
| 4. BENZODIAZEPINE | Artikel in der Übersicht |
Benzodiazepine sind eine Gruppe von Medikamenten, die als Beruhigungs- und Schlafmittel eingesetzt werden. Sie wirken dämpfend auf das zentrale Nervensystem und werden bei Psychosen, Depressionen, Angst- und Schlafstörungen eingesetzt. Die Einnahme sind mit einer Reihe von Risiken und Nebenwirkungen verbunden: Abhängigkeit: Benzodiazepine machen schon nach kurzer Zeit abhängig, sowohl körperlich als auch psychisch. Entzugserscheinungen: Beim Absetzen können Entzugserscheinungen wie Angst, Unruhe, Schlafstörungen und in schweren Fällen auch Krampfanfälle auftreten. Kognitive Beeinträchtigungen: Benzodiazepine können zu Gedächtnisstörungen, Verwirrtheit, Konzentrationsproblemen und einer eingeschränkten Merkfähigkeit führen. Erhöhtes Unfallrisiko: Die Beeinträchtigung der Reaktionsfähigkeit und des Urteilsvermögens kann zu Unfällen im Straßenverkehr oder bei anderen Tätigkeiten führen. Wechselwirkungen: Benzodiazepine verstärken die Wirkung von Alkohol und anderen zentral dämpfenden Medikamenten, was zu lebensbedrohlichen Zuständen führen kann. Paradoxe Reaktionen: In einigen Fällen können Benzodiazepine paradoxe Reaktionen wie Unruhe, Erregung, Angstzustände oder Aggressionen auslösen. Demenzrisiko: Es gibt Hinweise darauf, dass der langfristige Konsum von Benzodiazepinen das Demenzrisiko erhöhen kann. Wichtige Hinweise: Benzodiazepine sollten nur kurzfristig zur Behandlung schwerwiegender und beeinträchtigender Angstzustände oder Schlafstörungen eingesetzt werden. Bei Anzeichen von Abhängigkeit oder Entzugserscheinungen sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Eine langsame Reduktion der Dosis ist wichtig, um Entzugserscheinungen zu minimieren. Die gleichzeitige Einnahme von Alkohol oder anderen dämpfenden Medikamenten sollte unbedingt vermieden werden. |
| EXPERTEN IM GESPRÄCH | Die Risiken der Benzodiazepin-Einnahme |
"Sehr oft verschreibt der Hausarzt das Benzodiazepin in der Annahme, dass die Person eine sehr kleine Dosis für einen sehr kurzen Zeitraum einnehmen wird und damit über die Runden kommt. Sobald die Patienten jedoch mit der Einnahme des Medikaments beginnen, stellen sie fest, dass es ihre Angstzustände im Moment lindert. Stunden später kehrt die Angst jedoch manchmal sogar noch stärker zurück, da es eine Entzugskomponente gibt. Toleranz bedeutet, dass man schrittweise mehr und häufiger am Tag höhere Dosen des Medikaments einnimmt. Manche Menschen erleben Entzugserscheinungen, selbst wenn sie die Medikamente wie verschrieben einnehmen, weil sie eine Toleranz entwickeln und die gleiche Wirkung, die sie zuvor bei einer bestimmten Dosis hatten, nicht mehr eintritt. Sie müssen immer mehr und immer häufiger Medikamente einnehmen. Nach einigen Wochen oder Monaten entwickeln sie dann eine Abhängigkeit ... weiterlesen |
| EXPERTEN IM GESPRÄCH | "Sie entwickeln nicht nur eine Toleranz, sodass das Medikament nicht mehr wirkt, sondern erleben innerhalb eines Tages Entzugserscheinungen mit zunehmender Angst" Prof. Anna Lembke |
![]() Benzodiazepine werden zwar zunächst gegen Angstzustände verschrieben, können paradoxerweise jedoch Angstzustände verschlimmern, insbesondere bei Langzeitanwendung oder Entzug. Sie sind bei der kurzfristigen Behandlung von Angstsymptomen wirksamer, aber die fortgesetzte Einnahme kann zu Toleranz, also Wirkverlust durch Gewöhnung, zu Abhängigkeit und Entzugserscheinungen, einschließlich Rebound-Angst, führen ... mehr erfahren |
| EXPERTEN IM GESPRÄCH | Medikamente absetzen: Das Benzodiazepin-Entzugsyndrom |
Das Benzodiazepin-Entzugsyndrom bezeichnet Symptome, die bei beim Absetzen von Benzodiazepinen auftreten. Typischerweise kann der Benzodiazepin-Entzug durch erhöhte Reizbarkeit und Anspannung, Angst und Panikattacken, Depression, Paranoia |
