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SERIE | Wirkstoffe der orthomolekularen Medizin bei negativen Symptomen:
6. L-Lysin
| Besserung in 8 Wochen | (G) | (+) | (-) | (k) | (D) | (Ä) | (ST) | (SCH) |
| L-Lysin | 20% | 15% | 20% | ✓ | ✓ | 15% | 20% | ✓ |
(G) = Gesamtsymptome, (+) = positive, (-) = negative, (k) = kognitive Symptome, (D) = Depressionen, (Ä) = Ängste, (ST) = Stress, (SCH) = Schlaf
| Kurzfassung |
| Lysin ist eine essenzielle Aminosäure, die wichtige Aufgaben im Stoffwechsel erfüllt. Essenziell bedeutet, dass der Körper Lysin nicht selbst herstellen kann, sondern es über die Nahrung aufnehmen muss. Lysin kommt in proteinreichen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln wie Eiern, Linsen, Fleisch, Milchprodukten und Fisch vor. L-Lysin ist an der Bildung von Enzymen, Hormonen und Antikörpern beteiligt und unterstützt das Wachstum, die Zellteilung und die Wundheilung. Es spielt eine Rolle bei der Immunabwehr und kann bei Infektionen mit Viren helfen, da es die Virusvermehrung hemmen kann. Zu den psychischen Erkrankungen, bei denen Lysin von Nutzen ist gehören Schizophrenie, Angstzuständen und Stress. Einige Studien, darunter eine mit L-Lysin als Zusatz zu Risperidon, haben gezeigt, dass L-Lysin die negativen Symptome von Schizophrenie verbessern kann. Diese Studien deuten darauf hin, dass L-Lysin bei der Linderung von Symptomen wie sozialem Rückzug, Antriebslosigkeit und vermindertem Ausdruck von Emotionen helfen könnte. In Studien reduzierte L-Lysin Angst um 15% gegenüber Placebo und normalisierte stressbedingte hormonelle Reaktionen. Wenn es zusammen mit L-Arginin angewendet wird, reduzierte es Ängste, blockiert stressbedingte Krankheitsentwicklungen und senkte den Stressmarker Cortisol um 20%. (3) | |
| 1. Wirkungsweise |
Präklinische und klinische Studien haben Hinweise auf die Beteiligung eines Stickoxid-Ungleichgewichts im Gehirn bei Schizophrenie geliefert. Es häufen sich Hinweise darauf, dass das Stickoxid-Signalsystem ein neuartiges Behandlungsziel darstellt. L-Lysin ist eine Aminosäure, die die NO-Produktion mindert. Es wird schon lange angenommen, dass eine gestörte Regulierung der Neurotransmitter GABA, Serotonin, Dopamin und Noradrenalin eine Ursache für Stress und Angstzustände sein kann. In jüngsten Studien wurden die Aminosäuren, L-Lysin und L-Arginin, identifiziert, die möglicherweise die an Stress und Angstzuständen beteiligten Neurotransmitter beeinflussen. L-Lysin wirkt nachweislich als partieller Antagonist des Serotoninrezeptors, der die Gehirn-Darm-Reaktion auf Stress verringert und den Cortisolspiegel im Blut senkt. |
| 2. Studien |
Es wurde zwei klinische Studien mit L-Lysin und 80 Schizophrenie-Patienten durchgeführt, die eine signifikante Besserung der positiven, negativen, kognitiven Symptome sowie bei Ängsten und Stress zeigten. Positive und negative Symptome 1. In einer placebokontrollierten Studie nahmen 72 stationäre Patienten mit chronischer Schizophrenie in der aktiven Phase ihrer Krankheit (Psychose) teil und erhielten eine 8-wöchige Behandlung mit entweder L -Lysin (6 g/Tag) oder Placebo als Ergänzung zu Risperidon. Die Ergebnisse der Studie: "Die vorliegende Studie hat gezeigt, dass L -Lysin eine verträgliche und wirksame Zusatztherapie zur Verbesserung negativer und allgemeiner Psychopathologiesymptome bei chronischer Schizophrenie sein kann ... Eine achtwöchige Behandlung mit L -Lysin als Ergänzung zu Risperidon zeigte bei Patienten mit chronischer Schizophrenie eine günstige Verträglichkeit und Wirksamkeit." (2) Die Ergebnisse dieser Studie zeigten positive Auswirkungen von L -Lysin auf die positiven (10%), negativen (20%), allgemeinen (10%) und gesamten psychopathologischen Symptome (20%) gegenüber Placebo der Schizophrenie, ohne Nebenwirkungen hervorzurufen. (2) ![]() Positive und kognitive Symptome 2. L-Lysin, 6 g/Tag, wurde 10 Patienten mit Schizophrenie 4 Wochen lang zusätzlich zu ihren herkömmlichen antipsychotischen Medikamenten verabreicht. Die Studie war als einfach verblindete Cross-Over-Studie konzipiert, bei der die Patienten nach dem Zufallsprinzip entweder einer Erstbehandlung mit L-Lysin oder einem Placebo zugeteilt wurden. Schlussfolgerungen: "Es wurde eine signifikante Abnahme der positiven Symptomschwere, gemessen anhand der Positive And Negative Syndrome Scale (PANSS), festgestellt. Subjektive Berichte von drei Patienten wiesen auf eine Abnahme der Symptomschwere und eine Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten hin." Die Behandlung mit L-Lysin wurde gut vertragen. Die Abnahme der positiven Symptome war hauptsächlich auf eine Besserung bei Wahnvorstellungen und Misstrauen/Verfolgung zurückzuführen. Auch die Problemlösungsfähigkeit und kognitive Flexibilität waren nach der Behandlung signifikant verbessert. Es zeigte sich eine Besserung der positiven Symptome um 15%. (1) Stress und Angst![]() 1. Eine Rezension über Nahrungsergänzung bei Ängsten kommt zu dem Ergebnis: "Aus den beiden verfügbaren RCTs geht hervor, dass die Kombination aus L-Lysin und L-Arginin die Angstwerte effektiv senkt, ohne dass Nebenwirkungen gemeldet wurden. Aminosäurepräparate können auch dazu beitragen, den durch Stress ausgelösten Cortisolspiegel sowohl bei gesunden Personen als auch bei Personen mit starker Angst auszugleichen." (4) 2. Das Ziel einer placebokontrollierten Studie war es, die mögliche Wirkung der Behandlung mit L-Lysin und L-Arginin bei psychosozialem Stress bei Probanden mit relativ hoher Eigenschaftsangst zu untersuchen. 29 Probanden wurde 10 Tage lang eine Mischung aus L-Lysin und L-Arginin (je 3 g/Tag) verabreicht und psychosozialem Stress durch öffentliche Reden ausgesetzt. Die Autoren kommen zu dem Schluss: "Die Ergebnisse der vorliegenden Studie stützen die Hypothese, dass L-Lysin in Kombination mit L-Arginin, das angstlösende Wirkungen hervorrufen kann, hormonelle Reaktionen bei psychosozialem Stress beim Menschen verändert." (6) 3. In einer weiteren Studie wurde mit 108 Erwachsenen eine einwöchige orale Behandlung mit L-Lysin (2,64 g pro Tag) und L-Arginin (2,64 g pro Tag) durchgeführt. Es hat sich gezeigt, dass eine Nahrungsergänzung dieser Kombination aus L-Lysin und L-Arginin chronische Angstzustände um 15% reduziert und hormonelle Stressreaktionen bei Menschen mit ausgeprägter Angststörung normalisiert. Die Aminosäuren reduzierten die Cortisolkonzentration bei Männern um 20 %. (3) ![]() "Diese Ergebnisse dieser doppelblinden, placebokontrollierten und randomisierten Studie bestätigen die bisherigen Erkenntnisse bei Menschen und Tieren und weisen auf eine Kombination aus L-Lysin und L-Arginin als potenziell nützliche diätetische Intervention bei ansonsten gesunden Menschen mit hohem subjektiven Maß an psychischem Stress und Angst hin." (3)
"Die durch die Anreicherung hervorgerufene Verbesserung des t-STAI-Scores war scheinbar gering (Δ 6,9 ± 1,8), entsprach jedoch den Veränderungen, die in klinischen Tests mit angstmindernden pharmakologischen Substanzen wie Fluoxetin beobachtet wurden, das den t-STAI-Score um Δ 8,1 ± 5,0 Punkte senkte ( 17 ), und Diazepam, von dem berichtet wurde, dass es t-STAI um Δ 6,8 ± 2,0 Punkte senkte ( 18 )." Der Ausgangsangstwert ( t-STAI-Score) betrug 50 Punkte, was eine Änderung um 15% bedeutet. (5) |
| 3. Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen von Antipsychotika |
Bei Patienten mit Schizophrenie ergibt sich bei 50% mindestens eine Folgeerkrankung, bei 30% sogar zwei oder mehr chronischen Folgeerkrankungen. Es handelt sich dabei vor allem um Nebenwirkungen von Antidepressiva und Antipsychotika. Diabetes Das Diabetesrisiko unter Antipsychotika ist stark erhöht. Diabetesinzidenz ist verdreifacht. Studien ergaben, dass die Verabreichung von Lysin zu niedrigeren Blutzucker- und Insulinreaktionen führte und das Fortschreiten von Diabetes im Vergleich zur Kontrollgruppe verlangsamte. Zudem konnte auch der Gesamtcholesterinspiegel und den LDL-Cholesterinspiegel gesenkt werden. (7) Krebs 90% der Antipsychotika und 65% der Antidepressiva gelten als stark krebserregend (s. Artikel). Die krebstötende Wirkung von Lysinkonjugaten erreichte 25 bis 90 % zerstörter Krebszellen. Bei verschiedenen Krebsarten half L-Lysin dabei die Genotoxizität in Zellen zu verhindern, die einer krebserregenden Substanz ausgesetzt waren. (7) |
| 4. Anwendung |
Die empfohlene Dosierung von Lysin variiert je nach Anwendung. Für Erwachsene beträgt die empfohlene Dosis in der Regel 1 bis 3 Gramm pro Tag. Die Dosis für L-Lysin betrug in Studien mit Schizophrenie-Patienten 6 g/Tag. Bei Stress und Ängsten wurden L-Lysin und L-Arginin (je 3 g/Tag) verabreicht. |
| 5. Einkauf |
L-Lysin kostet 10€ für 1 kg (5 ct am Tag). Ein Beispiel |
Studien und Quellen(1) L-lysine as adjunctive treatment in patients with schizophrenia: a single-blinded, randomized, cross-over pilot study. Caroline Wass, Daniel Klamer, Evangelos Katsarogiannis, Erik Pålsson, Lennart Svensson, Kim Fejgin, Inga-Britt Bogren, Jörgen A Engel, and Birgitta Rembeck, 2011 (3) Oral treatment with L-lysine and L-arginine reduces anxiety and basal cortisol levels in healthy humans. Miro Smriga, Toshihiko Ando, Masahisa Akutsu, Yasushi Furukawa, Kiyoshi Miwa, Yasushi Morinaga, 2007 (4) Nutritional and herbal supplements for anxiety and anxiety-related disorders: systematic review. Shaheen E Lakhan and Karen F Vieira, 2010 (5) Lysine fortification reduces anxiety and lessens stress in family members in economically weak communities in Northwest Syria. Miro Smriga, Shibani Ghosh, Youssef Mouneimne, Peter L Pellett, Nevin S Scrimshaw, 2004 (6) Subchronic treatment with amino acid mixture of L-lysine and L-arginine modifies neuroendocrine activation during psychosocial stress in subjects with high trait anxiety |


