ZITATE ZUR GESUNDHEIT | "Ich bin davon überzeugt, dass viele Schizophrene gesund werden könnten, ... " Dr. Fromm-Reichmann
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Phoenix -
5. Oktober 2025 um 08:00 -
1.267 Mal gelesen -
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ZITATE ZUR GESUNDHEIT |
"Ich bin davon überzeugt, dass viele Schizophrene gesund werden könnten, ..." Dr. Frieda Fromm-Reichmann
Zitat„Der Therapeut sollte wissen, dass seine Rolle zu Ende ist, wenn diese Menschen imstande sind, selbst – ohne Verletzung ihrer Mitmenschen – ihre eigenen Quellen der Befriedigung und Sicherheit zu finden, unabhängig von der Zustimmung ihrer Nachbarn, ihrer Familie und der öffentlichen Meinung.
Solch eine Haltung ist erforderlich, weil in der Regel die Heilung eines Schizophrenen nicht in der Umwandlung der schon vor der Krankheit bestehenden Persönlichkeit in eine andere Art von Persönlichkeit besteht. In diesem Sinne ist Schizophrenie keine Krankheit, sondern ein spezifischer Persönlichkeitsstatus mit eigenen Lebensformen.
Ich bin davon überzeugt, dass viele Schizophrene gesund werden könnten, wenn das Ziel der Behandlung im Sinne der Bedürfnisse der schizoiden Persönlichkeit [...] verstanden würde, und [...] nicht im Sinne des nicht schizophrenen, konformistischen „guten Staatsbürgers“, des Psychiaters.“ – Fromm-Reichmann: Intensive Psychotherapie
"Dr. Frieda Fromm-Reichmann (* 23. Oktober 1889 in Karlsruhe; † 28. April 1957 in Rockville, Maryland) war eine deutsch-amerikanische Ärztin und Psychoanalytikerin. Sie gilt als Pionierin der analytisch orientierten Psychotherapie von Psychosen und Vertreterin der Neopsychoanalyse.
Ihre bekannteste Patientin war die spätere Schriftstellerin Joanne Greenberg, die unter dem Pseudonym Hannah Green das autobiografische Buch "Ich hab dir nie einen Rosengarten versprochen" über ihre Schizophrenie und die therapeutische Heilung mit Frieda Fromm-Reichmann schrieb. Das Buch wurde 1977 verfilmt, und unter demselben Namen entstand 2004 ein Theaterstück.
Unter dem Einfluss der Theorien von Sullivan, Fromm und Horney und ihrer eigenen Therapieerfahrungen entfernte sie sich in den 1930er Jahren von Freuds Auffassung, dass Psychosen für die Psychoanalyse nicht überwindbar seien, sowie von den Ansichten der traditionellen Psychiatrie, für die Schizophrenie genetisch bedingt und unheilbar war.
Sie näherte sich damit Alfred Adlers Individualpsychologie, die den Menschen und seine Psyche als unteilbares Ganzes und deshalb als therapierbar ansah. Fromm-Reichmann hat die Ursache von Psychosen im familiären Umfeld vermutet, insbesondere in der frühen Mutter-Kind-Beziehung, und den Begriff der schizophrenogenen Mutter geprägt; diese These wurde von der Forschung später als unzutreffend verworfen.
Sie verfasste zahlreiche Schriften zur Nervenheilkunde und Psychotherapie: In ihrem Aufsatz Über die Einsamkeit wies sie auf die Bedeutung der Einsamkeit für die Entwicklung psychischer Störungen und Geisteskrankheiten hin. Dieser Einsamkeit stellte sie die Arzt-Patienten-Beziehung als heilende zwischenmenschliche Begegnung gegenüber: Der Therapeut sollte dem Patienten eine Brücke bauen, über die er aus der großen Einsamkeit seiner eigenen Welt zu Realität und menschlicher Wärme gehen kann.
Im Rahmen ihrer Forschungen zur Entstehung und Therapie der Schizophrenie befasste sie sich auch mit manisch-depressiven Psychosen. Während sie die Störungen beim Schizophrenen in der Säuglingszeit vermutete, wenn der Säugling noch nicht zwischen sich und der Mutter unterscheiden konnte, ortete sie die Entstehung der "Manisch-Depressiven" in eine spätere Zeit der kindlichen Entwicklung in Zusammenhang mit Müttern ein, die die wachsende Unabhängigkeit des Kindes als Bedrohung erlebten. Beide Annahmen gelten heute als widerlegt.
Die schizophrenogene Mutter
3. Schizophrenogene Mutter - Frieda Fromm-Reichmann
Fromm-Reichmann ging davon aus, dass Schizophrenie in gestörten Familiendynamiken wurzelt, wobei die Mutter eine besonders einflussreiche Rolle spielt. Ihrer Theorie zufolge beeinflusst die Qualität der Mutter-Kind-Beziehung die psychologische Entwicklung des Kindes erheblich, wobei Mütter schizophrener Kinder oft einen paradoxen und schädlichen Erziehungsstil an den Tag legen.
Die schizophrenogene Mutter zeichnete sich durch eine Mischung aus Überfürsorglichkeit und emotionaler Feindseligkeit aus und sendete widersprüchliche Botschaften aus, mit denen das Kind nur schwer zurechtkam.
Fromm-Reichmann glaubte, dass diese toxische Kombination aus Überfürsorglichkeit und Feindseligkeit tiefgreifende Auswirkungen auf die psychische Entwicklung des Kindes hatte:
- Das Kind wächst verwirrt und ängstlich auf und kann den Absichten der Mutter nicht vertrauen, was zu Bindungsschwierigkeiten führt.
- Die Unbeständigkeit der emotionalen Fürsorge beeinträchtigt die Entwicklung eines stabilen Selbst- und Realitätsgefühls und führt zu einer Ich-Schwäche und mangelnder Selbstgrenze.
Fromm-Reichmann argumentierte, dass die Symptome der Schizophrenie, wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen, einen Rückfall in frühkindliche Kommunikations- und Interaktionsformen darstellten. Bei extremem emotionalem Stress zieht sich das Kind in eine Fantasiewelt zurück, um der gestörten Beziehung zur Mutter zu entfliehen. Dieser Rückfall führt zu einer gestörten Kommunikation und beeinträchtigt die Fähigkeit des Kindes, effektiv mit der Außenwelt in Kontakt zu treten.
Fromm-Reichmanns Konzept der „schizophrenogenen Mutter“ - das nahelegt, dass das Verhalten der Mutter eine bedeutende Ursache der Schizophrenie ist - ist durch die moderne Forschung jedoch weitgehend widerlegt worden.
Trotz dieser Kritik leistete Fromm-Reichmann wertvolle Beiträge zum Verständnis der therapeutischen Beziehungen in der Psychiatrie. Ihre Arbeit legte den Grundstein für personenzentriertere Ansätze in der psychiatrischen Versorgung.
Quelle des Zitats (gekürzt): Wikipedia

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