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SCHIZOPHRENIE UND GESUNDUNG | 5. Emotionen und Psychose

  • Phoenix
  • 10. Mai 2026 um 05:40
  • 869 Mal gelesen

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SCHIZOPHRENIE UND GESUNDUNG |

5. Emotionen und Psychose


Die mehrteilige teilige Reihe, SCHIZOPHRENIE UND GESUNDUNG, befasst sich mit dem Zusammenhang von Trauma und Psychosen/Schizophrenie, um daraus folgend Therapien und Heilmethoden auf den 5 Ebenen der Heilung in ihrer Wirkung besser zu verstehen und zu motivieren.

Die Artikel 1. Kindheitstrauma, 2. Abspaltung und Entkörperung, 3. Ich-Störung und Psychose, 4. Negative Glaubensmuster und Wahnideen, 5. Emotionen und Psychose zeigen eine Entwicklung auf, die schließlich zu schizophrenen Erkrankung führen kann. Im Artikel 6. Wahn und Sinn wird deutlich, das Psychosen einen Sinn haben, eine Strategie sind, seltsame und traumatische Erlebnisse zu überleben – als eine gesunde Reaktion auf unsinnige Umstände.

Der Prozess der Gesundung erfolgt auf den 5 Ebenen der Heilung. Das heißt mit der Regulation der Symptome mit Hilfe verschiedener natürlicher Wirkstoffe auf der stofflichen Ebene (1. Körper-Ebene) , sowie der Entwicklung von Bewusstsein für Körper und Geist zur Aufarbeitung traumatischer Erfahrungen auf den weiteren Ebenen. So können mit Mind-Body-Therapien und Homöopathie ( 2. Energie-Ebene), Trauma-Psychotherapien (3. Mental-Ebene), Kunst-Therapien (4. Intuitive Ebene) und Meditation (5. Geist-Ebene) traumatische Erfahrungen als Auslöser für Psychosen und Ursache von Schizophrenie geheilt werden.


Kurzfassung
Die 5 Archetypen von Kindheitstraumata - Gedankenwelt

| Kindheitstraumata, wie sexueller, körperlicher oder emotionaler Missbrauch, können das Risiko erhöhen, später im Leben Psychosen und Schizophrenie zu entwickeln.

Bis zu 80% der schizophren erkrankten Menschen haben in ihrem Leben eine traumatisches Erlebnis erfahren. Die Häufigkeit von Kindheitstraumata bei einer ersten Psychose liegt dabei bei 52 - 73%.

Häufigkeit von Kindheitstrauma bei einer ersten Psychose

Ein verdrängtes Kindheitstrauma z.B., kann sich in Form einer Psychose ausdrücken - meist zu Beginn des Erwachsenenlebens - wenn der Mensch die Stärke und Reife entwickelt hat, die traumatischen Erlebnisse der Kindheit zu verarbeiten. Eine Psychose ist sozusagen eine natürliche Reaktion der Psyche um belastende Ereignisse der Vergangenheit ins Bewusstsein zu bringen, sie wieder zu fühlen und aufarbeiten zu können. Jedoch führt ein Kindheitstrauma nicht zwangsweise zu Psychosen oder einer schizophrenen Erkrankung. Die Wahrscheinlichkeit mit einem Kindheitstrauma eine Psychose zu entwickeln liegt bei 33%. (1)

Beeinflussbaren Faktoren

Es stellt sich daher die Frage, durch welche (beeinflussbaren) Faktoren ein Kindheitstrauma die Anfälligkeit für psychotische Symptome erhöhen. Eine Forschungsarbeit betont dazu: "Das Verständnis der an diesem Zusammenhang beteiligten psychologischen Prozesse ist für die Entwicklung vorbeugender Maßnahmen und verbesserter Behandlungen von entscheidender Bedeutung." (1)

Klinisch gesehen verläuft die Erkrankung mit Kindheitstrauma schwerer mit häufigeren Klinikeinweisungen als bei Menschen mit Psychose ohne Trauma. Weiter heißt es daher: "Dies weist darauf hin, dass die Behandlungsergebnisse in dieser Bevölkerungsgruppe dringend verbessert werden müssen."(1)

Im Wesentlichen führt ein Kindheitstrauma also nicht direkt zu einer Psychose, sondern löst vielmehr eine Reihe psychologischer Prozesse aus, die die Anfälligkeit für psychotische Symptome erhöhen können. Das Verständnis dieser vermittelnden psychologischen Faktoren ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung wirksamer Therapien für Personen mit einer Vorgeschichte von Entwicklungstraumata und Risiko für Psychosen.

Es wurde vermittelnde Faktoren, wie

  • Dissoziation (Abspaltung von Gefühlen/Entkörperung)
  • Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung,
  • Negative Glaubensmuster

Die Faktoren "Dissoziation" und "negative Glaubensmuster" wurde bereits in den voran gegangenen Artikeln diese Reihe besprochen.

  • Ein gestörter Umgang mit Gefühlen oder auch emotionale Dysregulation genannt, ist ein weiterer vermittelnder Faktor zwischen Kindheitstrauma und Psychosen, der im Folgenden erläutert wird.

Die Ergebnisse der aktuellen Forschung zusammengefasst "deuten darauf hin, dass es unterschiedliche psychologische Verläufe von Entwicklungstraumata zu psychotischen Phänomenen im Erwachsenenalter geben kann. Kliniker sollten Menschen mit Psychosen sorgfältig nach ihrer Entwicklungstraumata-Vorgeschichte befragen und Patienten mit einer solchen Vorgeschichte auf Dissoziation, emotionale Dysregulation und Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung untersuchen." (1)

1. Emotionen und Psychosen

Emotionen spielen bei Schizophrenie eine entscheidende, aber oft unterschätzte Rolle. Ein gestörter Umgang mit Gefühlen trägt maßgeblich zum Ausbruch und Fortschreiten der Erkrankung bei. Emotionale Dysregulation wurde als Schlüsselmechanismus für die Aufrechterhaltung psychotischer Symptome genannt. Trauma, der Umgang mit Gefühlen und Psychosen sind also eng miteinander verknüpft. (3)

Eine aktuelle Forschungsarbeit von 2025 "Kindheitstraumata bei Menschen mit Psychosen: Auswirkungen auf die Emotionswahrnehmung und -regulation" berichtet, dass Personen mit Psychosen ein ineffektives Emotionsbewusstsein und -regulation haben, was erheblich zu schlechter Funktionalität beiträgt. Studien haben Kindheitstraumata damit in Verbindung gebracht. Ergebnisse: "91 % der Teilnehmer berichteten von Kindheitstraumata: 40,0 % emotionaler Missbrauch, 35,6 % körperlicher Missbrauch, 21,1 % sexueller Missbrauch, 46,7 % emotionale Vernachlässigung und 40,0 % körperliche Vernachlässigung." (9)

Ein höheres Ausmaß an Kindheitstraumata, insbesondere emotionaler Missbrauch, sagte größere Schwierigkeiten beim Erkennen und Beschreiben von Gefühlen im Erwachsenenalter voraus. Die Forschungsarbeit schlussfolgert: "Die Ergebnisse unterstreichen die entscheidende Rolle von Kindheitstraumata bei der Entstehung von Emotionsbewusstsein und -regulation bei Personen mit Psychose." (9)

Traumata, insbesondere Kindheitstraumata, führen zu Schwierigkeiten bei der Emotionsregulation, was wiederum zur Entwicklung oder Verschlimmerung einer Psychose beitragen kann. Personen mit Psychosen weisen häufig eine beeinträchtigte Gefühlsregulation auf, und Schwierigkeiten in diesem Bereich sind mit einer erhöhten Schwere und Belastung der psychotischen Symptome verbunden.

Schwierigkeiten Emotionen zu verstehen und zu verarbeiten kann also den Zusammenhang zwischen Trauma und Psychose teilweise erklärt. Dieser Mangel kann dazu führen, dass Betroffene mit traumatischen Erinnerungen und Emotionen auf eine Weise umgehen, die psychotische Symptome auslösen oder verstärken kann.

Traumatische Erlebnisse, insbesondere in der Kindheit, können also die Entwicklung gesunder emotionaler Regulationsfähigkeiten stören. Dies kann zu einer erhöhten emotionalen Reaktivität führen, was bedeutet, dass Betroffene intensivere und länger anhaltende emotionale Reaktionen auf äußere Einflüsse erleben. Insbesondere Schwierigkeiten bei der Regulierung von Emotionen wie Stressempfindlichkeit und emotionaler Reaktivität können als Brücke zwischen Trauma und psychotischen Erfahrungen dienen.

So können beispielsweise eine erhöhte emotionale Reaktivität und Schwierigkeiten beim Umgang mit intensiven Emotionen zu Fehlinterpretationen innerer und äußerer Erfahrungen führen und so zu Wahnvorstellungen und Halluzinationen beitragen. Das bedeutet, dass der Einfluss eines Traumas auf eine Psychose teilweise durch die Unfähigkeit des Betroffenen erklärt werden kann, seine Gefühle zu regulieren. In diesem Zusammenhang zeigt die Forschung, dass Menschen mit Psychosen erhebliche Schwierigkeiten haben, ihre Emotionen zu beschreiben, zu identifizieren und zu steuern. (1) (2) (3)

2. Erschwerende Strategien zur Bewältigung von Emotionen

Menschen mit Psychosen können erschwerende Strategien zur Bewältigung von Emotionen anwenden, um mit intensiven Emotionen umzugehen, was die Symptome weiter verschlimmert und einen Teufelskreis auslösen kann. Z.B. durch Unterdrückung, Vermeidung, Abspaltung (dissoziative Zustände) oder Ablenkung (wie Substanzmissbrauch). Diese dysfunktionalen Bewältigungsstrategien können psychotische Symptome verstärken oder auslösen.

Understanding Anger: A Powerful Emotion - Goodman Psychologist Associates

Traumatische Erfahrungen können so über eine mangelhafte emotionale Bewältigung nicht nur das Auftreten von Psychosen begünstigen, sondern auch die Art und Weise beeinflussen, wie sich psychotische Symptome manifestieren. Aufdringliche Erinnerungen und Erfahrungen, die mit einem Trauma in Verbindung gebracht werden können, spielen also aufgrund ihrer Auswirkungen auf die Gefühlsregulation und das autobiografische Gedächtnis eine Rolle bei der Entwicklung von Psychosen. Beispielsweise können Gefühle von Angst und Hilflosigkeit, die mit traumatischen Erinnerungen verbunden sind, zu Halluzinationen oder Wahnvorstellungen führen. Und "der Einsatz von Unterdrückung ist mit einer Zunahme von akustischen und visuellen Halluzinationen und einer Zunahme von Paranoia im Alltag verbunden." (8)

Keine anpassenden Strategien, wie Neubewertung und Akzeptanz

Untersuchungen zeigen, dass Menschen mit Schizophrenie oft eher weniger anpassende Strategien, wie Neubewertung und Akzeptanz nutzen, was zu einem schlechteren Gesundheitszustand führt. Bei Neubewertung wird die Bedeutung eines Ereignisses neu bewertet, um dessen emotionale Wirkung zu verringern. Dabei wird von negativen zu positiveren oder neutraleren Perspektiven gewechselt. Die Akzeptanz von Emotionen, insbesondere von schwierigen, ist eine Praxis, Emotionen anzuerkennen und zuzulassen, ohne zu urteilen oder zu versuchen, sie zu unterdrücken. Indem Emotionen akzeptiert werden, kann ihre Macht verringert werden und zu größerem emotionalen Wohlbefinden führen.

Eine geringer Aufarbeitung von Emotionen wird mit einer erhöhten Schwere psychiatrischer Symptome und einer verminderten sozialen Funktionsfähigkeit in Verbindung gebracht. Umgekehrt ist übermäßiges Verdrängen mit verstärkten negativen Emotionen und reduzierten sozialen Interaktionen verbunden.

Studien zeigen, dass die Wirksamkeit von Aufarbeitungsstrategien tendenziell abnimmt, wenn man von psychoseähnlichen Erfahrungen zu einer ausgeprägten Schizophrenie übergeht. Dies deutet auf eine abnehmende Fähigkeit zu angepassten emotionalen Reaktionen hin, wenn die Anfälligkeit für Psychosen zunimmt.

Das Erkennen der Zusammenhänge zwischen Trauma, gestörtem Umgang mit Gefühlen und Psychose ist daher entscheidend für die Entwicklung gezielter Therapien. Die Behandlung von Trauma- und Gefühlsverarbeitung in der Therapie kann dazu beitragen, die Schwere psychotischer Symptome zu verringern und die allgemeine Funktionsfähigkeit zu verbessern. Für eine umfassende Behandlung ist es daher wichtig, die mögliche Rolle von Traumata und Emotionsstörungen zu erkennen.

3. Erschwerter Umgang mit Emotionen bei Psychosen und Schizophrenie

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Defizite bei der Emotionsregulation führen zu unangepassten Strategien wie der Vermeidung oder Unterdrückung von Emotionen und Ablenkung, die häufiger eingesetzt wird als die effektivere Strategien der Neubewertung und Akzeptanz.

Emotionen zu vermeiden oder zu unterdrücken, anstatt Techniken zur Aufarbeitung anzuwenden, führt zu schlechteren emotionalen Erfahrungen. Diese Strategie kann schädliche Auswirkungen haben, zu ungelösten Gefühlen führen und psychische und physiologische Stressreaktionen und Psychosen verstärken.

Im Gegensatz dazu kann die Förderung von Fähigkeiten zur Emotionsregulation – wie beispielsweise kognitive Neubewertung – Betroffenen helfen, negative Emotionen zu mildern und die allgemeine psychische Gesundheit zu verbessern. Gesunde Menschen, stellen sich bewusst emotionalen Herausforderungen und können diese durch effektivere Methoden der Emotionsregulation erfolgreich meistern. Effektive Strategien Gefühle steuern zu können führen zu positiven psychologischen Ergebnissen, darunter eine verbesserte Entscheidungsfindung und ein verbessertes psychisches Wohlbefinden.

Für Menschen mit Psychosen und Schizophrenie stellt das Verstehen und Regulieren von Emotionen eine besondere Herausforderung dar, die ihre Symptome verschlimmern und die allgemeine Funktionsfähigkeit beeinträchtigen kann. Dies kann sich in verschiedenen Verhaltensweisen und Symptomen äußern, wie z.B. starken Stimmungsschwankungen, Impulsivität, Schwierigkeiten, sich nach emotionalen Ereignissen zu beruhigen, oder übermäßige Reaktionen auf Situationen.

4. Therapien

Ein effektiver Umgang mit Emotionen trägt zur psychischen Stabilität und zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Emotionsregulation ermöglicht es, angemessen auf andere Menschen zu reagieren und gesunde Beziehungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Sie hilft, mit Stress und schwierigen Situationen besser umzugehen. Emotionsregulation ist eine wichtige Fähigkeit, die erlernt und trainiert werden kann. Sie ist entscheidend für ein gesundes psychisches und soziales Leben.

Emotionen sind nicht nur eine Nebenwirkung einer Psychose, sondern vielmehr ein integraler Bestandteil des Erlebens und des Genesungsprozesses. Das Verständnis und die Auseinandersetzung mit den eignen Gefühlen sind entscheidend für die Gesundung. Soteria, Offener Dialog und Care Farming sind bedarfsorientierte Betreuungsformen, die den tieferen psychologischen Sinn einer Psychose anerkennen und den heilsamen Umgang mit Emotionen zum Ziel haben - im Gegensatz zur Psychiatrie, die schwierige Emotionen, wie bei Wahnvorstellungen und Halluzinationen mit Psychopharmaka unterdrückt.

Diese alternativen Ansätze zur Psychiatrie konzentrieren sich auf die Ganzheit eines Menschen in einer psychotischen Krise und seiner emotionalen Erfahrungen und nicht nur auf die Symptome. Sie unterstützen dabei, die eigene Identität jenseits der Psychose zu finden und das Gefühl der Kontrolle zu stärken.

Therapien und Heilmethoden auf den 5 Ebenen der Heilung wie Meditation, Kunsttherapien, Psychotherapie, Mind-Body-Therapien aber auch Sport und körperliche Arbeit können dabei helfen belastende Emotionen wahrzunehmen, auszudrücken, steuern und abzubauen und sind der Schlüssel zur Gesundung bei Schizophrenie.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Trauma, der Umgang mit Emotionen und Psychosen eng miteinander verknüpft sind. Traumata können die Entwicklung von Psychosen begünstigen, indem sie einen heilsamen Umgang mit Emotionen beeinträchtigen. Eine angemessene Behandlung, die sowohl die psychotischen Symptome als auch die traumatischen Erfahrungen berücksichtigt, ist daher entscheidend für die Genesung. |


Alle beeinflussbaren Faktoren, die von einem Trauma zu Psychosen führen:

Traumata, insbesondere in der Kindheit, sind mit einem erhöhten Risiko für Psychosen im Erwachsenenalter verbunden. Dieser Zusammenhang wird durch verschiedene psychologische Prozesse vermittelt. Zu den wichtigsten Faktoren gehören Dissoziation, beeinträchtigter Umgang mit Gefühlen und Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung wie Vermeidung, Benommenheit und Übererregung. Darüber hinaus spielen auch negative Glaubensmuster eine Rolle. (1) (2)



Spezifische psychologische Prozesse und ihre vermittelnden Rollen:

  • Dissoziation:
    Das Erleben einer Dissoziation, eines psychologischen Prozesses, bei dem sich eine Person von ihren Gedanken, Gefühlen, Erinnerungen oder ihrem Selbstgefühl löst, kann die Beziehung zwischen Traumata und psychotischen Symptomen, insbesondere Halluzinationen, vermitteln.
  • Gestörter Umgang mit Gefühlen:
    Schwierigkeiten bei der Bewältigung und Regulierung von Emotionen, die oft eine Folge eines Traumas sind, können ebenfalls zur Entwicklung psychotischer Symptome beitragen.
  • Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung:
    Symptome einer Posttraumatischen Belastungsstörung, wie Vermeidung (der Versuch, Erinnerungen an das Trauma zu vermeiden), Betäubung (emotional und körperlich) und Übererregbarkeit (leichte Erschreckbarkeit oder Angst) wurden als Vermittler zwischen Trauma und Psychose, insbesondere Halluzinationen, identifiziert.
  • Negative Überzeugungen/Glaubensmuster:
    Negative mentale Konstrukte oder Überzeugungen über sich selbst und andere, die oft als Folge eines Traumas entstehen, können die Verbindung zwischen Traumata und Symptomen wie Wahnvorstellungen und Paranoia vermitteln.
  • Gestörter Umgang mit Stimmungen:
    Schwierigkeiten bei der Regulierung von Emotionen, einschließlich Depressionen und Stimmungsschwankungen, können auch eine vermittelnde Rolle in der Beziehung zwischen Trauma und psychotischen Symptomen spielen.
  • Zwischenmenschliche Sensibilität:
    Eine erhöhte Sensibilität gegenüber sozialen Signalen und potenziellen Bedrohungen, die eine Folge eines Traumas sein kann, kann die Verbindung zwischen Mobbing und paranoiden Vorstellungen vermitteln.
  • Bindungsstile:
    Ängstliche oder vermeidende Bindungsstile, die sich aus frühen Traumata entwickeln können, können auch die Beziehung zwischen Trauma und bestimmten psychotischen Symptomen wie Halluzinationen und Paranoia vermitteln.

Andere Faktoren:

  • Aufdringliche Trauma-Erinnerungen:
    Das Vorhandensein aufdringlicher, unerwünschter Erinnerungen im Zusammenhang mit dem Trauma kann auch die Verbindung zwischen sexuellem Missbrauch in der Kindheit und Halluzinationen vermitteln.
  • Negativer Sprachinhalt:
    Bei akustischen Halluzinationen kann der Inhalt der Stimmen durch negative Erfahrungen und Überzeugungen geprägt sein, die auf Entwicklungstraumata zurückzuführen sind.

Im Wesentlichen führt ein Trauma nicht direkt zu einer Psychose, sondern löst vielmehr eine Reihe psychologischer Prozesse aus, die die Anfälligkeit für psychotische Symptome erhöhen können. Das Verständnis dieser vermittelnden Faktoren ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung wirksamer Therapien für Personen mit einer Vorgeschichte von Traumata und Psychosen. (1) (2)


1. Emotionen und Schizophrenie

Selbstdarstellung Von Personen Mit Schizophrenie, Die Innere Unruhen Und  Emotionen Durch Ihr Kunstwerk Zeigen Stockfoto - Bild von geistlich,  schädlich: 274123136

Emotionen spielen bei Schizophrenie eine entscheidende, aber oft unterschätzte Rolle. Ein gestörter Umgang mit Emotionen trägt maßgeblich zum Ausbruch und Fortschreiten der schizophrenen Erkrankung bei. Insbesondere emotionale Spannungen können psychotische Episoden auslösen und den langfristigen Verlauf der Schizophrenie beeinflussen.

In der Forschungsarbeit "Die Schlüsselrolle der Emotionen im Rätsel der Schizophrenie." schreibt Luc Ciompi, das Emotionen als eine Form von Energie betrachtet werden können, und übermäßige emotionale Energie kann das „dynamische System“ des Fühlens, Denkens und Verhaltens des Gehirns destabilisieren und zu psychotischen Episoden führen. (4)

Untersuchungen haben gezeigt, dass psychotischen Erfahrungen oft eine erhöhte Emotionalität vorausgeht. Zu verstehen, wie Menschen mit diesen Emotionen umgehen, ist für Psychosen von entscheidender Bedeutung. Psychosen können intensive und schwankende Emotionen mit sich bringen. In einer Psychose können verstärkte emotionale Reaktionen auftreten. Wahnvorstellungen wie paranoide oder Verfolgungswahnvorstellungen können zu Angst-, Bedrohungs- und Beklemmungsgefühlen führen. Stimmen zu hören oder Dinge zu sehen, die nicht da sind, kann belastend sein und zu negativen Emotionen wie Traurigkeit, Aufregung oder Wut führen.

Bei Psychosen treten auch häufig Depressionen und Angstzustände auf. Eine Zunahme negativer Gefühle wie Depression, Niedergeschlagenheit und ein negatives Selbstbild, Angst und Wut kann Auslöser psychotischer Symptome sein. Solche negativen Emotionen können also psychotische Symptome auslösen oder verschlimmern.



Bei Betroffenen kann es zudem zu schnellen Stimmungsschwankungen kommen, darunter auch Phasen gehobener Stimmung (Manie) oder gedrückter Stimmung (Depression). Diese Gefühlsschwankungen können einen wesentlichen Teil der psychotischen Erfahrung ausmachen und zu Stress beitragen.

Emotionen können auch den Inhalt und die Intensität psychotischer Symptome beeinflussen. Beispielsweise können negative Emotionen mit paranoiden Wahnvorstellungen einhergehen, während positive Emotionen mit Größenwahn in Verbindung gebracht werden. Bei manchen Menschen mit Psychose kann es zu einer erhöhten emotionalen Labilität kommen, die durch plötzliche und unerwartete Gefühlsausbrüche gekennzeichnet ist.

Stress-Vulnerabilitätsmodell

Traumatische Erlebnisse und ein hohes Maß an Stress können das Risiko einer Psychose erhöhen und diese Erlebnisse gehen oft mit emotionalen Dysregulationsstörungen einher. Schizophren Erkrankte fühlen sich durch emotionale Situationen oder Reize leichter getriggert oder überwältigt. Sie neigen eher dazu, verstärkte emotionale Reaktionen auf Stress zu zeigen, was zu einem Übergang vom normalen Funktionieren zur Psychose führen kann. Das Stress-Vulnerabilitätsmodell legt nahe, dass Personen mit einer Veranlagung zur Schizophrenie anfälliger für die Auswirkungen von emotionalem Stress sein können, der psychotische Episoden auslösen kann. Stressige Lebensereignisse können also psychotische Symptome auslösen und diese Reaktion kann durch eine negative emotionale Voreingenommenheit verstärkt werden.

Das Konzept der „ausgedrückten Emotionen“

In der Arbeit mit Menschen ist ein Verständnis für das Konzept "Expressed  Emotions" ungemein wichtig. 🆘 Auch in Abhängigkeit von eigenen Erfahrungen  (wie in der Ursprungsfamilie) sind "high… | Michael Wiens

Auch emotionale Überforderung und Sensibilität können zu akuten psychotischen Rückfällen und Symptomen wie Unruhe beitragen. Das Konzept der „ausgedrückten Emotionen“ unterstreicht den Einfluss der emotionalen Reaktionen von Familienmitgliedern auf Menschen mit Schizophrenie. Hohe ausgedrückten Emotionen, gekennzeichnet durch Kritik und emotionale Überbeanspruchung, können die Symptome verschlimmern und das Rückfallrisiko erhöhen.

Auch können Menschen mit Schizophrenie, die in ihrer Erziehung das Ausdrücken von starken negativen Emotionen erfahren haben, selbst Schwierigkeiten bekommen mit starken negativen Emotionen mildernd umgehen zu können. Emotionale Dysregulation ist die Schwierigkeit, Emotionen angemessen steuern zu können. Dies kann sich in Form von starken Stimmungsschwankungen, impulsiven Handlungen, Schwierigkeiten beim Beruhigen nach emotionalen Auslösern oder übermäßigen Reaktionen äußern. Emotionale Dysregulation kann zu Reaktionen führen, die anderen unverhältnismäßig erscheinen. Sie kann verschiedene Lebensbereiche, einschließlich Beziehungen und Karriere, erheblich beeinträchtigen.

Das Wechselspiel von positiven und negativen Symptome

Eine Psychose mit positiven Symptomen, wie Wahnvorstellungen und Halluzinationen ist extrem emotional fordernd. Die Folge sind negative Symptome oder postpsychotische Depressionen, die meist durch Antipsychotika verstärkt werden. Emotionale Flaute, Gleichgültigkeit und sozialer Rückzug, die häufig bei lang anhaltender Schizophrenie beobachtet werden, können also teilweise eine Reaktion und ein Abwehrmechanismus gegen die emotionale Überstimulation sein, die mit Psychosen einherging.

Und auch umgekehrt gilt, dass starke negative Symptome Risikofaktoren für Psychosen sind. Eine verminderte Fähigkeit, Freude zu empfinden, ist ein häufiges Symptom der Schizophrenie und geht mit emotionalen Defiziten einher. Defizite bei der Verarbeitung von Emotionen können zu Schwierigkeiten mit sozialen Beziehungen beitragen und zu sozialer Isolation führen. Ein Unterdrücken und Vermeiden von Emotionen und menschlichen Bedürfnissen, wie sozialer Kontakt oder Sexualität, erzeugt Spannungen, die sich wiederum in Psychosen mit Halluzinationen und Wahnvorstellungen auszudrücken und ausleben können.

(Ausführlich siehe Artikel: ERKRANKUNG UND GESUNDUNG | Stress, sozialer Rückzug und Sensibilität - Verstärker von Symptomen und Auslöser für Psychosen? )

Gefühle und Gedanken

Die von Luigi Ciompi entwickelte Theorie der Affektlogik geht davon aus, dass Gefühle nicht von den Gedanken getrennt, sondern eng miteinander verknüpft sind und für die Verarbeitung geistiger Prozesse unerlässlich sind. Bei Schizophrenie können Störungen der Affektlogik zu emotionaler Verflachung und Schwierigkeiten in sozialen Beziehungen führen. Emotionen interagieren auf komplexe Weise mit gedanklichen, wahrnehmungs- und verhaltensbezogenen Prozessen, was Schizophrenie zu einem vielschichtigen Rätsel macht. (4)


2. Strategien in Umgang mit Emotionen

Krankheitsverarbeitung (Coping) und Emotionsregulation (ER) | SpringerLink

Emotionsregulation, auch Affektregulation genannt, bezieht sich auf die Fähigkeit, die eigenen Emotionen und deren Ausdruck zu beeinflussen und zu steuern. Es geht nicht darum, Emotionen zu unterdrücken, sondern vielmehr darum, angemessen mit ihnen umzugehen und sie situationsgerecht zu anzupassen.

Zu den positiven Fähigkeiten im Umgang mit Emotionen gehören das Bewusstsein für emotionale Erfahrungen, das Erkennen und Benennen von Emotionen, das Interpretieren von Körperempfindungen, das Verstehen emotionaler Auslöser, die Steuerung von Emotionsintensität oder -dauer, das Akzeptieren unerwünschter Emotionen, die Konfrontation mit Situationen und die Bereitstellung von Selbsthilfe (z. B. Selbstfreundlichkeit). (5)

Emotionsregulation umfasst also Prozesse, wie:

  1. Die Fähigkeit, eigene Gefühle wahrzunehmen und zu benennen.
  2. Das Erkennen der Ursachen und Zusammenhänge von Emotionen.
  3. Die Fähigkeit, die Stärke und Dauer von Emotionen zu beeinflussen.
  4. Die Fähigkeit, Emotionen in einer Weise auszudrücken, die für die jeweilige Situation und soziale Umgebung angemessen ist.

Es gibt Reihe von Strategien, die Personen anwenden können, um Art, Intensität, Dauer und Qualität von Emotionen zu beeinflussen. Positive Strategien sind Neubewertung und Akzeptanz, langfristig negative Strategien sind Vermeidung, emotionale Unterdrückung und Ablenkung. (5)

Vermeidung

Emotionsvermeidung, auch bekannt als emotionales Umgehen oder Vermeidungsverhalten, ist eine Strategie, bei der Menschen versuchen, unangenehme oder schmerzhafte Emotionen zu umgehen, anstatt sie zu erleben und zu verarbeiten. Dies kann verschiedene Formen annehmen, wie das Verdrängen von Gefühlen, das Ablenken von ihnen oder das Suchen nach kurzfristigen Ablenkungen wie Essen oder Drogen.

Nachteile: Das ständige Vermeiden von Emotionen kann dazu führen, dass sie sich aufstauen und zu psychischen Spannungen führen, die sich in emotionalen Ausbrüchen, psychosomatischen Beschwerden oder anderen Problemen äußern können.

Durch die Vermeidung von Emotionen können Menschen ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse weniger gut verstehen und somit Schwierigkeiten haben, authentische Beziehungen zu führen und Entscheidungen zu treffen, die ihren Werten entsprechen.

Wer Emotionen vermeidet, kann weniger gut mit schwierigen Lebensereignissen umgehen, da ihm die Fähigkeit fehlt, emotionale Herausforderungen zu bewältigen und sich davon zu erholen.

Unterdrückung

Bei der Unterdrückung von Emotionen handelt es sich um einen Bewältigungsmechanismus, der oft unbewusst hilft, eine Überforderung zu verhindern, Kontrolle zu wahren oder Konflikte zu vermeiden.

Dabei geht es auch um Anpassung an Erwartungen des soziale Umfelds und diesem gerecht zu werden. Z.B. bei Verlustangst in Beziehungen oder um bestimmte Lebensumstände nicht zu gefährden.

Nachteile: Allerdings kann diese Strategie negative Auswirkungen auf Körper und Psyche haben. Die Unterdrückung von Emotionen, also das Zurückhalten oder Ignorieren von Gefühlen, kann langfristig zu gesundheitlichen Problemen führen, wie erhöhtes Risiko für Psychosen, Depressionen, Angstzustände, Panikattacken.

Es entsteht ein Gefühl der emotionalen Taubheit, der Leere oder Distanziertheit. Die Beziehungsfähigkeit wird beeinträchtigt und das Selbstwertgefühls gemindert.

Ablenkung

Ablenkung kann zu Entspannung und Beruhigung führen. Es kann helfen, den Fokus von intensiven negativen Emotionen wegzulenken, um eine Überforderung zu vermeiden.

Nachteile: Kurzfristige Ablenkung kann dazu führen, dass Emotionen nicht verarbeitet werden, sondern verdrängt werden, was zu einem späteren Zeitpunkt zu Problemen führen kann. Ständiges Ablenken kann zu Schuldgefühlen führen, da man sich seiner Emotionen nicht bewusst wird und sie unterdrückt.

Neubewertung

Neubewertung schafft zunächst eine gewisse Distanz zur Situation, um eine objektivere Perspektive zu gewinnen. Die eigenen automatischen Gedanken und Gefühle werden hinterfragt und es wird versucht, alternative, positivere Interpretationen der Situation zu finden. Es ist ein bewusster Prozess, bei dem man versucht, negative Gefühle zu reduzieren, indem die Situation anders interpretiert wird und somit eine andere emotionale Reaktion hervorruft.

Beispiele: Durch die Neubewertung verändert sich die emotionale Reaktion auf die Situation. Anstatt sich beispielsweise über einen verspäteten Zug zu ärgern, kann die gewonnene Zeit für etwas Angenehmes genutzt werden. Anstatt eine stressige Situation als Bedrohung wahrzunehmen, kann sie als Herausforderung betrachten werden, die neue Fähigkeiten erfordert.

Anstatt sich wegen eines Misserfolgs zu entmutigen, kann er als Chance angesehen werden, aus Fehlern zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen. In einem Konflikt kann man versuchen, die Perspektive des Gegenübers zu verstehen und somit Mitgefühl zu entwickeln, anstatt wütend zu sein.

Akzeptanz

Die Akzeptanz von Emotionen, insbesondere von schwierigen, ist eine Praxis, Emotionen anzuerkennen und zuzulassen, ohne zu urteilen oder zu versuchen, sie zu unterdrücken. Indem Emotionen akzeptiert werden, kann ihre Macht verringert werden und zu größerem emotionalen Wohlbefinden führen.

Neubewertung und Akzeptanz hilft dabei, negative Emotionen wie Ärger, Angst oder Trauer zu reduzieren. Durch die Neubewertung und Akzeptanz können auch positive Emotionen wie Freude oder Dankbarkeit verstärkt werden. Sie tragen zu einem besseren Umgang mit Stress und anderen Herausforderungen bei, was sich positiv auf das psychische Wohlbefinden auswirkt.


3. Erschwerter Umgang mit Emotionen bei Psychosen und Schizophrenie

Suppressing feelings: self-protection or repression?

Emotionsregulation ist ein wichtiger Bestandteil der psychischen Gesundheit und befasst sich damit, wie Menschen ihre Emotionen erleben und bewältigen. Schwierigkeiten im Umgang mit Gefühlen liegt vor, wenn Defizite in einer der folgenden vier Dimensionen vorliegen:

  1. Wahrnehmung, Verständnis und Akzeptanz von Gefühlen
    Untersuchungen zeigen, dass es für Menschen mit Schizophrenie schwieriger sein kann, sich ihrer Gefühle bewusst zu werden, sie zu verstehen und zu akzeptieren, als für gesunde Menschen.
  2. Fähigkeit zu zielgerichtetem Verhalten und zur Unterdrückung impulsiver Verhaltensweisen bei negativen Emotionen Unterdrückung impulsiver Verhaltensweisen, wie Wut oder Gewalt, sind bei Personen mit Schizophrenie häufig beeinträchtigt.
  3. Fähigkeit zu situationsgerechten Anpassung emotionaler Reaktionen
    Strategien wie Neubewertung werden bei Personen mit Schizophrenie selten oder nur ineffektiv angewandt.
  4. Bereitschaft, negative Emotionen als Teil bedeutsamer Lebenserfahrungen zu erleben
    Die Akzeptanz von Emotionen, insbesondere von schwierigen, ist bei Personen mit Schizophrenie häufig eingeschränkt.

Mangelndes Bewusstsein, Vermeidung, Unterdrückung und Ablenkung von Emotionen

Defizite bei der Emotionsregulation und führen zu unangepassten Strategien wie der Vermeidung oder Unterdrückung von Emotionen und Ablenkung, die häufiger eingesetzt wird als die effektivere Strategien der Neubewertung und Akzeptanz. (6)

StrategieSchizophreniepatientenGesunde PersonenAuswirkungen auf das klinische Ergebnis
UnterdrückungHöhere Anwendung, verstärkte negative EmotionenGeringere Anwendung, positivere ErgebnisseSchädlich für die soziale Interaktion
VermeidungNeigt dazu, sich unter emotionalem Stress zurückzuziehenEngagiert sich stärker bei hoher emotionaler IntensitätBeeinflusst die emotionale Verarbeitung und soziale Erfahrungen
NeubewertungGeringere AnwendungHöhere Nutzung, mehr AnpassungenBesseres Symptommanagement
AkzeptanzGeringere AnwendungHöhere Nutzung, mehr AnpassungenGrößeres emotionales Wohlbefinden


Eine Studie ergab eine allgemeinen Verringerung der körperlichen Empfindungen bei allen Emotionen und dass Menschen mit Schizophrenie ungenügend zwischen verschiedenen Emotionen unterscheiden können. "Dies kann für sie ein Problem darstellen, wenn sie ihre Emotionen identifizieren, erkennen und verbalisieren oder versuchen, die Emotionen anderer zu verstehen." (10)

Diese Grafik vergleicht die Körperkarten der Kontrollgruppe (oben) und von Menschen mit Schizophrenie (unten):

People with schizophrenia experience emotion differently from others, 'body  maps' show | Vanderbilt University


Emotionen zu vermeiden oder zu unterdrücken, anstatt Techniken zur Aufarbeitung anzuwenden, führt zu schlechteren emotionalen Erfahrungen. Diese Strategie kann schädliche Auswirkungen haben, zu ungelösten Gefühlen führen und psychische und physiologische Stressreaktionen und Psychosen verstärken.

Im Gegensatz dazu kann die Förderung von Fähigkeiten zur Emotionsregulation – wie beispielsweise kognitive Neubewertung – Betroffenen helfen, negative Emotionen zu mildern und die allgemeine psychische Gesundheit zu verbessern. Gesunde Menschen, stellen sich bewusst emotionalen Herausforderungen und können diese durch effektivere Methoden der Emotionsregulation erfolgreich meistern. Effektive Strategien Gefühle steuern zu können führen zu positiven psychologischen Ergebnissen, darunter eine verbesserte Entscheidungsfindung und ein verbessertes psychisches Wohlbefinden.

Wenig Kontrolle bei starken Emotionen

The Man Box: The Link Between Emotional Suppression and Male Violence - The  Good Men Project

Menschen mit Schizophrenie haben oft Schwierigkeiten, ihre Emotionen zu kontrollieren, insbesondere unter hohem Stress. Zwar gelingt es ihnen, schwache negative Emotionen zu kontrollieren, doch mit zunehmender emotionaler Belastung nimmt ihre Fähigkeit, wirksame Strategien anzuwenden, ab.

Im Gegensatz dazu sind gesunde Menschen besser darin, Bewältigungsstrategien zu implementieren, wenn ihr Stresslevel steigt, und arbeiten aktiv daran, von negativen zu positiveren Gefühlen zu wechseln. Diese Diskrepanz deutet darauf hin, dass Menschen mit Schizophrenie ihre Fähigkeiten zur Emotionsregulation in schwierigen Zeiten möglicherweise nicht effektiv nutzen.

Erlernte Hilflosigkeit

Das Phänomen der „erlernten Hilflosigkeit“ deutet darauf hin, dass sich Menschen mit Schizophrenie von ihren emotionalen Zuständen überwältigt fühlen und daher weniger motiviert sind, ihre emotionalen Erfahrungen zu verändern. In Kombination mit möglichen Faktoren wie Energiemangel könnte dieser psychische Zustand die verminderte Fähigkeit von Menschen mit Schizophrenie erklären, ihre Emotionen effektiv zu steuern und zu regulieren, insbesondere in Stresssituationen. (6)

Fazit:

Für Menschen mit Psychosen und Schizophrenie stellt das Verstehen und Regulieren von Emotionen eine besondere Herausforderung dar, die ihre Symptome verschlimmern und die allgemeine Funktionsfähigkeit beeinträchtigen kann.

Dies kann sich in verschiedenen Verhaltensweisen und Symptomen äußern, wie z.B. starken Stimmungsschwankungen, Impulsivität, Schwierigkeiten, sich nach emotionalen Ereignissen zu beruhigen, oder übermäßige Reaktionen auf Situationen.


4. Therapien und Heilmethoden

Eine effektive Emotionsregulation trägt zur psychischen Stabilität und zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Sie ermöglicht es, angemessen auf andere Menschen zu reagieren und gesunde Beziehungen aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Sie hilft, mit Stress und schwierigen Situationen besser umzugehen. Emotionsregulation ist eine wichtige Fähigkeit, die erlernt und trainiert werden kann. Sie ist entscheidend für ein gesundes psychisches und soziales Leben.

Emotionen sind nicht nur eine Nebenwirkung einer Psychose, sondern vielmehr ein integraler Bestandteil des Erlebens und des Genesungsprozesses. Das Verständnis und die Auseinandersetzung mit den eignen Gefühlen sind entscheidend für die Gesundung. Soteria, offener Dialog und Care Farming sind bedarfsorientierte Betreuungsformen, die den tieferen psychologischen Sinn einer Psychose anerkennen und den heilsamen Umgang mit Emotionen bei Psychosen zum Ziel haben - im Gegensatz zur Psychiatrie, die schwierige Emotionen, wie in Wahnvorstellungen und Halluzinationen mit Psychopharmaka unterdrücken.

Diese alternativen Ansätze zur Psychiatrie konzentrieren sich auf die Ganzheit eines Menschen in einer psychotischen Krise und seiner emotionalen Erfahrungen und nicht nur auf die Symptome. Sie unterstützen dabei, die eigene Identität jenseits der Psychose zu finden und das Gefühl der Kontrolle zu stärken.

Therapien und Heilmethoden auf den 5 Ebenen der Heilung wie Meditation, Kunsttherapien, Psychotherapie, Mind-Body-Therapien aber auch Sport und körperliche Arbeit können dabei helfen belastende Emotionen wahrzunehmen, auszudrücken, steuern und abzubauen und sind der Schlüssel zur Gesundung bei Schizophrenie.


Studien und Quellen

(1) Psychological processes mediating the association between developmental trauma and specific psychotic symptoms in adults: a systematic review and meta‐analysis. Michael AP Bloomfield, Tinya Chang, Maximillian J Woodl, Laura M Lyons, Zhen Cheng, Clarissa Bauer‐Staeb, Catherine Hobbs, Sophie Bracke, Helen Kennerley, Louise Isham, Chris Brewin, Jo Billings, Talya Greene, Glyn Lewis, 2021

(2) Pathways from trauma to unusual perceptual experiences: Modelling the roles of insecure attachment, negative affect, emotion regulation and dissociation. Laura P. Strachan, Georgie Paulik, David A. Preece, Peter M. McEvoy, 2023

(3) Global emotion dysregulation and maladaptive cognitive emotion regulation strategies mediate the effects of severe trauma on depressive and positive symptoms in early non-affective psychosis. Jianlin Liu et al., 2020

(4) The key role of emotions in the schizophrenia puzzle. Luc Ciompi, 2014

(5) Relations between psychosis and emotion regulation in daily life: A systematic review and meta-analyses of studies using experience sampling methods. Catherine Bortolon, Carla Nardelli, 2025

(6) https://www.asteroidhealth.com/blog/emotion-r…n-schizophrenia

(7) Emotional regulation as a mediating variable between risk of psychosis and common mental health problems in adolescents. Inma Fernández, Óscar Vallina-Fernández, Sandra Alonso-Bada, Mar Rus-Calafell, Mercedes Paino, 2025

(8) An emotional regulation approach to psychosis recovery: The Living Through Psychosis group programme. Aisling Ryan et al., 2021

(9) Childhood trauma in people with psychosis: implications for emotion awareness and regulation. S. A. Miller,L. H. Ospina,B. Ozomaro,J. S. Ballon,J. P. McEvoy,L. F. Jarskog,, 2025

(10) Anomalous bodily maps of emotions in schizophrenia. Torregrossa LJ, Snodgress MA, Hong SJ, et al., 2018


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