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SERIE | Wirkstoffe der orthomolekularen Medizin bei Psychosen und positiven Symptomen
6. NAC
| Besserung in 8-12 Wochen | (G) | (+) | (-) | (k) | (D) | (Ä) | (ST) | (SCH) |
| NAC | 10% | 10% | 20% | ✓ | 15% | 15% | ✓ | 15% |
(G) = Gesamtsymptome, (+) = positive, (-) =negative,, (k) = kognitive Symptome, (D)=Depressionen, (Ä)=Ängste, (ST) = Stress, (SCH)= Schlaf
| Kurzfassung |
| NAC (N-Acetyl-Cystein) ist die stabilisierte Form der Aminosäure Cystein mit einem breiten Wirkungsspektrum. Die Verbindung als NAC tritt auch natürlich auf und ist beispielsweise in Hähnchen- und Putenfleisch, Knoblauch, Eiern aber auch in diversen Früchten und Gemüse zu finden.
Das Immunsystem braucht Cystein für die Aktivität und Kontrolle von Entzündungen. Die bekannteste und häufigste Anwendung von NAC findet in der Erkältungssaison statt: So wird NAC oder auch ACC (Acetylcystein) häufig bei erkältungsbedingtem Husten empfohlen, um das Abhusten zu erleichtern. So wirkt es sehr stark entzündungshemmend und immunsteigernd.
NAC ist eine Verbindung, die bei der Behandlung psychiatrischer Erkrankungen von zunehmendem Interesse ist. Vor allem aufgrund seiner antioxidativen, entzündungshemmenden und Glutamat-modulierenden Aktivität wurde NAC bei der Behandlung von neurologischen Entwicklungsstörungen, wie Schizophrenie, bipolaren Störungen, depressiven Störungen, Angststörungen, Schlafstörungen und Zwangsstörungen untersucht. (1)
Schizophrenie kann durch eine Neuroprogression (negative Gehirnentwicklung) gekennzeichnet sein, die möglicherweise durch freie Radikale verursachte Neurotoxizität, Entzündung, mitochondriale Dysfunktion oder gestörte Neurogenese (Bildung von Nervenzellen) entsteht, gegen die NAC vorbeugende Wirkung zeigt.
Derzeit gibt es die meisten Belege für eine positive Wirkung von NAC bei negativen Symptomen von Schizophrenie und Depression. Schizophren Erkrankte mit negativen Symptomen erlebten nach NAC-Gabe in Studien Verbesserungen bei Apathie, Denkstörungen, sozialem Rückzug und Dyskinesien. Sie zeigten verbesserte Selbstpflege, größere soziale Interaktion und Motivation sowie eine stabilere Stimmung.
Wie Studien zeigten, gab es einen Rückgang der negativen Symptome von 20% gegenüber Placebo in 12 Wochen. Die Symptome in der Gesamtheit sanken ebenfalls um 10%. (12) Die Behandlung mit NAC führte zu einer signifikanten Verbesserung der positiven Symptome um 10% (SAPS-Score) gegenüber Placebo in 8 Wochen. (10)
Schizophren Erkrankte mit negativen Symptomen erlebten nach NAC-Gabe in Studien Verbesserungen bei Apathie, Denkstörungen, sozialem Rückzug und Dyskinesien. Sie zeigten verbesserte Selbstpflege, größere soziale Interaktion und Motivation sowie eine stabilere Stimmung. Die allgemeinen Symptome, wie Depressionen und Ängste sanken um 15%. (4) (6)
Schlafstörungen reduzierten sich ebenfalls um 15%. Vorklinische Studien zeigen, dass N-Acetylcystein den Schlaf-Wach-Rhythmus moduliert: Es verkürzt die Latenzzeit bis zum Einsetzen des Schlafs und verlängert die Zeit, die im NREMS-Schlaf verbracht wird. "Die schlaffördernde Wirkung von N-Acetylcystein kann zu seinem therapeutischen Potenzial bei Schizophrenie und anderen neuropsychiatrischen Erkrankungen beitragen, vorausgesetzt, es wird vor dem Schlafengehen verabreicht." (8)
Bisher wurden elf Studien mit N -Acetylcystein mit 700 Patienten mit Schizophrenie veröffentlicht. Eine aktuelle Übersichtsarbeit von 2023 fand bei NAC ausreichende Beweise, um eine starke Empfehlungen bei Schizophrenie zu geben:
"(1) NAC (bei einer Verwendung zwischen 1200 und 3600 mg/Tag, für mindestens 12 Wochen) mit signifikanter Verbesserung der Negativsymptome, der allgemeinen Psychopathologie ... und der Kognition, mit der stärksten Evidenz für die Studien, die mindestens 6 Monate dauerten ... (2) positiver Symptome: NAC 1200 mg/Tag für mindestens 12 Wochen." (9) |
1. Wirkungsweise
NAC hat mehrere relevante Eigenschaften, darunter antioxidative Wirkungen, Verringerung der Entzündungen, Umkehrung der mitochondrialen Dysfunktion, erhöhte Neurogenese (Neubildung von Nervenzellen), sowie Modulation der Dopamin- und gesenkte Glutamatfreisetzung.
Positive Symptome stehen im Zusammenhang mit glutamaterger Hyperaktivität, oxidativem Stress und Entzündungen.
NAC moduliert auch das glutamaterge System, dessen Funktionsstörung mit positiven, negativen und kognitiven Symptomen verbunden ist. Bei Schizophrenie gibt es eine Unterfunktion der Glutamat-Rezeptoren und NAC stimuliert diese, um die Glutamatübertragung zu verringern.
Eine Ergänzung mit NAC kann die Schwere dieser Symptome auch reduzieren, indem der oxidative Stress und Entzündungen gesenkt werden, das Immunsystem gestärkt und die Glutamatspiegel gesenkt werden, was auch dazu führt, das die Dopaminausschüttung reduziert wird und so auch positive Symptome abnehmen.
2. NAC bei Psychosen und Schizophrenie
N-Acetylcystein scheint eine wichtige und zu wenig genutzte Option in der Langzeitbehandlung der Schizophrenie zu sein. Bereits in den letzten zwei Jahrzehnten wurde immer wieder über Patienten berichtet, die einen schweren Verlauf ihrer schizophrenen Erkrankung erlebten und bei denen auch unter Nutzung aller pharmakotherapeutischen Möglichkeiten inklusive Clozapin kein zufriedenstellender Zustand erreicht werden konnte.
In solchen Fällen führte dann die zusätzliche Gabe von N-Acetylcystein zu einer Wende im Krankheitsverlauf. Dies hatte zur Folge, dass auch in offenen Studien wiederholt beobachtet wurde, dass N-Acetylcystein einen klinisch relevanten Effekt auf verschiedene Symptome der schizophrenen Erkrankung ausübte. Diese Befunde waren auch deshalb hochinteressant, weil N-Acetylcystein sehr kostengünstig hergestellt werden kann und ein überaus günstiges Nebenwirkungsprofil hat.
Es gibt aktuell ein großes Interesse an der möglichen Wirksamkeit entzündungslösend wirkender Substanzen bei schizophrenen Erkrankungen, und auch erste kontrollierte Studien. Die Ergebnisse zeigen das N-Acetylcystein auch im Vergleich zu anderen Substanzen (z. B. Östrogene, Pregnenolon) den derzeit wahrscheinlich vielversprechendsten Ansatz darstellen - vor allem im Hinblick auf unerwünschte Begleiteffekte vor dem Hintergrund der Langzeitanwendung. Aufgrund seiner Anwendung seit den 1960igern bei Infektionen der oberen Atemwege ist die Substanz millionenfach erprobt.
3. Studien
Bisher wurden elf Studien mit N -Acetylcystein mit 700 Patienten mit Schizophrenie veröffentlicht. Eine Metaanalyse dieser Studien wurde durchgeführt, um die Wirksamkeit, Akzeptanz und Sicherheit von N -Acetylcystein zur Behandlung von Schizophrenie zu bewerten.
Ergebnisse: "N -Acetylcystein übertraf das Placebo in Bezug auf den PANSS-Gesamtscore, den PANSS-Positiv-Subskalenscore, den PANSS-Negativ-Subskalenscore, den PANSS-Allgemein-Subskalenscore, den Aufmerksamkeitsscore und Arbeitsgedächtnis-Score ... Die Studien mit Personen in der akuten Phase (Psychose) hatten eine größere Effektstärke als Studien mit Personen in der nichtakuten Phase ... Bei den Studien, die Personen mit Schizophrenie einschlossen, kann die Beobachtung vernünftigerweise sein, dass die Personen in der akuten Phase besser auf die Behandlung ansprachen als diejenigen ohne." (10)
Tabelle 1. Ergebnisse zu Wirksamkeit und Effektstärke
| Symptome | Effektstärke | SMD | Anzahl Studien | Teilnehmer |
|---|---|---|---|---|
| PANSS-Gesamtpunktzahl | groß | −0,74 | 9 | 594 |
| Positiver PANSS-Subskalenwert | klein | −0,18 | 9 | 594 |
| Negativer PANSS-Subskalenwert | mittel | −0,59 | 10 | 655 |
| PANSS-Allgemeinskala-Score | klein | −0,41 | 7 | 500 |
| Bewertung der Depressionssymptome | klein | −0,10 | 3 | 145 |
| Aufmerksamkeitsbewertung | klein | −0,40 | 5 | 301 |
| Arbeitsgedächtnis-Score | mittel | −0,56 | 4 | 239 |
SMD zwischen 0.2 und 0.5 steht für einen kleinen Effekt, zwischen 0.5 und 0.8 für einen mittleren Effekt und größer als 0.8 für einen großen Effekt.
Positive Symptome
1. Ziel einer aktuellen Studie von 2025 war es, die Wirksamkeit von NAC als Behandlung für Schizophrenie zu bewerten.
An dieser 8 wöchigen placebokontrollierten Parallelgruppenstudie nahmen 35 Patienten mit Schizophrenie teil. Die Patienten der Fallgruppe erhielten zusätzlich zu ihrer Routinebehandlung einmal täglich 600 mg NAC, während die Kontrollgruppe ihre Routinebehandlung mit einem Placebo anstelle von NAC fortsetzte.
Ergebnisse :
Die Behandlung mit N-Acetylcystein führte zu einer signifikanten Verbesserung der positiven Symptome um 10% (SAPS-Score) und der kognitiven Symptome gegenüber Placebo in 8 Wochen.. SAPS bewertet insbesondere positive Symptome, bei denen es sich um Übertreibungen oder Verzerrungen des normalen Verhaltens handelt, darunter Halluzinationen, Wahnvorstellungen, bizarres Verhalten und Denkstörungen.
Schlussfolgerungen der Studie: "Die geringen Nebenwirkungen von NAC während des Studienzeitraums legen nahe, dass es sich um eine sichere und praktikable Behandlungsoption handelt. Eine Zusatztherapie mit N-Acetylcystein verbesserte die Positivsymptome und kognitiven Funktionen bei Patienten mit Schizophrenie signifikant ..." (10)
Positive Symptome und Frühpsychose
2. Es wurde zudem untersucht, welche Rolle NAC bei der Verhinderung des Ausbruchs von Psychosen in Modellen gefährdeter Personen (Frühspychose) spielt. Menschen im Frühstadium der Erkrankung könnten von der Behandlung mit NAC einen größeren Nutzen ziehen als Menschen mit einer tiefer verwurzelten Erkrankung, bei der bereits eine Neuroprogression (negative Gehirnentwicklung) eingetreten ist.
Klinische Studien zur Untersuchung der NAC-Therapie bei frühen Psychosen hatten folgende Ergebnisse: Zwei Studien ergaben, dass NAC (bei 600 mg/Tag bzw. 3600 mg/Tag) die PANSS-Werte signifikant senkte. Eine Untergruppenanalyse von Berk et al. zeigte, dass die Behandlung von NAC auf positive Symptome und Funktionsfähigkeit verbunden war. Die NAC-Behandlung verbesserte auch die Ergebnisse der Kognition bei Schizophrenie deutlich. (2)
Negative Symptome
Es gab acht placebokontrollierte Studien mit insgesamt 440 Teilnehmern, die die Wirksamkeit von NAC untersuchten. (2)
1. Sieben randomisiert-kontrollierte Studien konnten in einer Meta-Studie eingeschlossen werden. Das N-Acetylcystein wurde in einer Dosierung von 600 bis 3.600 mg pro Tag verabreicht, mit Studiendauern von 8-52 Wochen. Am Ende der 24-wöchigen Beobachtungsperiode (nicht aber nach acht Wochen) zeigte sich eine signifikante Verbesserung in der Negativskala und im Gesamtwert (PANSS) . (2)
Dieser Befund spiegelt die Ergebnisse einzelner längerer Studien wider, in denen festgestellt wurde, dass die Auswirkungen von NAC nach 8 Wochen Intervention nur langsam eintraten.
Das Ergebnis stellt nach Meinung der Autoren eine "harte Evidenz" für eine klinisch relevante Verbesserung im Langzeitverlauf der Schizophrenie dar.
2. Eine Studie wurde durchgeführt, um die klinischen Effekte von NAC als Ergänzung zur Erhaltungsmedikation zur Behandlung chronischer Schizophrenie zu untersuchen. Diese zwölfwöchige placebokontrollierte klinische Studie untersuchte die Wirksamkeit von 1200 mg N -Acetylcystein als Zusatztherapie bei 84 Patienten mit chronischer Schizophrenie. (12)
Ergebnisse:
"Hinsichtlich der kognitiven Funktionen zeigten sich Verbesserungen in einigen untersuchten Bereichen wie Aufmerksamkeit, Kurzzeit- und Arbeitsgedächtnis, exekutiven Funktionen und Verarbeitungsgeschwindigkeit. Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen hinsichtlich der Häufigkeit von Nebenwirkungen."
Die vorliegende Studie zeigte eine Verbesserung der positiven, negativen, allgemeinen und gesamten psychopathologischen Symptome sowie der kognitiven Leistungsfähigkeit durch die NAC-Behandlung. NAC ist zudem ein gut verträgliches, sicheres und einfach anzuwendendes Mittel und stellt eine wirksame therapeutische Strategie zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse bei Schizophrenie dar." (12)
Wie die Grafiken zeigen, gab es einen Rückgang der negativen Symptome von 20% in 12 Wochen gegenüber Placebo. Die allgemeinen Symptome, wie Depressionen und Ängste sanken um 10%. Die Symptome in der Gesamtheit sanken ebenfalls um 10%. (12)

3. In einer großen 6-monatigen doppelblinden Zusatz-Studie (140 Teilnehmer) erhielten Erwachsene, bei denen eine behandlungsresistente Schizophrenie diagnostiziert wurde, nach dem Zufallsprinzip zwei Mal täglich 1000 mg NAC oder ein Placebo. Personen in der NAC-Gruppe erlebten Verbesserungen der negativen Symptome (z. B. Apathie, Denkstörungen, sozialer Rückzug), Verbesserung der allgemeinen Funktionsfähigkeit sowie Reduzierung von Dyskinesien (abnormalen unfreiwilligen Bewegungen von Antipsychotika verursacht).
Personen, die NAC erhielten zeigten verbesserte Selbstpflege, größere soziale Interaktion und Motivation sowie eine stabilere Stimmung. Wie in der Studie über bipolare Störungen waren die Verbesserungen einen Monat nach Ende der NAC-Einnahme nicht mehr zu erkennen.
Kognitive Symptome
Auch in der kognitiven Domäne des Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnisses wurden in der oben genannten Meta-Analyse signifikante Verbesserungen mit kleiner bis mittlerer Effektstärke beobachtet. (11)
In einer 12-wöchigen randomisierten kontrollierten Studie mit 84 Teilnehmern mit stabiler chronischer Schizophrenie wurde NAC (1200 mg) als Zusatz verwendet. Die Ergebnisse zeigten nach der 12-wöchigen Studie Verbesserungen in kognitiven Bereichen wie Aufmerksamkeit, Kurzzeitgedächtnis, Arbeitsgedächtnis, exekutive Funktionen und Verarbeitungsgeschwindigkeit.
Schlussfolgerungen der Studie:
"Die vorliegende Studie zeigte eine Verbesserung der positiven, negativen, allgemeinen und gesamten psychopathologischen Symptome sowie der kognitiven Leistungsfähigkeit durch die NAC-Behandlung. NAC ist zudem ein gut verträgliches, sicheres und einfach anzuwendendes Mittel und stellt eine wirksame therapeutische Strategie zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse bei Schizophrenie dar." (12)
Depressionen
1. In einer großen randomisierten kontrollierten Studie mit 269 Teilnehmern zeigte NAC (2000 mg/Tag) nach 16-wöchiger Nachbeobachtung eine signifikante Verbesserung der Depression (MADRS) im Vergleich zu Placebo um 10%. Wie bei anderen Antidepressiva gab es Hinweise auf eine stärkere Wirkung bei Patienten mit schwererer Depression. (3)
2. In einer Studie erhielten 38 Teilnehmer unter Methadonbehandlung 12 Wochen lang täglich 1200 mg NAC oder ein Placebo.
Ergebnisse: Der Durchschnittswert für Depression (BDI-Wert) sank nach zwei Monaten mit NAC-Behandlung um 25% gegenüber Placebo. Der Schlaf verbesserte sich um 15% (PSQI-Wert). Schlussfolgerungen: NAC zeigte eine gute Wirksamkeit bei der Unterdrückung von Methamphetamin-Verlangen, Suchtschwereindex und Depression. (6)

Ängste
1. Ziel einer aktuellen Studie von 2023 war es, die Auswirkungen von NAC auf Depressionen und Angstsymptome bei 42 Patienten mit Multipler Sklerose (MS) zu untersuchen.
Die Interventionsgruppe erhielt 8 Wochen lang zweimal täglich 600 mg NAC und die Kontrollgruppe ein Placebo.
Ergebnisse: Im Vergleich zur Kontrollgruppe verbesserte eine 8-wöchige NAC-Supplementierung die Angstsymptome bei MS-Patienten um 15%. (4)
2. Eine weitere placebokontrollierten Studie untersuchte die Gabe von NAC als Ergänzung zur Behandlung von Substanzgebrauchsstörungen. 60 Patienten erhielten 12 Wochen lang 2400 mg/Tag NAC oder Placebo.
Ergebnisse: Im Vergleich zur Placebogruppe führte die NAC-Behandlung zu einer signifikanten Verbesserung des Depressions- und des Angstwerts um 10%. (5)
Schlaf
Schlafstörungen stehen im Zusammenhang mit oxidativem Stress, Neuroinflammation und glutamaterger Hyperaktivität. Die schlaffördernden und angstlösenden Wirkungen von NAC können durch seine antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften erklärt werden.
Da Schlafstörungen die Symptome der Schizophrenie verschlimmert, kann es von Vorteil sein, Behandlungen mit NAC, die die Verfügbarkeit von antioxidativen Substraten erhöhen, zeitlich relativ zum Schlaf-Wach-Zyklus zu planen. Konkret gehen Studien davon aus, dass die maximale therapeutische Wirkung dann eintritt, wenn der Schlafbedarf am höchsten ist, nämlich beim Einschlafen. (8)
1. In einer Studie erhielten 38 Teilnehmer unter Methadonbehandlung 12 Wochen lang täglich 1200 mg NAC oder ein Placebo.
Ergebnisse: Der Schlaf verbesserte sich um 15% (PSQI-Wert). (6)
2. Eine Untersuchung wurde durchgeführt um zu bestimmen, ob die orale Einnahme von N-Acetylcystein (NAC) eine Behandlungsoption für Patienten mit obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom ist.
Ergebnisse: Bei den Patienten der NAC-Gruppe verbesserten sich der Tiefschlaf als Schlafprozentsatz (um 50%) und die Schlafeffizienz im Vergleich zu ihren Ausgangswerten erheblich. Solche Reaktionen waren in der Placebogruppe nicht erkennbar.
4. Anwendung
N-Acetylcystein wurde in Studien bei Schizophrenie-Patienten in einer Dosierung von 600 bis 3.600 mg pro Tag verabreicht, mit Studiendauern von 8-52 Wochen. Bei positiven Symptomen ergaben 600 mg eine Besserung von 10% in 8 Wochen. (10)
Am Ende der 24-wöchigen Beobachtungsperiode (nicht aber nach acht Wochen) zeigte sich eine signifikante Verbesserung in der Negativskala und im Gesamtwert. (2)
NAC ist die stabilisierte Form einer natürlichen Aminosäure Cystein, die auch in Lebensmitteln vorkommt. Aufgrund seiner Anwendung seit den 1960 igern bei Infektionen der oberen Atemwege ist die Substanz millionenfach erprobt.
5. Einkauf

Für NAC gibt es ein vielfältiges Angebot online und in Apotheken.
150 g kosten ca. 15 €. Bei einer Tagesdosis von 2 g entspricht dies 20 ct am Tag.
Studien und Quellen
(1) The potential of N -acetyl-L-cysteine (NAC) in the treatment of psychiatric disorders. Richard CJ Bradlow , Michael Berk , Peter W. Kalivas , Sudie E. Zurück & Richard A. Kanaan, 2022
(2) Meta-analysis of randomised controlled trials with N-acetylcysteine in the treatment of schizophrenia. Yolland CO, Hanratty D, Neill E, Rossell SL, Berk M, Dean OM et al. 2020
(3) The efficacy of adjunctive N-acetylcysteine in major depressive disorder: a double-blind, randomized, placebo-controlled trial. Michael Berk, Olivia M Dean, Sue M Cotton, Susan Jeavons, Michelle Tanious, Kristy Kohlmann, Karen Hewitt, Kirsteen Moss, Christine Allwang, Ian Schapkaitz, Jenny Robbins, Heidi Cobb, Felicity Ng, Seetal Dodd, Ashley I Bush, Gin S Malhi, 2014
(4) Effects of N-acetylcysteine on oxidative stress biomarkers, depression, and anxiety symptoms in patients with multiple sclerosis. Golsa Khalatbari Mohseni, Seyed Ahmad Hosseini , Nastaran Majdinasab, Bahman Cheraghian, 2023
(5) The therapeutic effect of N-acetylcysteine as an add-on to methadone maintenance therapy medication in outpatients with substance use disorders: A randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial. Fateme Padoei et. all, 2023
(6) The Efficacy of N-acetilcysteine for the Treatment of the Metamfetamin-addicted Patients Under Methadon Therapy: A Double-blind Clinical Trial, Farzaneh Karami et. all, 2020
(7) https://www.vitamindoctor.com/naehrstoffe/aminosaeuren/cystein
(8) Effect of N-Acetylcysteine on Sleep: Impacts of Sex and Time of Day. Priyanka N Bushana, Michelle A Schmidt, Kevin M Chang, Trisha Vuong, Barbara A Sorg, Jonathan P Wisor, 2023
(9) Adjunctive agents to antipsychotics in schizophrenia: a systematic umbrella review and recommendations for amino acids, hormonal therapies and anti-inflammatory drugs. Guillaume Fond et al., 2023
(10) Investigating the Effect of N-Acetyl Cysteine on Positive, Negative, and Cognitive Symptoms of Patients with Schizophrenia: A Clinical Trial.
Atefe Soheilipour, Fateme Rajab, Mohammad Reza Maracy, Hajar Salim, 2025
(11) N-acetylcysteine for schizophrenia: A systematic review and meta-analysis. Taro Kishi, Kenji Sakuma, Masakazu Hatano, Nakao Iwata, 2023
(12) Therapeutic effect of adjunctive N-acetyl cysteine (NAC) on symptoms of chronic schizophrenia: A double-blind, randomized clinical trial
Zahra Sepehrmanesh 1, Mahsa Heidary 2, Negar Akasheh 3, Hossein Akbari 4, Mahshid Heidary, 2018