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SERIE | DER DARM - DAS ZWEITE GEHIRN: 5. Psychobiotika bei Stress und stressbedingten Psychosen

  • Phoenix
  • 30. Juni 2025 um 02:46
  • 959 Mal gelesen

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SERIE | DER DARM - DAS ZWEITE GEHIRN:

5. Psychobiotika bei Stress stressbedingten Psychosen


Besserung in 4 - 6 Wochen(+)(-)(k)(D)(Ä)(ST)(SCH)
Psychobiotika10%✓10%35%30%15%25%

(+) = positive, (-) =negative, (k) = kognitive Symptome, (D)=Depressionen, (Ä)=Ängst, (ST) = Stress, (SCH) = Schlaf


1. Psychosen und Schizophrenie
2. Kognitive Störungen
3. Depressionen
4. Angst
5. Stress
6. Schlafstörungen


Zitat


„Alle Krankheiten beginnen im Darm“ Hippokrates (griechischer Arzt der Antike)


Kurzfassung

| Psychosen sind mit einem hohen Rückfallrisiko verbunden - 30 % der Erkrankten erleiden einen Rückfall innerhalb eines Jahres nach einer ersten Episode. Die Rolle von Stress beim Ausbruch oder Rückfall in eine Psychose ist mittlerweile allgemein anerkannt. Aber auch Depressionen, Angst- und Schlafstörungen werden durch Stress ausgelöst.

Über soziale Stressoren wurde häufig vor einer psychotischen Episode berichtet und dem Ausbruch einer offenen Psychose gehen tendenziell viele stressige Ereignisse voraus. Es wurde festgestellt, dass zwei soziale Stressfaktoren z. B. zwischenmenschliche Konflikte und Umzug die Rückfälle von Psychosen erhöhen.

Tatsächlich wurde festgestellt, dass frühe Traumata und Lebensereignisse zu einer erhöhten Stressempfindlichkeit im Erwachsenenalter beitragen und dass Patienten mit Psychosen im Vergleich zu Kontrollpersonen mit intensiveren Emotionen auf wahrgenommenen Stress im täglichen Leben reagieren, was das Konzept der Verhaltens-Sensibilisierung stützt.

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In den letzten zehn Jahren hat die Darm-Hirn-Achse und ihre Beziehung zur Erkrankung des Gehirns beträchtliche Aufmerksamkeit erhalten. Jüngste Studien zum Mikrobiom haben ergeben, dass die Darmmikroben und das zentrale Nervensystem über Nervenbahnen, Stoffwechselbahnen und Immunbahnen eng miteinander verknüpft sind. Die sogenannte Mikrobiota-Darm-Hirn-Achse.

Der Einsatz von Probiotika, die auf das Mikrobiom abzielen, stand in den letzten Jahren besonders im Fokus. Im Jahr 2013 wurde der Begriff „Psychobiotika“ geprägt, um jeden Einfluss (d. h. Probiotika, Präbiotika, Ballaststoffe) zu beschreiben, der dem Menschen bakteriell vermittelte Vorteile für die psychische Gesundheit bringt.

Psychobiotika sind lebende probiotische Bakterien im Darm, die sich besonders positiv auf die psychische Gesundheit auswirken. Sie wirken, indem sie die Darm-Hirn-Achse regulieren und so Glücksgefühle, Ruhe und allgemeines Wohlbefinden fördern.

Frühe Studien haben gezeigt, dass ein vielfältiges Mikrobiom dabei hilft, in Krisen die Stressfaktoren zu regulieren und effizient mit ihnen umzugehen. Ist das Darmmikrobiom dagegen weniger vielfältig, wie durch eine einseitige Ernährung oder Fastfood und Fertigprodukte, wird es in Stresssituationen leichter gestört und gerät aus dem Gleichgewicht. Der Darm gerät dann in einen dysbiotischen Zustand, der die Darmschleimhaut durchlässig/undicht machen kann.

Die unvollständig verdauten Nahrungsbestandteile können dann in den Blutkreislauf gelangen, und diese Gleichgewichtsstörung kann entzündliche Erkrankungen verursachen. Neuere Zusammenhänge wurden auch mit psychischen Erkrankungen bestätigt.

Angesichts jüngster Hinweise, dass die Darmmikrobiota ein unterschätzter Faktor von Stressreaktionen und den damit verbundenen Veränderungen von Wahrnehmung, Stimmung und Wohlbefinden sein könnte, werden nun den therapeutischen Optionen mit Psychobiotika zur Behandlung des Stresssystems beträchtliche Aufmerksamkeit gewidmet.

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Studien haben ergeben, dass Probiotika unter Stressbedingungen eine positive Rolle spielen können, indem sie die Synthese und Freisetzung verschiedener Neurotransmitter und bioaktiver Faktoren regulieren, darunter Cortisol und in gewissem Maße die stressbedingten physischen und psychischen Symptome der Probanden verbessern was zu einer potenziellen Therapie oder unterstützenden Maßnahme zur Stresslinderung werden dürfte.

Ihre Vorteile werden direkt auf die Produktion von Neurotransmittern und Neuromodulatoren, entzündungshemmenden Zytokinen und/oder eine Verringerung der Darmbarrierestörung zurückgeführt.

Probiotika werden als rezeptfreie Nahrungsergänzungsmittel vermarktet, um die Darmgesundheit zu verbessern, die Stimmung zu heben und Stress abzubauen. In Studien konnten Besserungsraten von Stress von 15% gegenüber Placebo in 4 - 6 Wochen nachgewiesen werden. (2) (4)|


1. Die Auswirkungen von Stress

„Es ist nicht der Stress, der uns umbringt, sondern unsere Reaktion darauf.“ —Hans Selye (Stressforscher)

Stress ist eine herausfordernde und bedrohliche Erfahrung, die individuelle und umweltbedingte Faktoren, vergangene Ereignisse und aktuelle Stresserfahrungen sowie Wechselwirkungen zwischen psychologischer und körperlicher Reaktivität umfasst.

Ob Stress Einzelpersonen beeinträchtigt, hängt hauptsächlich von der subjektiven Interpretation von Stressereignissen durch die Person ab. Je höher das subjektive Stressniveau, desto größer ist der psychische Stress, unter dem die Person leidet.

Was ist Stress? | Gesundheitsportal

Die Auswirkungen von Stress auf den Einzelnen sind ein Prozess der allmählichen Anhäufung und jede zusätzliche Stresserfahrung erhöht die allgemeine Anpassungsbelastung und untergräbt sogar die Gesundheit, die allmählich zum Hauptproblem im täglichen Leben wird.

Wenn eine Person wahrnimmt, dass die Anforderungen der Umwelt ihre Anpassungsfähigkeit übersteigen, entsteht Stress. Stress ist im täglichen Leben allgegenwärtig und beeinflusst uns ständig. Der Stress, den wir kontrollieren können, ist der sogenannte „positive Stress“, der es ermöglicht, mit Begeisterung und Erfolg an ständig wechselnde Anforderungen anzupassen.

Wenn wir unter starkem, langfristigem, unkontrolliertem „negativem Stress“ leiden, wirkt sich dies negativ auf unsere körperliche und geistige Gesundheit und unser tägliches Leben aus.

Studien haben gezeigt, dass übermäßiger Stress nicht nur zu Reizbarkeit und emotionaler Feindseligkeit führt, die die soziale Kommunikation beeinträchtigen, und zu einem ungesunden Lebensstil mit Rauchen und Alkoholmissbrauch, sondern auch das Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Verdauungskrankheiten und psychische Störungen wie Depressionen und Angstzustände erhöht.

Psychosozialer Stress stellt heutzutage eine erhebliche und zunehmende Belastung in unserer Gesellschaft dar, ist ein Risikofaktor für Stimmungsstörungen, darunter Psychosen, Depressionen, Ängste und Schlafstörungen.


2. Stress und Psychosen
How Can Stress Cause Psychosis? - Mental Health Rehabs

Psychosozialer Stress ist ein potenzieller sozialer Risikofaktor für einen Psychoserückfall, der zunehmend an Bedeutung gewinnt. Er wird als emotionale, physische und psychische Reaktion auf soziale Stressoren definiert.

Soziale Stressoren lassen sich in drei Kategorien einteilen:

  • chronische Stressoren (z. B. Langzeitarbeitslosigkeit),
  • Lebensereignisse (z. B. Obdachlosigkeit) und
  • kleinere alltägliche Ärgernisse (z. B. beleidigende Kommentare)

Über soziale Stressoren wurde häufig vor einer psychotischen Episode berichtet und dem Ausbruch einer offenen Psychose gehen tendenziell viele stressige Ereignisse voraus. Es wurde festgestellt, dass zwei soziale Stressfaktoren z. B. zwischenmenschliche Konflikte und Umzug die Rückfälle von Psychosen erhöhen.

Tatsächlich wurde festgestellt, dass frühe Traumata und Lebensereignisse zu einer erhöhten Stressempfindlichkeit im Erwachsenenalter beitragen und dass Patienten mit Psychosen im Vergleich zu Kontrollpersonen mit intensiveren Emotionen auf wahrgenommenen Stress im täglichen Leben reagieren, was das Konzept der Verhaltens-Sensibilisierung stützt.

Psychischer Stress und Schwere der Symptome

Psychosozialer Stress wurde mit einer Zunahme positiver, negativer und depressiver Symptome in Verbindung gebracht und scheint in einer Dosis-Wirkungs-Beziehung aufzutreten, denn je höher das erlebte psychosoziale Stressniveau ist, desto größer ist sein Einfluss auf die Schwere der Symptome.

Außerdem wurde festgestellt, dass Personen mit hohem Psychoserisiko im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen durch stressige Ereignisse signifikant stärker belastet sind und dass die Beurteilung dieser Ereignisse unterschiedlich ausfällt. Denn nicht das Ereignis sondern die beigemessene Bedeutung entscheidet über die Auswirkung eines Stressors.

Interessanterweise ergab eine Laborstudie, in der die Auswirkungen eines experimentell induzierten psychosozialen Stressors untersucht wurden, dass Personen mit einem Hochrisiko für Psychosen im Social Stress Tests insgesamt höhere Cortisolwerte produzierten und vor dem Stressor ein höheres Maß an subjektivem Stress zeigten als die Kontrollpersonen.

Es wurde auch festgestellt, dass Umweltrisiken additiv und zusammen mit Kindheitstraumata und stressigen Lebensereignissen wirken und zum Fortbestehen der Psychosesymptome beitragen.

Erhöhtes Psychose-Risiko durch Psychosozialer Stress ?

Psychotic Images – Browse 62,860 Stock Photos, Vectors, and Video | Adobe  Stock

Studien konnten einen signifikanten Zusammenhang zwischen erhöhtem psychosozialem Stress und einem erhöhten Risiko des Übergangs zur Psychose feststellen.

Eine stärkere Belastung durch psychosozialen Stress, emotionalen Missbrauch und wahrgenommene Diskriminierung erhöhte das Risiko des Übergangs zur Psychose bei Personen mit einem hohen Risiko für Psychosen im Vergleich zu Kontrollpersonen signifikant.

Personen mit Hochrisiko, die in eine Psychose übergingen, waren im Vergleich zu Personen ohne Psychose stärker Lebensereignissen und mit diesen Ereignissen verbundenen Belastungen ausgesetzt, während emotionaler Missbrauch das Risiko des Übergangs in eine Psychose um das 4-Fache erhöhte. Auch wahrgenommene Diskriminierung erhöhte das Übergangsrisiko und zwar um 52,4 % . Zu Stress und Psychosen siehe ausführlichen Artikel.


3. Wirkungsweise

Kurzfristig kann der Körper gut mit Stress umgehen, langfristiger Stress verschlechtert jedoch Entzündungen im Darm, wodurch gute Darmbakterien reduziert und die Darmschleimhaut geschädigt und für Krankheitserreger durchlässiger wird.

Probiotika können auch die Funktion der Darmbarriere verbessern, die bei Personen mit Stresssymptomen beeinträchtigt sein kann. Eine gesunde Darmbarriere hilft, das Eindringen schädlicher Substanzen wie Toxine, Pathogene, schädliche Bakterienprodukte und Immunfaktoren in den systemischen Kreislauf zu verhindern.

Während die Zusammensetzung der Mikrobiota-Bakterien im Laufe des Lebens relativ stabil bleibt, reagiert sie empfindlich auf Umweltveränderungen und kann rasch auf Faktoren wie Stress (Schlafqualität, Chemikalien, physische und psychische Stressoren), Ernährung (gesunde vs. ungesunde Essgewohnheiten) und Medikamente reagieren.

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Diese Stressoren können das bakterielle Gleichgewicht im Darm verändern, was zu geringer Vielfalt und ungleichmäßiger Verteilung der Bakterienarten führt. Dies wird als „Dysbiose“ bezeichnet.

Eine Dysbiose des Darms ist gekennzeichnet durch eine veränderte Immunfunktion, einen veränderten Energiestoffwechsel und eine Schädigung der Darmzellen, was zu einer erhöhten körperweiten Entzündung führt.

Entzündungen stehen im Zusammenhang mit zahlreichen Krankheitszuständen, darunter Darmerkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Übergewicht und Krebs und in jüngster Zeit auch mit psychischen Erkrankungen wie einige Symptome von Schizophrenie, Depressionen und Angstzuständen.

Ein Darm voller guter Bakterien stärkt die Darmschleimhaut, wodurch weniger entzündungsfördernde oder giftige Substanzen in den Blutkreislauf gelangen. Eine bakterielle Zusammensetzung, die Vielfalt und Gleichmäßigkeit aufweist ist gesundheitsförderlich.

Die psychobiotische Wirkung der Bakterien beruht im Wesentlichen auf drei verschiedenen Mechanismen: durch die Beeinflussung der Stressreaktion der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse und die Verringerung systemischer Entzündungen, durch eine Wirkung auf das Immunsystem und durch die Produktion neuroaktiver Verbindungen wie Neurotransmitter, Proteine und kurze Fettsäureketten.


5. Studien

Ernährungspsychiatrie, Mikrobiota-Darm-Gehirn-Achse und Psychobiotika -  Psychiatrie - Universimed - Medizin im Fokus

Insgesamt wurden 12 Studien mit ca. 1500 Teilnehmern zu den Auswirkungen von Psychobiotika auf Stress durchgeführt. Weitere 16 Studien hatten Stress bei der Behandlung psychischer Erkrankungen als eine Subkategorie untersucht.

1. So wurden in einer Übersichtsarbeit von 2020 sieben Studien mit insgesamt 1.146 Teilnehmern einbezogen. Die Forschung ergab, dass die Verabreichung von Probiotika das subjektive Stressniveau im Allgemeinen senken und das stressbedingtes unterschwelliges Angst-/Depressionsniveau verbessern kann. Nebenwirkungen wurden nur in einer von sieben Studien berichtet, aber nicht beschrieben.

Ergebnis der Autoren: "Diese systematische Überprüfung und Metaanalyse zeigte, dass die Verabreichung von Probiotika das subjektive Stressniveau bei gesunden Versuchsteilnehmern senken und stressbedingte unterschwellige Angstzustände/Depressionen lindern kann." (3)


2. In einer aktuellen explorativen Studie von 2023 wurde die Wirkung von Bifidobacterium longum auf die stressbedingten psychologischen und physiologischen Auswirkungen bei Personen mit leichtem bis mäßigem psychischem Stress untersucht.

"Die Ergebnisse stützen unsere Hypothese, dass eine Ergänzung mit Bifidobacterium longum wahrgenommenen Stress lindern kann und somit ein vielversprechendes Ergebnis für die Anwendung bei einer Bevölkerung ohne Stimmungsstörungen liefert. Diese klinische Beobachtung ging mit einer besseren Schlafqualität in der Probiotika-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe einher.

Post-hoc-Analysen zeigen außerdem, dass die Verbesserung des wahrgenommenen Stresses mit der Verringerung von Angstzuständen, Depressionen und der Cortisol-Wachreaktion korreliert." (4)

Nach der 6-wöchigen Intervention war die Abnahme des wahrgenommenen Stresses in der Probiotika-Gruppe (21,4 %) signifikant höher als in der Placebo-Gruppe (-10,2 %), was eine Besserung von 11,2 % entspricht.



3. In der Studie von Patterson et al. 2020 wurde auch über Auswirkungen auf die Stresswerte (PSS) berichtet, insbesondere bei weiblichen Teilnehmerinnen, mit einem verringerten PSS-Wert in der Probiotikagruppe ( −4,6 %) und einem erhöhten PSS-Wert in der Placebogruppe (+11,2 %) nach 5-wöchiger Intervention mit Lacticaseibacillus paracasei (1,75 × 10 10 KBE/Tag)

Lacticaseibacillus paracasei reduzierte den wahrgenommenen Stress, die Erschöpfung und den Cortisolspiegel. Die wahrgenommene Gesundheit und schlafbezogene Erholung bei Teilnehmern verbesserte sich.

4. Eine Studie untersuchte den Einfluss einer psychobiotischen Ernährung (reich an präbiotischen und fermentierten Lebensmitteln) auf die psychische Gesundheit von 45 Erwachsenen.

Die Intervention mit einer psychobiotischen Ernährung führte zu einer Verringerung des wahrgenommenen Stresses (32 % in der Diätgruppe gegenüber 17 % in der Kontrollgruppe), jedoch nicht zwischen den Gruppen.

Wichtig ist, dass die Verringerung des wahrgenommenen Stresses dosisabhängig war, d. h., eine stärkere Einhaltung der Studiendiät führte zu einer stärkeren Abnahme des Stresses. (PSS-Scores)

Darüber hinaus zeigt die Studie auch, dass eine abwechslungsreiche Ernährung zu einer stabilen Mikrobiota führt, die wiederum größere Veränderungen beim wahrgenommenen Stress zur Folge hatte.

Die Forscher kommen zu dem Ergebnis: "Die Verwendung von mikrobiota-orientierten Diäten zur positiven Modulation der Darm-Hirn-Kommunikation bietet Möglichkeiten zur Reduzierung von Stress und stressbedingten Erkrankungen. (2)"

"Angesichts des grundlegenden Einflusses von Stress auf das Risiko, andere chronische Krankheiten wie Depressionen zu entwickeln, sind diese Ergebnisse vielversprechend als potenzielle therapeutische und präventive Ansätze. Daher wird die Verwendung von Ernährungs- und Lebensstilansätzen zur Behandlung psychischer Gesundheitsprobleme zunehmend wichtiger und könnte sich in zukünftigen Ernährungsrichtlinien widerspiegeln." (2)


6. Anwendung

Fastfood und Fertigprodukte lassen die guten Darmmikroben verhungern und führt zu einem instabilen und weniger vielfältigen Mikrobiom mit schweren Auswirkungen auf die Psyche.

Sich ausreichend mit gesunden Darmbakterien zu versorgen kann durch eine spezielle Ernährung mit Lebensmitteln erfolgen, die reich an Probiotika (gesunde Darmbakterien) und Präbiotika (Ballaststoffe als Nahrung für die Bakterien) sind. Die andere Möglichkeit die Einnahme von Psychobiotika-Produkten.

Was ist die psychobiotische Diät?

Eine gute psychobiotische Ernährung ähnelt daher einer mediterranen Ernährung, die durch eine große Vielfalt an ballaststoffreichen Gemüsesorten (Knoblauch, Lauch, Kohl, Artischocken, Zwiebeln), Früchten (Beeren, Feigen, Avocados), Nüssen (Pistazien, Mandeln), Getreide (Hafer, Bulgur, Farro), Hülsenfrüchten (Bohnen, Linsen), guten Fetten ( Omega-3 , Olivenöl), Meeresfrüchten (Lachs, Garnelen), Gewürzen (Oregano, Basilikum, Zimt, Kreuzkümmel, Fenchel), Salat (Rucola, Spinat) und Fermenten (Joghurt, Kefir, Käse) gekennzeichnet ist. Sie enthält außerdem wenig Zucker.

Einige Wissenschaftler empfehlen, dass wir 30 verschiedene Gemüsesorten pro Woche essen. Falls das nicht gelingt sind Probiotika und Präbiotika empfohlen.

Probiotika und Präbiotika

Probiotika, lebenden positive (Darm-)Bakterien sind in Speisen wie Kombucha, Jogurt, Kefir, Cheddar, Parmesan, Gruyère, saure Gurken, Sauerkraut oder Produkte auf Sojabasis wie etwa Kimchi oder Miso fördern die Vielfalt im Darm.

Ballaststoffreiche Lebensmittel enthalten oft so genannte Präbiotika: Stoffe, die der Mensch nicht verwerten kann, die aber zum Beispiel Lactobacillus- und Bifidobacterium-Bakterien als Nahrung dienen. Sie stecken unter anderem in Chicorée, Zwiebeln, Knoblauch, Spargel, Getreide, Artischocken und Bananen.

Es ist auch wichtig, andere Lebensstilfaktoren zu berücksichtigen, die Stress und Stimmung beeinflussen können, wie Bewegung, Schlaf und soziale Interaktion. Die Einbeziehung von Probiotika in einen umfassenden Ansatz zum Stressmanagement, der diese anderen Lebensstilfaktoren berücksichtigt, kann der effektivste Weg sein, psychischen Stress zu reduzieren und die Stimmung zu verbessern.

Psychobiotika in Studien

In Studien wurde einzelne Stämme oder eine Kombination aus mehreren Stämmen verwendet. Die häufigsten sind hier gelistet, in Klammern die Anzahl der Studien in denen sie verwendet wurden.

Psychobiotika bei Stress
Abkürzungen: L. = Lactobacillus, B. = Bifidobacterium
Anzahl der Studien
L. acidophilus2
L. brevis1
L. casei1
L. fermentum1
L. gasseri1
L. helveticus3
L. paracasei3
L. plantarum5
L. reuteri1
L. rhamnosus1
B. animalis1
B. bifidum2
B. breve1
B. lactis1
B. longum5
B. infantis2

Einige Studien haben gezeigt, dass höhere Probiotikadosen von 10 Mrd. koloniebildende Einheiten oder längere Nahrungsergänzungszeiträume von 8 Wochen erforderlich sein können, um bei gesunden Probanden signifikante Verbesserungen der Stimmung, des Schlafs und der Stressreduzierung zu erzielen.


7. Einkauf

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Es gibt eine Kombination von Probitika und Präbiotika , die Symbiotika, oder sogar auch schon Psychobiotika zu kaufen.

Ein Einkaufsbeispiel ist z.B. hier zu finden.

Das Nahrungsergänzungsmittel enthält bis zu 20 Milliarden Einheiten pro Tagesdosis der wichtigsten probiotischen Stämme bei Stress. Darüber hinaus sind zwei wichtige Präbiotika hinzugefügt: Inulin und FOS, die für das Wachstum der Darmmikrobiota und eine starke und gesunde Darmbakterienflora unerlässlich sind.

PROBIOTIKA UND PRÄBIOTIKA - 240 KAPSELN | 17, 50€

Der Preis für die Tagesdosis, also 2 Kapseln, beträgt 15 ct.

Alle enthaltenen probiotischen Stämme:

Bifidobacterium Lactis BS01 100 MLD/g*;

Lactobacillus Paracasei SGL04 100 MLD/g*;

Lactobacillus Plantarum LP09 100 MLD/ g;

Lactobacillus Breve BR03 100 mld/g*;

Lactobacillus Adolescentis BA02 100 MLD/g;

Lactobacillus Faeciumn SGEf01 100 MLD/g;

Lactobacillus Fermentum SGL10 100 MLD/g;

Lactobacillus Rhamnosus SGL06 100 MLD /g;

Lactobacillus Acidophilus LA-02 100 MLD/g;

Lactobacillus Casei LC03 100 MLD/g;

Lactobacillus Delbrueckii Bulgarius 100 MLD/g;

Lactobacillus Gasseri SGL09 100 MLD/g;

Lactobacillus Infantis SGB03 100 MLD/g;

Lactobacillus Longum SGB05 100 MLD/g;

Lactobacillus Reuteri SGL01 100 MLD/ g;

Lactobacillus Crispatus LCr86 100 mld/g;

Lactobacillus Shermanii 100 mld/g;

Lactobacillus Thermophilus SGSt01 100 MLD/g.

PRÄBIOTIKA: Fructooligosaccharide; Inulin; junger Bambus, Kamille; Enzimix™;


OMNi-BiOTiC® STRESS Repair - Stress? Nur die Ruhe! | AT

2. Eine Firma die häufig in Apotheken erhältlich ist, ist OMNi-BiOTiC®. Hier ein Produkt welches bei Stress empfohlen wird.

OMNi-BiOTiC® STRESS Repair besteht aus 9 Bakterienstämmen

Zusammensetzung

Lactobacillus casei
Lactobacillus acidophilus
Lactobacillus paracasei
Lactobacillus salivarius
Lactococcus lactis
Bifidobacterium lactis
Lactobacillus plantarum
Bifidobacterium bifidum


Studien und Quellen

(1) Examining the Influence of the Human Gut Microbiota on Cognition and Stress: A Systematic Review of the Literature. Matthew B. Cooke, Sarah Catchlove, and Katie L. Tooley, 2022

(2) Feed your microbes to deal with stress: a psychobiotic diet impacts microbial stability and perceived stress in a healthy adult population. Kirsten Berding, Thomaz F. S. Bastiaanssen, Gerard M. Moloney, Serena Boscaini, Conall R. Strain,Andrea Anesi, Caitriona Long-Smith, Fulvio Mattivi, Catherine Stanton, Gerard Clarke, Timothy G. Dinan, and John F. Cryan, 2023

(3) Efficacy of probiotics on stress in healthy volunteers: A systematic review and meta‐analysis based on randomized controlled trials. Ning Zhang, MD, , MD, Chongcheng Xi, MD, Xunying Huang, MD, Jintao Liu, MD, Junwei Huang, MD, Dong Tian, MM, Jie Mu, MD, Xing Liao, PhD, and Shuangqing Zhai, 2020

(4) Bifidobacterium longum subsp. longum Reduces Perceived Psychological Stress in Healthy Adults: An Exploratory Clinical Trial. Marcus Boehme , Noëla Rémond-Derbez, Clara Lerond, Luca Lavalle, Sonia Keddani, Myriam Steinmann, Andreas Rytz, Boushra Dalile, Kristin Verbeke, Lukas Van Oudenhove , Pascal Steiner, Bernard Berger, Maria Vicario, Gabriela Bergonzelli, Sara Colombo Mottaz, Julie Hudry, 2023

(5) Gut Biome and Mental Health: Do Probiotics Work? Alexander Muacevic and John R Adler, Jayakrishna S Madabushi, Priyal Khurana, Nihit Gupta, and Mayank Gupta, 2023

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