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PSYCHOBIOTIC REVOLUTION |
Lässt sich mit einer Kombination aus Psychobiotika, Präbiotika, sekundären Pflanzenstoffen, Heilpflanzen und Aminosäuren die Wirkung auf Depressionen und Stress weiter steigern?
| Besserung in 4 Wochen | (D) | (ST) |
| Psychobiotika (durchschnittliche Besserung) | 35% | 15% |
| Ashwagandha | 30% | 20% |
| L-Theanin | 30% | ✓ |
| Kombination | 55% (+20%) | 45% (+25%) |
(D)=Depressionen, (ST) = Stress

Eine Reihe natürlicher funktioneller Nahrungsergänzungmittel kann eine sichere und wirksame Behandlung von Depressionen, Angstzustände und Stress sein, darunter Probiotika (nützliche Bakterien), Präbiotika (fermentierbare Ballaststoffe), Phytobiotika (Pflanzennährstoffe mit darmgesundheitsfördernden Vorteilen), sekundäre Pflanzenstoffe, Heilpflanzen und Aminosäuren.
Welchen Effekt erzielt nun eine Kombination aus diesen Wirkstoffen ?
1. Studie
"Angesichts der Unzulänglichkeit bestehender Behandlungsmethoden, wie ein schlechtes Wirksamkeit-Nebenwirkungs-Verhältnis verschreibungspflichtiger Antidepressiva und der sich abzeichnenden Hinweise auf positive psychologische Vorteile von funktionellen Nahrungsmitteln, die auf das Mikrobiom und die Darm-Hirn-Achse abzielen" (1), bestand das Ziel einer Studie darin, die psychologische Stimmungslage nach einer pro-/prä-/phytobiotischen Nahrungsergänzung zu bestimmen.
32 gesunde Probanden, die „moderate“ psychische Belastungen angaben, erhielten nach dem Zufallsprinzip 30 Tage lang ein Nahrungsergänzungsmittel (NEM) oder ein Placebo. Die Teilnehmer der NEM-Gruppe nahmen täglich (morgens, mit oder ohne Frühstück) eine Portion eines natürlichen, mehrbestandteiligen Nahrungsergänzungsmittels ein.
![Concept of nutraceuticals [15]. | Download Scientific Diagram](https://www.researchgate.net/publication/349553034/figure/fig1/AS:1080303514849375@1634575837610/Concept-of-nutraceuticals-15.jpg)
In Anerkennung der kürzlich nachgewiesenen Vorteile von Probiotika und Präbiotika enthielt das Nahrungsergänzungsmittel wissenschaftlich validierte Bakterienstämme, klinisch erprobte präbiotische Ballaststoffe und ausgewählte Nährstoffe mit nachgewiesenen funktionellen Vorteilen für das geistige Wohlbefinden entlang der Darm-Hirn-Achse.
Es wurden folgende Inhaltsstoffe verwendet:
- Probiotika
(u.a. Lactobaciluus helveticus für Serotonin/Depression; Bifidobacterium longum für GABA/Angst; und Lactobacillus
rhamnosus für Cortisol/Stress) - Präbiotika
(Kiefernrindenpolyphenole) - Phytobiotika
(Apfelpolyphenole, Traubenkernpolyphenole) - Sekundäre Pflanzenstoffe
(Artischockenblattextrakt, Ingwerwurzelextrakt) - Antidepressive Heilpflanzen
(Ashwagandha, Magnolienrinde, Rafuma (Apocynum venetum), Kanna (Sceletium tortuosum), - Aminosäuren
(L-Theanin)
Die Parameter der psychischen Stimmung wurden mithilfe der validierten Profile of Mood States-Umfrage (POMS) beurteilt, um Werte für die globale Stimmung und sechs Unterskalen (Depression, Anspannung, Müdigkeit, Wut, Verwirrung und Vitalität) zu ermitteln.
2. Ergebnisse
1. Nach 30 Tagen Nahrungsergänzung kam es zu einem signifikanten Anstieg der Populationen „guter“ Bakterien in der NEM-Gruppe (+28 % Lactobacillus; +30 % Bifidobacterium) und des Gesamtscores (+17 %) im Vergleich zum Placebo.
2. Die psychologischen Indizes verbesserten sich in der NEM-Gruppe mit sowohl für positive Parameter wie allgemeine Stimmung (+25 %) und Vitalität (+25 %) als auch für negative Parameter wie Depression (-55 %), Anspannung (-45 %), Müdigkeit (-64 %), Verwirrung (-42 %), Wut (-54 %) im Vergleich zum Placebo signifikant.
Vergleich zu Antidepressiva
Eine Metaanalyse mit 522 Studien mit 116.477 Teilnehmern kommt zu dem Ergebnis: (1)
„Was wir herausgefunden haben ist folgendes: Die Wirkung von Antidepressiva und Placebo unterscheidet sich nur um 1,97 Punkte auf einer Skala von 52 Punkten. Dieser Unterschied ist minimal ... Es herrscht der weitverbreitete Glaube, dass Antidepressiva gegen Depressionen helfen, denn das wurde uns jahrzehntelang eingebläut.“ (1)
Das bedeutet, das die Wirkung von Antidepressiva eine Verbesserung von 12% und Placebo von 10% in 6 - 8 Wochen bewirkt. D.h. der Placeboeffekt bei Antidepressiva beträgt 85%.

"Es kann also wirklich bezweifelt werden, ob Antidepressiva überhaupt eine Wirkung haben, aber was sie bewirken, ist, dass sie Menschen jahrelang abhängig machen." ...."Früher sagten die Psychiater, dass Depression eine selbstlimitierende Krankheit ist, dass sie auch ohne Behandlung den meisten Menschen besser geht, also nur wenig Fälle chronisch werden. Heute sagen Psychiater, dass Depressionen sich verändert haben, es ist eine andere Krankheit, weil sie jetzt chronischer ist und was sie nicht wahr haben wollen ist, dass sie das mit ihren Medikamenten verursacht haben, das ist verrückt !" Prof. Götzsche
Quelle:
(1) Considering the methodological limitations in the evidence base of antidepressants for depression: a reanalysis of a network meta-analysis. Klaus Munkholm, Asger Sand Paludan-Müller, Kim Boesen, 2019
3. Schlussfolgerungen
Die Autoren der Studie schlussfolgern: "Die Weltgesundheitsorganisation hat psychische Probleme als Hauptursache für die globale Gesundheitsbelastung identifiziert – und betont damit die Dringlichkeit, Lebensstilinterventionen zu entwickeln, um Depressionen, Angstzustände und Stress wirksam zu behandeln. Diese Ergebnisse zeigen die enge Beziehung zwischen dem Gleichgewicht des Mikrobioms und psychologischen Parametern – und den Nutzen gezielter Nahrungsergänzungsmittel, um die Darm-Hirn-Achse positiv zu beeinflussen und so das psychische Wohlbefinden zu verbessern." (1)
Studien
1. Effect of Coordinated Probiotic/Prebiotic/Phytobiotic Supplementation on Microbiome Balance and Psychological Mood State in Healthy Stressed Adults
S. Talbott, B. Stephens, Marc P. Oddou, 2018