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ROAD TO RECOVERY |
Therapien und Heilmethoden bei Psychosen und Schizophrenie
21. Musiktherapie
| Symptome | (G) | (+) | (-) | (k) | (D) | (Ä) | (ST) | (SCH) | (LQ) |
| Musiktherapie in Studien: Besserung in 6 - 20 Wochen | 15% | 20% | 35% | 15% | 60% | 50% | 40% | 40% | ✓ |
| Effektstärken aus Metanalysen | mittel - sehr groß | mittel | mittel-sehr groß | mittel | groß | mittel | mittel-groß | mittel | mittel |
(G) = Gesamtsymptome, (+) = positive, (-) = negative, (k) = kognitive Symptome, (D) = Depressionen, (Ä) = Ängste, (ST) = Stress, (SCH) = Schlaf, LQ = Lebensqualität
I. Die Körper-Ebene
Unser physischer Körper ist die materielle Ebene des Menschen. Er besitzt eine anatomische Gestalt, die aus Zellen zusammengesetzt ist und durch eine Vielzahl von biochemischen Stoffwechselprozessen gesteuert wird. Körper und Geist sind mit einander verbunden.
Therapien und Heilmethoden:
1. Arbeit und Beschäftigung
2. Sport
3. Ernährung und Nahrungsergänzung
4. Naturheilkunde
5. Orthomolekulare Medizin
6. Konventionelle Medizin
A. Antipsychotika
B. Antidepressiva
II. Die Energie-Ebene
Auf der 2. Ebene befindet sich der Energiekörper. Er wird vor allem durch unsere Nerven und Energieleitbahnen, den Meridianen gebildet. Die Meridiane sind Energieverbindungen zu unseren Organen, Körperfunktionen und zur Psyche. Auch unser Antrieb und unsere Energie wird dieser Ebene zugeordnet. Die Therapien der Energie-Ebene haben direkten Einfluss auf die Symptome von Psychosen, Schizophrenie und Depression.
Therapien und Heilmethoden:
7. Berührung und Massage
8. Atemtherapie
9. Yoga
10. Akupunktur
11. Qi Gong
12. Tai Chi
13. Naturerleben
III. Die Mental-Ebene
Der Mentalkörper ist eine Struktur, in die alle Lernerfahrungen im Leben eingehen. Zu diesem Feld gehören Gedanken, Gefühle, Erinnerungen und Glaubenssätze. Hier handelt es sich um eine bewusste und unbewusste Ebene, in der u.a. auch das Gedächtnis gespeichert ist.
Therapien und Heilmethoden:
14. Psychosoziale Interventionen
15. Psychotherapien
16. Positive Psychologie
17. Positives Denken
18. Positive Affirmationen
19. Homöopathie
IV. Die intuitive Ebene
Die intuitive Ebene ist der Bereich des Träumens, der Intuition, der Kunst und Kreativität. Es sind Erfahrungen, die mit veränderten Bewusstseinszuständen jenseits des gewöhnlichen „normalen“ Wachbewusstseins einhergehen, insbesondere Zustände wie Trance, Ekstase, spirituelle Erlebnisse und Grenzerfahrungen. Auf dieser Ebene wirkt der Einfluss von Lernerfahrungen aus dem Familiensystem und von traumatischen Ereignissen.
Therapien und Heilmethoden:
20. Maltherapie
21. Musiktherapie
22. Tanztherapie
23. Theatertherapie
24. Systemische Therapie
V. Die Geist-Ebene
Die 5. Ebene beschreibt den geistigen Aspekt eines Menschen. Es ist das Feld von innewohnender Weisheit und Zufriedenheit, des natürlichen Mitgefühls und Liebe zu uns und anderen. Da dieses Feld alles durchdringt, ist es die Ebene, die letztendlich zur Heilung führen kann, vorausgesetzt, wir kümmern uns um die Harmonisierung der anderen Ebenen. Um Erfahrungen auf der fünften Ebene machen zu können, braucht es Zeit und Raum – für das Alleinsein und die Meditation.
Therapien und Heilmethoden:
IV. Die intuitive Ebene
Die intuitive Ebene ist der Bereich des Träumens, der Intuition, der Kunst und Kreativität. Es sind Erfahrungen, die mit veränderten Bewusstseinszuständen jenseits des gewöhnlichen „normalen“ Wachbewusstseins einhergehen, insbesondere Zustände wie Trance, Ekstase, spirituelle Erlebnisse und Grenzerfahrungen. Auf dieser Ebene wirkt der Einfluss von Lernerfahrungen aus dem Familiensystem und von traumatischen Ereignissen.
Therapien und Heilmethoden:
20. Maltherapie
21. Musiktherapie
22. Tanztherapie
23. Theatertherapie
24. Systemische Therapie
Zitat„Musik und Rhythmus finden ihren Weg in die geheimsten Orte der Seele“ (Platon, griechischer Philosoph)
| Kurzfassung |
| Musiktherapie ist eine ganzheitliche Therapieform, die Musik nutzt um die emotionalen und sozialen Bedürfnisse von Menschen zu erfüllen. Das Ziel der Musiktherapie besteht darin, Menschen dabei zu helfen, ihre emotionalen und sozialen Kompetenzen zu verbessern und Probleme anzugehen, die sie möglicherweise nicht allein mit Worten lösen können.
Musik kann Stress lindern und negative Emotionen und Gefühle wie Sorgen, Angstzustände, Unruhe oder Nervosität reduzieren und positive Emotionen und Gefühle, wie Freude und Glück steigern. Dieser einzigartige Ansatz hat sich bei der Behandlung einer Vielzahl von psychischen Erkrankungen, einschließlich Psychosen, Schizophrenie und Depression, als vielversprechend erwiesen und wird seit Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt.
Musiktherapie ist besonders wirksam bei der Behandlung negativer Symptome – wie etwa Energiemangel, verminderte Freude und verminderter emotionaler Ausdruck –, indem sie aktives Engagement und Motivation fördert. Musiktherapie ist äußerst vorteilhaft für die Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität und der sozialen Kommunikation bei Schizophrenie. Sie dient als wertvolles Instrument zur Emotionsregulation und zum emotionalen Ausdruck, wenn die verbale Kommunikation schwierig ist.
Indem Musiktherapie die Kraft der rhythmischen Muster, Melodien, Harmonien und Texte der Musik nutzt, kann Musiktherapie emotionale Reaktionen hervorrufen und die Kommunikation auf eine Weise erleichtern, die mit herkömmlichen Therapieformen nicht erreicht werden kann.
Was passiert in der Musiktherapie ? Braucht es Vorkenntnisse?
Musiktherapie wird normalerweise entweder einzeln oder in kleinen Gruppen durchgeführt und oft über einen längeren Zeitraum fortgesetzt. Ausgebildete Musiktherapeuten verwenden verschiedene Techniken wie Musikhören, Geräusche erzeugen oder Instrumente spielen, Singen und rhythmische Bewegungen. Die Sitzungen beinhalten oft improvisatorisches Musizieren (z. B. Trommeln, Perkussion), bei dem die Patienten gemeinsam mit einem Therapeuten Musik machen, um Emotionen auszudrücken, sowie passives Zuhören zur Förderung der emotionalen Verarbeitung.
Musiktherapie erfordert keine besonderen Fähigkeiten oder Erfahrungen und ist für alle Teilnehmer zugänglich, die bereit sind, mit Musik zu arbeiten. Für die Teilnahme an einer Musiktherapie braucht es also weder musikalische Vorkenntnisse noch die Fähigkeit ein Instrument zu spielen. Allein der Wunsch seine Emotionen durch Musik auszudrücken und zu verarbeiten, ist vollkommen ausreichend.
Auswirkungen auf die Psyche
Studien haben gezeigt, dass Musiktherapie Personen mit Schizophrenie wirksam dabei hilft, ihren psychischen Zustand zu verbessern, psychotische Symptome zu reduzieren, negative Symptome zu bewältigen, soziale Fähigkeiten zu verbessern und die Motivation zu erhöhen.
Die Autoren einer Übersichtsarbeit kommen nach der Auswertung von 18 Studien zur Musktherapie mit insgesamt 1215 schizophrenen Teilnehmern zu dem Ergebnis: "Es gibt Belege dafür, dass Musiktherapie ... Menschen mit Schizophrenie helfen kann, ihren Allgemeinzustand, ihre psychische Verfassung (allgemeine negative, depressive und Angstsymptome), ihre Funktionsfähigkeit (allgemein und sozial) und ihre Lebensqualität kurz- bis mittelfristig zu verbessern."(6)
Eine Expertenstudie berichtete von einem starken Konsens, dass psychosoziale Interventionen, wie Musiktherapie, für die funktionelle Genesung von Menschen mit Schizophrenie notwendig sind.
Gesamtsymptome
Die positiven Effekte von Musiktherapie sind bei Betroffenen mit einer chronischen Schizophrenie oft deutlicher ausgeprägt. Sowohl aktive (Musizieren) als auch passive Musiktherapie (Hören) können wirksam sein, wobei aktive Ansätze oft eine tiefere Wirkung auf soziale Funktionen zeigen.
Die Effektstärken für die Gesamtsymptome variieren je nach Analyse und untersuchtem Zeitraum, liegen aber typischerweise in einem mittleren Bereich. Die Wirksamkeit hängt häufig mit der Anzahl der Sitzungen zusammen. Während geringe Verbesserungen bereits nach 3–10 Sitzungen auftreten können, werden signifikante Effekte meist erst nach 16 bis 51 Sitzungen erreicht.
Bemerkenswert war die mittelfristige Verbesserung (drei bis sechs Monate) des Gesamtzustands in großer Effektstärke. Daten zu Langzeiteffekten zeigten sogar eine sehr große Effektstärke beim Gesamtzustand mit Musiktherapie, was schizophrene Patienten mit dem Erlernen und Beherrschen eines Instruments begründeten. (11)
Nach einem Monat Mozart-Musikhören zeigte die Therapiegruppe eine stärkere Gehirnkonnektivität und einen Symptomrückgang, bei den Gesamsymptomen um 15% im Vergleich zur Kontrollgruppe. (14)
Positive Symptome
Im Allgemeinen hilft Musiktherapie dabei, die Schwere und Häufigkeit von Symptomen wie Halluzinationen, Wahnvorstellungen und Unruhe zu senken. Musiktherapie zeigte insbesondere positive Behandlungseffekte als Methode zur Bewältigung von Stimmenhören. Untersuchungen zeigen deutliche Verbesserungen der positiven Symptome, insbesondere bei häufigerer und längerfristiger (> 25 Sitzungen) Musiktherapie sowie bei chronischen Patienten.
Die Ergebnisse von vier Studien zeigten, "dass der Schweregrad von Halluzinationen und Wahnvorstellungen nach der Behandlung mit zusätzlicher Musiktherapie signifikant geringer war und dass sich die Halluzinationen bei Patienten mit zusätzlicher Musiktherapie signifikant besserten ..." (11)
Die klinische Schlussfolgerung, dass eine begleitende Musiktherapie Positivsymptome bei schizophrenen Patienten wirksamer lindern kann, ist wichtig, insbesondere weil diese stark mit einem Gewaltrisiko verbunden sind. Metaanalysen zeigten eine mittlere Effektstärke und Studien eine Besserung von positiven Symptomen um 15-20% im Vergleich zur Kontrollgruppe nach 7 Wochen mit 13 Sitzungen. (11) (18) (14)
Negative Symptome
Musiktherapie hilft Menschen mit Schizophrenie, ihre Emotionen besser zu verarbeiten und auszudrücken. Darüber hinaus verringert sie sozialen Rückzug und fördert soziale Verbindungen, indem sie Kommunikation, Kooperation, Empathie und den Aufbau von Beziehungen in einer Gruppensituation fördert.
Sie hilft Betroffenen auch dabei, ihre Stärken und Wachstumsbereiche zu erkennen und gleichzeitig ein Gefühl der Selbstidentität über die Diagnose Schizophrenie hinaus zu entwickeln. Musiktherapie kann besonders wichtig sein, um negative Symptome wie mangelnder Gefühlsausdruck und Abstumpfung und einen allgemeinen Verlust von Interesse und Motivation zu lindern.
Die Effektstärken liegen je nach Analyse zwischen mittel und sehr hoch, wobei die Ergebnisse stark von der Anzahl der Sitzungen (Dosis-Wirkung) abhängen. (2) (11) Aktive Musiktherapie (z. B. Trommeln, Singen) ist der passiven Musiktherapie bei der Verbesserung negativer Symptome und der kognitiven Funktionen bei chronischer Schizophrenie überlegen. Studien zeigten Besserung von negativen Symptomen gegenüber der Kontrollgruppe nach einem Monat Musikhörens von 15% bzw. von 35% nach einem Monat aktiver Musiktherapie. (14) (23)
Kognitive Symptome
Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass Musiktherapie positive Auswirkungen auf die kognitive Symptome haben kann. Ergebnisse einer Scoping-Review zeigten Verbesserungen in den Bereichen Aufmerksamkeit, exekutive Funktionen, Sprache, Gedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit. Vorhandene Studien haben gezeigt, dass Musiktherapie, die kognitive Funktionen wie Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis bei Schizophrenie um 15% nach 13 Sitzungen gegenüber der Kontrollgruppe mit Standardbehandlung (Medikamente) verbessern kann. (18)
In einer Metaanalyse zur Wirksamkeit von Musiktherapie bei Alzheimer-Demenz wurden signifikante positive Effekte auf kognitive Funktionen festgestellt. Konkret ergaben die Ergebnisse eine Verbesserung der Aufmerksamkeit mit einer großen Effektstärke und des Gedächtnisses mit mittlerer Effektstärke. (21)
Depressionen
Musiktherapie zeigte in Metaanalysen eine mittlere bis große Effektstärke bei Depressionen, variieren jedoch je nach Interventionsart, Dauer und Zielgruppe. (9) (22)
Bei älteren Erwachsenen wird eine Intensität von >60 Minuten pro Woche empfohlen, um signifikante Verbesserungen zu erzielen. Aktive Musiktherapie (Musizieren) >60 Minuten/Woche mit einem Therapeuten zeigte die höchste Wirksamkeit. Methodenvariationen und geführte Imagination und Musik sind ebenfalls hochwirksam und zeigten große Effektstärke.
In Studien zeigte sich eine Besserung von Depressionen um 15% nach einem Monat des Musikhörens von Mozart (14) und um 60% mit aktiver Musiktherapie nach 7 Wochen mit 13 Sitzungen. (18)
Ängste
Studien legen nahe, dass schon 20 Minuten gezieltes Musikhören die allgemeine Angst reduzieren kann. Eine Studie ergab, dass das Hören von „Weightless“ von Marconi Union zu einer 65%igen Reduzierung der von den Teilnehmern selbst berichteten Angstzustände führte. (24) Das Lied wurde gezielt in Zusammenarbeit mit Klangtherapeuten komponiert. Musiktherapie zeigte in Metaanalysen eine mittlere Effektstärke und in Studien eine Besserung von Ängsten um 40% nach 15 Sitzungen gegenüber der Kontrollgruppe. (17)
Stress
Stress als ein wichtige Auslöser für Psychosen, macht es notwendig, dass Menschen mit Schizophrenie effektive Methoden beherrschen, um Stressfaktoren und alltägliche Herausforderungen zu bewältigen. Das Hören von Musik ist eng mit Stressreduzierung verbunden. Es zeigten sich mittlere bis große Effektstärken. (20) Randomisierte kontrollierte Studien deuten darauf hin, dass Musiktherapie eine wirksame Behandlung zur Stressreduktion darstellt, wobei die berichteten Verbesserungen häufig im Bereich zwischen 20 % und über 60 % lagen, abhängig vom Studiendesign.
Schlaflosigkeit
Patienten mit Schizophrenie leiden häufig unter Schlafstörungen. Die Daten einer Metaanalyse zeigten eine mittlere Effektstärke. (19) Die Schlafwerte konnten mit Musiktherapie in 4 Wochen um 40% verbessert werden.
Funktionsfähigkeit und Lebensqualität
Die Auswirkungen auf die allgemeine Funktionsfähigkeit und Lebensqualität waren bei hochdosierter Musiktherapie ebenfalls groß und übertrafen damit die Wirkung von kognitiver Psychotherapie. Aktive Musiktherapie (mit Instrumenten/Stimme) gilt als hochwirksam bei der Verbesserung der sozialen Funktionsfähigkeit, des allgemeinen mentalen Zustands und der Lebensqualität. |
Die Musiktherapie - Ablauf und Inhalt
Es gibt vier Haupttypen musikalischer Erfahrungen, die in der Therapie verwendet werden:
- Improvisation: der Prozess, bei dem Klient und Therapeut gemeinsam in Echtzeit Musik machen
- Nacherschaffen: der Prozess des Lernens oder Aufführens vorkomponierter Musik
- Komponieren: das Schreiben von Liedern, Texten oder Instrumentalwerken und
Wahrnehmen: das Hören von Live- oder voraufgezeichneter Musik als Anregung zur Reflexion, Diskussion, Liedanalyse, Bewegung oder bildender Kunst
Die Instrumente
In der Musiktherapie wird eine große Bandbreite an Instrumenten eingesetzt , jedes davon hat seine ganz eigene Wirkung auf den Geist.
Das Spielen von Trommeln oder Schlaginstrumenten fördert rhythmische Bewegungen und verbessert die Koordinationsfähigkeiten, während beide Gehirnhälften stimuliert werden. Es kann auch Spannungen lösen, den Selbstausdruck erleichtern, das Energieniveau erhöhen und die soziale Interaktion in Gruppensituationen fördern.
Das Klimpern auf Gitarrensaiten kann beruhigende Rhythmen erzeugen, die Stress abbauen und emotionalen Ausdruck fördern. Das Erlernen von Akkorden oder Melodien verbessert zudem die Hand-Augen-Koordination und die Feinmotorik.
Klavier- oder Keyboardspielen kann die Feinmotorik verbessern, die Konzentration und den Fokus steigern, die Entspannung fördern und kognitive Funktionen wie Gedächtnis und Problemlösung stimulieren.
Beim Spielen der Flöte oder anderer Holzblasinstrumente werden kontrollierte Atemtechniken angewandt, die eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem haben. Die sanften Klänge dieser Instrumente können einen Zustand der Ruhe und Achtsamkeit hervorrufen.
Stimmübungen oder Singen aktivieren verschiedene Gehirnregionen, die an der Sprachverarbeitung und dem emotionalen Ausdruck beteiligt sind. Singen reduziert nachweislich den Stresspegel, hebt die Stimmung und steigert das allgemeine Wohlbefinden.
1. Wirkungsweise
Musik wird als ein Nebenprodukt der Entwicklung der menschlichen Sprache angesehen und ist bei der Entwicklung des Gehirns von wesentlicher Bedeutung.
Schaubild. Your Brain on Music

Anpassungsfähigkeit des Gehirns
Die wohltuende Wirkung von Musik kann man nur verstehen, wenn man sie im Kontext der Neuroplastizität (Anpassungsfähigkeit des Gehirns) betrachtet.
Studien berichten von Veränderungen der Konnektivität im Verlauf der Musiktherapie, was zu einer Verbesserung von Gedächtnis, Aufmerksamkeit und exekutiven Funktionen führt. Die aktive oder passive Beschäftigung mit Musik, etwa durch Zuhören, Spielen eines Instruments oder Singen, aktiviert eine Vielzahl neurokognitiver Funktionen und Neuroimaging-Studien haben höhere Raten neuroplastischer Veränderungen im Gehirn von Musikern festgestellt. (4)
Die Wahrnehmung von Musik und Rhythmus spielt eine wichtige Rolle bei den Anpassungsfunktionen des Menschen, an denen eine komplexe Reihe neuronaler Netzwerke beteiligt ist, darunter die musikalisch-syntaktischen, episodischen Gedächtnis-, Motorik-, Emotions- und Belohnungsnetzwerke. (3)
Wirkung auf Botenstoffsysteme
Darüber hinaus kann Musik Veränderungen von Dopamin, Glutamat, Endorphinen, Cannabinoide und Stickstoffmonoxid hervorrufen, welche bei Schizophrenie eine Dysfunktion aufweisen. (4)
Dopaminerge Aktivierungen treten auf, wenn lohnende Ereignisse besser sind als vorhergesagt. Musik ist eine sehr lohnende Erfahrung. Das Gefühl der „Gänsehaut“, das das musikalische Erlebnis oft begleitet, ist auf die stark ansteigende Dopaminausschüttung zurückzuführen. Die Aktivierung dopaminerger Schaltkreise durch Musik sowie die Aktivierung sensorischer und kognitiver Bereiche wirken sich auf die emotionale Intensität, Erregung und das lohnende Erlebnis aus. (3)
"Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Musik einen vielschichtigen Einfluss auf die Funktion des menschlichen Gehirns haben kann. Die multimodalen Effekte der Musik auf neurokognitive, emotionale und Belohnungssysteme können genutzt werden, um den ungedeckten Behandlungsbedarf von Schizophrenie zu decken, d. h. neurokognitive Defizite, soziokognitive Defizite, Negativsymptome" (3)
2. Musiktherapie bei Schizophrenie
Musik gilt als eine tiefgreifende Fähigkeit, Menschen emotional miteinander zu verbinden und unsere Emotionen und unsere Zeitwahrnehmung zu verändern. Musiktherapie befasst sich häufig mit psychischen sowie sozialen Prozessen, indem sie Musik als Mittel der Kommunikation, des Ausdrucks und der Transformation nutzt.
Im Bereich schwerer psychischer Störungen besteht das Ziel der Therapie darin, den Patienten zu helfen, ihre emotionalen und sozialen Kompetenzen zu verbessern und Probleme anzugehen, die sie möglicherweise nicht allein mit Worten lösen können.
Schizophrenie weist eine komplexe und vielfältige Neurobiologie auf, die seit langem mit Schwierigkeiten bei der Unterscheidung zwischen dem „Selbst“ und dem „Nicht-Selbst“ sowie mit Unsicherheit darüber in Verbindung gebracht wird, ob die eigenen Handlungen und Gedanken unabhängig von äußeren Einflüssen sind. Diese Erfahrungen können verschiedene positive Symptome hervorrufen, wie etwa Halluzinationen und Wahnvorstellungen.
Daten aus der Neurobildgebung stützen die Theorie, dass diese Symptome mit einer veränderten funktionellen Konnektivität des Gehirns zusammenhängen. Studien berichten von Veränderungen der Konnektivität im Verlauf der Musiktherapie, was zu einer Verbesserung von Gedächtnis, Aufmerksamkeit und exekutiven Funktionen führt. Nach einem Monat Mozart-Musikhören zeigte die Therapiegruppe eine stärkere Gehirnkonnektivität und einen Symptomrückgang, bei positiven, negativen und Gesamsymptomen um 15% als Reaktion auf die Musik. (14)
Musik als therapeutisches Medium spricht Themen im Zusammenhang mit Emotionen und sozialer Interaktion an und wird als stark motivierend beschrieben. Daher wurde schon früher spekuliert, dass sie sich möglicherweise besonders gut zur Behandlung von Negativsymptomen eignet, die mit Problemen in diesem Bereich zusammenhängen, wie Gefühlsarmut und Stumpfheit, mangelnde soziale Interaktion und allgemeiner Interessenmangel.
Zusammengefasst ist Musiktherapie eine Form der psychosozialen Rehabilitation, da sie auf einzigartige Weise zur Förderung von Selbstdarstellung, Kommunikation, Sozialisation, sozialem Zusammenhalt und psychologischem und physiologischem Wohlbefinden beiträgt. (5)
3. Studien
1. Eine Übersichtsarbeit zur Gruppenmusiktherapie in psychiatrischen Kliniken hat 13 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 1.114 stationären Patienten einbezogen. Vier Studien berichteten über signifikante Ergebnisse sowohl für positive als auch für negative Symptome. Zehn der dreizehn Studien verzeichneten signifikante Verbesserungen bei negativen Symptomen, Verhaltens- und Sozialfunktionen. Studien, die Kognition, Stimmung, soziales Interesse und Funktion, Selbstpflegefähigkeit, zwischenmenschliche Beziehungen und Lebensqualität erfassten, zeigten alle signifikante Ergebnisse. (5)
Gesamtzustand
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Musiktherapie mittelfristig (drei bis sechs Monate) einen große Effekt auf den Gesamtzustand hat. Die Effekte nahmen mit der Zeit tendenziell zu und waren mittelfristig deutlich sichtbar. Daten zu Langzeiteffekten lagen aus einer Studie auch vor und sprachen stark für die Musiktherapie. Dies ist eine sehr große Effektstärke.
"Es braucht offensichtlich Zeit, bis sich die Wirkungen der Musiktherapie entfalten ... Die stärksten Effekte wurden in Studien festgestellt, in denen langfristige, hochfrequente Musiktherapie durchgeführt wurde." (6)
Die Auswirkungen auf das soziale Funktionieren sprachen für die Musiktherapie, wobei die Effektstärke von mittel bis groß reichte. Die Lebensqualität zeigte ein ähnliches Muster wie die anderen oben genannten Ergebnisse, wobei hochdosierte Musiktherapie positive Effekte mit großen Effektstärken zeigte, niedrigdosierte Musiktherapie jedoch keine derartigen Effekte aufwies. (6)
Psychosen und positive Symptome
1. Ziel einer Metaanalyse war es, die Rolle der Musiktherapie in der Begleitbehandlung bei Schizophrenie zu untersuchen. 12 kontrollierte Studien mit 804 Probanden wurden ausgewertet.
Ergebnisse: "Das wichtigste Ergebnis war, dass der Behandlungseffekt bei Patienten, die zusätzlich Musiktherapie erhielten, sowohl bei negativen Symptomen, Stimmungssymptomen als auch bei positiven Symptomen signifikant besser war als bei Patienten, die keine Musiktherapie erhielten" (11)
2. Der Zweck einer Studie bestand darin, die Wirkung einer Gruppenmusiktherapie auf die Symptome bei Patienten mit chronischer Schizophrenie zu untersuchen. (18) Die Experimentalgruppe nahm an der Gruppenmusiktherapie teil, die 13 Sitzungen über 7 Wochen dauerte. Die Kontrollgruppe erhielt nur eine Standardbehandlung.
Ergebnisse: Die manifestierte Psychose verbesserte sich um 20% und psychotische Depressionen um 60% gegenüber der Kontrollgruppe. Die Experimentalgruppe zeigte verbesserte kognitive Funktionen um 15% und positives Verhalten (soziale Kompetenz, soziales Interesse und persönliche Ordentlichkeit), während ihr negatives Verhalten deutlich geringer war als das der Kontrollgruppe.
Schlussfolgerung der Forscher: "Die in dieser Studie verwendete Gruppenmusiktherapie war eine wirksame Intervention zur Verbesserung der emotionalen Entspannung, der kognitiven Verarbeitungsfähigkeiten sowie positiver Verhaltensänderungen bei Patienten mit chronischer Schizophrenie." (18)
3. Ziel einer Studie war es, die Auswirkungen des Hörens von Mozart-Musik auf die Gehirnkonnektivität und auf die Symptome bei Patienten mit Schizophrenie zu untersuchen. 36 Schizophreniepatienten wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei gleich große Gruppen aufgeteilt: die Gruppe mit Musikintervention, die eine einmonatige Musikintervention erhielt, und die Gruppe die ausschließlich mit Antipsychotika behandelt wurde.
Nach einem Monat Mozart-Musikhören zeigte die Therapiegruppe eine stärkere Gehirnkonnektivität und einen Symptomrückgang, bei positiven, negativen und Gesamsymptomen um 15% als Reaktion auf die Musikintervention als die Kontrollgruppe. (14)
4. Eine kontrollierten Studie wurde durchgeführt, um die Wirkung von Musik auf akustische Halluzinationen (Stimmenhören) und die Lebensqualität von schizophrenen 28 Patienten zu bestimmen die ins Krankenhaus eingeliefert wurden.
Ergebnis der Forschung: "Das Hören von Musik hatte positive Auswirkungen auf positive Symptome und die Lebensqualität von Patienten mit akustischen Halluzinationen. Im Einklang mit diesen Ergebnissen kann das Hören von Musik empfohlen werden, um mit akustischen Halluzinationen umzugehen und eine positive Lebensqualität zu erreichen." (7)
Negative Symptome
1. Eine Studie hatte zum Ziel, den Einfluss von Musiktherapie auf die Symptome bei 80 Menschen mit Schizophrenie und schizoaffektiver Störung zu untersuchen. (23) Die Interventionsgruppe nahm über vier Wochen an fünf einstündigen Musiksitzungen teil, in denen sie aus einem vorgegebenen Musikangebot selbst wählen konnte, und erhielt zusätzlich eine medikamentöse Therapie. Die Kontrollgruppe erhielt ausschließlich die medikamentöse Intervention.
Die Interventionsgruppe wies eine deutlichere Verbesserung auf. Sie zeigte eine Verbesserung von 40% bei den Depressionswerten, von 35% bei den Angstwerten und von 35% bei den Negativsympomen im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Schlussfolgerung: "Unsere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Musikhören einen bemerkenswert positiven Einfluss auf Angstzustände, Traurigkeit und Negativsymptome bei Personen mit Schizophrenie und dem depressiven Subtyp der schizoaffektiven Störung hat." (23)
2. Eine kontrollierte Studie mit 57 Schizophrenie-Patienten mit überwiegend negativen Symptomen untersuchte die Wirksamkeit von Musiktherapie. Die Teilnehmer wurden in 25 wöchentlichen Einzelsitzungen zugewiesen, bei denen entweder Musiktherapie oder Musikhören stattfand.
Ergebnisse: Beim primären Ergebnis, der negativen PANSS-Subskala, wurde kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen beobachtet. Beide Interventionen zeigten eine signifikante Reduktion der negativen Symptome um 20%. (15)

Kognitive Symptome
1. Eine Scoping-Überprüfung untersucht die Wirksamkeit von Musiktherapie als kognitive Rehabilitation für Erwachsene mit Schizophrenie. Insgesamt 13 Studien erfüllten die Aufnahmekriterien. "Die Ergebnisse zeigten, dass Musiktherapie Aufmerksamkeit, exekutive Funktionen, Sprache, Gedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit verbesserte." (8)
2. Der Zweck einer Studie bestand darin, die Wirkung einer Gruppenmusiktherapie auf Gehirnströme, Verhalten und kognitive Funktionen bei Patienten mit chronischer Schizophrenie zu untersuchen. (18) Die Experimentalgruppe nahm an der Gruppenmusiktherapie teil, die 13 Sitzungen über 7 Wochen dauerte. Die Kontrollgruppe erhielt nur eine Standardbehandlung.
Ergebnisse: Die Experimentalgruppe zeigte verbesserte kognitive Funktionen um 15% und positives Verhalten (soziale Kompetenz, soziales Interesse und persönliche Ordentlichkeit), während ihr negatives Verhalten deutlich geringer war als das der Kontrollgruppe. Die manifestierte Psychose verbesserte sich um 20% und psychotische Depressionen um 60% gegenüber der Kontrollgruppe.
Schlussfolgerung der Forscher: "Die in dieser Studie verwendete Gruppenmusiktherapie war eine wirksame Intervention zur Verbesserung der emotionalen Entspannung, der kognitiven Verarbeitungsfähigkeiten sowie positiver Verhaltensänderungen bei Patienten mit chronischer Schizophrenie." (18)
Depressionen

1. Das Ziel einer Metaanalyse war es, die Auswirkungen von Musiktherapie und Musikmedizin auf Depressionen zu bestimmen. Insgesamt wurden 55 kontrollierte Studien in die Analyse einbezogen. Es zeigten sich große Effektstärken.
Die Methoden in der Reihenfolge der Stärke:
- Erholsame Musiktherapie
- Angeleitete Imagination und Musik
- Musikunterstützte Entspannung
- Musik und Imagination
- Improvisierte Musiktherapie
- Musik und Diskussion
Ergebnis der Autoren: "Verschiedene Musiktherapiemethoden zeigten eine unterschiedliche Wirkung, und die erholsame Musiktherapie und geführte Imagination und Musik zeigten im Vergleich zu anderen Musiktherapiemethoden eine bessere Wirkung auf die Verringerung von Depressionen." (9)
2. In der oben bei Kognition erwähnten Studie, gab es Besserungen von Depression um 60% nach 13 Sitzungen in 7 Wochen gegenüber der Kontrollgruppe mit Standartbehandlung (Medikamente). (18)
3. Eine Studie hatte zum Ziel, den Einfluss von Musiktherapie auf die Symptome bei 80 Menschen mit Schizophrenie und schizoaffektiver Störung zu untersuchen. (23) Die Interventionsgruppe nahm über vier Wochen an fünf einstündigen Musiksitzungen teil, in denen sie aus einem vorgegebenen Musikangebot selbst wählen konnte, und erhielt zusätzlich eine medikamentöse Therapie. Die Kontrollgruppe erhielt ausschließlich die medikamentöse Intervention.
Die Interventionsgruppe wies eine deutlichere Verbesserung auf. Sie zeigte eine Verbesserung von 40% bei den Depressionswerten, von 35% bei den Angstwerten und von 35% bei den Negativsymptomen im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Schlussfolgerung: "Unsere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Musikhören einen bemerkenswert positiven Einfluss auf Angstzustände, Traurigkeit und Negativsymptome bei Personen mit Schizophrenie und dem depressiven Subtyp der schizoaffektiven Störung hat." (23)
4. Eine Untersuchung der Auswirkungen einer Gruppenmusiktherapie auf psychiatrische Symptome und Depressionen bei 80 Patienten mit Schizophrenie in einem psychiatrischen Pflegeheim wurde angestellt. Die Musiktherapie-Gruppe erhielt zweimal wöchentlich eine 60-minütige Gruppenmusiktherapie, insgesamt zehn Sitzungen. Die Vergleichsgruppe erhielt nur die übliche Behandlung.
Ergebnisse: Nach 10 Sitzungen Gruppenmusiktherapie zeigten die Gruppen signifikante Unterschiede bei psychiatrischen Symptomen bei den positiven Symptomen und den negativen Symptomen um 10%, den allgemeinen Symptomen um 20% und Gesamtsymptomen um 15% und dem Depressionsstatus um 15%.
Schlussfolgerung: "Gruppenmusiktherapie ist eine kostengünstige und leicht umzusetzende Methode zur Linderung von Depressionen und psychiatrischen Symptomen bei Patienten mit Schizophrenie." (12)
Angst
1. Eine Metaanalyse umfasste 32 kontrollierte Studien mit insgesamt 1.924 Teilnehmern. Ergebnis der Autoren: "Die Ergebnisse der Metaanalyse zeigten, dass Musiktherapie im Vergleich zur Kontrollgruppe bei der Linderung von Ängsten wirksam war. Ein möglicher Grund dafür war, dass Musik als Ablenker wirkt und die Aufmerksamkeit des Patienten von negativen Reizen auf etwas Angenehmes und Ermutigendes lenkt und so die Angst lindert." (16)
2. Eine Studie ergab, dass das Hören von „Weightless“ von Marconi Union zu einer 65%igen Reduzierung der von den Teilnehmern selbst berichteten Angstzustände führte. Diese Beobachtung stammt aus einer Studie von Mindlab International unter der Leitung von Dr. David Lewis-Hodgson. Das Lied wurde gezielt in Zusammenarbeit mit Klangtherapeuten komponiert.
Es nutzt ein Verfahren namens Entrainment, bei dem der Rhythmus bei 60 Beats pro Minute (BPM) beginnt und sich allmählich auf etwa 50 BPM verlangsamt, wodurch sich der Herzschlag des Hörers an den Takt anpasst. Aufgrund der extrem beruhigenden Wirkung raten Forscher sogar davon ab, das Lied beim Autofahren zu hören, da es Schläfrigkeit hervorrufen kann.
3. Ziel einer Studie war es, die Wirksamkeit von Musiktherapie bei Angstzuständen, Depressionen und Selbstwertgefühl von Patienten mit zu ermitteln. Die Stichprobe bestand aus 30 Personen, die zufällig aus Multible Sklerose-Patienten ausgewählt wurden, die hohe Angst- und Depressionswerte und niedrige Selbstwertgefühlswerte aufwiesen. Die Experimentalgruppe wurde 6 Sitzungen aktiver Musiktherapie (jede Sitzung 30 Minuten) und 9 Sitzungen passiver Musiktherapie (jede Sitzung 30 Minuten) ausgesetzt.
Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Durchschnittswerte für Angst um 40%, Depression um 20% und Selbstwertgefühl in der Experimentalgruppe im Nachtest und in der Folge signifikant von denen der Kontrollgruppe verbesserten. (17)
Stress
Wichtig ist, dass Schizophrenie- Patienten effektive Bewältigungsmethoden beherrschen, um Stressfaktoren zu bewältigen, die im Zusammenhang mit der Erkrankung und alltägliche Herausforderungen stehen. Das Hören von Musik ist eng mit der Stressreduzierung verbunden, da es die physiologische Erregung verringert, was sich in reduzierten Cortisolspiegeln, verringerter Herzfrequenz zeigt. Musik kann auch negative Emotionen und Gefühle wie Sorgen, Angstzustände, Unruhe oder Nervosität reduzieren und steigern positive Emotionen und Gefühle, wie zum Beispiel Glück.
Eine Metaanalyse wurde mit 47 Studien und 2.747 Teilnehmern durchgeführt, um die Stärke der Auswirkungen der Musiktherapie stressbedingte Ergebnisse zu bewerten. Die Ergebnisse zeigten, dass Musiktherapie insgesamt eine mittlere bis große Wirkung auf stressbedingte Ergebnisse ergab. (20)
Randomisierte kontrollierte Studien deuten darauf hin, dass Musiktherapie eine wirksame Behandlung zur Stressreduktion darstellt, wobei die berichteten Verbesserungen häufig im Bereich zwischen 20 % und über 60 % lagen, abhängig vom Studiendesign.
Schlaflosigkeit
1. Eine Metaanalyse wurde verwendet um Musikinterventionen und Kontrollgruppen ohne Musik für Patienten mit primärer Schlaflosigkeit zu vergleichen und zu bewerten. Es wurde 20 Studien mit 1339 Patienten ausgewertet. Bei den Schlaf-Werten (PSQI) waren alle Interventionsgruppen wirksamer als die übliche Behandlung, wobei die Patienten das Hören von Musik als beste Interventionsmethode einstuften, mit mittlere Effektgröße.
Schlussfolgerungen der Autoren: "In Bezug auf die Wirksamkeit schien die Musikintervention bei Erwachsenen mit primärer Schlaflosigkeit klare Vorteile zu bieten. Musikhören und musikassoziierte Entspannung sind wahrscheinlich die besten Optionen, die bei der Anwendung einer Musikintervention in Betracht gezogen werden sollten."

2. Patienten mit Schizophrenie leiden häufig unter Schlafstörungen. Ziel einer Studie war es, die Wirksamkeit von Musiktherapie bei Schlafstörungen bei Patienten mit Schizophrenie zu untersuchen.
Die Kontrollgruppe erhielten die Standardbehandlung und die Interventionsgruppe erhielten zusätzlich vier Wochen lang Musiktherapie, bevor sie nachts zu Bett gingen. Die Schlafwerts (PSQI) war in der Interventionsgruppe um 40% verbessert, während sich die Schlafqualität in der Kontrollgruppe um 15% verschlechterte, was auf die Wirksamkeit der Musiktherapie hinweist.
Das Ergebnis der Forschung: "In der vorliegenden Studie haben wir die vielversprechende Wirksamkeit der Musiktherapie bei Schlafstörungen bei Patienten mit Schizophrenie nachgewiesen. Darüber hinaus haben wir mehrere Prädiktoren [Einflussfaktoren] für die Wirksamkeit der Behandlung identifiziert, darunter hohes Alter, ... und Patienten mit chronischen Erkrankungen." (19)
Studien und Quellen
(1) Effectiveness of music therapy for autism spectrum disorder, dementia, depression, insomnia and schizophrenia: update of systematic reviews
Lucia Gassner, Monika Geretsegger, and Julia Mayer-Ferbas, 2021
(2) The effectiveness of adjunct music therapy for patients with schizophrenia: A meta-analysis. Ruiying Jia , Dandan Liang , Jingfen Yu , Guangli Lu , Zihui Wang , Zhen Wu , Haitao Huang , Chaoran Chen, 2020
(3) The brain on the beat: How music may heal schizophrenia. Shantala Hegde and Matcheri S. Keshavanb. 2024
(4) A Complex Combination Therapy for a Complex Disease–Neuroimaging Evidence for the Effect of Music Therapy in Schizophrenia. Elena Ivanova, Tzvetina Panayotova, Ivan Grechenliev, Bogomil Peshev, Penka Kolchakova, and Vihra Milanova, 2022
(5) Treatment effects of adjunct group music therapy in inpatients with chronic schizophrenia: a systematic review. Lissa Lam, Wing Chung Chang and Karen Grimmer, 2023
(6) Music therapy for people with schizophrenia and schizophrenia‐like disorders. Monika Geretsegger, Karin A Mössler, Łucja Bieleninik, Xi‐Jing Chen, Tor Olav Heldal, Christian Gold, 2017
(7) The Effect of Music on Auditory Hallucination and Quality of Life in Schizophrenic Patients: A Randomised Controlled Trial. Sükran Ertekin Pinar RN, PhD , Havva Tel RN, PhD, 2019
(8) Can Music Therapy Help Adults with Schizophrenia Improve Their Cognitive Skills? A Scoping Review. Tina Stone , B Mus, MCMT, RMT &Alison Short , PhD, RMT, MT-BC, 2023
(9) Effects of music therapy on depression: A meta-analysis of randomized controlled trials. Qishou Tang, et. all, 2020
(10) Short-term music therapy treatment for adolescents with depression – A pilot study. Josephine Geipel, Julian Koenig, Thomas K. Hillecke, Franz Resch, 2022
(11) Significant treatment effect of adjunct music therapy to standard treatment on the positive, negative, and mood symptoms of schizophrenic patients: a meta-analysis. Ping-Tao Tseng, Yen-Wen Chen, Pao-Yen Lin, Kun-Yu Tu, Hung-Yu Wang, Yu-Shian Cheng, Yi-Chung Chang, Chih-Hua Chang, Weilun Chung, and Ching-Kuan Wu, 2016
(13) Effects of group music intervention on psychiatric symptoms and depression in patient with schizophrenia. Shiou-Fang Lu 1, Chi-Hui Kao Lo, Huei-Chuan Sung, Tsung-Cheng Hsieh, Shun-Chieh Yu, Shu-Chuan Chang, 2013
(14) Music Intervention Leads to Increased Insular Connectivity and Improved Clinical Symptoms in Schizophrenia. Hui He,Mi Yang, Mingjun Duan, Xi Chen, Yongxiu Lai, Yang Xia, Junming Shao, Bharat B. Biswal, Cheng Luo, and Dezhong Yao, 2018
(15) Music Therapy vs. Music Listening for Negative Symptoms in Schizophrenia: Randomized, Controlled, Assessor- and Patient-Blinded Trial. Inge Nygaard Pedersen, Lars Ole Bonde, Niels Jørgensen Hannibal, Jimmi Nielsen, Jørgen Aagaard, Christian Gold, Lars Rye Bertelsen, Silvia Beatriz Jensen, and René Ernst Nielsen, 2021
(16) Effects of music therapy on anxiety: A meta-analysis of randomized controlled trials. Guangli Lu, Ruiying Jia , Dandan Liang , Jingfen Yu , Zhen Wu , Chaoran Chen, 2021
(17) The effect of music therapy on mood and anxiety-depression: an observational study in institutionalised patients with traumatic brain injury. S. Guétin, B. Soua, Christian Hérisson, 2009
(18) Effect of the Group Music Therapy on Brain Wave, Behavior, and Cognitive Function among Patients with Chronic Schizophrenia. Myoungjin Kwon, RN, PhD, Moonhee Gang, RN, PhD,Kyongok Oh, RN, PhD, 2013
(19) Efficacy of music therapy and predictors of sleep disturbance among patients with chronic schizophrenia: A prospective study. Mei-Jou Lu a b, Wan-Yi Chen a, Dian-Jeng Li, 2022
(20) Music therapy for stress reduction: a systematic review and meta-analysis. Martina de Witte, Ana da Silva Pinho, Geert-Jan Stams, Xavier Moonen, Arjan E R Bos, Susan van Hooren, 2022
(21) The effect of music therapy on cognitive functions in patients with Alzheimer’s disease: a systematic review of randomized controlled trials
Malak Bleibel 1, Ali El Cheikh 2, Najwane Said Sadier 1,3, Linda Abou-Abbas 1, 2023
(22) Music therapy for patients with depression: systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials. Youn Joo Lee et al. , 2025
(23) Does Music therapy alleviate schizophrenia and schizoaffective related negative symptoms? A Matched Case-Control Study. Behrang Shadloo 1 Kimia Kogani 2* Vandad Sharifi 3 Mahsa Sepahvand, 2024
(24) The impact of relaxation music (Weightless by Marconi Union) on production performance, welfare, and hematological and biochemical blood parameters in broiler chickens. Patrycja Ciborowska a, Damian Bień b, Artur Żbikowski c, Karol Pawłowski c, Jakub Urban a, Anna Zalewska a, Arkadiusz Matuszewski d, Karwan Yaseen Kareem e, Klara Piotrowska b, Monika Michalczuk, 2024