ERFAHRUNGSBERICHT | "Die Homöopathie gibt der Psyche heilsame Impulse." Dr. Claudia de Laporte
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Phoenix -
28. Oktober 2025 um 03:11 -
691 Mal gelesen
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ERFAHRUNGSBERICHT |
"Die Homöopathie gibt der Psyche heilsame Impulse"

"Bereits die Anamnese in der Homöopathie hat Anklänge an ein psychotherapeutisches Gespräch. Ebenso richtet sich die Behandlung nicht nur nach den Symptomen, sondern auch nach der Persönlichkeit und den individuellen Reaktionen auf einen Reiz. Psychische Störungen wie Depressionen, Ängste oder Zwänge sind daher eine klassische Domäne der Homöopathie.
"Ich lasse die Patienten zunächst erzählen", so Dr. Claudia de Laporte zur Ärzte Zeitung. "Meist schildern sie typische Symptome wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, morgendliche Antriebslosigkeit oder niedergedrückte Stimmung."
Depressionen
Für wichtig hält die Allgemeinmedizinerin, Homöopathin und Psychotherapeutin, die seit zehn Jahren in eigener Praxis in Esslingen arbeitet, auch die Frage nach der Biografie und aktuellen Auslösern der Depression: "Anlässe sind auffallend häufig Gefühle von Nicht-Geborgensein, Trennungsängste und tatsächliche Verluste." Allerdings hüte sie sich davor, den Patienten eigene Erkenntnisse "auf die Nase zu klatschen", sondern überlasse es ihnen, Zusammenhänge aufzudecken.
Bei mittleren und leichten Depressionen genüge fast immer die Homöopathie allein, manchmal kombiniert mit einer Psychotherapie. Selten verschreibe sie Antidepressiva, und das meist auch nur so lange, bis sie das richtige homöopathische Mittel gefunden habe. Bei einer Komedikation passt sie dessen Dosis an. Unter Komedikation versteht man die Gabe weiterer Medikamente neben einer bereits festgelegten Medikation.
Die Entscheidung für ein Mittel trifft de Laporte danach, "wie die Patienten gestrickt sind" und sich im seelischen Gleichgewicht zu halten suchen: ob sie sich zurückziehen oder leicht wütend werden, ob sie überaktiv sind oder auf körperliche Beschwerden ausweichen.
Häufige Mittel bei seelischen Störungen sind Natrium muriaticum, Aurum metallicum, Phosphorus oder Sepia. Um die Wirksamkeit eines Mittels abzuschätzen, lässt die Ärztin die Patienten ihr Befinden auf einer Skala mit zehn Punkten einstufen.
Das Homöopathikum hält den Patienten einen Spiegel vor
Meist wählt sie die Dosierung C 200 zweimal im Abstand von sechs Wochen, anschließend zweimal mit achtwöchigem Intervall C 1000. Die Centesimal-Potenz C steht für Zubereitungen aus 1 Teil Arzneimittel und 99 Teilen Lösungsmittel. De Laporte: "Wie das geschickt geführte Anamnesegespräch setzt auch die homöopathische Arznei einen Impuls, wodurch den Patienten ihr Kernproblem bewusst wird."
Ängste und Zwängen
Gute Erfahrungen mit homöopathischen Substanzen hat sie auch bei Ängsten und Zwängen gemacht: "In der Schulmedizin haben Zwangsstörungen keine gute Prognose, aber mit Homöopathika klingen sie häufig überraschend gut ab." Bei Angst und Panikattacken sei oft Lachesis richtig, das Gift der Buschmeister-Schlange, denn viele Patienten empfinden Enge, "als seien sie in eine Schlangenhaut gezwängt", ertragen am Hals keine Kette, keinen Rollkragen, wollen weg, schaffen es aber nicht. "Der Grundkonflikt ist oft ähnlich wie bei Depressionen", so de Laporte.
Traurigen Verstimmungen
Das bei traurigen Verstimmungen etwas entlegenere Sulfur zum Beispiel hat die Ärztin für eine 76-jährige Patientin gewählt, die trotz Depression und einer Zoster-Neuralgie Stärke und Selbstbewusstsein ausstrahlt. Sechs Wochen später schildert die alte Dame einen Traum, aus dem sie ihren Wunsch nach Anlehnung herausliest.
Sie erhält eine weitere Dosis Sulfur. Nach weiteren sechs Wochen erzählt sie, welche Wege sie gefunden hat, ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Sie fühle sich gut, schlafe gut, und auch die Gürtelrose, die ihr starke Schmerzen bereitet hatte, sei fast verschwunden.
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