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ORTHOMOLEKULARE MEDIZIN |
Wirkstoffe bei Schlafstörungen
| Schlafstörungen sind ein häufiges, aber oft übersehenes Symptom, das die Lebensqualität und das Wohlbefinden von schizophren Erkrankten drastisch beeinträchtigen kann.
Studien kommen daher zu dem Ergebnis, das es wichtig ist, das Bewusstsein für Schlafstörungen bei Schizophrenie-Patienten zu schärfen und die Behandlung dieser Störungen zu verbessern, was wiederum das Psychoserisiko und die Symptome senken, sowie die Lebensqualität erheblich verbessern könnte. (1) (2)
1. Schizophrenie und Schlafstörungen
Schlafstörungen kommen bei 50% der Menschen mit Schizophrenie vor. Zu den Symptomen von Schlaflosigkeit gehören stark unregelmäßige Schlaf- und Wachmuster, Einschlaf- und Durchschlafstörungen, nächtliche Aktivität und übermäßige Beeinträchtigung am Tage.
Bei schizophren Erkrankten können Schlafstörungen einen erheblichen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben. In den letzten zehn Jahren haben mehrere Studien darauf hingewiesen, dass Schlafstörungen auch mit dem Übergang zur Psychose und der Verschlimmerung psychotischer Symptome verbunden sein können. (2)
Mehrere Studien zeigen, dass Schlafstörungen mit einer höheren Schwere sowohl der positiven als auch der negativen Symptome sowie einer allgemein schlechteren Funktionsfähigkeit bei Schizophrenie-Patienten im Zeitverlauf zusammen hängen. Menschen mit Psychose und gleichzeitigen Schlaf-Wach-Problemen weisen auch häufiger kognitive Beeinträchtigungen, Depressionen, Angstzustände, verringerte wahrgenommene Bewältigungsfähigkeiten, Funktionsstörungen am Tag und ein erhöhtes Suizidrisiko auf. (2)
Aus einer aktuellen Studie ist zu entnehmen: "Veränderter Schlaf geht einer psychotischen Episode bei einer frühen Psychose oft voraus, und Schlafstörungen tragen dazu bei, den Übergang zur Psychose bei Personen mit klinisch hohem Psychoserisiko vorherzusagen. Schlafstörungen treten also nicht nur zusammen mit psychotischen Symptomen auf, sondern sind auch an der Entwicklung, Manifestation und Wiederkehr einer Psychose beteiligt." (3)
Daher empfiehlt eine große Anzahl von Forschungsarbeiten, Schlafstörungen gemäß den Empfehlungen der Behandlungsleitlinien zu screenen, zu überwachen und zu behandeln. Studien haben gezeigt, dass Interventionen, die auf Schlaflosigkeit abzielen, auch zu Verbesserungen der Schwere der psychotischen Symptome, der Lebensqualität und der funktionellen Ergebnisse führen können.
Die Autoren einer aktuelle Metaanlyse mit 21 Studien und 5135 Patienten schlussfolgern: "Dies deutet darauf hin, dass Schlafstörungen nicht nur während des gesamten Verlaufs einer Psychose vorhanden sind, also auch vor dem Auftreten einer psychotischen Episode und in jedem Psychosestadium durchgängig häufig auftreten und somit ein kritisches Problem darstellen, das bei diesen Personen angegangen werden sollte. " (3) |
2. Die Behandlung von Schlafstörungen
Eine aktuelle Meta-Analyse von 2023 mit dem Titel "Auswirkungen verschiedener Interventionen auf Schlaflosigkeit bei Erwachsenen: Systematische Überprüfung und Netzwerk-Metaanalyse" vergleicht die Wirksamkeit verschiedener Behandlungen aus 122 randomisierte kontrollierte Studien und bringt diese in eine Reihenfolge mit dem Ergebnis: "Für die Schlaf-Werte (PSQI) stellten wir fest, dass die Reihenfolge der Interventionsmaßnahmen nach Wirkung wie folgt lautete:
- Elektroakupunktur
- Akupunktur
- Magnetstimulation
- ätherische Öle
- pflanzliche Medikamente
- Psychopharmaka
- Tai Chi und Qi Gong
- Musik
- Nahrungsergänzungsmittel (Vitamine und Aminosäuren)
- kognitive Verhaltenstherapie gegen Schlaflosigkeit (CBT) und
- Bewegung." (4)
Trotz besserer Ergebnisse ätherischer Öle und pflanzlicher Medikamente werden Psychopharmaka, wie Benzodiazepine und Antipsychotika bei Schlafstörungen am häufigsten eingesetzten mit erheblichen Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen, wie Abhängigkeit, sexuelle Dysfunktion, Gedächtnisverlust und erhöhte Sterblichkeit.
Die wirksame Behandlung von Schlafstörungen ist entscheidend für die Verbesserung der Gesamtprognose und die Verringerung des Rückfallrisikos.
Hier ein Übersichtsartikel über die stärksten Heilpflanzen bei Schlafstörungen und eine Rezeptur und Einkaufstipps.
3. Schlafstörungen und Aminosäuren
Aminosäuren in der Nahrung spielen eine entscheidende Rolle bei der Beeinflussung verschiedener Gehirnfunktionen. Neben ihrer wichtigen Rolle im Energiestoffwechsel, Gewebewachstum und -reparatur, der Immunfunktion und der Verdauung spielen Aminosäuren durch ihre Beteiligung an der Hormon- und Botenstoffherstellung eine wichtige Rolle bei der Stimmungsregulierung und der psychischen Gesundheit.
Die am häufigsten bei Patienten mit psychischen Störungen beobachteten Nährstoffmängel betreffen Aminosäuren, Omega-3-Fettsäuren und B-Vitamine.
Ergebnisse klinischer Studien stützen die Annahme, dass eine Aminosäureergänzung bei der Behandlung von psychischen Störungen, einschließlich Schlafstörungen häufig hilfreich ist. Auch wenn Aminosäuren mit Vitaminen auf Rang 9 nach ätherischen Ölen (Rang 4), pflanzlichen Medikamenten (Rang 5) und Psychopharmaka (Rang 6) eine schwächere Wirksamkeit von 10-20% haben, so sind sie eine wichtige Ergänzung, welche in der Summe der Wirkstoffe den Besserungseffekt verstärken können.
Eine Rangfolge der Aminosäuren nach Stärke ist nur schwer möglich, da sich eine wirksame Anwendung entsprechend der individuell erforderlichen Behandlungsziele (s.u. "Wirkungsweise") ergibt. Eine ausführliche Beschreibung ist über den Namen des Wirkstoffs verlinkt.
| Symptome und Besserung (in 4 - 8 Wochen gegenüber Placebo) | (+) | (-) | (k) | (D) | (Ä) | (ST) | (SCH) |
| L-Theanin | 25% | 25% | 10% | 30% | 15% | 15% | 20% |
| Glycin | 15% | 35% | 15% | 25% | ✓ | 20% | 20% |
| GABA | -- | - | ✓ | ✓ | 10% | 35% | 10% |
| NAC | ✓ | 20% | ✓ | 15% | 15% | ✓ | 15% |
| Tryptophan | - | ✓ | ✓ | 40% | 10% | 20% | 10% |
| 5-HTP | ✓ | ✓ | - | 65% | ✓ | ✓ | 10% |
| L-Lysin | 15% | 20% | - | ✓ | 10% | 20% | ✓ |
| D-Serin | 20% | 20% | 10% | 10% | ✓ | 10% | ✓ |
| Sarkosin | 15% | 20% | 10% | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Natriumbenzoat | 20% | 15% | ✓ | 15% | ✓ | 10% | ✓ |
(+) = positive, (-) = negative, (k) = kognitive Symptome, (D) = Depressionen, (Ä) = Ängste, (ST) = Stress, (SCH) = Schlaf
4. Wirkungsweise
Schlafstörungen stehen im Zusammenhang mit oxidativem Stress und Entzündungen des Zentralnervensystems. Diese können auch
- auf ein zu geringes GABA
- einen zu niedrigen Serotoninspiegel zurück zu führen sein
Die folgenden Aminosäuren haben einen spezifischen Einfluss auf die oben genannten Botenstoffe.
- So erhöht L-Theanin den Botenstoff GABA und senkt Glutamat.
- GABA als natürliche Aminosäure erhöht auch den Botenstoff GABA im Gehirn und lindert so Schlafstörungen.
- Glycin, Tryptophan und 5-HTP erhöhen Serotonin.
- Eine Ergänzung mit NAC und Glycin kann die Schwere der Schlafstörungen reduzieren, indem der oxidative Stress, Entzündungen und der Glutamatspiegel gesenkt werden.
- L-Lysin hat Einfluss auf Serotonin und den Stresspegel.
5. Anwendung
Die am häufigsten bei Schlafstörungen genutzten und bekanntesten Aminosäuren und Wirkstoffe sind GABA, Glycin, L-Theanin, NAC und Tryptophan. Alle Stoffe haben eine unterschiedliche Wirkungsweise und Behandlungsziele. (siehe oben)
Schlafstörungen haben bei jedem Menschen andere Ursachen, ebenso ergeben sich unterschiedliche Behandlungsziele auf der biochemischen Ebene.
Hinweise zur Anwendung finden sich über die Verlinkung der einzelnen Wirkstoffe.
6. Einkauf

Es ist zu empfehlen die genannten einmal auszuprobieren und ggf. auch zu kombinieren, da die individuellen Dysfunktionen in Botenstoffsystemen, wie ober erläutert, nur kostenaufwendig im Labor zu bestimmen sind. Eine Kombination erhöht die Wirkungsstärke deutlich.
Qualitativ hochwertige Produkte finden sich in (Online-) Apotheken. Auch im Bereich Fitness-Nahrungsergänzung finden sich Angebote für Kombinationsprodukte.
Einkaufsbeispiel

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