SERIE | Wirkstoffe der orthomolekularen Medizin bei Stress und stressbedingten Psychosen: 3. Glycin
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Phoenix -
24. März 2026 um 05:00 -
582 Mal gelesen
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SERIE | Wirkstoffe der orthomolekularen Medizin bei Stress und stressbedingten Psychosen:
3. Glycin
(G) = Gesamtsymptome, (+) = positive, (-) =negative,, (k) = kognitive Symptome, (D)=Depressionen, (Ä)=Ängste, (ST) = Stress, (SCH)= Schlaf
| Glycin ist die kleinste der insgesamt 22 Aminosäuren, aus denen Proteine im menschlichen Körper bestehen. Glycin ist beispielsweise in Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchten und Haferflocken enthalten.
Allerdings verringert sich mit zunehmendem Alter die Fähigkeit des Körpers, Aminosäuren und Proteine zu bilden. Deshalb plädieren viele Wissenschaftler für eine zusätzliche Einnahme, um die Gesundheit zu stärken. (1)
Im menschlichen Organismus ist sie in allen Zellen und Geweben vorhanden und erfüllt dort vielfältige Aufgaben. Seine Größe, genauer seine Winzigkeit, erlaubt der Aminosäure Glycin, zahlreiche Funktionen auszuüben. Als wichtiger Bestandteil von zahlreichen Substanzen hemmt es Entzündungen, vernichtet freie Radikale und schützt Gewebe, Organe und einzelne Zellen.
Die Verabreichung von Glycin ist am wirksamsten bei der Verbesserung der Eigenschaften des Nervensystems, insbesondere bei der Linderung neurologischer Symptome bei Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen, insbesondere bei Schizophrenie. Im Gehirn entfaltet Glycin zahlreiche Wirkungen – unter anderem verbessert sie positive, negative und kognitive Symptome, Depressionen, Ängste, Stress und den Schlaf.
Stress
Als Neurotransmitter gibt sie Informationen weiter und beeinflusst das Nervensystem, um den Spiegel des Stresshormons Cortisol im Körper zu senken. Durch diese Regulation des Hormonspiegels kann die Aminosäure die Stressresistenz erhöhen und zur Stressbewältigung beitragen.
Randomisierte kontrollierte Studien an Erwachsenen haben gezeigt, dass die Einnahme einer Kombination aus Glycin und N-Acetylcystein (GlyNAC) oxidativen Stress und Entzündungen reduzieren kann, die häufig mit chronischem Stress und dem Altern in Verbindung gebracht werden. (11)
Ergebnisse aus Studie zeigten, dass Glycin eine Verbesserung von Stress um 10 - 30% bewirkte. (10)
Positive und negative Symptome
Der theoretische Hintergrund zum Einsatz von Glycin bei Psychosen und Schizophrenie ist die Glutamat-Hypothese. Man vermutet, dass eine Unterfunktion des Glutamat-Systems (NMDA-Rezeptoren) im Gehirn zu Psychosen beiträgt. Glycin wirkt als notwendiger Co-Agonist an diesen Rezeptoren und kann deren Funktion normalisieren.
Pilotstudien deuten darauf hin, dass Glycin bei Personen mit einem hohen Risiko für Psychosen (Prodromalstadium) einen positiven Effekt auf "abgeschwächte" Positivsymptome haben könnte. In der Behandlung von Psychosen (insbesondere Schizophrenie) wurde Glycin vor allem zur Linderung von Negativsymptomen (wie sozialem Rückzug und Antriebslosigkeit) und kognitiven Defiziten untersucht.
Studien zeigten bei einer Glycin-Behandlung eine Verringerung der positiven Symptome um 15 %, bei negativen Symptomen um 35 % gegenüber Placebo in 6 Wochen. (5) (9) Die Gesamtsymptome besserten sich um 25% gegenüber Placebo in 6 Wochen. (5)
Kognitive Symptome
Glycin beeinflusst die Wahrnehmung, indem es am Glutamatrezeptor wirkt, der für Gedächtnis und Lernen entscheidend ist. Studien zeigen, dass Glycin das Gedächtnis, die Konzentration und die Lernfähigkeit verbessern und vor kognitivem Abbau schützen kann. Auch Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen wie Schizophrenie und Parkinson können davon profitieren.
Die Hemmung von Glycintransportern wird als therapeutischer Ansatz untersucht, um den Glycinspiegel zu erhöhen und die kognitiven Fähigkeiten bei Erkrankungen wie Schizophrenie zu verbessern. In Studien konnte kognitiver Beeinträchtigung um 15% verbessert werden. (5)
Depressionen
Studien an Personen mit einer schweren depressiven Störung haben sowohl höhere als auch niedrigere Glycinspiegel im Serum im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen festgestellt, was auf eine komplexe Rolle und die Notwendigkeit gezielterer Behandlung hindeutet. Studien zeigten Besserungen bei Depression von 10-25%. (9) (5)
Ängste
Glycin ist eine Aminosäure, die dazu beiträgt, das Nervensystem zu beruhigen und kann Angstzustände möglicherweise reduzieren. Es wirkt, indem es die neuronale Überstimulation reduziert und auf Glutamat-Rezeptoren einwirkt, wodurch häufig Entspannung gefördert wird.
Schlaf
Teilnehmer mehrerer randomisierter kontrollierter Studien berichteten, dass sie mit ihrem Schlaf zufriedener seien und sich nach dem Aufwachen erholter fühlten. Selbst bei eingeschränktem Schlaf (z. B. auf 5 Stunden) konnte gezeigt werden, dass Glycin die Tagesschläfrigkeit verringert und die Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsleistung am folgenden Tag verbessert. Im Gegensatz zu vielen Schlafmitteln verändert Glycin nicht den normalen Ablauf der Schlafstadien. Die Schlafqualität verbesserte sich um 20%. Die Verminderungen wurden zuerst nach 4 Wochen der Glycin-Behandlung sichtbar und nahmen danach fortschreitend zu. (5)(6) (7) (8)
Nebenwirkungen von Antipsychotika
Darüber hinaus wirkt sich die Aminosäure günstig auf Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen von Antipsychoitika, wie Fettleibigkeit, Diabetes und Leberschäden aus. Glycin hat positiven Einfluss auf den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel. Das kann zu günstigen Blutfettwerten beitragen. Mehrere Studien belegen, dass Glycin zu höheren Insulinspiegeln im Blut führt. Das ist besonders interessant für Menschen mit Typ 2 Diabetes. Die Aminosäure kann sogar das große Entgiftungsorgan, die Leber, vor Schäden schützen. (1) |
1. Die Problematik von Antipsychotika
Die Mehrheit der schizophrenen Patienten werden mit Antipsychotika behandelt, mit schweren Nebenwirkungen und typischen Folgeerkrankungen, obwohl keine ausschließliche Störungen der dopaminergen Neurotransmission bei Schizophrenie vorliegt, auf die diese abzielen.
D.h. 50%–60% der Patienten mit Schizophrenie erzielen nur ein teilweises Ansprechen auf Antipsychotika und weitere 10 %–30 % erfahren keine Wirkung. (Kane et al., 2019).
In dem Ausmaß, in der ein Überschuss an Dopamin existiert, kann dieser somit nur die Folge von Störung in anderen Neurotransmittersystemen sein. Eine antidopaminerge Behandlung kann daher, obwohl sie die Symptome kontrolliert, die zugrunde liegenden Krankheitsursachen nicht beheben.
Zudem sind Antipsychotika bei der Verbesserung negativer und kognitiver Defizite, die mit der Bewältigung des Alltags und der Lebensqualität eines Patienten zusammenhängen, relativ unwirksam. Negativsymptome und kognitive Defizite können mit den bisher entwickelten Antipsychotika nicht behandelt werden, im Gegenteil - diese können sogar zu einer Verschlechterung dieser Symptome führen.
Ein hoher Prozentsatz (20 bis 50 %) schizophrener Patienten zeigt fortgesetzt negative und positive Symptome und Denkstörungen trotz Behandlung mit Antipsychotika als Dopamin-blockierende Mittel, was darauf hindeutet, dass neue Behandlungsansätze notwendig sind.
Der Glutamat - Signalweg
In den letzten Jahrzehnten haben überzeugende Studien die Glutamat-Hypothese bei Schizophrenie gestützt und einige vielversprechende therapeutische Wirkstoffe vorgeschlagen.
Da der Glutamat - Signalweg an positiven Symptomen und kognitiven/sozialen Funktionen beteiligt ist und die Glycin-Modulationsstelle ein potenzielles therapeutisches Ziel zur Verstärkung von Glutamat- Rezeptoren darstellt, besteht großes Interesse an der Untersuchung der Wirkung direkter und indirekter Modulatoren und ihres therapeutischen Potenzials.
Insbesondere einige verstärkende Wirkstoffe, die über die Glycin-Modulationsstelle von NMDAR wirken, führen bei Patienten mit Schizophrenie zu einer signifikanten Verringerung psychotischer und kognitiver Symptome. (2) (3) (4).
Es besteht daher ein wachsendes Interesse am Potenzial von NMDAR - Modulatoren, wie Glycin, D- Serin und Sarkosin, um die Symptome der Schizophrenie zu verbessern.
2. Wirkungsweise
Stress
Untersuchungen zeigen, dass orales Glycin den Serotoninspiegel erhöht, und damit die Symptome von Stress lindert.
Positive und negative Symptome
Glycin ist auch an der Modulation anderer Neurotransmittersysteme, wie dem Dopamin-Glutamat-Wechselspiel beteiligt. Tatsächlich wurde gezeigt, dass Glycinspiegel mit Schizophrenie-Symptomen zusammenhängen.
Schlaf
Unter anderem wird Serotonin benötigt, um das Schlafhormon Melatonin zu produzieren. Bei Menschen mit Schlafstörungen kann eine Erhöhung des Serotoninspiegels helfen, gesunde Schlafmuster wiederherzustellen und einen tieferen, erholsameren und erholsameren Schlaf zu fördern.
Entzündungen
In allen Geweben und Organen des Körpers kann die Aminosäure Glycin Entzündungen verringern. Im Immunsystem hemmt Glycin unter anderem die Bildung von entzündlichen Botenstoffen wie Zytokinen. Seine schützende Wirkung für Zellen entfaltet Glycin besonders gut im Darm. So hat sich in Versuchen gezeigt, dass die Aminosäure die Darmwand vor chronischen Entzündungen bewahren kann und vor Durchlässigkeit schützt. Entzündungen sind mit Psychosen, negativen Symptomen, Depressionen , Ängsten, Stress und Schlafstörungen verbunden.
Oxidativer Stress
Der Stoffwechsel braucht Glycin, um Glutathion zu bilden. Diese Substanz ist das wichtigste körpereigene Antioxidans, das freie Radikale vernichtet. Fehlt Glutathion im Körper, kann es leicht zu oxidativem Stress kommen, ein Risikofaktor für Psychosen, Schizophrenie und alle gängigen Zivilisationskrankheiten.
4. Studien
1. In einer Studie wurde untersucht, inwieweit Symptomverbesserungen mit Glycine bei einer Gruppe von 12 Personen mit Schizophrenie zusammenhängen könnten.
Die Patienten wurden einer 6-wöchigen Behandlungsphase zugewiesen, in der sie entweder Glycin Pulver oder Placebo zusammen mit ihrer aktuellen antipsychotischen Medikation erhielten.
Die Messung zeigten eine Verbesserung der Stress-Werte um 30%, der positiven Symptome um 12%, der negativen Symptome um 25% und eine Reduktion der kognitiven Symptome um 11%. Während der Placebobehandlung gab es keine signifikante Reduktion der Symptome. (10)
2. Randomisierte kontrollierte Studien an älteren Erwachsenen haben gezeigt, dass die Einnahme einer Kombination aus Glycin und N-Acetylcystein (GlyNAC) oxidativen Stress und Entzündungen reduzieren kann, die häufig mit chronischem Stress und dem Altern in Verbindung gebracht werden. (11)
Positive und negative Symptome
1. Es wurden 40 placebokontrollierte Studien mit 4937 Schizophrenie-Patienten in eine Metaanalyse einbezogen, die die Wirkung von sieben Substanzen auf Glutamat-Rezeptoren untersuchten. (4) Dabei wurden vierzehn Studien mit ca. 200 Probanden durchgeführt, die die Wirksamkeit von Glycin als Verstärkungsstrategie bei der Behandlung von Schizophrenie untersuchten.
Die Ergebnisse: Die sieben untersuchten Glutamat- Modulatoren verbesserten mehrere Schizophreniesymptome, insbesondere negative Symptome, und hatten zufriedenstellende Nebenwirkungen und ein zufriedenstellendes Sicherheitsprofil. Unter den sieben analysierten glutamatergen Wirkstoffen hatten Glycin, D-Serin und Sarkosin bessere Behandlungsprofile als andere Wirkstoffe.
Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass insbesondere mit Glycin, D-Serin und Sarkosin bei der Behandlung von Schizophrenie vorteilhafter sind als das Placebo, und dass sich die Wirkung sowohl auf positive als auch auf negative Symptome erstreckt. Zudem kann Glycin kognitive Symptome senken, d.h. das Gedächtnis stärken und die Aufmerksamkeit verbessern. Eine leichte positive Wirkung wurde zudem bei Depressionen, Ängsten, Stress und Schlafschwierigkeiten gemessen. (4)
2. In einer Studie betrug die Verringerung mit Glycin von 60g/Tag bei positiven Symptomen 12,6 % und negativen Symptomen 36,2 % in 6 Wochen gegenüber Placebo, verglichen mit den Werten vor der Glycin-Behandlung. Die mittlere Verringerung bei Depression betrug 23% und die der kognitiver Beeinträchtigung 15%. (5)
"8 von 11 Patienten hatten Abnahmen .... von 25 % oder mehr bei der Gesamt-PANSS-Punktzahl während der Behandlung mit Glycin." (5)
Verminderungen wurden zuerst nach 4 Wochen der Glycin-Behandlung sichtbar und nahmen danach fortschreitend zu. (5)
Faktoren-PANSS-Punktzahlen während der Doppelblind-Behandlung mit Glycin (60 g/Tag):

3. Siebzehn mit Olanzapin oder Risperidon behandelte Schizophreniepatienten nahmen an einer placebokontrollierten, 6-wöchigen Crossover-Behandlungsstudie teil, bei der zusätzlich zu ihrer laufenden antipsychotischen Medikation 0,8 g/kg/Tag Glycin verabreicht wurde.
Ergebnisse: "Die Glycinbehandlung wurde gut vertragen und führte zu einer signifikanten Reduktion der negativen Symptome um 23 % ± 8 %. Signifikante Verbesserungen wurden auch bei kognitiven und positiven Symptomen registriert." (9) Depressionen und Stress verbesserte sich um 10%.

Kognitive Symptome
Glycin ist im Hippocampus aktiv, einem Bereich des Gehirns, der für Gedächtnis und Lernen wichtig ist. In Form von Nahrungsergänzungsmitteln scheint Glycin die kognitiven Funktionen tagsüber zu verbessern.
1. In Studien, die zeigten, dass zusätzliches Glycin das Einschlafen und den Tiefschlaf erleichterte, stellten Wissenschaftler auch fest, dass die Teilnehmer bei kognitiven Tests tagsüber bessere Ergebnisse erzielten. (7) (8)
2. In einer Studie betrug die Verringerung der kognitiven Symptome 15% in 6 Wochen , verglichen mit den Werten vor der Glycin-Behandlung. Verminderungen bei der allgemeinen Symptomen wurden zuerst nach 4 Wochen der Glycin-Behandlung sichtbar und nahmen danach fortschreitend zu. (5)
3. Die Wirkungen von Bioglycin wurde an gesunden Studenten und Männern mittleren Alters mit Tests untersucht, die Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Stimmung maßen. (11) Bioglycin verbesserte den Abruf des episodischen Gedächtnisses sowohl in der Gruppe der jungen als auch der Gruppe der mittelalten Männer signifikant. Die Männer mittleren Alters profitierten jedoch deutlich von Bioglycin bei der Aufgabe mit anhaltender Aufmerksamkeit.
Die Forscher schlussfolgern: "Es könnte auch bei Patienten mit Schizophrenie, Parkinson und Chorea Huntington bei beeinträchtigtem Abrufverhalten hilfreich sein." (11)
Depression
Studien an Personen mit einer schweren depressiven Störung haben sowohl höhere als auch niedrigere Glycinspiegel im Serum im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen festgestellt, was auf eine komplexe Rolle und die Notwendigkeit gezielterer Behandlung hindeutet. Studien zeigten Besserungen bei Depression von 10-25%. (9) (5)
Glycin verbessert die Stimmung durch zwei Wirkmechanismen: Als Bestandteil des körpereigenen Antioxidans Glutathion hilft Glycin, oxidativen Stress im Gehirn zu verringern. Mittlerweile gilt als erwiesen, dass oxidativer Stress bei psychiatrischen Krankheiten, wie Depressionen und Angstzuständen eine große Rolle spielt.
Angst
Glycin gehört wie GABA zu den hemmenden (beruhigenden) Neurotransmittern und setzt die Erregbarkeit einer Nervenzelle herab. Glycin kann Signale im zentralen Nervensystem abschwächen und somit die Entstehung von Angstgefühlen, Reizbarkeit und Aggressivität eindämmen kann. Glycin wirkt unter anderem auf Signalwege ein, die Sinneswahrnehmungen und Schmerzempfinden steuern. Während präklinische Tiermodelle und kleinere Pilotstudien auf angstlösende Effekte hindeuten, konnten groß angelegte Humanstudien diesen Nutzen noch nicht eindeutig bestätigen.
Der bekannte Orthomolekularmediziner und Psychiater Abram Hoffer empfiehlt die Einnahme auch bei Panikattacken: Unter der Zunge liegend in einer Dosierung von 2-3 g. Das süßlich schmeckende Pulver sollte für einige Minuten im Mund behalten werden um eine schnelle Aufnahme über die Schleimhäute zu gewährleisten, bevor es geschluckt wird. Der Vorgang kann mehrmals wiederholt werden bis eine Besserung der Angstsymptome eintritt. Vermutlich kann Glycin als hemmender Neurotransmitter auf diesem Weg die Ausschüttung von Stresshormonen wie Noradrenalin reduzieren.
Schlaf
In drei Studien, in denen über 2 – 4 Tage hinweg täglich 3 g Glycin oral 30 Min. – 1 Stunde vor dem Schlafengehen verabreicht wurde, wurden eine verbesserte Schlafqualität, Wachheit und Kognition sowie eine verringerte Müdigkeit und Schläfrigkeit beobachtet.
1. Bei Versuchspersonen, die ständig unter unbefriedigendem Schlaf litten, wurden die Auswirkungen der Einnahme von Glycin (3 g) vor dem Schlafengehen auf die Schlafqualität untersucht.
Glycin verbesserte die subjektive Schlafqualität und Schlafwirksamkeit (Schlafzeit/Zeit im Bett) und verkürzte die Zeit sowohl bis zum Einschlafen als auch bis zum Tiefschlaf, ohne dass sich die Schlafarchitektur änderte. Glycin verringerte die Tagesmüdigkeit und verbesserte die Leistung bei Gedächtniserkennungsaufgaben. Die Schlafqualität konnte um 20% gegenüber Placebo gebessert werden. (6)

Herkömmliche Schlafmittel wie Benzodiazepine verlängern den Schlaf im zweiten Stadium, verändern jedoch die Schlafarchitektur, indem sie die relative Länge des REM-Schlafs verkürzen. Eine solche Veränderung der Schlafarchitektur ist mit Tagesmüdigkeit und Konzentrations- und Gedächtnisstörungen durch Benzodiazepine verbunden. (6)
Die Anteile der einzelnen Schlafstadien der Probanden dieser Studie blieben jedoch unverändert, was zeigt, dass Glycin die Schlafarchitektur selbst nicht verändert. Außerdem deutete diese Studie auf eine Verringerung der Tagesmüdigkeit hin und zeigte eine signifikante Verbesserung der kognitiven Funktion nach der Einnahme von Glycin. (6)
2. Die Auswirkungen von Glycin auf die Schlafqualität wurden in einer Crossover-Studie untersucht. Die Freiwilligen, die sich über die Qualität ihres Schlafes beschwerten, nahmen vor dem Schlafengehen entweder Glycin (3 g) oder ein Placebo ein. (7)
Ergebnis: "Die Einnahme von Glycin verbesserte die folgenden Elemente signifikant: „Müdigkeit“, „Lebhaftigkeit und Schwung“ und „Klarheit im Kopf“. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Glycin nach dem Aufwachen aus dem Schlaf ein gutes subjektives Gefühl erzeugte." (7)
3. Das Hauptziel einer aktuellen Studie von 2024 bestand darin, zu untersuchen, ob ein glycinreiches Kollagenpeptid-Präparat die Schlafqualität bei körperlich aktiven Männern mit selbstberichteten Schlafbeschwerden verbessern könnte.
In einem randomisierten Crossover-Design konsumierten 13 sportliche Männer mit Schlafbeschwerden 7 Nächte lang jeweils 1 Stunde vor dem Zubettgehen Glycin oder ein Placebo.
Ergebnisse: Die Polysomnographie zeigte weniger Aufwachvorgänge bei Glycin als bei Placebo. Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, dass eine 7-tägige Einnahme von Glycin-Supplementen nächtliches Aufwachen reduzierte und die kognitive Leistung verbesserte. (8)

