–a multilevel meta-analysis. Björn Schlier a,c ∙ Laura Buck a,b,c ∙ Rebecca Müller a ∙ Tania M. Lincoln a ∙ Antonia Bott a ∙ Matthias Pillny, 2023
(3) Benefits and harms of antipsychotic drugs in drug-naïve patients with psychosis: A systematic review. PB Danborg a, PC Gøtzsche, 2019
(4) Changing vistas of psychosis and antipsychotic drug dosing toward personalized management of antipsychotics in clinical practice. Lex Wunderink, 2024
(5) https://www.depression-heute.de/zusatzinformat…r-neuroleptika/
(6)
(7) https://www.madinamerica.com/2013/08/long-t…ollow-up-study/
(8) Recovery in remitted first-episode psychosis at 7 years of follow-up of an early dose reduction/discontinuation or maintenance treatment strategy: long-term follow-up of a 2-year randomized clinical trial. Lex Wunderink et al., 2013
(9) https://www.dgsp-ev.de/images/Broschu…zieren_2024.pdf
(10) Antipsychotic dose reduction and discontinuation versus maintenance treatment in people with schizophrenia and other recurrent psychotic disorders in England (the RADAR trial): an open, parallel-group, randomised controlled trial. Prof Joanna Moncrieff MD et al.
(11) Maintenance treatment with antipsychotic drugs for schizophrenia. Anna Ceraso 1, Jessie Jingxia LIN 2, Johannes Schneider-Thoma 3, Spyridon Siafis 3, Magdolna Tardy 4, Katja Komossa 5, Stephan Heres 6, Werner Kissling 3, John M Davis 7, Stefan Leucht. 2020
(12) Zwanzigjährige Wirkungen von Antipsychotika bei Schizophrenie und affektiven psychotischen Störungen. Psychologische Medizin, Harrow M, Jobe TH, Tong L. , 2021
(13) https://www.madinamerica.com/2021/02/stop-t…mental-illness/
(14) Guided antipsychotic reduction to reach minimum effective dose (GARMED) in patients with remitted psychosis: a 2-year randomized controlled trial with a naturalistic cohort. Chen-Chung Liu 1,2,✉, Ming H Hsieh 1,2, Yi-Ling Chien 1,2, Chih-Min Liu 1,2, Yi-Ting Lin 1,2, Tzung-Jeng Hwang 1,2, Hai-Gwo Hwu, 2023
(15) Die Evaluation der Wirksamkeit einer Intervention zur Förderung einer gesundheitsbewussten Lebensweise von Menschen mit psychischen Erkrankungen unter Realweltbedingungen. Ergebnisse einer Mixed Methods Studie.Viola Sofie Kirschner, 2019
(16) New Developments in the Treatment of Schizophrenia: An Expert Roundtable. Joshua T Kantrowitz, Christoph U Correll, Rakesh Jain, Andrew J Cutler, 2023
(17) Maintenance treatment with antipsychotic drugs for schizophrenia. Ceraso, A. ∙ Lin, J.J. ∙ Schneider-Thoma, J. ∙ et al., 2020
(18) Antipsychotic drugs versus placebo for relapse prevention in schizophrenia: a systematic review and meta-analysis, Leucht, S. ∙ Tardy, M. ∙ Komossa, K. ∙ et al., 2012
(19) The Association of Antipsychotic Treatment and Side Effects With Societal Recovery and Happiness: A Naturalistic Cohort Study of People in Long-term Care for a Psychotic Disorder. Stijn Crutzen 1 2, Shiral Gangadin 1, Ken Ho Hua 3, Ellen Visser 1, Frederike Jörg 1, Gerdina Hendrika Maria Pijnenborg 4 5, Lisette van der Meer 6 7, Wim Veling 8, Stynke Castelein, 2025
(20)
(21) To continue or not to continue? Antipsychotic medication maintenance versus dose-reduction/discontinuation in first episode psychosis: HAMLETT, a pragmatic multicenter single-blind randomized controlled trial. Marieke J H Begemann, 2020
(22) To continue or not to continue? Antipsychotic medication maintenance versus dose-reduction/discontinuation in first episode psychosis: HAMLETT, a pragmatic multicenter single-blind randomized controlled trial. Marieke J H Begemann et al., 2020