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ROAD TO RECOVERY | Therapien und Heilmethoden bei Schizophrenie:
23. Theatertherapie
| Symptome | (+) | (-) | (k) | (D) | (Ä) | (ST) | (SCH) |
| Theatertherapie in Studien: Besserung in 6 - 20 Wochen | 25% | 40% | ✓ | 20% | 40% | 60% | ✓ |
| Effektstärken aus Metanalysen | ✓ | ✓ | ✓ | mittel (0,5) | mittel (0,5) | mittel (0,5) | ✓ |
(+) = positive, (-) =negative, (k) = kognitive Symptome, (D)=Depressionen, (Ä)=Ängste, (ST) = Stress, (SCH)= Schlaf.
I. Die Körper-Ebene
Unser physischer Körper ist die materielle Ebene des Menschen. Er besitzt eine anatomische Gestalt, die aus Zellen zusammengesetzt ist und durch eine Vielzahl von biochemischen Stoffwechselprozessen gesteuert wird. Körper und Geist sind mit einander verbunden. Folgende Therapien haben direkten Einfluss auf die Symptome von Psychosen, Schizophrenie und Depression.
Therapien und Heilmethoden:
1. Arbeit und Beschäftigung
2. Sport
3. Ernährung und Nahrungsergänzung
4. Naturheilkunde
5. Orthomolekulare Medizin
6. Konventionelle Medizin
A. Antipsychotika
B. Antidepressiva
II. Die Energie-Ebene
Auf der 2. Ebene befindet sich der Energiekörper. Er wird vor allem durch unsere Nerven und Energieleitbahnen, den Meridianen gebildet. Die Meridiane sind Energieverbindungen zu unseren Organen, Körperfunktionen und zur Psyche. Auch unser Antrieb und unsere Energie wird dieser Ebene zugeordnet. Die Therapien der Energie-Ebene haben direkten Einfluss auf die Symptome von Psychosen, Schizophrenie und Depression.
Therapien und Heilmethoden:
7. Berührung und Massage
8. Atemtherapie
9. Yoga
10. Akupunktur
11. Qi Gong
12. Tai Chi
13. Naturerleben
III. Die Mental-Ebene
Der Mentalkörper ist eine Struktur, in die alle Lernerfahrungen im Leben eingehen. Zu diesem Feld gehören Gedanken, Gefühle, Erinnerungen und Glaubenssätze. Hier handelt es sich um eine bewusste und unbewusste Ebene, in der u.a. auch das Gedächtnis gespeichert ist.
Therapien und Heilmethoden:
14. Psychosoziale Interventionen
15. Psychotherapien
16. Positive Psychologie
17. Positives Denken
18. Positive Affirmationen
19. Homöopathie
IV. Die intuitive Ebene
Die intuitive Ebene ist der Bereich des Träumens, der Intuition, der Kunst und Kreativität. Es sind Erfahrungen, die mit veränderten Bewusstseinszuständen jenseits des gewöhnlichen „normalen“ Wachbewusstseins einhergehen, insbesondere Zustände wie Trance, Ekstase, spirituelle Erlebnisse und Grenzerfahrungen. Auf dieser Ebene wirkt der Einfluss von Lernerfahrungen aus dem Familiensystem und von traumatischen Ereignissen.
Therapien und Heilmethoden:
20. Maltherapie
21. Musiktherapie
22. Tanztherapie
23. Theatertherapie
24. Hypnose
25. Systemtherapie
Zitat"Die ganze Welt ist eine Bühne,
und alle Männer und Frauen sind bloße Spieler:
Sie haben ihre Abgänge und ihre Auftritte;
und ein Mann spielt zu seiner Zeit viele Rollen."
-William Shakespeare
| Kurzfassung |
| Die Psychiatrie, stark beeinflusst von der Pharmaindustrie, betrachtet Schizophrenie in erster Linie unter genetischen, biologischen oder neurologischen Gesichtspunkten, ohne Bezug auf soziale und traumatische Ursachen der Erkrankung.
Folglich konzentriert sich die Behandlung oft auf die Symptome und die „Eindämmung“ von Patienten mit Schizophrenie, anstatt mit ihnen ganzheitlich und als vollständigen Menschen zu arbeiten, die in ein soziales System eingebunden sind. Tatsächlich ist die Gabe von Psychopharmaka oftmals die einzige Behandlung von Schizophrenie.
In unmenschlichen Einrichtungen, wie zum Teil in Psychiatrien und im psychiatrischen System insgesamt, sind Schizophrenie-Patienten durch ihre Erfahrungen oftmals psychisch so erniedrigt, dass sie kaum Selbstvertrauen, Motivation oder Lebensfreude entwickeln können. Diese deprimierende Situation verschlechtert sich weiter, durch die Einnahme von Psychopharmaka mit ihren schwerwiegenden Nebenwirkungen und typischen Folgeerkrankungen.
Die Theatertherapie ist eine der vier künstlerischen Therapieformen neben Musik-, Tanz- und Kunsttherapie. Sie legt ihren Fokus auf kreative Prozesse, bei denen Möglichkeiten zum Ausdruck und Stärkung der geschwächten Persönlichkeit gesucht werden.
Die Theatertherapie ist eine einzigartige Möglichkeit, mit Problemen umzugehen, sich auszudrücken, Ziele zu setzen und Selbstvertrauen zu gewinnen. Unter den Ausdruckstherapien bietet die sie ein Forum, um neue Rollen auszuprobieren, neue Beziehungsweisen zu erlernen, auszudrücken und zu fühlen.

Dabei setzt sie Geschichten, Mythen, Bewegung, Theaterstücke, Texte, Puppenspiel, Masken oder Improvisation als therapeutische Werkzeuge ein.
Die Übernahme von Rollen und das Interagieren in den unterschiedlichsten Szenarien eröffnen Zugänge zum kreativen Potential und ermöglichen neue Handlungsoptionen zu erproben und in das Leben zu integrieren.
Theatertherapie stellt eine fruchtbare Verbindung zwischen den heilenden Wurzeln des Theaters und Verfahren moderner Psycho-und Sozialtherapien her, um neue Möglichkeiten zu bieten, Gedanken und Gefühle auszudrücken und so Verhaltens- und emotionale Probleme besser zu bewältigen. Theatertherapie wird in Gesundheitsdiensten häufig eingesetzt, insbesondere wenn Patienten Schwierigkeiten haben, an Gesprächstherapien teilzunehmen.
Historie
Die Theatertherapie, im englischsprachigen Raum „Dramatherapy“ genannt, wurde als künstlerische Therapie vor über 50 Jahren in England, den USA und den Niederlanden entwickelt und in ihrer heutigen Form seit 25 Jahren auch in Deutschland angeboten.
Sie ist inzwischen weltweit in vielen Ländern eine anerkannte und in das staatliche Gesundheitswesen aufgenommene Therapieform. Theatertherapie findet vorwiegend in Gruppen oder gemeinschaftlichen Settings statt und kann auch als Einzeltherapie durchgeführt werden. Schauspielerisches Talent, Vorerfahrung im Theater oder der Kunst sind dabei ausdrücklich nicht gefordert.
Gestalttherapie, Dramatherapie und Psychodrama

Gestalttherapie, Dramatherapie und Psychodrama sind derzeit die am weitesten verbreiteten theaterbasierten Therapiemethoden. Über Einflüsse des Therapeutischen Theaters wie auch von Psychodrama und die in den 70er Jahren entstandene Theaterpädagogik in Deutschland entwickelte sich die Theatertherapie bzw. Dramatherapie.
Die Gestalttherapie ist eine Form der Psychotherapie, in welcher der Therapeut versucht, mithilfe von Gesprächen und Übungen (z. B. Rollenspielen) zu verstehen, wie der Patient in die Welt wahrnimmt und weshalb er diese auf eine bestimmte Weise betrachtet.
Im Psychodrama wird versucht dem Klienten durch spielerisches Nachspielen biografischer Szenen Erleichterung zu verschaffen. Die intrapsychischen Konflikte des Protagonisten wie seine Angst, die Beziehung zu seiner Mutter oder seinem Vater usw. spielen beim Psychodrama eine Rolle. Handeln ist die erste sich entwickelnde Fähigkeit des Menschen, noch vor dem Sprechen. Psychodrama geht durch Handeln über Worte und verbalen Ausdruck hinaus; daher ist es die erste körperorientierte Form der Psychotherapie.
Das gleiche Ziel verfolgt die Dramatherapie durch das Nachspielen dramatischer Szenen, manchmal basierend auf einem dramatischen Text.
Studien
Ziel einer aktuellen systematischen Übersichtsarbeit war die Bewertung von Theatertherapie zur Unterstützung von Erwachsenen mit Psychosen. Dabei erfüllten 11 Studien die Einschlusskriterien für diese Zusammenfassung.
Die Teilnehmer der Studien hatten oft mehrere Diagnosen und unbekannte Komplexitäten, die eine Genesung von Schizophrenie "durch Standardbehandlung [ wie Antipsychotika] unmöglich machten."
Ergebnis: "Zu den positiven Effekten der Dramatherapie zählen: Neue Perspektiven; Verbesserte Beziehungen; Fähigkeit, Entscheidungen mit weniger Angst zu treffen; Selbstverständnis; Reduzierte psychotische Symptome. Quantitative Daten untermauerten qualitative Ergebnisse und die Wirkung deutete auf Veränderungen in der sozialen Funktion, den Verhaltensweisen und den Symptomen nach der Dramatherapie hin." (1)
Die Ergebnisse einzelner Studie zeigten Verbesserung positiver Symptome (um 25%), negativer Symptome (um 40%), bei Depressionen (um 20%), bei Ängsten (um 40%) und Stress (um 60%). Es gab eine mittlere Effektstärke, was Theatertherapie vergleichbar macht mit anderen Therapien, wie Psychotherapie.|
1. Wirkungsweise
Die Vorgehensweise der Theatertherapie besteht hauptsächlich darin, Elemente des Theaters, wie Rolle, Figur, Szene, Drehbuch, Regie und Inszenierung auf komplexe soziale Situationen im Alltag oder Beruf zu übertragen.
Wie im konventionellen Theater gibt es eine Bühne, Akteure, Zuschauer und Beifall. Die Bühne ist in der Regel nur ein Aktionsraum, der emotionale Erfahrung und Einsichten ermöglicht.
Es gibt kein fertiges Theaterstück, dessen Rollen nur noch zu besetzen wären. Die Aufteilung der Rollen erfolgt je nach Möglichkeiten der Teilnehmer, ihrer Körpersprache, Sprechweise und Erscheinung. Jeder geht auf die Bühne und sagt einige Sätze. Das Publikum schreibt die Rolle zu. Dann gibt es im Idealfall eine Liste von Rollen, mit denen die Szenen improvisiert werden.
Was eine Person gut kann, auch wenn es in ihren Augen eher ein Defizit ist, wird von ihr auf der Bühne vorgezeigt. Das was auf der Bühne zu sehen ist, ist nicht richtig oder falsch, gut oder schlecht. Wenn jemand, der an Schüchternheit leidet, diese Schüchternheit auf die Bühne stellt und vorzeigt, ist er sehr wahrscheinlich authentisch und präsent und wird Beifall bekommen. Die Zuschauer, die auch Zeugen dessen sind, was da zu sehen ist, sagen möglicherweise: „Niemand ist so authentisch schüchtern wie du, toll, Beifall, noch mal, da capo.“
Die Szene auf der Bühne zu einem Abschluss bringen, der die Spannung löst – diesen Ausgang kann der Protagonist so oft probieren wie er will, mit wechselnden Verhaltensweisen und Mitspielern. So kann er in einer Art Probehandeln zu einer Lösung kommen. Die Lösung gilt zwar nur für die Bühne, kann sich aber auf sein Leben auswirken. Es entsteht das Bewusstsein, dass es viele Lösungen für ein Problem gibt.
Im Psychodrama wird ein Gruppenmitglied (der Protagonist ) ausgewählt, das im Mittelpunkt der Sitzung steht. Die Protagonisten spielen sich selbst und werden ermutigt, ihre Gefühle direkt und im Hier und Jetzt auszudrücken und mit anderen Menschen in ihrem Leben zu sprechen, anstatt über sie.
Diese werden normalerweise von Gruppenmitgliedern gespielt ( Hilfs- Ichs genannt ) oder durch einen leeren Stuhl dargestellt. Die Gruppenmitglieder helfen dem Protagonisten, indem sie die konkrete Darstellung einer abwesenden Person, einer inneren Stimme , eines Problems usw. spielen.
"Durch ästhetische Distanz identifizieren sich Klienten mit ihrem dramatischen Werk, sind also emotional nah genug an ihrem subjektiven Erleben dran, gleichzeitig aber auch weit genug davon entfernt, um das dramatische Werk zu beobachten und kognitiv darüber nachzudenken.
Insbesondere spielen Klienten gleichzeitig die Rollen des Teilnehmers und des Beobachters oder wechseln fließend von einer Rolle zur anderen, vom Erinnern zum Wiedererleben im Hier und Jetzt, je nachdem, was angebracht ist." (4)
Beim Vorführen oder Anschauen einer Szene oder „Figur“ wird oft, im Sinne von Metaphernbildung, schlagartig klar, welche Problematik vorliegt. Außerdem sind Strategien von Verbergen, Verstecken usw., die in anderen Therapieformen vorkommen, möglichst ausgeschlossen. Alles wird „vorgezeigt“, ist deutlich und klar zu sehen. Der verbale Inhalt, auf den sich andere Therapeuten und Klienten oft beziehen, spielt eine untergeordnete Rolle.
Dabei gilt als Grundsatz: Was auf der Bühne zu sehen ist darf anschließend nicht psychotherapeutisch analysiert werden. Es gibt nur Beifall und Reaktionen des Publikums. Das Publikum ist dabei gleichzeitig Zeuge davon, was geschehen ist, wobei die Interpretationen oft unterschiedlich sind: Die Protagonisten erleben auf der Bühne etwas anderes als das, was die Zuschauer sehen und interpretieren. Auch das kann eine lohnende Erfahrung für alle Beteiligten sein.
2. Theatertherapie und Schizophrenie

In zum Teil unmenschlichen Einrichtungen, wie einer Psychiatrie oder im psychiatrischen System insgesamt, sind Schizophrenie-Patienten durch ihre Erfahrungen psychisch so erniedrigt, dass sie kaum Selbstvertrauen, Motivation oder Lebensfreude entwickeln können.
Theatertherapie wurde entwickelt, um die soziale Wahrnehmung zu verbessern und durch das Üben des emotionalen Ausdrucks in realen und improvisierten Situationen einen gestärkten und selbstbewussteren Umgang mit anderen zu fördern. Erkrankung und Symptome stehen, wie bei einer Psychotherapie z.B., nicht mehr im Fokus sondern werden indirekt behandelt.
Theatertherapie kann bei der Verbesserung positiver und negativer Symptome sowie der allgemeinen Funktionsfähigkeit wirksam sein und soll eine Alternative bieten, die für viele Personen mit Risiko für Psychosen möglicherweise akzeptabler ist. Sie ist auch ein psychotherapeutischer Ansatz, um die psychosoziale Verletzlichkeit zu verringern.
Dramatherapie wird in Gesundheitsdiensten für Patienten mit Schizophrenie häufig eingesetzt, insbesondere wenn diese aufgrund von Kommunikationsschwierigkeiten Probleme haben, an Gesprächstherapien teilzunehmen. Die soziale Kognition ist bei Schizophrenie beeinträchtigt und kann zu einem Risikofaktor für die Entwicklung psychotischer Störungen werden. Zu den Beeinträchtigungen der sozialen Kognition zählen Defizite bei der Emotionsverarbeitung, den sozialen Kompetenzen und der Perspektivübernahme.
Die Perspektivübernahme beschreibt den Prozess, die mentalen Zustände anderer (z.B. deren Absichten, Erwartungen, Überzeugungen) zu erfassen und über diese nachzudenken. Dabei ist die Perspektivübernahme ein wichtiger Aspekt zwischenmenschlichen Erlebens und Verhaltens und spielt für eine gelingende Kommunikation und Interaktion eine bedeutsame Rolle.
Diese Beeinträchtigungen können zusammen mit verminderter Motivation, Freudlosigkeit und geringem Gefühlsausdruck auftreten, die sowohl das soziale als auch das nicht-soziale Funktionieren beeinträchtigen. Bei Schizophrenie sind Defizite der sozialen Kognition mit stärkeren Beeinträchtigungen der sozialen und beruflichen Funktionsfähigkeit verbunden. Nur 20% der schizophren Erkrankten sind voll arbeitsfähig.
Kommunikation ist häufig bestimmt von inszenierten sozialen Rollen, Figuren und Szenen, die nach „inneren Drehbüchern“ abzulaufen scheinen. Das „Sich-in-Szene-setzen“ ist Bestandteil jeder Kommunikation bzw. jeder sozialen Interaktion. Der Blickwinkel aus der Sicht des therapeutischen Theaters erlaubt, gleichsam in Bildern, zu sehen und zu denken. Dadurch wird es möglich, Personen im sozialen Kontext zu „begreifen“ und angemessene Reaktionen zu finden.
Diese Art des Sehens erleichtert die Anwendung von Metaphern und Bildern, Humor und auch Akzeptanz und Anerkennung der Geschichte und Szene, die da gerade vom Klienten inszeniert wird. Die Fragen, die man sich innerlich stellen kann, lauten dann etwa: Wie inszeniert der Klient, oder die Familie, ihre Symptome? Was für ein Drehbuch gibt es? Wie lautet das Stück?
Das gilt auch für Standardsituationen im Alltag. Wer führt eigentlich Regie? Welche Rollen und Figuren sind vertreten? Welche Wiederholungsabläufe gibt es?
"Es gibt Hinweise darauf, dass die Theatertherapie die Konversationsfähigkeit bei Patienten mit Denkstörungen verbessert. Qualitativ wird beschrieben, dass die Dramatherapie Negativsymptome und Angstzustände sowie emotionalen Druck verringert und die soziale Kommunikation und das kontrollierte Verhalten verbessert."(3)
3. Studien
Das Ziel einer aktuellen Metaanalyse von 2023 war die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit für dramabasierte Therapien zu untersuchen.
Die Metaanalyse umfasste 30 kontrollierte Studien und 1.567 Teilnehmer. Die Ergebnisse zeigten einen insgesamt mittleren Effekt dramabasierter Therapien auf sowohl psychologische als auch verhaltensbezogene Auswirkungen auf die psychische Gesundheit ( d = .50).
Die Ergebnisse deuten darauf hin, "dass Gruppenpsychodrama und -dramatherapie wirksam zur psychischen Gesundheit der Patienten beitragen und ähnliche Gesamteffekte wie andere Psychotherapien aufweisen." (4)
2. Ziel einer aktuellen systematischen Übersichtsarbeit war die Bewertung von Theatertherapie zur Unterstützung von Erwachsenen mit Psychosen. Dabei erfüllten 11 Studien die Einschlusskriterien für diese Zusammenfassung.
Die Teilnehmer der Studien hatten oft mehrere Diagnosen und unbekannte Komplexitäten, die eine Genesung von Schizophrenie "durch Standardbehandlung unmöglich machten." Die Präsentationen umfassten Episoden von Psychose, Schizophrenie und Doppeldiagnosen von psychischen Problemen und intellektuellen Schwierigkeiten.
Ergebnis: "Zu den positiven Effekten der Dramatherapie zählen: Neue Perspektiven; Verbesserte Beziehungen; Fähigkeit, Entscheidungen mit weniger Angst zu treffen; Selbstverständnis; Reduzierte psychotische Symptome. Quantitative Daten untermauerten qualitative Ergebnisse und die Wirkung deutete auf Veränderungen in der sozialen Funktion, den Verhaltensweisen und den Symptomen nach der Dramatherapie hin." (1)
3. Ziel einer Studie war es ein Theaterimprovisationstraining zur Förderung der sozialen Kognition in seine Durchführbarkeit und Akzeptanz zu testen.
36 Teilnehmer mit Psychose-Risiko absolvierten 18 wöchentliche 2-stündige Gruppensitzungen unter der Leitung eines Theaterregisseurs und eines Schauspielassistenten. Die Teilnehmer nahmen an gemeinsamen Schauspiel- und Improvisationsübungen teil.
Ergebnisse: Insgesamt wurde Theatertherapie mit Psychoserisiko als durchführbar und akzeptabel angesehen. Vorläufige Ergebnisse deuten darauf hin, dass Theatertherapie bei der Verbesserung positiver Symptome um 25% und negativer Symptome um 40% und Global Assessment of Functioning um 15% wirksam sein kann.

"Die Ergebnisse zeigten, wie wichtig ein Ort für die Reflexion unter Verwendung von Theatertechniken ist. Sie schätzten die Methode der gemeinsam durchgeführten Sitzungen, bei denen gemeinsame Erfahrungen im Vordergrund standen, die gegenseitige Unterstützung hervorriefen und es den Klienten ermöglichten, gemeinsam neue Perspektiven zu gewinnen. Die Dramatherapie unterstützte die Klienten dabei, kommunikativer mit anderen zu werden, sich besser an Aktivitäten zu beteiligen und neue Perspektiven zu entwickeln."
Schlussfolgerungen: "Theatertherapie ist eine vielversprechende und akzeptable Intervention, die Symptome und Funktionsfähigkeit bei Psychose-Risiko verbessern kann und gleichzeitig den Teilnehmern einen Rahmen bietet, um stärkere und selbstbewusstere Umgangsformen mit anderen zu entwickeln ... Theatertherapie ist eine dringend benötigte zusätzliche Intervention für Menschen mit Psychosen und für Frühintervention bei Psychosen-Situationen, in denen kognitive Ansätze dominieren. Die Perspektiven der Klienten haben den Wert dramatischer Techniken für ihre Genesung bewiesen." (3)
4. Ziel einer Studie war es, die Wirkung von Psychodramasitzungen auf die Symptomatologie bei 31 stationären Patienten mit chronischer Schizophrenie zu analysieren. Insgesamt fanden wöchentlich 19 Psychodramasitzungen statt.
Die Ergebnisse zeigten, dass Gruppenharmonie und Zusammenhalt deutlich zunahmen, während die Gruppenablehnung nach der Behandlung deutlich abnahm und es weniger isolierte Mitglieder gab.
"Zusammenfassend schlagen die Autoren vor, dass Psychodramasitzungen hilfreich sein können, um die sozialen Interaktionen und die Lebensqualität von Patienten mit chronischer Schizophrenie zu verbessern und ihre positiven und negativen Symptome zu verringern. "(2)
Depressionen
46 Patienten mit traumabedingter schwerer Depression in der Kindheit, die mit Antidepressiva behandelt wurden, wurden entweder der Psychodrama-Intervention (Beobachtungsgruppe) oder einer Kontrollgruppe zugewiesen und erhielten 6 Monate lang eine Kombinationsbehandlung.
Ergebnisse: Die Symptome von Depression (HAMD) verringerten sich nach der Intervention um 20% gegenüber der Kontrollgruppe. Diese Studie unterstützt den Einsatz von Psychodrama zur Verbesserung des Bewältigungsstils von Patienten mit schwerer Depression, die mit Kindheitstraumata in Zusammenhang stehen. (5)
Die Autoren schlußfolgern: "Wir vermuten, dass Psychodrama die interne Konnektivität des kognitiven Kontrollnetzwerks verbessert und die negative Aufmerksamkeitsverzerrung von Patienten mit schwerer Depression, die mit Kindheitstraumata in Zusammenhang stehen, korrigiert. "(5)
Ängste
Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass traumatische Kindheitserlebnisse zur Entwicklung von soziale Angststörung beitragen.
Psychodrama bietet die Möglichkeit, eine negative soziale Interaktion aus der Vergangenheit so nachzuspielen, als fände sie in der Gegenwart statt, jetzt jedoch in einem sicheren Umfeld, in dem der Patient mehr Kontrolle darüber hat, was gesagt und getan wird.
Dies könnte wiederum Überzeugungen, Gefühle und Einstellungen des Patienten gegenüber der traumatisierten Situation ändern. Desweiteren bemühen sich Menschen mit sozialen Ängsten, ihren Gefühlsausdruck zu kontrollieren und ihre Emotionen zu unterdrücken, um das Risiko sozialer Übertretungen und Ablehnung durch andere zu minimieren.
Sie berichten auch von einer Angst vor dem Erleben von Emotionen und von stärker negativen Überzeugungen über die Folgen des emotionalen Ausdrucks. Im Psychodrama wird eine sichere Umgebung geschaffen, die den Patienten helfen kann, ihre gehemmten Emotionen auszudrücken und die Richtigkeit ihrer Überzeugungen über die negativen Folgen zu überprüfen.
Schließlich verringert sich laut Morenos Theorie die Angst durch eine Steigerung der Spontaneität. In der kognitiven Verhaltenstherapie kann Spontaneität als das Gegenteil von Vermeidung und Hemmung angesehen werden, die für soziale Angststörung von zentraler Bedeutung sind. Eines der Ziele des Psychodramas ist die Steigerung der Spontaneität.
1. Ziel der vorliegenden Pilotstudie war es, die Integration von kognitive Verhaltenstherapie und Psychodrama, in eine kombinierte Behandlung für Patienten mit sozialer Angst in einem Gruppenformat zu untersuchen.
Fünf Patientinnen mit der Diagnose Soziale Angststörung nahmen an zwölf Sitzungen teil.
Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Verringerung der Angst vor negativer Bewertung um 20% und der Symptome sozialer Angst um 40%. (6)
Stress
Das Hauptziel einer Studie bestand darin, die Wirkung einer Psychodrama-Gruppentherapie auf das Ausmaß des wahrgenommenen Stresses, das Ausmaß der Zustandsangst, die Beck-Depressionswerte bei depressiven Patienten zu untersuchen.
In dieser Studie wurden depressive Patienten Jahren aufgenommen, bei denen eine Depression diagnostiziert wurde, keine Medikamente nahmen und für Psychodrama für 16 Wochen verfügbar waren.
"Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen eine statistisch signifikante Abnahme des wahrgenommenen Stressniveaus (um 60%), der Angstwerte (um 40%) und der Schwere der Depression durch die Psychodrama-Gruppenpsychotherapie. " (7)
Studien und Quellen
1. A systematic review of dramatherapy interventions used to support adults with psychosis. Eleanor Melvin, Marissa Green, Eleanor Keiller, Caroline Parmar und Jane Bourne, 2024
2. The effect of psychodrama sessions on psychotic symptoms, depression, quality of life, and sociometric measures in patients with chronic schizophrenia. O. Mortan Sevi, M.C. Ger, F. Kaya c, B. Maşalı d, 2020
3. Theatre improvisation training to promote social cognition: A novel recovery-oriented intervention for youths at clinical risk for psychosis
Sunny X Tang , Kevin H Seelaus, Tyler M Moore, Jerome Taylor, Carol Moog, David O'Connor , Marla Burkholder, Christian G Kohler, Paul M Grant, Dvora Eliash, Monica E Calkins, Raquel E Gur , Ruben C Gur, 2019
4. Effectiveness of Drama-Based Therapies on Mental Health Outcomes: A Systematic Review and Meta-Analysis of Controlled Studies. Hod Orkibi, Shoshi Keisari, Nisha L. Sajnani, Martina de Witte, 2023
5. Antidepressants combined with psychodrama improve the coping style and cognitive control network in patients with childhood trauma-associated major depressive disorder. Ren-Qiang Yu, Huan Tan, Er-Dong Wang, Jie Huang, Pei-Jia Wang, Xiao-Mei Li, Han-Han Zheng, Fa-Jin Lv, Hua Hu, 2022
6. Integrating Cognitive Behavioral Group Therapy and Psychodrama for Social Anxiety Disorder: An Intervention Description and an Uncontrolled Pilot Trial. Hanieh Abeditehrani, Corine Dijk, Mahdi Sahragard Toghchi, Arnoud Arntz, 2020
7. Does Psychodrama Affect Perceived Stress, Anxiety-Depression Scores and Saliva Cortisol in Patients with Depression? Lale Gönenir Erbay , İsmail Reyhani , Süheyla Ünal , Cemal Özcan, Tuba Özgöçer, Cihat Uçar, Sedat Yıldız, 2018